Klartext!

Geht das, Programmatic Advertising so ganz ohne Auktion?Ja! Voraussetzung dafür ist allerdings eine 1:1 Beziehung zwischen dem Ein- und Verkäufer. Wer sich die Basics noch einmal kurz in Erinnerung rufen möchte, dem sei Folge 1 als Einstieg ins Thema empfohlen. Neben dem neuen Oberbegriff Programmatic Advertising (PA) hat der BVDW auch die darunter befindlichen Geschäftstypen klassifiziert und mit wohlklingenden Namen versehen. Das alles soll helfen, die Kommunikation in Bezug auf PA zu vereinheitlichen und damit natürlich auch zu vereinfachen.

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Doch zurück zu unserer nicht auktionsbasierten Abwicklung von programmatischen Kampagnen. Wir befinden uns also auf der linken Hälfte des Schaubilds. Allerdings gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei unterschiedliche Arten ganz ohne Auktion über PA einzukaufen. Wie eingangs erwähnt, besteht daher bei beiden Wegen eine direkte Verbindung zwischen Verkäufer und Käufer des Inventars. Das bedeutet für beide Seiten große Transparenz, aber auch große Sicherheit. Für die Agentur beziehungsweise den Kunden ist zu jedem Zeitpunkt klar, bei welchem Vermarkter das Inventar eingekauft wird. Je nach Deal ist die Auslieferung bis auf Einzelwebsite oder sogar darunter liegende Kategorien nachvollziehbar. Für den Vermarkter, also den Verkäufer des Inventars, ist im Gegenzug immer ersichtlich, wer gerade welches Inventar bei ihm abnimmt. Das bringt Transparenz hinsichtlich der bewegten Budgets und damit einhergehend auch eine gewisse Planungssicherheit mit sich.

Was muss zwischen den beiden Seiten vorab verhandelt werden?

Ein Automated Guaranteed oder auch Private Deal-Einkauf entspricht einer programmatisch abgewickelten klassischen Buchung, auch Insertion Order (IO) genannt, um im denglish zu bleiben. Das bedeutet für den Planer auf Agenturseite, dass vorab sämtliche Parameter wie Umfeld, Preis, Volumen und Targeting der gewünschten Platzierung genau mit dem Vermarkter abgeklärt werden müssen. Das funktioniert also identisch wie bisher in der nicht programmatischen Welt.

Soll der Einkauf hingegen über eine Unreserved Fixed Rate oder auch einen Preferred Deal erfolgen, so werden hier ebenso Umfeld, aber vor allem der Transparenzgrad des Inventars, sowie der Preis vorab zwischen beiden Parteien verhandelt. Das Preismodell hinter einem Preferred Deal ist daher immer eine Fix-Preis-Vereinbarung.

Worin unterscheiden sich die beiden Deals?

Der größte Unterschied liegt in der Verantwortlichkeit hinsichtlich des garantierten Liefervolumens. Während bei einem Private Deal, der Verkäufer eine Garantie für ein bestimmtes Auslieferungsziel übernimmt, entfällt diese bei einem Preferred Deal. Bedingung für eine Volumengarantie durch den Verkäufer ist allerdings, dass der Einkäufer die angelieferten Ad Impressions nicht zusätzlich hinsichtlich bestimmter Eigenschaften eingrenzt. Das bedeutet, über einen Private Deal können keine eigenen Daten genutzt werden. Weder technische noch sonstige Targetingdaten dürfen hier von der Nachfrageseite, also in der DSP, aufgeschaltet werden. Der Verkäufer würde in dem Moment die Kontrolle über das zu liefernde Volumen verlieren, da nicht mehr alleine sein System die Auslieferung steuert.

Wird ein Preferred Deal aufgesetzt, erfolgt die Steuerung über so genannte Deal IDs, die zwischen den Systemen ausgetauscht werden. Zudem kann bei dieser Dealvariante jetzt auch ein Targeting durch den Einkäufer aufgesetzt werden, um nur noch das Inventar zu kaufen, das er auf Basis seiner eigenen Daten für sinnvoll erachtet.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Deals kann in der Inventarqualität liegen. Hierbei ist aber nicht nur das Umfeld ausschlaggebend, in dem die Kampagne ausgespielt wird. Vielmehr geht es um den Zugriff auf den einzelnen User, also welcher Einkäufer darf den einzelnen User zuerst systemisch begutachten und bewerten – und hat damit einen Einkaufsvorteil. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass ein Private Deal eher einer First und Second Look Impression zuzuordnen ist, während der Preferred Deal knapp darunter, bei einer Second Look Impression beziehungsweise auch im Restinventar angesiedelt sein kann.

Wann kommt welcher Deal zum Einsatz?

Nachdem wie oben beschrieben ein Private Deal lediglich eine Art Übersetzung des klassischen IO-Geschäftes darstellt, macht dieser Deal auch nur Sinn, wenn es um die Umsetzung einer bisher klassisch gebuchten Platzierung je Einzelkunden geht. Handelt es sich um eine wiederkehrende Buchung, kann man zukünftig entscheiden, ob diese per Redirect ausgeliefert werden soll, also das Werbemittel als Bannertag an das Admanagement beim Vermarkter geschickt wird, oder man das Werbemittel in der DSP (Demand Side Plattform) hinterlegt, die auf den gewünschten Deal zugreifen kann.

Allerdings muss dazu erwähnt werden, dass gerade die Garantie eines Auslieferungsvolumens in der programmatischen Welt aktuell noch eine Herausforderung auf Seiten der SSP (Sell Side Plattform) darstellt. Weswegen in der Regel der klassische Buchungs- und Abwicklungsweg hier weiterhin als „state of the art“ gilt.

Ein Preferred Deal hingegen ist deutlich spannender. Auch wenn es hier zu keiner Auktion kommt, so ergibt sich vor dem Hintergrund der Kampagnenoptimierung ein deutlicher Vorteil im Vergleich zu früher. Passt ein User nicht in das gewünschte Profil, so wird die angebotene Ad Impression nicht abgenommen, und damit automatisch der Mediaspend hinsichtlich der gewünschten KPIs optimiert.

Im nächsten und letzten Blogartikel der Serie zu Programmatic Advertising bewegen wir uns dann auf die rechte Seite des Schaubildes und gehen im Detail auf die beiden Dealformen Private Auction und Open Auction ein. Hier wird dann auch das Thema Brand Safety einbezogen, das durch die programmatische Abwicklung von Kampagnen massiv an Bedeutung gewonnen hat.

2 Kommentare zu “Programmatic Advertising ganz ohne Auktion?!

  1. Anonymous verfasst am Dienstag, 27. Februar 2018 - 12:49 Uhr

    Die Erklärung bzw. Unterschiede zwischen Preferred und Private stimmen nicht so ganz.

  2. Nadine Schollmeier verfasst am Dienstag, 27. Februar 2018 - 14:04 Uhr

    Vielen Dank für den Kommentar! Was passt aus Ihrer Sicht denn nicht in der Erklärung bzw. der Abgrenzung der Dealtypen?

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Nadine Schollmeier ist leidenschaftliche Hunde-Besitzerin und Hobby-Bäckerin. Um spezielle Backkurse zu belegen, jettet sie im Urlaub auch schon mal in die USA. An den süßen Ergebnissen lässt sie alle Kollegen regelmäßig teilhaben, was immer eine große Gaumen-Freude ist. Unseren Blog bereichert sie um programmatische Themen, sowie Artikel rund um unser Targetingsystem NE.R.O. und natürlich das Backen.

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