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YouTube ist in erster Linie das weltweit größte und beliebteste Videoportal. Aber es ist nicht nur ein Videoportal, sondern auch eine Suchmaschine, und zwar die zweitgrößte der Welt (nach ihrer Muttergesellschaft Google). In der Praxis ist YouTube der weltweit größte Streaming-Musikdienst, im Vergleich zu bekannten Anbietern wie Spotify oder Apple, wenn es um den Konsum von Liedern und Alben geht. Mit YouTube Music hat der Video-Gigant nun eine neue App auf den Markt gebracht, die versucht, den bisherigen Streaming-Anbietern Konkurrenz zu machen und seine Marktdominanz in diesem Bereich auszunutzen. Die App ist sowohl kostenlos als auch über ein Abonnement erhältlich. YouTube Music ist seit Ende Mai in den USA und in vier weiteren Ländern (Australien, Neuseeland, Mexiko und Südkorea) verfügbar. Wann die Produkte in Deutschland genutzt werden können, ist noch nicht klar.

Wodurch unterscheidet sich YouTube Music von Spotify und Co.?

Bei YouTube Music sind die Musikvideos nicht nur ein Bonus-Feature innerhalb der App, sondern bilden den Schwerpunkt. Man kann sowohl auf Videos seiner Lieblingskünstler als auch auf Amateuraufnahmen zugreifen. YouTube Music stellt einen Katalog von mehr als 50 Millionen Songs bestehend aus Video- und Audio-Clips der Künstler bereit.

Etwa 20 Millionen dieser Tracks stammen von unabhängigen Künstlern oder sind so genannte Fan Cover. Die Idee dahinter ist, dass YouTube Music nicht nur bereits bekannte Künstler repräsentiert, sondern auch jene, die darauf warten, entdeckt zu werden – wie beispielsweise einst Justin Bieber. Musikentdeckung steht bei der neuen App YouTube Music also im Vordergrund. Auf dem Startbildschirm der App werden dem User dynamische Playlists und Songs empfohlen, die auf seinem Surfverlauf, Standort und der Aktivität basieren. Darüber hinaus kann man die App auch wie einen Standardmusikdienst nutzen: nach Künstlern suchen und einzelne Lieder oder Alben abspielen. Die App hat den gleichen Pool von etwa 30 Millionen Audiotracks lizensiert, den man auch bei der Konkurrenz finden kann. YouTube Music bietet auch eine große Auswahl an zusätzlichen Features: von Live-Konzertmaterial über Karaoke-Tracks mit eingebetteten Lyrics bis hin zu Lernvideos, die es bisher bei keinem anderen Musik-Streaming-Anbieter gibt.

Wo ist YouTube Music verfügbar?

YouTube Music ist seit Ende Mai in den USA, Australien, Neuseeland, Mexiko und Südkorea verfügbar. Deutschland beziehungsweise ganz Europa folgen bald.

Wie viel kostet YouTube Music?

Neben einer werbefinanzierten Gratisvariante gibt es bei YouTube Music auch ein Abo-Modell ohne Anzeigen, das Downloads erlaubt. Die Abo-Variante YouTube Music Premium kostet in den USA aktuell 9,99 Dollar – ähnlich wie Spotify und Co. Für zwei Dollar mehr pro Monat hat man zusätzlich werbefreien Zugriff auf alle Videos der Plattform sowie auf die Exklusivproduktionen.

Aktuelle Musik-Streaming-Dienste im Vergleich:

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie und ob sich YouTube Music gegen so viele Konkurrenten im Musik-Streaming-Markt durchsetzen kann und wo die Reise in der Musikbranche für YouTube hingehen wird.

Hier wie bereits angekündigt der zweite Teil des Interviews mit YouTuber Dima zum Thema Influencer Marketing. Im letzten Teil haben wir mit dem YouTube Star die privaten Aspekte betrachtet. Nun widmen wir uns seinen Erfahrungen mit Unternehmenskooperationen.

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Wie gehst du mit Anfragen von Unternehmen um und wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Ich sehe mir die Anfragen an, überlege mir ob dieses Produkt zu mir als Person und zu meinem Image passt und ob ich das im Idealfall nicht selber nutze und gut finde oder falls es mir nicht bekannt ist, ob ich das cool/innovativ finde. Wenn das zutrifft, leite ich die Anfrage an meinen Partnermanager weiter und bitte ihn darum, mit dem Kunden zu klären wie er sich die Einbindung des Produktes vorstellt und ob ich nicht selbst einen Vorschlag machen kann (was meistens besser ist, weil man als Creator besser weiß welchen Content die Zuschauer sehen wollen). Wenn die Integration zum Inhalt des Videos und zu meinem Stil passt, dann bin ich oft bereit auf eine Kooperation und freue mich darüber.

Wie funktioniert die Einbindung der Kooperationen in die Videos?

Der Influencer teilt seiner Community in der Regel am Anfang des gesponserten Videos mit, dass es eine Kooperation mit der Marke XY ist und das jeweilige Produkt wird meistens in die Handlung des Videos eingebunden, welche aber unbedingt zum Konzept des Kanals passen muss, damit das Video authentisch bleibt und weder die Marke noch der Künstler darunter leiden.

Wie wichtig ist hierbei Ehrlichkeit gegenüber der Community?

Man sollte auf jeden Fall den Zuschauer wissen lassen, dass es eine Kooperation mit einer Marke ist und ihm auch zeigen, dass diese Kooperation was bringt, dass sie einen Mehrwert bietet und dass man den Zuschauer unterhalten möchte.

Für welche Produkte ist so etwas möglich?

Für alle möglichen Produkte, die zu der Zielgruppe des Kanals passen beziehungsweise in die Kanalumgebung authentisch eingebunden werden kann.

Wie waren die Reaktionen deiner Viewer auf Kooperationen?

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Solange der Content unterhaltsam ist und zum restlichen Inhalt des Kanals passt, wofür die meisten YouTuber selbst ein gutes Gefühl haben, gibt es selten negatives Feedback. Oft fällt dem Zuschauer gar nicht auf, dass es eine Kooperation ist, weil die Integration intelligent und nicht aufdringlich gemacht ist.

Warum funktionieren solche Kooperationen aus deiner Sicht und was macht sie so erfolgreich?

Da YouTube-Künstler Vorbilder und nicht selten Meinungsmacher sind, macht es für Marken aus meiner Sicht viel Sinn, mit solchen Influencern zusammenzuarbeiten und gerade deswegen sind sie auch so erfolgreich, da der Zuschauer auf die Empfehlung seines Idols vertraut und wenn der YouTuber, den er gerne verfolgt, mit einer Marke zusammenarbeitet profitiert die Marke von der Sympathie des Influencers.

Dima, vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!

Abschließend lässt sich sagen, dass auch aus Sicht der YouTuber Kooperationen Sinn machen können. Ihre Wirkung ist bereits an vielen Stellen, auch in unserem Blog, belegt worden. Nun bleibt abzuwarten, was das für die klassische Konzeption des Marketings bedeutet. Ebenso spannend ist für uns, wohin sich YouTube entwickelt und welche Möglichkeiten uns als User und Werbetreibende hierdurch entstehen.

 

Kreischende Teenies, mit Postern gepflasterte Wände, genervte Eltern – Idole und Stars gab es schon immer. An die Stelle der Backstreet Boys und Spice Girls sind heute allerdings YouTube Stars gerückt. Das Marketing hat diesen Trend schon seit einiger Zeit erkannt und unter dem Label Influencer Marketing ist die Kooperation mit erfolgreichen YouTubern mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vieler Kampagnen.

Aus der Sicht des Marketings haben wir an dieser Stelle bereits öfter über das Influencer Marketing geschrieben, nun ist es an der Zeit, das Ganze auch einmal aus Sicht der Influencer zu beleuchten. Hierzu haben wir Dima Kosolowski, mit „Dima“ und „Die Aussenseiter“ Betreiber zweier erfolgreicher YouTube-Kanäle, ein paar Fragen gestellt.

Dima ist bereits seit über zehn Jahren auf YouTube aktiv. Sein eigener Kanal „Dima“ wird von 1,3 Millionen Usern abonniert, seine Videos bieten von Vlogs, Challenges, Comedy bis zu „Dima will’s wissen“ eine große Bandbreite an Themen und Formaten.

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Die Aussenseiter“ heißt sein zweiter Kanal, den er gemeinsam mit seinem Cousin Sascha betreibt. Sie posten – oft gemeinsam mit ein paar befreundeten YouTubern – witzige Videos über Alltägliches aus ihrem Leben. Insgesamt folgen ihnen dort rund 2,5 Millionen User.

160907 YouTube Die Aussenseiter

Nun zum spannenden Teil, den Fragen an Dima:

Die Frage, die sich die meisten stellen und die wahrscheinlich am häufigsten kommt: Wie kamst du zu YouTube?

Anfangs haben mein Cousin Sascha und ich die Videos nur für unsere Freunde gedreht, um denen zu zeigen, dass wir „coole“ Sketche drehen können. Das war noch bevor es YouTube gab, zwischen 2003 und 2004. Im Jahr 2006 haben wir von YouTube erfahren und haben auch dort unsere Videos veröffentlicht, allerdings erst gegen 2008 den Community-Gedanken dahinter verstanden. Ab da haben wir angefangen, eine Community aufzubauen, indem wir unsere Zuschauer in die Videos interaktiv eingebunden haben bzw. ihre Vorschläge und Ideen.

Wie ist es, so viel Privates mit Fremden zu teilen?

Es ist nicht immer einfach, da man vieles von sich preisgibt, worüber Menschen gerne reden und was sie gerne nutzen, um über dich zu urteilen oder auf deine Schwächen hinzuweisen. Außerdem sehen die Zuschauer trotzdem nur einen Teil des Lebens/Charakters einer Person und bilden sich eine Meinung, die nicht selten falsch ist, da ein Zuschauer nicht alle Details des Charakters eines YouTubers kennt. Was der Zuschauer auf der Videoplattform sieht, sind Momentaufnahmen und teilweise auch Fiktion, was viele aber als absolute Wahrheit interpretieren.

Wie wichtig ist aus deiner Sicht Authentizität auf YouTube?

Ich persönlich denke, dass die Wichtigkeit der Authentizität etwas überschätzt wird: Es gibt viele erfolgreiche Webkünstler, die authentisch sind, aber genauso viele geskriptete Formate, die nicht weniger erfolgreich sind. Viel wichtiger finde ich, dass man als Zuschauer spürt, dass der Entertainer selber Spaß bei dem hat, was er macht: ob das ein Follow Me Around aus seinem Leben ist oder eine geskriptete Show.

Wie gelingt der Spagat zwischen der Privatperson und der Person, die von YouTube lebt?

Ich betrachte es mittlerweile als meinen Beruf, da ich auch schon seit 10 Jahren auf YouTube aktiv bin und Beruf ist ja nicht weit von der Berufung entfernt. Also sehe ich das als eine Art Berufung, Menschen zu unterhalten, weil ich dabei Spaß habe und das anscheinend irgendwie kann, sonst würden sich nicht so viele Leute über so viele Jahre die Videos angucken. Ich versuche es, so professionell wie möglich zu gestalten und überlege mir immer, was ich von meinem Leben preisgeben will und was nicht. Denn alles was ich preisgebe, kann Konsequenzen für mein privates Leben haben.

Wo entwickelt sich YouTube hin?

YouTube wird aus meiner Sicht immer professioneller und das Videoangebot wächst und wird immer breiter, auch von den Themen her. Immer mehr ältere Menschen finden zu YouTube, schauen sich Kochvideos und Reise-VLOGs an. Die Videomacher haben mehr Möglichkeiten, aufwendige Projekte umzusetzen und es finden immer mehr Webkünstler im Offline-Bereich statt, was ich sehr schön finde.

Apropos „professioneller“ – wir als Agentur interessieren uns natürlich auch sehr für Dimas Erfahrungen und Reaktionen, was Kooperationen mit Unternehmen angeht. Diese Fragen werden im nächsten Blogartikel beantwortet… bis bald!

Am 14.Februar 2005 registrierten die Gründer Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim die Webseite Youtube.com. Mittlerweile werden weltweit jeden Monat sechs Milliarden Stunden Videomaterial von einer Milliarde Nutzern konsumiert. Das macht auf Basis von Klicks vier Milliarden Videos pro Tag. Noch beeindruckender wird es, wenn man sich einmal vorstellt, dass in einer Minute ca. 300 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen werden. Auf einen ganzen Tag gesehen ist das Material in der Länge von 16 vollen Jahren. Das meistgesehene Video 2014 zeigt einen Hund in einem Spinnenkostüm, der Passanten erschreckt. Doch an „Gangnam Style“ von dem koreanischen Künstler Psy als das erfolgreichste YouTube Video aller Zeiten, kommt es noch lange nicht heran. Für diesen einen Clip musste die Videoplattform sogar seinen Videocounter überarbeiten, damit auch die mehr als zwei Milliarden Aufrufe korrekt angezeigt werden konnten. Fast banal wirkt dagegen das allererste Video, das jemals auf YouTube hoch geladen wurde. Es stammt von Jawed Karim und zeigt den YouTube-Gründer im Zoo von San Diego vor dem Elefantengehege. „Interesting…“ kommentierte das ein User und produzierte damit den allerersten Kommentar auf dem Videoportal.

Mittlerweile ist YouTube bei den Big Playern angekommen und gehört seit 2006 zum Google-Universum. Nach dem ersten Teil unserer Serie mit den allgemeinen Anzeigenformaten im Google Netzwerk, unternehmen wir nun einen Exkurs in die Welt der Videoformate auf YouTube. Grundsätzlich unterscheidet man bei YouTube zwei verschiedene Anzeigen-Typen –  PreRoll und  TrueView.

Für TrueView gibt es bei YouTube wiederum zwei Platzierungsmöglichkeiten – In-Display oder In-Stream. Die In-Stream-Option  kann vor oder innerhalb eines YouTube Videos als Videoanzeige geschaltet werden. Entscheidet man sich für In-Display, erscheint die Anzeige oberhalb des Suchergebnisses oder rechts neben dem Player. Diese werden als gewerbliche und bezahlte Videos gekennzeichnet. TrueViews unterliegen keiner Mindest- oder Maximallänge. Die Abrechnung erfolgt erst, nachdem ein Video mindestens 30 Sekunden gesehen wurde. Sollte das Video eine Gesamtlänge von 30 Sekunden unterschreiten, erfolgt die Abrechnung erst nachdem der komplette Inhalt gesehen wurde. Anders als bei gängigen Videoanzeigen wie PreRolls hat der Betrachter hier die Möglichkeit, die Anzeigen nach fünf Sekunden zu überspringen, um zum eigentlich anvisierten YouTube Video zu gelangen.

Via AdWords können ebenfalls PreRolls bei YouTube und anderen videofähigen Seiten im Displaynetzwerk eingestellt werden. PreRolls können über das Selbstbuchungstool mit der maximalen Länge von 20 Sekunden eingestellt werden. Liegt die Laufzeit darüber, geht die Buchung der Anzeige nur direkt über Google . Diese Videos kann man nicht einfach überspringen und muss sie bis zum Ende genießen, wenn man nicht vorzeitig die Seite verlassen möchte.

YouTube

Jetzt fehlt nur noch das Thema Kampagnensteuerung und mögliche Targetingoptionen im Google Display Netzwerk. Dazu gibt es mehr im dritten Teil! Also dran bleiben, Fortsetzung folgt…

Ich habe mich ja schon auf vielen Veranstaltungen herumgetrieben, aber auf dem TV Wirkungstag feierte ich meine Premiere und ich hatte es von vorne herein als einmalige Forschungsreise klassifiziert. Nun bin ich ja auch nicht so leicht nach Düsseldorf zu bewegen, aber manchmal muss man dorthin, wo die Musik spielt. Genau dort ist TV angesiedelt, zumindest in der Eigenwahrnehmung. Und wer die Musik bestellt, bestimmt ja bekanntlich auch was sie spielt. Ich war jedoch überrascht von dem atemlosen Propagandafeldzug, der bisweilen sehr skurrile Stilblüten hervorzauberte.

Es dürfte zu umfänglich sein auf alles einzugehen, aber die wichtigsten Erkenntnisse möchte ich kurz wiedergeben: Da waren die Kollegen der 71 Media, die uns zunächst klar machten, dass jeder investierte Euro in TV sich in mindestens 2 Euro Profit münzen wird. Soweit so gut, Werbung mache ich ja nicht, damit die Pausen zwischen den Filmen besser gefüllt werden. In einer dann aber gewundenen Herleitung die These zu postulieren, dass mehr Streuverlust = Mehrwert ist, war trotz Klimatisierung des Raumes eher eine überhitzte Pointenphantasie des Referenten. Ich interessiere mich nicht für Damenschuhe, Planungslogik hin oder her. Und nebenbei: Recency Planning ist eine planerische Bankrotterklärung, weil es nicht anderes heißt als wahllos um mich zu schießen und zu hoffen, dass der richtige umfällt. Das mag u.U. der beste Weg sein, Genialität würde ich dennoch anders definieren. Und in der „wir sind toll, Youtube ein kleiner Wurm und  lineares TV ist der Gral“ Litanei steckt nicht nur der nächste Offenbarungseid, sondern auch die Gefahr, eben jene nicht zu erkennen.  Angriff ist hier nicht die beste Verteidigung, denn wenn ich Youtube angreife, dann gestehe ich ein, dass es doch kein Randphänomen ist. Warum sollte ich mir sonst Gedanken machen. Wenn ich parallel als 71 Media hingehe und meinen Content auf Youtube verlängere um händeringend mehr Reichweite online zu kreieren, stärke ich damit nicht nur die vermeintliche Konkurrenz, sondern konterkariere meine Qualitätsvorstellungen ebenso wie die erhoffte Preisstellung und führe meine mühsam erarbeiteten Argumentationsketten ad absurdum.

Es folgten internationale Beiträge als klassisch angelsächsisches Emotionskino vorgetragen, deren Fazit wenig überraschend lauteten: Investitionen in TV und in die Marke. Ins selbe Horn stieß dann Herr Richter von Heimat, der den Höhepunkt der Differenzierungslosigkeit verkörperte. In wenigen Worten ausgedrückt lautet sein Credo: Große Kampagnen brauchen große Bilder – im TV! Große Bilder brauchen Emotionen und keine konkreten Verkaufsaussagen. Big Data ist ein aus dem Serverraum emporgestiegener  Treppenwitz. Onlinewerbung besteht aus stalkendem Retargeting und überbewerteten Google-Anzeigen. Mut und die eigene Selbstherrlichkeit sind der beste Weg zum Markenerfolg. Das der gute Mann provozieren wollte, hat er von vorne herein klargestellt und als klassischer Werber sei ihm der Spaß gegönnt. Es bleibt zu hoffen, dass auch hier hinter der dargebotenen Überspitzung eine Reflektion stattfindet, welche ein Stolpern über die eignen Eitelkeiten abwenden würde.

Ipsos hatte noch schnell ein paar Zahlen zur Hand, dass es um das lineare Fernsehen bestens bestellt ist und somit war die Wissenschaft mit vor den Schnellzug gespannt. War sonst noch was? Ach ja, Twitter ist ohnehin eine super Ergänzung zu TV und wenn sie fleißig Werbung buchen ohne zu wissen, wie die Reichweite überhaupt aussieht, dann rechnet sich das neue Büro in Hamburg. Dieses sorgt im Übrigen selbstredend nebenbei für höhere Nutzerzahlen, die uns dann hoffentlich nicht vorenthalten werden.

Ich glaube ja bis heute und trotz der Veranstaltung tatsächlich an das Leitmedium TV, mache mir nun nach einem Tag an der Programmfront jedoch ernsthafte Sorgen. Wenn die Protagonisten des Metiers wirklich glauben was sie sagen, dann werden sie eines Tages Opfer der eigenen Selbstherrlichkeit. Ikarus , Rom, Titanic… to be continued!

 

Ich hatte letzte Woche bereits das TrueView In-Stream Format bei YouTube vorgestellt. Heute nehmen wir uns die anderen 3 TrueView Werbeformen vor.

Nochmal ein kurzes Recap – Für alle 3 gilt: Geschaltet wird nicht wie beim In-Stream Ad das Video, sondern nur eine Bild-Text-Kombination als Teaser. Klickt der User diese an und entscheidet sich somit, dass ihn der Inhalt interessiert, dann gelangt er zum VideoAd. Kosten entstehen nur, wenn User das Video anschauen. Für die Einblendung der Bild-Text-Teaser fallen keine Kosten an.

True View In-Slate: Die Bild-Text-Teaser werden vor YouTube Partnervideos angezeigt, die mindestens 10 Minuten oder länger dauern. Der User kann nun aus drei unterschiedlichen Bild-Text- Teasern wählen, welches VideoAd er vor Video Start sehen möchte, um den Content danach werbefrei zu genießen.

TrueView In-Search: Hier werden die Teaser innerhalb der Suchergebnisliste angezeigt, wenn ein User aktiv nach Inhalten sucht. Diese Anzeigen ähneln am ehesten den klassischen Google Anzeigen.

TrueView In-Display: Teaser erscheinen neben YouTube Videos, die der User gerade konsumiert.

Preislich unterliegen alle TrueView Formate dem CPV (Cost per View) Abrechnungsmodell. Je nach angesteuerter Zielgruppe (über definierte Keywords oder inhaltliche Präferenzen) kann sich der Preis stark unterscheiden. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Abrechnung hier dem klassischen Google-Bidding Verfahren unterliegt. Um eine grobe Hausnummer zu nennen, kann man mit ca. 0,03 – 0,09€ CPV rechnen. Man darf nur den CPV nicht mit einer TKP Abrechnung verwechseln. Denn bei CPV zahlt man wirklich für jeden einzelnen View und nicht für 1.000 Kontakte. Ein CPV von 0,03€ entspricht also einem TKP von 30€, womit der Spaß schnell doch recht teuer wird.

Darüber hinaus gibt es In-Stream Ads, die den klassischen Pre-oder MidRolls entsprechen. Diese lassen sich über das Google Buchungstool auf CPC oder TKP an unterschiedlichste Zielgruppen aussteuern (z.B. über Targetingkriterien nach Standort, Thema oder demographischen Daten). Das Video darf (anders als bei den TrueView In-Stream Anzeigen) nur zwischen 15 und 30 Sekunden lang laufen.

Und schlussendlich gibt es natürlich die ganz normalen Display Anzeigen, die neben Videos erscheinen. Hier, wie auch bei allen anderen Anzeigen (außer dem festplatzierten Masthead), kann man die Zielgruppe über folgende Kriterien selektieren:

– Demographische Merkmale wie Geschlecht, Wohnort etc.

– Interessens-Kategorien, z.B. Kochen, Mode, Videospiele

– Keywords, die der User als Suche bei Youtube eingibt, aber auch Keywords, die das Video näher beschreiben, in dessen Umfeld die  Werbung ausgespielt werden soll

– Direkte Auswahl der YouTube Videos oder Channels, in denen die Werbung ausgesteuert werden soll

Auch auf mobilen Seite von YouTube sind Werbeschaltungen möglich, hier sind ähnliche Formate wie in Online buchbar mit dem mobile Masthead und den mobilen In-Stream Anzeigen.

Generell gilt: Bevor man Werbung auf YouTube schaltet sollte man sich der entertainmentaffinen Zielgruppe bewusst sein und prüfen, ob das eigene Produkt dort passend positioniert ist. Zusätzlich sollte die Inszenierung des Werbemittels zur Zielgruppe passen. YouTube User wollen unterhalten werden – und das gilt auch für die Werbung.

Wir haben uns in diesem Blog schon häufig mit den unterschiedlichen Werbemöglichkeiten bei Facebook beschäftigt. Heute will ich die Schaltungsoptionen bei YouTube vorstellen. Hier ist die Anzeigenvielfalt nicht ganz so unüberschaubar wie bei Facebook, dennoch lohnt ein detaillierter Blick.

Ich werde die Werbeformen in zwei Teilen vorstellen. Teil 2 folgt am kommenden Dienstag:

Wenn man auf der YouTube Startseite surft, fällt einem die Masthead Platzierung mit Sicherheit als erstes in Auge. Diese Werbeform ist prominent auf der Homepage für einen Tag festplatziert. An einem Tag erreicht man mit diesem Masthead ca. 5 Mio. User (Quelle: YouTube). Wer sich diese hohe Reichweite sichern will, muss jedoch tief in die Tasche greifen und mit einem Bruttopreis von ca. 65.000€ rechnen – will man das Format expandieren lassen, wird es noch teurer. Dafür hat man dann auch viel kreativen Spielraum im Werbemittel, kann Videos, interaktive Spiele oder auch Live-Streams integrieren. Diesen kreativen Spielraum sollte man auch wirklich nutzen, wenn man das Geld für so eine hochpreisige Tagesfestplatzierung in die Hand nimmt.

TrueView Ads

Für deutlich weniger Investment kann man sog. TrueView Ads schalten. Davon gibt es  vier unterschiedliche Typen, die zweierlei gleich haben: Zum einen handelt es sich immer um Videoanzeigen, zum anderen muss man als Werbekunde nur zahlen, wenn der User bereit ist, das Werbevideo zu konsumieren. Die gängigste Variante ist mit Sicherheit das TrueView In-Stream Format. Hierbei handelt es sich um ein Pre- oder MidRoll, das vor bzw. während dem Content abgespielt wird. Im Unterschied zu herkömmlichen Pre-/MidRolls darf das TrueView In-Stream Ad länger als die üblichen 15-30 Sekunden laufen. Dafür hat der User nach 5 Sekunden Laufzeit die Möglichkeit, das Werbemittel zu überspringen und wegzuklicken. Interessiert den User die Werbebotschaft nicht und er klickt das Werbemittel innerhalb der ersten 30 Sekunden weg, so entstehen für den Werbetreibenden keine Kosten. Kosten fallen erst an, wenn der User das Video länger als 30 Sekunden (bzw. Vollständig bei kürzeren Videos) anschaut.

Die anderen 3 TrueView Werbeformen werde ich kommende Woche vorstellen. Jedoch schon mal vorab – Für alle 3 gilt: Geschaltet wird nicht wie beim In-Stream Ad das Video, sondern nur eine Bild-Text-Kombination als Teaser. Klickt der User diese an und entscheidet sich somit, dass ihn der Inhalt interessiert, dann gelangt er zum VideoAd. Kosten entstehen nur, wenn User das Video anschauen. Für die Einblendung der Bild-Text-Teaser fallen keine Kosten an.

Fortsetzung folgt!

…wird es vermutlich demnächst nicht heißen. Auch wenn Video Advertising und Bewegtbild immer mehr zum Einsatz kommen, werden normale Banner und Textanzeigen höchstwahrscheinlich nicht aus dem Online Marketing bzw. aus der digitalen Werbung verschwinden. Aber genau weiß das natürlich keiner. Und ich bin ja leider auch nicht das Orakel von Delphi.

Heute möchte ich Sie über News zum Thema Videowerbeformate aufklären, die ich selber erst vor kurzem erfahren habe. Mein Lieblingslieferant für digitale Werbung, Google, hat ja unter sich einen weiteren Giganten der Branche, nämlich YouTube. Von der definitiv am meisten genutzen Videoplattform wird mit Recht behauptet, dass sie die zweitgrößte Suchmaschine nach Google sei. Wir bei mediascale betreiben Werbung auf beiden Plattformen und merken, dass sich da in letzter Zeit viel in Richtung Video Advertising tut. Das ist vielleicht auch Ihnen schon aufgefallen, da laut Userdaten sich jeder im Schnitt mindestens ein mal die Woche auf beiden Plattformen aufhält.

Neues Abrechnungsmodell

Also, die Herrschaften von Google haben vor kurzem für etwas Verwirrung gesorgt mit ihren neuen Möglichkeiten, Videowerbung zu schalten. Während uns bisher eher die Formate „gesponsertes Video“, „Click-to-Play Videoanzeige“, „erweiterbares Video „und „YouTube InVideo Anzeige“ was sagten, kamen plötzlich vor einer Weile die neuen „TrueView Formate“ dazu. Der Hauptunterschied zu den altbekannten Formaten liegt in der Abrechnung. Während die alten Formate noch mit den uns bekannten Methoden TKP und CPC abgerechnet wurden, werden die TrueView Formate nun mit CPV (Cost per View = Bezahlung pro Ansicht) verrechnet. Es handelt sich also nicht wirklich um neue Formate, sondern eher um eine neue Abrechnungsform, die aus unserer Sicht auch deutlich besser passt. Denn je nach ausgewähltem Anzeigentyp gibt es eine dazugehörige Abrechnungsform:

TrueView In-Stream Video Anzeigen: Ein Preroll Ad, das vor Videos auf YouTube dem Google Display Network oder anderen Seiten, die Videos eingebettet haben, erscheint. Dem User ist es überlassen, diese Preroll nach fünf Sekunden zu überspringen. Zahlen muss man als Werbetreibender aber erst, nachdem die Werbung 30 Sekunden lief, oder eben bei kürzerer Werbung, nachdem sie ganz ausgestrahlt wurde.

TrueView In-Search Video Anzeigen: Diese Anzeigen werden auf YouTube in den Suchresultaten geschaltet, unterliegen also einer vorangehenden Suche. Das bedeutet, je nach dem mit welchen Suchbegriffen das Video hinterlegt ist, erscheint es dann. Kosten entstehen nach dem Click zum Start des Videos.

TrueView In-Slate Video Anzeigen:  Das sind Anzeigen, die nur bei YouTube Videos, die länger als zehn Minuten dauern, erscheinen können. Dabei kann es sein, dass, bevor der User ein Video ansehen will, eine von drei Anzeigen ausgewählt wird, die dann als Preroll vorneweg läuft, während die anderen als Midrolls folgen. Zahlung erfolgt bei Auswahl der Anzeige durch den User oder besser Zuschauer.

TrueView In-Display Video Anzeigen: Wie es der Name schon verrät, wird diese Anzeigenform sehr oft im Google Display Network eingesetzt. Je nach dem welches Format der jeweilige Google Display Partner für Video Ads auf seiner Seite vorgesehen hat, erscheint die Videoanzeige dementsprechend. Diese Anzeigenform ist somit die flexibelste und reichweitenstärkste der TrueView Anzeigentypen. Bezahlt wird nach Aktivierung der Werbung durch den User.

Mehr Aufklärung im Vorfeld

Alle Videoanzeigen können je nach Art noch durch Overlays oder sogenannte Companion Ads, also Textanzeigen oder untypische Bannerformate direkt auf oder neben dem Video verstärkt werden. So sind einer Videokampagne fast keine Grenzen gesetzt.

Ich hätte mir aber gewünscht, dass Google die User bezüglich der neuen Abrechnungsmodelle im Vorfeld genauer informiert hätte, da die Budgetplanung sich aufgrund der neuen Abrechnungsform CPV anfangs sehr oft als schwierig erwiesen hat. So langsam gewöhnen wir und die Kunden uns aber daran.

Ich möchte Ihnen ein paar Fragen stellen und bitte Sie, diese ohne fremde Hilfe zu beantworten. Es gibt keinen Telefonkandidaten, kein Pulikum, welches mit Rat und Tat zur Seite stehen könnte, und auch keinen 50:50-Joker. Die Risikovariante ist ebenfalls ersatzlos gestrichen, wofür es auf der anderen Seite aber auch keinen Totalverlust und keinen Zonk gibt:

1. Kennen Sie Computer?
2. Haben Sie schon mal das Internet gesehen und wenn ja, wie viele?
3. Ist Ihnen bekannt, wer die sympathische Suchmaschine mit den  bunten Buchstaben ist?
4. Wussten Sie, dass man bei besagter Sympathiemaschine auch Banner einbuchen kann?
5. Kommen Ihnen Abmessungen wie 160×600, 300×250, 728×90 bekannt vor?
6. Haben Sie es in den letzten Tagen/Wochen geschafft, die „Watch This Space“ Kampagne nicht zu sehen?
7. Hat Ihnen der Suchomat irgendwas Neues erzählt mit dieser Kampagne?
8. Geht Ihnen das Tetris für Farbenblinde auch auf den Sack???

Wenn Sie alle Fragen mit „Ja“ beantworten können, dann haben wir was gemeinsam. Nichts gegen Werbung in eigener Sache, aber eine Kampagne ohne Capping zu schalten, mit Werbemitteln, die per Mouse-Over zu einem Layer mit transparent(!) clickbaren Hintergrund ohne sofort ersichtlichen „Schließen-Button“ expandieren, hat gravierende Mängel in der Mediaplanung.

Da stimmen weder Frequenz noch Format und auch die Tonalität ist zumindest auf Seiten wie der internetworld.de reichlich deplatziert. Ich bin mir ferner sehr sicher, dass man derartige Stilblüten im Google Content Network nicht einbuchen kann. Hier werden denke ich mindestens drei bis fünf hauseigene Policies mit einer ganzen Armada von Füßen getreten.

Wer jetzt gedacht hat, dass dies alles war, der hat die W&V online noch nicht besucht: Die schaffte es gar, ein Video Overlay Ad von „YouTube“ über einen Flash Layer vom „prisma“ zu legen.

 

Das alleine verdient schon einen Kreativ-Award und sollte gebührend gefeiert werden. Vermisst habe ich in dem Zusammenhang nur bunte Tetris-Steine, die von der Seite eingeflogen kommen und den Content aus dem Bild schieben.

Wenn Sie, liebe Googles, künftig ein wenig Unterstützung bei Kampagnenplanung und Umsetzung benötigen, stehen wir hier gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf die ersten Anfragen und spannende Projekte. Andernfalls freue ich mich über ein baldiges Kampagnenende.