Tag Archiv für "Work-Life-Balance"

Im ersten Corona-Jahr gab es bei Mediascale einen Babyboom. Insgesamt sind fünf junge, gut ausgebildete und talentierte Frauen in Mutterschutz und Elternzeit gegangen, um sich den Herausforderungen zu widmen, die das Muttersein so mit sich bringt. Bei damals 49 Mitarbeitenden war das ein Anteil von 10% aller Kolleg:innen, was uns vor eine Herausforderung gestellt hat.

Dennoch freue ich mich über jedes „Mediascale-Baby“, da es mir als Mutter ein besonderes Anliegen ist, dass jede:r bei uns die persönliche Familienplanung mit dem Job in Einklang bringen kann.

Auf den Babyboom folgt das Mütter-Comeback

Für alle Mütter war vor zwei Jahren schon klar, dass sie gerne wieder zurückkehren möchten. Dieses Jahr ist es nun soweit. Wenn die Mütter einen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen, wofür wir fest die Daumen drücken, planen sie ein Comeback ab Mitte des Jahres.

Hanna Stanka ist bereits als Erste Mitte Februar wieder gestartet und aktuell dabei, sich in der neuen Rolle als Working Mum einzuleben.

Natürlich gibt es neben Hanna und mir mit Agnes Ley, Liza Munding und Vera Jentsch schon einige Working Mums in der Agentur.

Working Mums Lunch

Um auf die individuellen Comebacks gut vorbereitet zu sein, hatte ich die Idee, ein Austausch-Format ins Leben zu rufen. Mitte März sind wir damit gestartet und treffen uns seitdem alle 6 Wochen, um die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen von Working Mums im Blick zu haben und uns gegenseitig zu unterstützen. Unser Kreis wird dann hoffentlich im Laufe des Jahres weiter wachsen.

Mütter-Comeback Lunch der mediascale
Lunch der Mediascale Mütter

 

Meine Söhne sind inzwischen 13 und 18 Jahre alt, und mein eigener Wiedereinstieg liegt somit schon etwas länger zurück. Damals war ich die erste Mutter in der Mediaplus Gruppe, die in Teilzeit und zeitweise im Homeoffice gearbeitet hat. Die Zeiten haben sich geändert und dieses Arbeits-Lebens-Modell ist nicht mehr so exotisch wie früher.

Dennoch scheinen einige Hürden immer noch vorhanden zu sein. Ganz besonders dann, wenn es mal nicht optimal läuft. Als Working Mum ist man darauf angewiesen, dass die Kolleg:innen einspringen, wenn man als Mutter gefordert ist. Mit gutem Gewissen sich um sein/e Kind/er zu kümmern und trotzdem eine verlässliche Kollegin zu sein, ist bei allen Müttern, die ich kenne, der hohe Anspruch an sich selbst. Dieser lässt sich nicht immer leicht erfüllen und erfordert auf beiden Seiten viel Verständnis und offene Kommunikation.

Einen Job zu haben, der mir Spaß macht, für den ich mich gerne engagiere und für den ich Anerkennung erhalte, ist für mich neben meiner Rolle als Mutter sehr wertvoll und befriedigend.

Diese Doppelrolle habe ich auch während meiner Teilzeit-Tätigkeit nur sehr selten als belastend empfunden. Ich persönlich habe immer viel Unterstützung und Verständnis erhalten. Dieses gute Gefühl möchte ich jetzt gerne allen Working Mums bei Mediascale ebenfalls ermöglichen.

Das Thema Respekt und Rücksichtnahme hört aus meiner Sicht nicht bei den Working Mums auf. Jeder Mitarbeitende hat persönliche Bedürfnisse, die über den Job hinausgehen. Das können Väter sein, die die Gelegenheit bekommen, ihre Elternzeit zu nutzen sowie Mitarbeitende, die kranke Angehörige pflegen wollen oder eine ganz andere persönliche Herausforderung zu meistern haben.

Mir ist es besonders wichtig, dass wir bei der Mediascale Mensch sein dürfen und Verständnis und Fürsorge füreinander entwickeln. Das ist für mich gelebte Diversität.

Vor ein paar Wochen hatten wir an dieser Stelle von Dominik Frings seinen Beitrag zur Life-Work-Balance . Dabei gab er den für mich in den letzten zwei Jahren prägenden Satz zum Besten „Ich habe es dann ja (…) auch nicht anders gewollt“.

 

Vor knapp drei Jahren setzte ich mir in den Kopf, nach ca. einem halben Jahrzehnt in der Agenturbranche und bereits einigen erfolgreich Schritten auf der Karriereleiter, dass ich noch etwas anderes ausprobieren möchte. Aber den Job wechseln wollte ich dann doch nicht, denn ich gehöre zu der Sorte, die sich bewusst für die Arbeit in einer Agentur mit all den Vor- und Nachteilen entschieden haben. Auch macht es mir nach all den Jahren noch immer Spaß bei mediascale. Doch ich sehe es als Schicksal, dass mir die Möglichkeit geboten wurde gemeinsam mit Serviceplan und mediascale ein nebenberufliches Masterstudium zu absolvieren. Studieren nebenbei? Warum nicht? Dachte ich damals noch.

 

Die Rahmenbedingungen waren schnell abgeklärt, und meine Bewerbung innerhalb der Serviceplan Gruppe sowie der Steinbeis SMI für das Masterstudium wurden angenommen. Also konnte es im November 2013 losgehen. Rückblickend muss ich zugeben, dass ich doch etwas blauäugig an die Sache herangegangen bin. Alle vier bis sechs Wochen einen Seminarblock von Donnerstag bis Sonntag. Das bekomme ich doch hin! Es hört sich ja auch nicht nach übertrieben viel Zusatzarbeit an…

Doch den Aufwand für Vor- und Nachbereitung der Seminare, das Schreiben von Cases, die Vorbereitung auf Prüfungen, das alles kostete mich doch mehr Zeit und vor allem Nerven als ich mir vorstellen konnte. Dabei noch Vollzeit arbeiten, in einem Job der eben keine klassische nine-to-five-Beschäftigung ist…

 

Was habe ich mir nur angetan? – ABER: Ich habe es ja selbst so gewollt!

 

Das erste Jahr war auch sehr schnell vorbei und man hat sich an den Ablauf gewöhnt. Der Großteil der Seminare war sehr interessant, man lernt wirklich viel dazu. Das Schreiben von Cases wurde zur Routine, sämtliche Wochenenden waren allerdings durch die Seminare selbst oder damit zusammenhängenden Tätigkeiten verplant. Dadurch blieb die eigene Spontaneität etwas auf der Strecke und Familie und Freunde mussten sich an meine mangelnde Teilnahme an Aktivitäten gewöhnen. Aber machbar war das Studieren nebenbei bis dahin auf jeden Fall. Nun sind zwei Jahre auch keine so lange Zeit, aber dennoch hat es mich wie jeden Studenten – ob Vollzeit- oder Teilzeit macht dabei meiner Meinung nach keinen Unterschied – zu Beginn diesen Jahres getroffen als mir klar wurde, was noch alles vor mir liegt und in welcher Zeit das bestenfalls alles abgearbeitet werden sollte. Man fängt an in Segmenten zu rechnen beispielsweise: „Noch sieben Seminare, drei Klausuren, eine Studienarbeit und die Master-Thesis, alles in acht Monaten…“

 

Ist es machbar? Irgendwie? – Ich habe es ja selbst so gewollt!

 

Irgendwann sind die Monate dann auch vorbei und man kann es kaum glauben. Vor allem woher man die Zeit und Kraft genommen hat. Natürlich ist es machbar, auch nebenberuflich zu studieren. Geht nicht, gibt’s nicht! Es heißt dann einfach Zähne zusammenbeißen und durch. Aber wenn mich jemand fragen würde, wie das Jahr 2015 bis Oktober für mich war, dann würde ich nur lächeln, nichts sagen und krampfhaft versuchen die Augen nicht zu rollen. Denn alleine wäre es für mich definitiv nicht zu stemmen gewesen. Man benötigt Menschen, sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld, die einen unterstützen. Diejenigen, die einem überhaupt die Möglichkeiten bieten. Aber auch die Menschen, die durch Zuhören, beim Proben von Vorträgen oder Querlesen von Cases, Studienarbeiten und der Master-Thesis eigentlich das gesamte Studium mit einem bestritten haben. An dieser Stelle möchte ich daher auch einmal DANKE sagen, an alle Menschen die auf die eine oder andere Weise ihren Anteil daran hatten.

 

DANKE Julian, Dominik und Matthias. Die mir die Möglichkeit gegeben haben, das Studium anzugehen.

DANKE an mein Team und alle Kollegen. Die auch während meiner – gefühlt ständigen – Abwesenheit von meiner Kostenstelle alle Kampagnen und Aufgaben jederzeit im Griff hatten.

DANKE an meine Studienkollegen. Für den Spaß und die gute Zeit! Ohne euch hätte ich viel weniger gelernt.

DANKE an Freunde und meine Lieben. Für die mentale Stütze sowie das Gegenlesen der verschiedensten Arbeiten und die vielen Korrekturschleifen.

Und natürlich DANKE an alle, die sich mit mir gefreut haben, als es vorbei war.

Bleibt nur noch zu sagen:

 

MASTER? SAMMA!

 

Master? Samma!