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Gut drei Monate sind inzwischen vergangen, seitdem das Startup Jodel den Sprung gewagt hat und seine gleichnamige Social Media Plattform langsam für Advertiser öffnet. Die Reaktionen der Werbekunden darauf waren sehr durchwachsen: Vereinzelt deutliches Interesse oder zaghafte Neugier, aber oft auch Skepsis und Desinteresse. Doch woher kommt die Skepsis? Oft liegt es wohl einfach daran, dass man gar nicht so genau weiß, was Jodel eigentlich ist und wer die User sind. Also, wie funktioniert denn nun Jodel?

 

Was macht Jodel anders?

Zwei Merkmale grenzen Jodel klar von den meisten anderen Social Media Plattformen ab: Anonymität und Lokalität.

Während Beiträge im Social Web gewohnt an Freunde, Follower oder Abonnenten verbreitet werden, stellt der User bei Jodel seinen Beitrag einfach in die Gegend. Entsprechend passend ist auch der Name der Plattform: Wie ein echter Jodler ruft der User seinen Beitrag ins Tal und nur wer nah genug dran ist, kann die Nachricht hören und antworten. Dieses Zusammenspiel aus kompletter Anonymität und Lokalität ist einzigartig in der Social Media Landschaft.

Während die meisten Social Media Plattformen User weltweit miteinander verbinden und das auch als ihre große Stärke sehen, geht Jodel einen komplett anderen Weg. Jodel ist ausschließlich auf lokale Communities ausgelegt. Über GPS ortet die App den User und zeigt ihm nur Posts an, die im Umkreis von bis zu zehn Kilometern erstellt wurden. Einzige Ausnahme ist die „Heimat“ des Nutzers: Hat der User einmal eine Heimat festgelegt, kann er die Posts dieser Location von überall lesen. Entsprechend hat Jodel einen sehr lokalen Schwerpunkt und versucht, den Austausch in lokalen Communities zu ermöglichen. Jodel gibt den Usern die Möglichkeit, Anekdoten, Informationen oder Fragen zu verbreiten, die regional relevant sind.

Im Gegensatz zu Facebook, Instagram und Co. bewegt sich der User in Jodel komplett anonym. Es gibt keine Profile und deshalb auch keine Profilbilder. Außerdem gibt es keine Klarnamen, nicht einmal Spitznamen, über die ein User identifiziert werden könnte. Diese Anonymität stellt für viele User den größten Reiz der Plattform dar. Sie gibt ihnen die Freiheit, zu schreiben was sie wollen, ohne sich ständig fragen zu müssen, was die Freunde, Verwandten oder Kollegen wohl von ihnen denken. Auch die Gefahr, mit peinlichen Relikten aus der Vergangenheit konfrontiert zu werden, reduziert sich dadurch deutlich.

Wie funktioniert die Interaktion auf Jodel?

Grundsätzlich gibt es für User auf Jodel zwei verschiedene Post-Arten: reine Textposts oder Bilder mit Textfeld, wobei die Textposts die deutliche Mehrheit bilden.

Unabhängig davon, ob der User ein Bild oder nur einen Text postet, können andere User mit dem Post interagieren. Sie können den Beitrag wie gewohnt kommentieren, zusätzlich dazu können die User den Post allerdings auch „Up- oder Down-Voten“. Dieses Bewertungssystem wurde zuvor bereits von der Plattform Reddit etabliert: Jedes positive Votum (Up) gibt einen Pluspunkt, jedes negative Votum (Down) einen Minuspunkt, das Saldo ergibt die Bewertung des Posts. So filtert die Community selbstständig die Inhalte der Plattform. Posts die stark negativ bewertet wurden, werden automatisch gelöscht.

Was ist Karma?

Und dann gibt es noch dieses Karma: Jeder User hat ein sogenanntes „Karmakonto“, das im Grunde nur zur Selbstkontrolle der Community beitragen soll. Mit jedem erstellten Post, der von der Community positiv bewertet wird, steigt das Karma des Users, mit jeder schlechten Bewertung sinkt es. Auch die Interaktion mit anderen Posts wirkt sich positiv auf das Karma aus. Da User untereinander das Karma des anderen nicht sehen können, dient der Stand primär dem User selbst, um zu sehen, wieviel Positives er zur Community beigetragen hat.

Jodel Interface. Quelle: Jodel

Werbung auf Jodel

Soviel zur Plattform aus User-Perspektive, aber welche Möglichkeiten gibt es nun, um auf Jodel werblich aktiv zu werden?

Momentan gibt es nur ein einziges Werbeformat, ein statisches Image im Picture-Feed. Der Picture-Feed ist im Grunde eine Sammlung aller Bilder, die im Umkreis des Users gepostet wurden. Die Werbung erscheint dabei beim Umschalten zwischen zwei User-Posts als Unterbrecher, vergleichbar mit den Stories auf Snapchat und Instagram. Damit ist die Auswahl zu Beginn noch sehr begrenzt, für den User wirkt das Format jedoch vertraut und soll möglichen Reaktanzen aufgrund der neueingeführten Werbung entgegenwirken.

Beispielwerbemittel des Advertisers Spotify. Quelle: Jodel

Wen erreicht man auf Jodel?

Bekannt wurde Jodel als „Die Studenten-App“. Ursprünglich von und für Studenten entwickelt, ist dieser Name auch nicht unbegründet. Vor allem auf den Campussen Deutschlands verbreitete sich Jodel rasend schnell. Tatsächlich sind momentan laut Aussage von Jodel über 70 Prozent der User zwischen 18 und 26 Jahre alt und ein Großteil davon Studenten. Die Kernzielgruppe von Jodel ist also jung, gebildet und lokal aktiv.

Was bietet Jodel?

Mit etwas über 600.000 monatlichen aktiven Usern in Deutschland ist die Reichweite momentan noch überschaubar. Dafür verspricht Jodel den Advertisern eine gewisse Exklusivität. Jodel öffnet sich nur langsam der Werbung und wählt dabei einen bedachten Weg. Die User sollen sich nicht mit Werbung überfrachtet fühlen, deshalb bekommt jeder User vorerst nur eine Werbeeinblendung pro Tag zu sehen. Somit können sich die Advertiser sicher sein, dem User exklusiv präsentiert zu werden. Diese Exklusivität lässt sich Jodel allerdings auch bezahlen: Aktuell ist ein Mindestbudget von 10.000 Euro nötig, die TKPs bewegen sich dabei im hohen zweistelligen Bereich.

Was bringt die Zukunft?

Die Vermarktung der Plattform steht noch am Anfang und wird sich mit der Zeit entwickeln und ausweiten. Bereits jetzt ist abzusehen, dass in naher Zukunft zusätzliche Werbemöglichkeiten hinzukommen werden. Auch das Targeting soll granularer werden: Während es zu Beginn nur die Möglichkeit gibt, regional und auf die aktuelle Berufs- oder Bildungsphase der User zu targeten, sollen zeitnah weitere demographische Targetingmöglichkeiten hinzukommen.

Zurzeit kommt die Plattform nicht für alle Advertiser in Frage, sei es wegen der hohen Preisstruktur oder der engen Zielgruppe. Mit der Ausweitung der Vermarktung wird Jodel jedoch auch für andere Advertiser interessant werden. Spannend wird sein, ob Jodel es schafft, sein Angebot für ein breites Feld an Werbekunden zu erweitern und inwieweit zukünftig auch weitere Zielgruppen erschlossen werden können. Nichtsdestotrotz ist Jodel eine spannende Plattform mit viel Potential, deren Entwicklung man im Auge behalten sollte.

Im letzten Artikel über Snapchat haben wir bereits einige Werbeformen auf der jungen Plattform vorgestellt. Da das noch lange nicht alles ist, was Snapchat zu bieten hat, legen wir natürlich noch einmal nach.

Sponsored Lenses

Ähnlich zum Sponsored Geofilter, den wir im letzten Artikel beschrieben haben, kann der Werbetreibende auch hier einen Filter einsetzen. Allerdings deutlich aufregender, da sich der Filter auf ein Video bezieht! Gesponserte Linsen eröffnen völlig neue Wege, die Marke spielerisch bekannt zu machen und mit einem lustigen Filter auch in Erinnerung der Nutzer zu bleiben. Sinn hinter Sponsored Lenses ist es, dass Nutzer ein Video drehen und durch bestimmte Bewegungen den Markenfilter nutzen. Snapchatter spielen also mit der interaktiven Anzeige. Call of Duty hat zum Start einer Special Edition die Sponsored Lenses besonders aufmerksamkeitsstark umgesetzt:

 

World Lenses

Die Uhr steht niemals still – erst recht nicht bei einer jungen und hippen Plattform wie Snapchat. Daher wurde vor zwei Wochen eine neue Werbemöglichkeit auf Snapchat vorgestellt: die sogenannten World Lenses.

Die World Lenses ist eine Augmented-Reality-Funktion, was bedeutet, dass Bilder aus der Umwelt mit dreidimensionalen Gegenständen erweitert werden können. So kann beispielsweise ein Bild der Umwelt mit einer Sonne oder einer Regenwolke erweitert werden. Die World Lenses unterscheiden sich von den Sponsored Lenses insofern, dass diese sich hauptsächlich auf die Hauptkamera des Nutzers beziehen sollen, also Bilder und Videos der Umwelt mit 3D Gegenständen erweitert werden können. Die Sponsored Lenses hingegen beziehen sich mehr auf die Frontkamera das Nutzers, sodass Videos aus der Selfie-Perspektive mit coolen Filtern aufgewertet werden können. Als Launchkampagne der World Lenses startet Warner Bros. mit der Vermarktung ihres neuen Films „Everything Everything“.

Aktuell ist Werbung bei Snapchat nur für Kunden mit einem hohen Budget möglich. Allerdings will Snapchat seinen Werbetreibenden noch weiter entgegenkommen und im Juni einen sogenannten Business Manager launchen. Werbetreibende haben hier die Möglichkeit, ihre Ads selbst einzustellen, zu managen und zu optimieren. Zudem sollen Reportings sowie Kampagnen-KPIs im Business Manager abrufbar sein. Es bleibt abzuwarten, ob mit dem Business Manager die Kosten sinken und bald Werbung auf Snapchat auch für Unternehmen mit kleineren Budgets möglich ist.

Wir sind gespannt, was sich Snapchat noch alles einfallen lässt, um die App nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Werbetreibende noch spannender und relevanter zu machen!

In diesem Sinne… 3…2…1…! Jetzt drücken, um den Snap zu wiederholen!

5…4…3…2…1… und schon ist das Bild verschwunden. Es gibt noch einen Joker. Du kannst Dir das Ganze noch einmal ansehen, danach ist es dann aber wirklich weg. Und wer so schlau ist und denkt, mit einem Screenshot hat er das Bild gesichert – Todsünde! Zumindest ein ungeschriebenes Gesetz unter den Usern der App. Screenshots werden nicht gemacht, und wenn doch, wird der Absender direkt darüber informiert.

Bei wem es immer noch nicht klick gemacht hat, dem helfe ich gerne auf die Sprünge – es geht um Snapchat! Eine App, die seit 2011 sämtliche Smartphones und das Leben ihrer Besitzer revolutioniert. Die Idee dahinter: Snapchat ermöglicht es seinen Nutzern, Fotos, die für maximal 10 Sekunden sichtbar sind, an Freunde zu versenden. Um das Ganze noch interessanter zu machen, stellt Snapchat seinen Nutzern jeden Tag neue lustige Filter zur Verfügung, mit denen die Fotos kreativ aufgehübscht werden können. Zudem ist es möglich, kurze Videos zu verschicken, die nach einmaligem Ansehen ebenfalls wieder verschwinden. Simpel, aber erfolgreich: Snapchat verzeichnete im Dezember 2016 stolze 158 Millionen Nutzer und setzte dem Erfolg im März 2017 mit dem Börsengang die Krone auf.

Ein solcher Hype um eine App bleibt Werbetreibenden natürlich nicht verborgen, sodass der Schrei nach Werbemöglichkeiten und Productplacement auf Snapchat immer größer wurde – erfolgreich. Bis letztes Jahr war eine Buchung von Snapchat in Deutschland nur in Kombination mit UK möglich. Vor kurzem hat Snapchat final die Tore für Werbetreibende in Deutschland geöffnet, sodass es ab sofort möglich ist, allein Snapchat Deutschland zu belegen und zu buchen. Grund genug für uns, die Marketing Optionen in der App vorzustellen.

Sponsored Geofilters

Da sich bei Snapchat alles rund um Bilder und Filter dreht, ist eine der beliebten Werbemöglichkeiten der Sponsored Geofilter. Damit besteht die Möglichkeit, ein Bild mit einem Filter seiner Marke zu branden. Der Filter kann mit diversen Targetingkriterien gebucht werden, sodass beispielsweise mit Geotargeting und Datumangabe die Neueröffnung eines Stores beworben werden kann. Das Selfie wird gemacht, an sämtliche Freunde geschickt und schon verbreitet sich die spielerische Werbung wie ein Lauffeuer.

Snapchat Werbefilter von Starbucks und Michael Kors

 

Snap Ads

Da Fotos und Videos, die nur für wenige Sekunden sichtbar sind, auf Dauer langweilig werden, hat sich Snapchat im Laufe der Zeit etwas Neues einfallen lassen und sogenannte „Stories“ eingeführt. Diese sind dann für ganze 24h sichtbar. Angezeigt werden dem Nutzer die Stories in einem extra Newsfeed in der App. Der Snapchat Nutzer hat hier eine Übersicht aller Stories seiner Freunde und die Möglichkeit, diese innerhalb von 24 Stunden so oft er möchte anzusehen. Der User sieht sich dementsprechend mehrere Stories hintereinander an. Und natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, geschickt Werbung zu platzieren. Vorstellen kann man sich das wie ein MidRoll: Man sieht sich nach und nach die Stories seiner Freunde an und zwischendurch kommt ein Werbevideo. Optimal ist es natürlich, wenn das Video so gut gemacht ist und so gut in den Content passt, dass dem Snapchat Nutzer gar nicht auffällt, dass es sich dabei um eine Werbeanzeige handelt. Das Video sollte daher kein klassisches Werbevideo sein, sondern im Snapchat Style, also kurz, selfmade und mit Filtern gestaltet werden. Für den Werbetreibenden besteht neben einem klassischen Video auch die Möglichkeit, eine Canvas Ad aus Fotos, Videos und Artikeln zu bauen. Diese kann der Nutzer dann durch Swipes nach unten nacheinander angezeigt bekommen. Zudem können Videos zum direkten Download einer App auffordern oder nach extern verlinken. Definitiv eine spannende Platzierungsmöglichkeit für eine Marke!

Bei Snapchat gilt: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Auffällige Filter bringen den Usern Spaß und überzeugen sie, den Content mit Freunden zu teilen. So bietet Snapchat eine spannende neue Werbeplattform, bei der Werbetreibende die Möglichkeit haben, die Marke spielerisch und gekonnt vor allem bei jüngeren Zielgruppen zu platzieren. Und da das noch lange nicht alles war, was bei Snapchat möglich ist, könnt Ihr Euch bereits auf Teil 2 freuen.