Tag Archiv für "Twitter"

Im Jahr 2006 wurde Twitter ursprünglich von Jack Dorsey als interner Nachrichtendienst für seine kleine Firma programmiert und ins Leben gerufen. Heute ist der Dienst eine frei verfügbare, digitale Echtzeitanwendung für Mikroblogging und kann inzwischen weltweit 500 Millionen Nutzer vorweisen. Im Mittelpunkt stehen kurze, knackige Textbeiträge im Telegrammstil, die sogenannten “Tweets“, mit einer Länge von maximal 140 Zeichen.

 

User tweeten, followen, retweeten – privat und öffentlich. Hashtags machen dabei beliebige Begriffe zu Schlagwörtern und bündeln diese zu bestimmten Themen.

Auch Celebrities, Journalisten, Politiker und vor allem Unternehmen nutzen den interaktiven Meinungsaustausch und viralen Verbreitungseffekt und verzeichnen mittlerweile große Followerzahlen – Tendenz steigend!

 

Das größte soziale Netzwerk ist und bleibt zweifellos Facebook, aber auch Twitter erfreut sich in Deutschland einer wachsenden Popularität und Faszination.

Daher war es nur eine Frage der Zeit bis jedermann dort Werbung schalten kann: Seit zwei Monaten stehen die sogenannten Twitter Ads auch den kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland zur Verfügung.

Fortan können diese gezielt Kunden ansprechen und fleißig Follower und Websiteklicks generieren. Grund genug die Welt der Tweets und Hashtags einmal zu beleuchten und einen kleinen Einblick in Werbe- und Targetingmöglichkeiten zu geben.

 

#RichtigeBotschaft #RichtigeZielgruppe #RichtigerZeitpunkt

 

  1. Werbemöglichkeiten

 

Für die Wahl des richtigen Werbeformats ist zunächst die Definition des Kampagnen-Werbeziels entscheidend. Hierbei spielen die folgenden Werbeziele eine vornehmliche Rolle:

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Quelle: mediascale

 

Ähnlich wie bei Facebook gilt es durch Websiteklicks den Traffic auf der eigenen Website zu steigern, die Interaktion mit den Beiträgen/Tweets anzuregen oder Follower zu generieren, wobei Letzteres bei Twitter das wohl bedeutendste Ziel darstellt.

 

Unter Berücksichtigung des Werbeziels werden bei Twitter grundsätzlich drei Anzeigenformate unterschieden:

Quelle: mediascale
Quelle: mediascale

Promoted Accounts:

Diese Ads werden in den Suchergebnissen und auf der persönlichen Twitter-Startseite unter der Rubrik “Wem folgen?“ ausgespielt und bewerben den eigenen Account mit einer kleinen Textanzeige, um mehr Follower zu gewinnen und die Zielgruppe bzw. Community zu erweitern.

 Promoted Tweets:

Die Promoted Tweets sind in der Timeline der Twitter-Nutzer sichtbar und können sowohl aktuellen Followern als auch potenziellen Followern angezeigt werden. Hierbei gilt es die Interaktionen (Retweets, Favorisieren, Antworten) zu steigern und die Reichweite zu erhöhen.

 Promoted Trends:

Diese erscheinen auf der Nutzerstartseite unter der Rubrik “Trends“ und generieren dort ein Trendthema, das die User auf einen Account oder Tweet aufmerksam macht.

 

  1. Targetingoptionen

 

Für eine möglichst genaue Zielgruppenerreichung gibt es auch bei Twitter verschiedene Targetingmöglichkeiten.

Grundsätzlich besteht die Option auf Standorte, das Geschlecht, die Sprache und/oder das Mobilgerät zu targeten. Des Weiteren können die Nutzer anhand von Interessen, Benutzernamen oder Schlagwörtern gezielt angesprochen werden.

Interessant ist auch die Option, die Anzeigen direkt an Follower einzelner Twitter-Accounts oder Lookalikes, also beispielsweise an Follower der Konkurrenten, ausrichten zu können.

Zu guter Letzt gibt Twitter mit den maßgeschneiderten Zielgruppen ein Äquivalent zu den Facebook Custom Audiences, für die man datenschutzrechtlich generierte E-Mail-Adressen hochladen kann.

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Quelle: mediascale

 

Im Großen und Ganzen bieten Twitter Ads in Deutschland Chancen und Möglichkeiten zur gezielten Kundenansprache, zur Vergrößerung der Reichweite und zur Steigerung der Interaktion. Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich noch nicht so viele Nutzer aufweist, so ist Twitter am Ende eben doch ein Ort an dem es viele Meinungsführer und Influencer gibt.

Ich habe mich ja schon auf vielen Veranstaltungen herumgetrieben, aber auf dem TV Wirkungstag feierte ich meine Premiere und ich hatte es von vorne herein als einmalige Forschungsreise klassifiziert. Nun bin ich ja auch nicht so leicht nach Düsseldorf zu bewegen, aber manchmal muss man dorthin, wo die Musik spielt. Genau dort ist TV angesiedelt, zumindest in der Eigenwahrnehmung. Und wer die Musik bestellt, bestimmt ja bekanntlich auch was sie spielt. Ich war jedoch überrascht von dem atemlosen Propagandafeldzug, der bisweilen sehr skurrile Stilblüten hervorzauberte.

Es dürfte zu umfänglich sein auf alles einzugehen, aber die wichtigsten Erkenntnisse möchte ich kurz wiedergeben: Da waren die Kollegen der 71 Media, die uns zunächst klar machten, dass jeder investierte Euro in TV sich in mindestens 2 Euro Profit münzen wird. Soweit so gut, Werbung mache ich ja nicht, damit die Pausen zwischen den Filmen besser gefüllt werden. In einer dann aber gewundenen Herleitung die These zu postulieren, dass mehr Streuverlust = Mehrwert ist, war trotz Klimatisierung des Raumes eher eine überhitzte Pointenphantasie des Referenten. Ich interessiere mich nicht für Damenschuhe, Planungslogik hin oder her. Und nebenbei: Recency Planning ist eine planerische Bankrotterklärung, weil es nicht anderes heißt als wahllos um mich zu schießen und zu hoffen, dass der richtige umfällt. Das mag u.U. der beste Weg sein, Genialität würde ich dennoch anders definieren. Und in der „wir sind toll, Youtube ein kleiner Wurm und  lineares TV ist der Gral“ Litanei steckt nicht nur der nächste Offenbarungseid, sondern auch die Gefahr, eben jene nicht zu erkennen.  Angriff ist hier nicht die beste Verteidigung, denn wenn ich Youtube angreife, dann gestehe ich ein, dass es doch kein Randphänomen ist. Warum sollte ich mir sonst Gedanken machen. Wenn ich parallel als 71 Media hingehe und meinen Content auf Youtube verlängere um händeringend mehr Reichweite online zu kreieren, stärke ich damit nicht nur die vermeintliche Konkurrenz, sondern konterkariere meine Qualitätsvorstellungen ebenso wie die erhoffte Preisstellung und führe meine mühsam erarbeiteten Argumentationsketten ad absurdum.

Es folgten internationale Beiträge als klassisch angelsächsisches Emotionskino vorgetragen, deren Fazit wenig überraschend lauteten: Investitionen in TV und in die Marke. Ins selbe Horn stieß dann Herr Richter von Heimat, der den Höhepunkt der Differenzierungslosigkeit verkörperte. In wenigen Worten ausgedrückt lautet sein Credo: Große Kampagnen brauchen große Bilder – im TV! Große Bilder brauchen Emotionen und keine konkreten Verkaufsaussagen. Big Data ist ein aus dem Serverraum emporgestiegener  Treppenwitz. Onlinewerbung besteht aus stalkendem Retargeting und überbewerteten Google-Anzeigen. Mut und die eigene Selbstherrlichkeit sind der beste Weg zum Markenerfolg. Das der gute Mann provozieren wollte, hat er von vorne herein klargestellt und als klassischer Werber sei ihm der Spaß gegönnt. Es bleibt zu hoffen, dass auch hier hinter der dargebotenen Überspitzung eine Reflektion stattfindet, welche ein Stolpern über die eignen Eitelkeiten abwenden würde.

Ipsos hatte noch schnell ein paar Zahlen zur Hand, dass es um das lineare Fernsehen bestens bestellt ist und somit war die Wissenschaft mit vor den Schnellzug gespannt. War sonst noch was? Ach ja, Twitter ist ohnehin eine super Ergänzung zu TV und wenn sie fleißig Werbung buchen ohne zu wissen, wie die Reichweite überhaupt aussieht, dann rechnet sich das neue Büro in Hamburg. Dieses sorgt im Übrigen selbstredend nebenbei für höhere Nutzerzahlen, die uns dann hoffentlich nicht vorenthalten werden.

Ich glaube ja bis heute und trotz der Veranstaltung tatsächlich an das Leitmedium TV, mache mir nun nach einem Tag an der Programmfront jedoch ernsthafte Sorgen. Wenn die Protagonisten des Metiers wirklich glauben was sie sagen, dann werden sie eines Tages Opfer der eigenen Selbstherrlichkeit. Ikarus , Rom, Titanic… to be continued!

 

Paradox ist, wenn die Bachforelle Mozart hört. Diesen begrifflichen Erstkontakt habe ich auch nach 20 Jahren nicht verdrängt, aber um nicht abzudriften ein paar aktuelle Paradoxa: Yahoos Gewinne schrumpfen gemeinsam mit den alpinen Gletschern, dennoch schließt sich der Börsenkurs nicht an. US-Politiker nehmen einen Bankrott in Kauf, um nicht zu viel in das Gesundheitssystem zu bezahlen. Und Twitter will an die Börse und  scheint damit auch noch mehr oder minder erfolgreich durchzukommen.

Es ist lange her, dass ich über Twitter sinngemäß schrieb, dass ein Dienst ohne Geschäftsmodell und ohne (für mich nachvollziehbaren) Mehrwert seine Zukunftstauglichkeit kritisch hinterfragen muss. Gut, Werbeeinnahmen gibt es, beim Mehrwert bleibe ich Zweifler. Aber man stelle sich zunächst die Frage, wer überhaupt Twitter nutzt. Immerhin sollen es weltweit ja 230 Millionen sein. Nur so recht weiß ich nicht, wer sich wirklich außer den üblichen Verdächtigen damit beschäftigt, als da wären:

1. Prominente (oder solche, die es sein wollen)
2. Politiker
3. Werbefuzzis
4. Fans von Erstgenannten
5. Namenlose Aufständische in revoltierenden Ländern

Ich habe nunmehr eine Gruppe ausgespart, welche die zentrale Rolle für die kontinuierliche Prominenz spielen: Journalisten!

 

Neugierig geworden? Den vollständigen Artikel finden Sie hier bei LEAD digital.

Sie haben sicher gemerkt, dass ich in letzter Zeit immer wieder Updates über Facebook thematisiert habe. An dieser Stelle könnte ich auch direkt weiter machen und wieder mal News zum Logout-Format, zu den neuen Optimierungsmöglichkeiten, den Zielen etc. nennen. Um aber auch anderen Social Media Plattformen eine Bühne zu geben, verzichte ich heute darauf. Keine Sorge, ich hole das später nach.

Heute geht es um Twitter – die Plattform, auf der nur selten Weltbewegendes und viel zu oft der Klatsch und Tratsch der Stars und Sternchen veröffentlicht wird. So auch vor kurzem, als Heidi Klum zuerst ein Bild von sich und einem Burger mit dem Kommentar „Yummy“ und dann ein Bild von sich und einem Gurken-Smoothie mit der Weisheit „Gesunde Ernährung ist das Wichtigste“ postete.

Fernab von solchen Unwichtigkeiten können Werbetreibende aber auch Werbebotschaften twittern. Die aktuellste Neuerung der letzten Woche ist die Möglichkeit der regionalen Aussteuerung von gezahlten Anzeigen. Das heißt, wenn McDonalds in New York ein Aktionsangebot promoted, wird diese Botschaft Usern in Schweden und Italien nicht mehr eingeblendet, sondern nur noch Nutzern in der Umgebung von New York – wenn McDonalds das so will.

Wie man genau werben kann? Folgende Anzeigen-Optionen gibt es bei Twitter:

Promoted Tweets

Promoted Tweets sind normale Tweets, für die Werbekunden zahlen, um sie für eine große Anzahl von Nutzern hervorzuheben. Sie werden mit dem Wort „gesponsert“ gekennzeichnet. Ansonsten verhalten Promoted Tweets sich genauso wie normale Tweets. Sie können, genau wie jeder andere Tweet auch, favorisiert, retweetet oder beantwortet werden.

Sie erscheinen

-an oberster Stelle einer entsprechenden Suchanfrage auf twitter.com.
-in den Timelines derjenigen Nutzer, die dem Produkt, welches Promoted Tweets geschaltet hat, folgen.
-in den Timelines derjenigen Nutzer, die ähnlichen Seiten folgen, wie diejenigen, die Promoted Tweets geschaltet haben.
-im Detail-Fenster auf der rechten Seite, wenn der Nutzer auf einen Tweet mit einem Hashtag klickt, welcher Teil eines Promoted Tweets ist.
-in Suchergebnissen, wenn der Nutzer nach Promoted Tweets sucht.

Man kann als Werbetreibender anhand der Suchergebnisse oder der User-Timelines targeten.

Promoted Tweets in Search: Hier erreicht man die User, während sie nach ihren Interessen auf Twitter suchen. Die Anzeige wird dann an oberster Stelle in der Ergebnis-Liste angezeigt.
Promoted Tweets in Timelines: Hier wird der Tweet Followern und Usern angezeigt, die ähnlich der bereits bestehenden Follower sind. Die Tweets werden oben in der Timeline der User angezeigt, wenn diese sich einloggen oder die Homepage neu laden.

Promoted Trends

Promoted Trends sind ein neues Werbekonzept, welches als Erweiterung der Promoted Tweet Plattform getestet wird. Mit Promoted Trends sehen Nutzer Trends, welche Zeit-, Kontext-, und Event-sensitiv sind und von den Werbepartnern gesponsert werden. Die bezahlten Promoted Trends erscheinen ganz oben in der Liste der Trending Topics Liste („Trends“) auf Twitter und sind als „gesponsert“ gekennzeichnet. Ein „Trend“ kostet zwischen 25.000 bis 30.000 Dollar pro Tag.

Wie alle anderen Trends sind auch Promoted Trends solche, die bereits beliebte Themen bei Twitter sind, es aber noch nicht von allein in die Liste der Trends geschafft haben. Wenn ein Thema nicht bereits auf natürlichem Wege eine gewisse Beliebtheit bei Twitter erlangt hat, qualifiziert es sich auch nicht für einen Promoted Trend. Nutzer, die auf einen Promoted Trend klicken, sehen die Suchergebnisse der Twitter-Suche zu diesem Thema, und ein Promoted Trend erscheint in dieser Liste ganz oben. Promoted Trends sind für alle Nutzer auf twitter.com sichtbar, während sie gesponsert werden.

Promoted Accounts

Promoted Accounts sind Teil der „Vorschläge-Accounts“, denen momentan noch nicht viele Leute folgen, die aber für einen User interessant sein könnten, und werden ebenfalls mit dem Wort „gesponsert“ angezeigt. Sie erscheinen innerhalb der „Vorschläge“ auf der rechten Seite auf twitter.com, sofern man eingeloggt ist.

Promoted Accounts werden mithilfe der öffentlich angezeigten Liste der Personen, denen ein Nutzer bereits folgt, erstellt. Wenn ein Werbekunde einen Account promotet, analysiert der Algorithmus von Twitter die Follower eines Accounts und erkennt die Art von Accounts, denen der Nutzer bereits folgt. Passt der beworbene Account ins Muster, so empfiehlt Twitter dem User, auch dem beworbenen Account zu folgen. Die Gebühren für „Promoted Accounts“ und „Promoted Tweets“ errechnen sich nach Auktionsprinzip mittels Pay-per-Click oder Pay-per-Follower-System, wodurch die entstehenden Kosten variieren. Ein Budget von 15.000 Dollar über einen Zeitraum von drei Monaten ist mittlerweile aber das Mindeste.

Nach soviel Gezwitscher…  sind Sie eigentlich schon Follower unseres mediascale Accounts? Wenn nicht, dann gleich hier followen – sonst müssen wir in Promoted Account Anzeigen investieren.

 

Das war zumindest mein erster Eindruck nach dem Einloggen in Google+. Kollege Frings hatte ja letztens mit seinem Beitrag „Goliath vs. Goliath“ schon zu diesem Thema berichtet. Nun möchte ich eine erste Bilanz ziehen: Welche Erkenntnisse gibt es nach zwei Wochen? Welcher Nutzen bietet sich für Unternehmen?  Wie sieht die Zukunft aus? Und wer macht das Rennen, Facebook oder Google+?

Meiner Meinung nach ist Google+ kein Facebook-, Twitter– oder sonst was -Killer. Es ist eigentlich noch nicht mal wirklich ein Social Network, sondern eher ein Tool, mit dem man seine Kontakte geschickter pflegen kann. Es sieht Facebook ähnlich, das stimmt, aber es geht bei Google+ hauptsächlich um den Informationsaustausch zwischen unterschiedlichen Parteien. Informationen jedem und überall verfügbar zu machen, war schon immer das Ziel von Google. Neben all den Produkten von Google ist diese Einrichtung aber dafür gedacht, dass man einfacher selbst bestimmen kann, welche Informationen wem und von wem zur Verfügung gestellt werden. Dies geschieht in sogenannten Kreisen beziehungsweise Circles.

Auch wenn Google+ nicht Facebook ist, will ich trotzdem mal ein bisschen vergleichen, damit die Größenordnungen klar werden. Google+ (aktuell noch in der Betaphase) hat in den ersten 16 Tagen die Zehn-Millionen-Nutzergrenze geknackt. Nur zur Erinnerung: Facebook brauchte dafür 852 Tage. Um bei Google+ dabei sein zu können, braucht man ein Google-Konto. Klingt zunächst nach einer Hürde, aber diese löst sich in Luft auf, wenn man weiß: Jeden Tag kommen weltweit 500.000 Android-Nutzer dazu, die alle auch ein Google-Konto zum Freischalten benötigen.

Man kann bis zu 5.000 Nutzer in seine Circles aufnehmen. Also genau wie bei Facebook. Dort darf man pro Konto 5.000 Freunde hinzufügen. Auf Google+ werden derzeit eine Milliarde Inhalte zwischen den Nutzern geteilt. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, dass wir von knapp 20 Tagen Existenz sprechen. Ganz unabhängig von den Zahlen kann man sagen, dass Google je eine Stärke von Twitter und Facebook für sich nutzt. Einerseits kann man auf einfachstem Weg Inhalte von Personen erhalten, die man interessant findet, sozusagen „followen“, und andererseits kann man à la Facebook Inhalte mit bestimmten Personen teilen.

Nun zu den Features, die zwar noch nicht existieren, aber bereits angekündigt sind: Für uns als Agentur werden natürlich in erster Linie Marken- und Firmenprofile interessant sein. Ob diese noch zusätzliche Features gegenüber privaten Profilen haben werden, ist noch nicht bekannt. Sicher ist aber: Die große Nachfrage nach diesen Profilen zieht hohe Qualitätsansprüche nach sich.

Es ist natürlich auch zu erwarten, dass Google so schlau sein wird und sein neues Baby mit allen möglichen bisherigen Errungenschaften verknüpft. Google Reader für Artikel, Google Docs zum Teilen von Arbeiten, Google Calender für Events aller Art, Android für unterwegs etc. Eine entsprechende App gibt es bereits. Doch noch wichtiger wird wohl die Einbindung von Werbeformaten wie Adwords beziehungsweise Adsense. Ich gehe stark davon aus, dass diese Funktion nicht lange auf sich warten lässt.

Es bleibt also kompetitiv, da Google+ Facebook und Twitter nicht ersetzt, sondern eine zusätzliche Plattform mit neuen Features bietet. Weder Google noch Twitter noch Facebook macht das Rennen, weil die Netzwerke gar nicht am gleichen Wettbewerb teilnehmen. Ich glaube, dass die User die verschiedenen Angebote langrfristig parallel nutzen werden und je nach Zweck das eine oder andere bevorzugen. Natürlich ist es dabei durchaus möglich, dass eines der Netzwerke schlapp macht, wie es beispielsweise bei myspace der Fall war.

tanja_gabler

Was halten Sie vom Disput zwischen Bloggern und Journalisten? Warum mögen Sie Facebook oder Twitter und was nervt Sie daran? Klicken Redakteure auf Online-Werbung? Klartext ist neugierig und fragt bei ausgewählten Online-Experten und Fachredakteuren nach. Heute im Interview: Tanja Gabler, Bloggerin und Leiterin der Online-Redaktion von Internet World Business.

Journalisten contra Blogger – ein Grabenkampf mit Happy End oder ein unsinniger Disput ohne Ende?

Für mich sind Journalisten und Blogger Kollegen, die mit unterschiedlichen Stilmitteln beziehungsweise in anderen Textformen arbeiten. Viele Journalisten haben eigene Blogs – und viele Blogs werden längst in den klassischen Medien zitiert. Das liegt einerseits daran, dass die Qualität der Blogbeiträge gestiegen ist, und andererseits daran, dass viele (Online-)Medien ihr Misstrauen gegenüber dieser Ausdrucksform verloren haben.

2.    Warum mögen Sie Twitter, Facebook und Co.? Und was nervt?

Twitter ist wie ein Gespräch unter Freunden, in das ich mich einklinken kann, wenn ich Lust darauf habe. Hier bekomme ich in Sekundenschnelle Antworten auf Fragen. Ich erfahre, wer was zu sagen hat und welche Themen die Branche gerade bewegen. Nervig ist nur, wegen Pressemeldungen nicht nur über Mail und Telefon, sondern auch über Twitter und Facebook kontaktiert zu werden.

3.    Welche aktuellen Themen und Kampagnen der Online-Branche bewegen Sie derzeit?

Am spannendsten finde ich im Moment Social Media: wie soziale Netzwerke die Art prägen, wie wir Informationen erhalten und weitergeben – und wie sie den Umgang zwischen Unternehmen und Verbrauchern verändern. Ein großes Thema, über das wir auch bei internetworld.de viel berichten, ist derzeit die Erfolgsmessung von Marketingaktivitäten auf Facebook oder Twitter. In diesem Bereich bewegt sich gerade viel.

4.    Targeting und Profiling sind…

… wenn sie gekonnt eingesetzt werden, wichtige Instrumente für Werbetreibende, um User mit bestimmten Interessen oder Merkmalen zu erreichen. Die Anonymität der Internetnutzer sollte selbstverständlich gewahrt bleiben.

5.    Was halten Sie von Internet-Hypes wie ‚Chatroulette‘? Und welche Seite im Netz würden Sie verbieten, wenn Sie könnten?

Bei Chatroulette habe ich schon Tränen gelacht. Wer’s nicht glaubt, soll’s ausprobieren, am besten mit einer Frau vor der Webcam. Gut gefallen hat mir auch die FCUK-Kampagne, bei der Chatroulette-User einen Einkaufsgutschein gewinnen konnten, wenn es ihnen gelang, eine Frau von sich zu überzeugen. Welche Seiten ich verbieten würde? Da ich gegen Zensur bin, nur jene, die ohnehin illegal sind.

6.    Haben Sie einen Pop-Up-Blocker im Browser? Und wie gehen Sie mit Werbung im Netz generell um?

Ich hab keinen Pop-up-Blocker aktiviert. Denn nur über Werbeeinnahmen ist es möglich, journalistische Inhalte für die User kostenlos anzubieten. Deshalb stehe ich Werbung positiv gegenüber, auch wenn ich mich selbst nur schwer zum Klick auf Banner verleiten lasse.

7.    Wenn Sie heute nicht Fachjournalistin für die digitale Wirtschaft wären, dann…

… wäre ich in der PR oder im Marketing tätig. Hauptsache online.

Haben Sie Folge 1 unserer Interviewserie verpasst? Hier finden Sie das Interview mit Jens von Rauchhaupt, dem stellv. Chefredakteur von Adzine.

Wenn ich darüber nachdenke, welche Wörter mir 2009 am meisten auf die Magenschleimhaut geschlagen sind, fällt es mir nicht schwer, schnell ein paar ganz heiße Kandidaten zu  finden. Favoriten auf das Podium sind  dabei aus meiner Sicht sicherlich „Twitter“ und „Paid Content“. Und manch Newsletter hat es sogar geschafft, beide in einer Zeile zu erwähnen. Dabei haben beide Begriffe im Grunde viel gemeinsam. Sie  beschreiben einen Hype, nur dass es sich bei Twitter meistens um eine positive Berichterstattung handelte, während der Grundtenor bei Paid Content zumeist negativ war. Für mich waren am Ende beide Begriffe gleich nervtötend, aber der Reihe nach:

Twitter als solches will ich – ehrlich gesagt – gar nicht als ideologische Fehlgeburt (die Formulierung verdanke ich übrigens Jörg Haider und er verwendete sie einst, um Österreich zu beschreiben;)) darstellen. Es ist im Grunde ein Tool, das einige Leute ganz witzig finden und viele Menschen brauchen, um sich ein wenig größer zu machen als sie eigentlich sind. Auch wir nutzen seit neustem den sympathischen Tweety-Service und da will ich nicht den Sylvester spielen. Was allerdings medial diesem sehr bescheidenen Thema für eine Präsenz beschert wurde, spottete jeder Beschreibung. Es verging ja kein Tag, an dem nicht irgendjemand darüber berichtete – sei es auch nur so eine brachiale Ankündigungen wie: „Twitter denkt über Erlösmodelle nach“. Ganz ehrlich liebe Leser, das hätten die web2.0-Bastelfreunde vielleicht auch schon mal früher machen können. Darüber nachdenken kostet ja auch nix, abgesehen von dem Venture-Kapital, dass genau beim Lesen dieser Zeilen mal wieder durchläuft, wie die Kapitalrücklagen einst bei Lycos. Was mir fehlte war in dem Zusammenhang übrigens die Schlagzeile am Folgetag: Twitter hat das Denken über Erlöse (wegen zu hohem Prozac-Genuss) wieder aufgegeben. Das hätte mich im Übrigen auch wieder über die Situation schmunzeln lassen. Irgendwann hieß es, dass Twitter für Firmen kostenpflichtig werden würde und das bringt uns wozu? Richtig! „Paid Content“!

Im Grunde ist hierzu auch alles gesagt, was es zu sagen gab. Verlage beschimpfen ihre Leser, Blogger beschimpfen die Verlage und der teilneutral eingestellte Journalist freut sich über die selbstfüllenden Zeilen. Dabei, muss ich ganz ehrlich sagen, entbehrt der „Streit“ doch jeglicher Grundlage. Wenn jemand etwas nur noch kostenpflichtig anbieten will, soll er dies tun. Er wird nicht daran gehindert und der bisherige Bezieher des Contents wird schon mitbekommen, dass es jetzt nichts mehr für umme gibt. Es gibt wahrlich keinen Grund, den User als Schotten und den Verleger als Inquisitor zu bezeichnen, weil beides nicht der Fall ist, wenn man vernünftig miteinander umgeht. Gerade im Advent kann man doch ein wenig mehr Verständnis erwarten, wäre da nicht der Shoppingstress und die verhagelte Jahresbilanz. Aber ob man jetzt mit wehenden Fahnen untergeht, weil einem noch nicht mal ein Erlösmodell einfallen mag oder man einfach zu lange auf einer falschen Basis gewirtschaftet hat, spielt in der letzten Konsequenz keine Rolle mehr. Wenn ich nun mal Schicksal spielen darf, dann wäre der letzte Tweet 2014:

Mopo wurde eingestellt, Döpfi tobt und wir sind übrigens auch weg vom Fenster. Macht es gut und Danke für den Fisch! Tschüss!#ende #gelände

Adieu in 140 Zeichen kann so schön klingen. Frohes Fest!

Agentur, Mittagspause, Spiegel, Bild und Express sind durch, also noch Twitter lesen: „Wenn der Webshop von XX  scheiße ist, ist das Meeting vertane Zeit“, „Nokia sucks“, „YY [eine weitere Weltmarke]  hätte die Pleite verdient“. Wenn ich nicht schon sitzen würde, plumpste ich jetzt auf meinen Hosenboden. Innerhalb von fünf Surfminuten finde ich mühelos noch  drei weitere Tweets, in denen Medienmenschen Ihre Kunden schmähen oder über Marken pöbeln, für die sie höchst dankbar wären, arbeiten zu dürfen. Nun war das Internet noch nie ein Ort der abgewogenen Formulierungen und höflichen Umgangsformen. Das weiß jeder, der in einem Forum schon einmal eine nicht vollständig mit technischen Details, Seriennummer und Softwarerevison komplettierte Frage zu stellen wagte und darauf von  unverzüglich reagierenden Superusern unflätigst niederkartätscht wurde. Solche Nickname-Maulhelden entpuppen sich im Übrigen  meist als durchaus  höflich und hilfsbereit,  falls  man zufällig mal einen persönlich kennenlernt.  Und auch die auf Twitter wild pöbelenden Medienmenschen können durchaus Löffel und Gabel halten, sonst hätten sie Ihren Arbeitsplatz nicht. Ihre Ausbrüche sind von der Art mäßiger Witze, wie sie auch ich gelegentlich gegenüber vertrauten Kollegen oder engen Freunden vom Stapel lasse. Diese bleiben im Zimmer und sind nach kurzem Lachen für immer vergessen,  das Beste, was Ihnen passieren konnte. Spontan auf  Twitter gepostet kann sie die ganze Welt lesen und sie sind  konserviert für die Ewigkeit, auf dass die Enkel noch Stoff zum Verhöhnen finden. Denn wirklich anonym ist kaum jemand der „Professionellen“, die auf Twitter posten, auch wenn dies mancher glauben mag. Deshalb denkt bitte daran: Ihr sprecht mit der ganzen Welt, falls diese zuhören will.