Tag Archiv für "Social Network"

Mit aktuell über 720 Millionen Usern in mehr als 200 Ländern weltweit ist LinkedIn das größte berufliche Netzwerk der Welt. In Deutschland zählt das soziale Netzwerk, das vorrangig auf die Aufnahme und Pflege von beruflichen Kontakten ausgerichtet ist und 2003 online ging, mittlerweile 16 Millionen Mitglieder.

Seit unserem letzten Blogartikel über LinkedIn hat sich mittlerweile einiges getan. Zu den bereits erwähnten Werbeformaten im Beitrag aus dem Jahr 2018 sind noch einige neue Funktionen und Formate hinzugekommen. In diesem Blogbeitrag werden wir euch zwei der neuen Werbeformate vorstellen. Seit diesem Jahr ist es möglich, über LinkedIn eine Conversation Ad innerhalb des Messengers zu erstellen und zum anderen können Live Videos geschaltet werden.

Conversation Ads

Die Sponsered InMail Ads wurden durch die Conversation Ads ersetzt. LinkedIn hat hier die Werbeform weiterentwickelt, um die Mitglieder persönlich anzusprechen, die Zielgruppe des Unternehmens besser kennenzulernen sowie das Engagement dieser zu fördern. Besonders gut geeignet sind die Conversion Ads im B2B-Bereich. Hier können komplexe Themen aufgegriffen und erklärt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Conversation Ads mit anderen Funktionen zu verbinden, wie den Formularen zur Lead-Generierung (Lead Gen Forms) oder dem Conversation Tracking. Im Vordergrund der Conversation Ads steht das interaktive Werbeerlebnis. Der User kann selbst entscheiden, auf welchen Content er sich einlassen möchte. Hierdurch kann hochwertige Conversation generiert werden.

So funktioniert es:

Die Form der Ads erscheint im Messaging-Bereich. Die Bild-Text-Kombination wird auf den User persönlich zugeschnitten und beinhaltet mehrere Call-to-Action Buttons. Über die CTAs bestimmen die User den Konversationspfad.

In dem nachfolgenden Anwendungsbeispiel kann der User auf einen der beiden CTAs klicken. Der User kann entweder auf die Landingpage oder zum Lead Generierungsformular weitergeleitet werden.

Der User wird auf die verlinkte Webseite weitergeleitet.
Der User wird zum Fomular weitergeleitet.

 

Live Video

Neben anderen Social Media-Kanälen bietet LinkedIn nun auch eine Live-Video-Funktion an. Es handelt sich hier mehr um ein Content Format, welches als Werbekanal genutzt werden kann. Die LinkedIn Live-Videos ermöglichen es Einzelpersonen oder Unternehmen, Live-Videoinhalte in Echtzeit in ihr Netzwerk zu übertragen. Die Idee dahinter ist, die Live Videos für Produktankündigungen, Konferenzen, Fragestunden, Events etc. nutzen zu können. Besonders jetzt in Zeiten von Corona ist es eine tolle Möglichkeit für Unternehmen, ihre Zielgruppe über LinkedIn anzusprechen. Dafür braucht es ein bestimmtes Thema, eine Geschichte, die im Zusammenhang mit der Marke erzählt werden kann – ohne direkt ein Produkt zu bewerben. Storytelling lautet hier das Stichwort.

So funktioniert es:

Über den Werbeanzeigenmanager von LinkedIn muss zunächst ein Antrag gestellt werden. Erst wenn der Antrag von LinkedIn freigegeben wurde, hat man die Möglichkeit Live-Videos zu starten. Während des Live-Streamings hat der User die Möglichkeit, über einen Chat Fragen oder Anmerkungen loszuwerden.

Im dritten und letzten Teil meiner Social Media Reihe möchte ich auf Kampagnenlearnings eingehen. Wer noch einmal die Basics nachlesen will: Im ersten Teil ging es um einen allgemeinen Überblick der Werbemöglichkeiten in Social Communities. Im zweiten Teil habe ich explizit über  Facebook und die unterschiedlichen Ads von Sponsored Stories über LikeAds bis VideoAds geschrieben.

Was kann man sich aber nun von der Schaltung in Social Communities erwarten? Wir bei mediascale schauen ja in allen Kampagnen auf das Ergebnis, und genauso tun wir das auch bei Social Ads:

1. Bevor wir zu den wirklich relevanten Kennzahlen kommen, will ich einen kurzen Seitenblick auf die Klickraten werfen: Die Klickraten sind bei Social Ads oftmals nicht vorhersagbar. Je nachdem was man bucht, gibt es hier riesige Unterschiede. Ein großes Format wie ein MaxiAd auf Logoutplatzierungen wie z.B. wer-kennt-wen.de kann bei einer Kampagne Klickraten von 0,25% und mehr erbringen. Als Beispiel: Aktuell hatte ich gerade eine CTR (Click-through-Rate) von 0,02%! Und es war kein dröges Werbemittel für ein furchtbar langweiliges Thema, sondern eine Kampagne aus dem Entertainment Bereich. Anders verhält sich das bei Facebook Ads – bei den Bild-Text-Kombis kann man mit Sicherheit immer vorab sagen, dass sie eine sehr geringe Klickrate haben werden – was aber bei Einbuchung auf CPC-Basis auch nicht weiter weh tut. Generell empfiehlt es sich, in sozialen Umfeldern auf CPC-Buchung zu gehen, damit sich die manchmal sehr geringen Klickraten nicht negativ auf die Kampagne auswirken. Wo das nicht möglich, eine Buchung aber dennoch wichtig ist, muss das Targeting so sinnvoll und spitz gewählt werden, dass man von einer guten Klickrate ausgehen kann. Vermeiden würde ich TKP-Buchungen als Rotation ohne Targeting.

Logout-Platzierung bei wer-kennt-wen.de
Logout-Platzierung bei wer-kennt-wen.de

2. Eine wichtige Kenngröße bei Facebook und der VZ-Werbefabrik ist der Cost per Click (CPC), da die Kampagnen in beiden Systemen einem Bidding-Verfahren unterliegen. Hier muss man also versuchen, zu einem möglichst niedrigen CPC an möglichst affine Klicks zu kommen. Dabei haben wir in unseren Kampagnen festgestellt, dass auch hier das altbewährte trial&error-System funktioniert. Man schickt unterschiedliche Varianten der Bild-Text-Kombis an den Start und optimiert nach den Leistungswerten. Wie bei Standard-Display-Kampagnen ist es kaum möglich, übergreifende Learnings zu finden, die für alle Branchen und Kampagnen gelten. Was wir bis dato aber herausfinden konnten: Je klarer und einfacher erkennbar das Bild ist, desto besser ist die Performance. Zusätzlich liefern Bilder, die Personen zeigen, bessere Werte als graphisch gestaltete Bilder. Wichtig ist bei Kreationstestings jedoch, im Blick zu behalten, was man mit der Kampagne eigentlich erreichen möchte. Wenn ein Sale nach der Verlinkung generiert wird, kann manchmal ein höherer CPC doch zu einem geringeren CPO (Cost per Order) führen… Insofern sollte man Kreationstestings immer selbst steuern – also nicht der automatisierten Logik von Facebook überlassen. Dazu legt man die einzelnen Kreationen in getrennten Kampagnen an und kann den Werbedruck so selbst beeinflussen.

In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass der durchschnittliche CPC durch immer mehr Werbetreibende im letzten Jahr kontinuierlich leicht angestiegen ist. Durch eine immer optimiertere Aussteuerung und Kreationstestings kann man diesem Trend etwas entgegenwirken.

3. Wenn man über den Cost per Fan spricht, konnten wir bisher keine steigenden Werte beobachten. Die User werden der Vernetzung mit Profilen also nicht überdrüssig. Jedoch kann der Cost per Fan je nach Thema und Profil, für das Fans geworben werden, sehr stark schwanken. Hier muss jeder Werbetreibende selbst eine Antwort auf die Frage finden, was ihm ein Fan wert ist.

4. Kommen wir nun noch zur härtesten Währung. Wie schlagen sich Social Media-Kampagnen im CPO-Vergleich? Nach meiner Erfahrung zum Teil sehr gut. Wir haben bei unterschiedlichsten Kunden und Kampagnen Social Media-Platzierungen von Lokalisten über wer-kennt-wen bis StudiVZ und Facebook, die sich im CPO durchaus mit anderen Display Platzierungen messen können – je nach Produkt sogar manchmal überdurchschnittlich gut abschneiden. Eine Detail-Studie hat jedoch ergeben, dass manchmal über Social Media ein deutlich geringerer Warenkorbwert ausgelöst wird, was an der zum Teil sehr jungen Nutzerschaft von StudiVZ und Facebook liegen mag.

Übrigens kann man nicht davon ausgehen, dass die Menge der Facebook-User so groß ist, dass man jede erdenkliche Zielgruppe abbilden kann. So sucht man zum Beispiel junge Eltern mit Babys vergebens, wenn man mit entsprechenden Kriterien und Interessen versucht, diese Zielgruppe einzugrenzen. Die Fallzahlen sind so gering, dass man in der Woche ca. 50 Klicks erwarten könnte. Auch auf der Suche nach jungen Mädchen (unter 15 Jahren) mit Interesse an Pferden scheitert man an homöopathischen Fallzahlen.

Das war zumindest mein erster Eindruck nach dem Einloggen in Google+. Kollege Frings hatte ja letztens mit seinem Beitrag „Goliath vs. Goliath“ schon zu diesem Thema berichtet. Nun möchte ich eine erste Bilanz ziehen: Welche Erkenntnisse gibt es nach zwei Wochen? Welcher Nutzen bietet sich für Unternehmen?  Wie sieht die Zukunft aus? Und wer macht das Rennen, Facebook oder Google+?

Meiner Meinung nach ist Google+ kein Facebook-, Twitter– oder sonst was -Killer. Es ist eigentlich noch nicht mal wirklich ein Social Network, sondern eher ein Tool, mit dem man seine Kontakte geschickter pflegen kann. Es sieht Facebook ähnlich, das stimmt, aber es geht bei Google+ hauptsächlich um den Informationsaustausch zwischen unterschiedlichen Parteien. Informationen jedem und überall verfügbar zu machen, war schon immer das Ziel von Google. Neben all den Produkten von Google ist diese Einrichtung aber dafür gedacht, dass man einfacher selbst bestimmen kann, welche Informationen wem und von wem zur Verfügung gestellt werden. Dies geschieht in sogenannten Kreisen beziehungsweise Circles.

Auch wenn Google+ nicht Facebook ist, will ich trotzdem mal ein bisschen vergleichen, damit die Größenordnungen klar werden. Google+ (aktuell noch in der Betaphase) hat in den ersten 16 Tagen die Zehn-Millionen-Nutzergrenze geknackt. Nur zur Erinnerung: Facebook brauchte dafür 852 Tage. Um bei Google+ dabei sein zu können, braucht man ein Google-Konto. Klingt zunächst nach einer Hürde, aber diese löst sich in Luft auf, wenn man weiß: Jeden Tag kommen weltweit 500.000 Android-Nutzer dazu, die alle auch ein Google-Konto zum Freischalten benötigen.

Man kann bis zu 5.000 Nutzer in seine Circles aufnehmen. Also genau wie bei Facebook. Dort darf man pro Konto 5.000 Freunde hinzufügen. Auf Google+ werden derzeit eine Milliarde Inhalte zwischen den Nutzern geteilt. Das ist eine Menge, wenn man bedenkt, dass wir von knapp 20 Tagen Existenz sprechen. Ganz unabhängig von den Zahlen kann man sagen, dass Google je eine Stärke von Twitter und Facebook für sich nutzt. Einerseits kann man auf einfachstem Weg Inhalte von Personen erhalten, die man interessant findet, sozusagen „followen“, und andererseits kann man à la Facebook Inhalte mit bestimmten Personen teilen.

Nun zu den Features, die zwar noch nicht existieren, aber bereits angekündigt sind: Für uns als Agentur werden natürlich in erster Linie Marken- und Firmenprofile interessant sein. Ob diese noch zusätzliche Features gegenüber privaten Profilen haben werden, ist noch nicht bekannt. Sicher ist aber: Die große Nachfrage nach diesen Profilen zieht hohe Qualitätsansprüche nach sich.

Es ist natürlich auch zu erwarten, dass Google so schlau sein wird und sein neues Baby mit allen möglichen bisherigen Errungenschaften verknüpft. Google Reader für Artikel, Google Docs zum Teilen von Arbeiten, Google Calender für Events aller Art, Android für unterwegs etc. Eine entsprechende App gibt es bereits. Doch noch wichtiger wird wohl die Einbindung von Werbeformaten wie Adwords beziehungsweise Adsense. Ich gehe stark davon aus, dass diese Funktion nicht lange auf sich warten lässt.

Es bleibt also kompetitiv, da Google+ Facebook und Twitter nicht ersetzt, sondern eine zusätzliche Plattform mit neuen Features bietet. Weder Google noch Twitter noch Facebook macht das Rennen, weil die Netzwerke gar nicht am gleichen Wettbewerb teilnehmen. Ich glaube, dass die User die verschiedenen Angebote langrfristig parallel nutzen werden und je nach Zweck das eine oder andere bevorzugen. Natürlich ist es dabei durchaus möglich, dass eines der Netzwerke schlapp macht, wie es beispielsweise bei myspace der Fall war.