Tag Archiv für "Smartphone"

Wer jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, weiß, wovon ich spreche: Der Siegeszug der Smartphones scheint unaufhaltsam zu sein. In diesem morgendlichen Gedränge und Menschengeschiebe wird mir jedenfalls täglich vor Augen geführt, welch zentrales Element das Smartphone in unserem Leben eingenommen hat. Kaum ein Fahrgast, der nicht auf sein Handy starrt. Sei es um das Wetter zu checken, Sudoku zu lösen, Pokémon zu fangen oder einen Snap von sich in der überfüllten U-Bahn zu schießen.

Das Wachstum von Smartphones lässt sich auch anhand von Zahlen dokumentieren. Von 8,43 Millionen Personen im Januar 2010 ist die Zahl der deutschen Smartphone-Besitzer bis April 2016 auf 49 Millionen angestiegen (de.statista.com). Die prognostizierten weltweiten mobilen Werbeausgaben für das Jahr 2016 werden auf 100 Milliarden US Dollar beziffert und sollen damit einen Anteil von mehr als 50 Prozent an den Gesamtausgaben des digitalen Werbemarktes ausmachen. Zwar rangiert Deutschland, laut Forecast, mit Ausgaben von rund 3 Milliarden US-Dollar „nur“ auf dem fünften Platz. Ein Anstieg der mobilen Werbeausgaben gegenüber dem Jahr 2013 um 680 Prozent spricht aber auch hierzulande eine deutliche Sprache (emarketer2015).

Eine ganz zentrale Rolle hierbei spielen Apps: Gemessen an der Gesamtzahl der 3.73 Millionen verfügbaren Apps im Google Playstore, Apple App Store, Windows Phone Store, Blackberry World und Amazon App-Shop ist dies wenig verwunderlich (de.statista.com).

Wer angesichts der immensen App-Anzahl den Rückschluss zieht, dass Apps vom Himmel fallen, unterliegt aber einem Trugschluss. Auch die Entwicklung bzw. Programmierung von Apps kostet Geld und erfordert ein Finanzierungsmodell. Zu den Einnahmequellen gehören:

  • Der Kaufpreis: Bevor die App heruntergeladen werden kann, muss dafür bezahlt werden
  • In-App Verkäufe (die App finanziert sich durch Produkte und Dienstleistungen, die über diese verkauft werden)
  • In-App-Advertising (Verkauf von Werbeflächen)

Das letztgenannte Modell wird dabei mit Abstand am Häufigsten gewählt. Mehr als 82 Prozent der Entwickler setzen darauf, Werbeflächen innerhalb ihrer Anwendungen anzubieten (RTB Markt).

Gut für Werbungtreibende, denn das Schalten von Werbung innerhalb von Apps bietet spannende Möglichkeiten. Zum einen können Nutzer mittels Geo-Fencing oder Proximity Targeting über neue Produkte, Gutschein- oder Rabattaktionen informiert und in den Shop in der Nähe gelockt werden. Zum anderen kann über eine gut gewählte Selektion von Apps, beziehungsweise der Auswahl bestimmter Kategorien, eine passgenaue Ansprache der Zielgruppe erfolgen. So wirbt eine Brauerei beispielsweise mit der Werbeanzeige eines alkoholfreien Biers in der Läufer-App runtastic.

Abbildung 1: Bitburger Werbung in der App Runtastic
Abbildung 1: Bitburger Werbung in der App Runtastic

 

 

Die angebotenen Werbeformate variieren von App zu App. Zu den gängigsten Formaten zählen klassische Banner, das Mobile Content Ad (auch Medium Rectangle genannt), Video Ads und Interstitials.

Analog zur Desktopwelt und dem Mobile-Web sollte das eingesetzte Format am Kampagnenziel ausgerichtet werden. Steht der Abverkauf (CPO) oder das Ausfüllen einer Antragsstrecke (CPL) im Vordergrund, bieten sich preisgünstigere Formate wie der 6:1 Banner an.

Abbildung 2: MMA Banner 6:1
Abbildung 2: MMA Banner 6:1

 

 

Stehen dagegen Branding-Aspekte im Fokus der Kampagne, eignen sich eher aufmerksamkeitsstärkere Formate wie größere Banner: das MMA 2:1 und Mobile Content Ads oder auch Video-Ads und Interstitials.

Abbildung 3: Mobile Content Ad
Abbildung 3: Mobile Content Ad

 

 

Abbildung 4: MMA Banner 2:1
Abbildung 4: MMA Banner 2:1

 

 

Abbildung 5: Interstitial
Abbildung 5: Interstitial

 

 

Die Möglichkeiten, In-App-Werbung zu schalten, sind auf jeden Fall umfangreich. Verfügt der Werbungtreibende zudem über Mobile-optimierte Landingpages, kann In-App-Werbung eine spannende Ergänzung zu Desktop- oder Mobile-Web-Kampagnen darstellen.

 

Nachdem in Teil I und Teil II dieser Serie das Online Mediennutzungsverhalten analysiert wurde, möchte ich heute das mobile Nutzungsverhalten genauer unter die Lupe nehmen.

Das mobile Internet erreicht bereits eine breite Bevölkerungsschicht. Laut der letzten AGOF mobile facts 2014-I sind knapp 32 Millionen Unique User mit ihrem mobilen Device regelmäßig online. Dabei ist der Männeranteil mit knapp 55% noch etwas höher. Tendenziell ist die Nutzerschaft mit knapp 80% zwischen 14 und 49 Jahren eher jünger.

Basen: 112.184 Fälle (=70,33 Mio.) und 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User) in der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quellen: AGOF internet facts 2014-04 und AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights
Basen: 112.184 Fälle (=70,33 Mio.) und 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User) in der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quellen: AGOF internet facts 2014-04 und AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

 

Der durchschnittliche mobile Internetnutzer verfügt über hohe Bildung und ist mehrheitlich berufstätig.

Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights
Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

All das ist nicht weiter überraschend. Jüngere Männer haben tendenziell eine höhere Affinität zu technischen Produkten und damit zu Smartphones und Tablets. Fraglich ist nun: Nutzen User das stationäre Internet weniger auf Grund der mobilen Nutzung?

Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights
Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

Weniger als 20% der User nutzen das stationäre Netz weniger durch die Nutzung des mobilen Netzes. Somit sehen die meisten User das mobile Internet als eine Ergänzung zum stationären Surfen.

Dies erklärt sich mitunter durch die Art der Nutzung – mobile Devices sind häufig Wegbegleiter, die in Wartesituationen genutzt werden, um sich die Zeit zu vertreiben oder um unterwegs Infos, Orientierungshilfen etc, abzurufen.

Dabei unterscheidet sich das Nutzungsverhalten von Handies und Tablets, wie ein Blick auf die  Nutzung nach Tageszeit verrät. Das Mobiltelefon wird am stärksten von 17 bis 20 Uhr genutzt. Das Tablet hingegen wird ab 20 Uhr am stärksten genutzt. Tablets sind also Heimgeräte, wohingegen Handies mobile unterwegs genutzt werden und immer dabei sind.

Basis: Deutschland, 2.084 Mitglieder des TFM-Netzwerks bzw. 459 iPad-User im des Netzwerk von TFM-Netzwerks; Quelle: Tomorrow Focus Media, Mobile Effects 2013-II und 2014-I / plan.net Insights
Basis: Deutschland, 2.084 Mitglieder des TFM-Netzwerks bzw. 459 iPad-User im des Netzwerk von TFM-Netzwerks; Quelle: Tomorrow Focus Media, Mobile Effects 2013-II und 2014-I / plan.net Insights