Tag Archiv für "Rezept"

… muss ich mich entscheiden welche Plätzchensorten es bis in die Produktion schaffen. Mein wieder entdeckter Favorit dieses Jahr sind Elisenlebkuchen. Vor Jahren hatte ich mich schon einmal daran versucht. Seltsamerweise sind sie mir im ersten Jahr super gelungen, waren soft, leicht fluffig, winterlich aromatisch, also ein wahres Weihnachtsträumchen. Im Jahr darauf wurden sie aber leider so gar nichts. Sie sind mir von der Oblate quer übers Blech gelaufen und waren weder vorzeigbar, noch geschmacklich ein Hit. Könnte daran liegen, dass ich mir Rezepte oft nur auf einem Schmierzettel notiere, den ich dann gerne verlege und mich dann darauf verlasse, dass mich Google im kommenden Jahr wieder auf die gleiche Seite führen wird. Dieses Jahr habe ich mich also, nach Überwindung des Lebkuchentraumas von vor drei Jahren, erneut auf die Suche nach einem geeigneten Rezept begeben. Und das hier wurde es.

Wenn jemand seinen Namen dafür hergibt, wird’s schon passen, dachte ich mir. Außerdem unglaublich gute Bewertungen bei einer entsprechenden Fallzahl, in Kombination mit einer überzeugenden Bebilderung des finalen Produktes.

Da ich möglichst nahe an das Original von Lothar rankommen wollte, habe ich auch keine allzu großen Änderungen am Rezept vorgenommen. Ich habe lediglich den Interpretationsspielraum ausgenutzt. Die 6 Eier habe ich als Handelsklasse L Eier interpretiert, und bin gut damit gefahren. Beim braunen Zucker sind mir 20g mehr reingerutscht, auch das scheint nicht geschadet zu haben. Die 2 EL Honig waren eindeutig gehäufte Esslöffel. Um jetzt aber nicht völlig über das Ziel hinauszuschießen habe ich dann beim Orangeat und Zitronat jeweils auf die Hälfte verzichtet.

Bei der Oblatengröße habe ich auf 50 mm verkleinert. Das hat aber vor allem einen Fertigungshintergrund.

Ich habe festgestellt, dass die 50mm Oblate genau in die Rundung meines Esslöffels passt. Ich benötige also keinen Lebkuchenformer, sondern lediglich die passende Technik. Ich habe jeweils einen leicht gehäuften Esslöffel Masse auf der Oblate platziert und bin dann einmal im Kreis mit dem Esslöffel immer von oben nach unten streichend um die Oblate gegangen um das Material möglichst gleichmäßig zu verteilen. In 4-5 Zügen ist man mit einem Lebkuchen fertig. Zugegeben, manche sind ein bisschen voluminöser ausgefallen als andere, und ja die Finger werden klebrig, aber ich denke das kann man verschmerzen.

Meine Tipps fürs perfekte Gelingen:

Zucker, Eier und Honig richtig schön schaumig schlagen.

Orangeat und Zitronat, definitiv (wie es auch im Rezept steht) zerkleinern.

Bei den Nüssen habe ich jeweils 200g bereits gemahlener Mandeln und Haselnüsse verwendet. Die verbleibenden 50g je Nusssorte dann aber selbst gehackt, sodass ich doch auch ein paar größere Nussstückchen im Teig habe.

Man kann die Lebkuchen natürlich auch in die Puderzucker-Wasser-Mischung oder Kuvertüre tunken. Ich finde aber mit einem Backpinsel gibt’s weniger Sauerei.

Auf 50mm Oblaten habe ich 55 Lebkuchen aus der Rohmasse zusammen bekommen. Allerdings war ich mit der Teigmenge je Lebkuchen auch deutlich großzügiger unterwegs als Lothar. Daher habe ich bei Ober- und Unterhitze auch 25 min gebacken.

Ich hoffe bei diesem Rezeptklassiker hat der ein oder andere vielleicht selbst Lust zum Backen bekommen.

Allen Bloglesern wünschen wir eine besinnliche Vorweihnachtszeit und gutes Gelingen!

 

Nachdem uns der Schnee, wie nahezu jedes Jahr, voraussichtlich erst nach Weihnachten begegnen wird, muss auf anderem Wege für vorweihnachtliche Stimmung gesorgt werden. Mein Lösungsansatz: Zimt, Mehl, Eier, Butter, Vanillearoma, Marmelade und natürlich Zucker! Als Backzutat, genauso wie als bunt gefärbter Streuzucker, versteckt in Schokolade oder als falscher Schnee auf den Plätzchen.

Mit Puderzucker lässt sich aber auch eine Dekopaste der besonderen Art anrühren, die binnen kürzester Zeit trocknet und damit bestens geeignet ist, um Plätzchen zu dekorieren, oder aber auch Lebkuchenhäuser zusammen zu halten. Zu reinen Dekozwecken (im Sinne von: wird wahrscheinlich nicht verzehrt) empfehle ich das Rezept von Martha Stewart – sehr einfach in der Zubereitung und in der Regel hat man die Zutaten daheim.

Durch das rohe Eiweiß entsteht ein natürlicher Glanz im Icing, der auch beim Trocknen erhalten bleibt. Und wenn es nicht an Weihnachten glitzern darf, wann denn dann? Wenn man sich allerdings keine Gedanken über die Verarbeitung roher Eier machen will, kann man auch Eiweißpulver anstelle von frischen Eiern verwenden oder auf eine Fertigmischung zurückgreifen.

Je nach Konsistenz trocknet die Paste sehr schnell. Während der Verarbeitung kann man ein nasses Tuch über die Schüssel werfen, um dem Austrocknen entgegen zu wirken. Am besten jedoch direkt in einem luftdichten Gefäß verstauen.

Wer jetzt noch keine kleinen Lochtüllen zu Hause hat, kann sich mit einer selbst gebastelten Spritztüte aus Backpapier behelfen. Diese lassen sich dann wunderbar auf die gewünschte Lochstärke zuschneiden. Hier eine kleine Fotoanleitung zur Herstellung der Papiertüte:

Schritt 1: Dreieck aus Backpapier ausschneiden und mit der langen Seite nach unten auslegen:

Step 1

Schritt 2: Kante unten links einschlagen, aber nicht falten, sodass die Spitze deckungsgleich mit der oberen Spitze liegt:

Step 2

Schritt 3: Rechte Kante auf der Außenseite über den bestehenden Kegel führen, bis auch diese Kante, jetzt aber auf der Rückseite, deckungsgleich mit der oberen Kante liegt:

Step 3

Schritt 4: Feinarbeit: Jetzt kommt es darauf an, durch das Verschieben der beiden Enden zu einem Krönchen die tatsächliche Spitze am unteren Ende des Kegels so dicht wie möglich zu bekommen:

Step 4.1
Step 4.2

Schritt 5: Durch das Umklappen der beiden äußeren Kronenzacken kann man den Kegel fixieren

Step 5

Jetzt muss nur noch etwas Icing in die Tüte gefüllt werden, das obere Ende mit einer kreativen Falttechnik verschließen, und der Spaß kann losgehen 😊

Step 6

Ich habe mich dieses Jahr, neben den normalen Plätzchen zum Verschenken und selber genießen, auch für eine essbare Tischdekoration entschieden. Dazu habe ich Sterne unterschiedlicher Größen aus Mürbeteig gebacken und diese einzeln dekoriert und dann zu einem Tannenbaum gestapelt.

Da hier recht viel Icing zum Einsatz kommt, sollte man direkt zwei Tage einplanen. An Tag eins die Sterne „flooden“, also komplett mit Icing bedecken und durchtrocknen lassen. An Tag zwei das Muster anbringen und ebenfalls mit dem Royal Icing zusammenkleben und fertig.

Ich hoffe, der/die ein oder andere fühlt sich inspiriert und hat Lust, selbst kreativ zu werden.

Wir wünschen ganz viel Spaß beim Ausprobieren, eine wundervolle Vorweihnachtszeit und ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest an alle unsere Leser.