Tag Archiv für "Nachhaltigkeit"

Dieses Jahr stand der Innovationstag bei Serviceplan unter dem übergreifenden Motto “The Power of ReThink“. Für einen Tag transformierte das Haus der Kommunikation zum futuristisch anmutenden virtuellen House of Rethinkers.

Bei Mediascale haben wir konventionelle Mediaplanung überdacht:

„Wird das nachhaltige Verhalten von Medien in Zukunft Einfluss auf ihre Belegung haben? Wird Nachhaltigkeit ein Planungskriterium bei der Medienauswahl?“

„Welche Kriterien haben für Unternehmen die höchste Priorität bei der Bewertung von nachhaltigem Verhalten und muss es eine Marktinitiative geben, die diese Bewertung objektivierbar macht?“

Diese Fragen haben wir den Teilnehmern unseres Trend Tables gestellt und mit ihnen über Werbeboykotte und die gesellschaftliche Verantwortung von Medienunternehmen diskutiert.

Als Vorbereitung auf den Innovationstag haben wir einige Marktforschungsbefragungen durchgeführt, um ein Stimmungsbild zu dem komplexen Thema zu erhalten.
Die Ergebnisse zeigen uns deutlich, dass Konsumenten, Werbungtreibende und Medien nachhaltiges Verhalten als einen wichtigen Aspekt von gesellschaftlicher Verantwortung beurteilen. Die Konsumenten erwarten von Werbungtreibenden sogar, dass sie ihre Budgets nutzen, um Medien durch einen Boykott auch mal in die Schranken zu weisen.

In der Diskussion im Trend Table kam das Thema auf, dass viele Media-Entscheider ihren Einfluss auf die Medien als nicht besonders groß im Hinblick auf die Budgethöhe erachten. Viele Marketingleiter vertrauen auf die langjährige gute Zusammenarbeit und die gewachsenen Beziehungen zu redaktionellen Medien, da diese auch Informationsmacht besitzen.

Die Mediaentscheider wünschen sich eine Guideline, um nachhaltiges Verhalten von Medien objektiv und unabhängig bewertbar zu machen. Hier würden die Media-Entscheider eine Markt-Initiative sehr begrüßen.

Bei unserer Umfrage unter 158 Markenentscheidern verschiedener Branchen wird deutlich, das nachhaltige Mediaplanung relevanter wird. Seitdem globalen Facebook-Boykott #stophateforprofit im Sommer ist für viele Entscheider ein Werbeboykott denkbar geworden, um Haltung zu zeigen.

Medienhäusern ist ihre gesellschaftliche und publizistische Verantwortung durchaus bewusst. Ein konkreter Bezug zur Mediaplanung von Werbungtreibenden wird aber noch nicht gesehen.

Wir haben festgestellt, dass Nachhaltigkeit für viele Unternehmen ein sehr wichtiges Thema ist. Viele haben schon klare Unternehmensregeln aufgestellt und setzen einzelne Ziele der UN Statuten konsequent um. Die gesamte Lieferantenkette bis hin zu Mediaagenturen und Medienunternehmen ebenfalls mit einzubeziehen, ist für viele ein spannender neuer Gedanke.

Nachdem unsere Vermutungen im Trend Table bestätigt wurden, dass ein Richtlinienkatalog zur Bewertung von nachhaltigem Verhalten von Medien insbesondere im Bezug auf ethischen Journalismus erforderlich ist, ergreifen wir die gewünschte Initiative.

Natürlich maßen wir uns nicht an, zu beurteilen, was ethisch und moralisch korrekt ist. Daher möchten wir ein Forschungsprojekt mit der Hamburg Mediaschool und der Uni Florida durchführen, das diesen Aspekt beleuchtet.
Wir bieten Ihnen die Chance sich an dieser Initiative zu beteiligen und eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Als Auftakt planen wir Mitte November gemeinsam mit interessierten Kunden einen vertiefenden Workshop zu dem Thema. Neben der Konkretisierung von Erwartungshaltung und Forderungen von werbungtreibenden Unternehmen steht auf der Agenda die Entwicklung von konkreten Umsetzungsvorschlägen für einen Richtlinienkatalog. So wollen wir einen Beitrag leisten, um das nachhaltige Verhalten von Medien in Zukunft für die Mediaplanung bewertbar zu machen.

Es gibt ja Leute, die leben so einfach in den Tag hinein. Ohne den Gedanken was gestern war und was morgen kommt. Klingt eigentlich ziemlich relaxed und positiv. Das kann bei dem einen oder anderen auch funktionieren, doch eine Karriere bzw. Erfolg im Arbeitsleben ist damit theoretisch ausgeschlossen, da ja kein Ziel verfolgt wird. Dann gibt es wiederum Leute, die alles, aber auch alles durchgeplant haben. Wann bin ich mit der Schule fertig, was werde ich an welchen Unis studieren, was wird mein Job sein, wann heirate ich, wann bekomme ich ein Kind, welches Auto werde ich fahren, wo werde ich wohnen, was mache ich im Alter, wovon lebe ich dann. Wenn man den Gedanken weiterspinnt und diese Lebenseinstellungen auf Unternehmen überträgt, sieht es doch so aus, dass die Unternehmen, die sich über die Zukunft genug Gedanken gemacht haben bzw. machen und alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und sich somit früh genug auf morgen vorbereiten, deutlich wahrscheinlicher auch morgen noch bestehen werden. Unternehmen ohne klare Ziele und Innovationstrieb, bleiben auf der Strecke. Nur ist das gar nicht so einfach mit dem Vorbereiten auf morgen.

captainfuture1

In der Studie Global E-Tailing 2025 im Auftrag der deutschen Post, haben sich einige Experten Gedanken über mögliche Zukunftsszenarien gemacht.

Szenario 1:

Große Handelsunternehmen, die über wirklich jeden Kanal, also stationärer Handel und Online Vertrieb, ihre Produkte zu jeder Zeit und auf allen möglichen Geräten anbieten, sind weit verbreitet. Das klingt wie die heutige Situation, aber das stimmt nicht ganz. Noch ist es keinem Unternehmen gelungen Multi Channel im Gleichgewicht zu fahren. Entweder der Fokus liegt auf eCommerce oder Ladengeschäft. Beides in einem gleichmäßigen Verhältnis und das auch noch global aufzuziehen, ist bisher keinem gelungen. Man muss dabei sagen, dass die Studie davon ausgeht, dass eigentlich alles Online stattfindet, aber man im Ladengeschäft, das mittlerweile einfach nur ein Showroom ist, die Produkte ansehen und anfassen kann. Über beide Wege sind die Haupterfolgsfaktoren nur noch Produktpreis und Lieferbedingungen. Je günstiger und schneller, desto mehr. Macht Sinn aus meiner Sicht.

Szenario 2:

Etwas futuristischer ist die zweite Vorstellung der Zukunft. Es gibt eine sehr breite Mittelschicht, die nach Selbstverwirklichung strebt und damit auch sehr individuell einkauft. Der stationäre Handel setzt komplett auf Erlebniskauf, während Online nur noch total vereinfacht auf Masse setzt. Die Menschen nutzen unterschiedlichste Wearables, um Erlebnis und zum Abschluss zu gelangen. Dieses Szenario klingt zwar schön und wird vielleicht in einigen Märkten zu einem gewissen Grad so auch stattfinden, aber ganz ehrlich, eine breite Mittelschicht sehe ich in 10 Jahren noch nicht global.

Szenario 3:

Alle potenziellen Käufer sind mit Wearables wie Datenbrillen, smarte Kontaktlinsen, etc. aber auch intelligenten Häusern und Autos ausgestattet. Es ist eine digitale Gesellschaft entstanden, die eigentlich nur online einkauft. Der Kunde wird von virtuellen Händlern zum Kauf beraten. Dabei werden Angebote nach einzelnen Kundenprofilen abgerufen und in Echtzeit dargestellt. Der User muss nur noch akzeptieren und bekommt seine Ware am selben Tag geliefert. Auch eine futuristischere Darstellung.

Szenario 4:

Rohstoffe werden knapp, Finanzkrisen entstehen. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz sind Hauptentscheidungskriterien für User aber auch für das Bestehen von Unternehmen. Aufgrund der Knappheit werden Produkte eher getauscht als neugekauft oder man repariert bzw. bastelt selbst Lösungen. Hauptaugenmerk liegt also nicht mehr am Verkauf von Produkten sondern eher and der Beschaffung von Ersatzteilen und Reparaturservices. Diese Zukunft gefällt mir nicht so ganz.

Völlig egal welches Szenario tatsächlich stattfindet, eines ist ganz klar. Nur Unternehmen, die sich auf Innovationen einlassen bzw. weiterentwickeln und alle Möglichkeiten für deutlich individuellere Kaufwege und Prozesse vorbereiten, international, stationär und digital sehr gut aufgestellt sind, werden bestehen. Alle anderen werden verschwinden.

 

Wie Unternehmen mit Daten umgehen, haben wir ja bereits in einer vorherigen Folge von „Bscheid gsagt“ diskutiert. Heute aber wollen wir uns einen Einblick verschaffen, wie Dienstleister (Agenturen, Marktplätze, etc.) mit dem Thema Daten umgehen. In einem immer mehr automatisierten Markt, ähneln sich die Profile der Anbieter immer mehr. Jetzt müssen wir uns die Frage stellen: Welcher Partner im Markt kann welche Datenqualität zur Verfügung stellen?

mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid erklärt in der heutigen Folge von “Bscheid gsagt” welchen Einfluss Daten haben und welche Wertschöpfung sich aus der Qualität dieser Daten ableiten lässt.

Wird sich das Wettbewerbsumfeld für Agenturen grundsätzlich verändern? Schauen Sie doch einfach mal rein:

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.