Tag Archiv für "Mediennutzungsverhalten"

Im letzten Teil der Reihe zum Thema Mediennutzungsverhalten widmen wir uns der Parallelnutzung. Damit ist zumeist gemeint, dass neben dem Fernsehprogramm ein weiteres, digitales Medium genutzt wird. Das kann das Handy sein, der Laptop, der stationäre PC oder auch ein Tablet. Neben dem Begriff Parallelnutzung hört man auch oftmals das Wort Second Screen – eine klare Definition der beiden Begriffe hat IP Deutschland in der Studie „Kartografie von Bewegtbild 4“ gegeben:

Von Parallelnutzung spricht man immer, wenn neben dem Hauptscreen (Fernseher) ein weiterer Screen genutzt wird – egal ob zum Mails checken, shoppen oder recherchieren. Laut einer Studie der Sevenonemedia nutzen über 68% der Deutschen Medien parallel. Und wie nicht anders zu erwarten: Bei den jüngeren Zielgruppen der 14-29jährigen sind es sogar durchschnittlich 81%.

Von Second Screen spricht man, sobald der zusätzliche Screen in seiner Nutzung einen TV- oder Formatbezug hat. Beispiel: Im Fernsehen läuft Germany´s Next Topmodel und parallel dazu erfolgt ein Austausch zur Sendung über etwa Facebook oder Twitter. So genannten „talk of town“ Sendungen wie „Let´s dance“, „Superstar“, etc. rufen dabei eine besonders hohe Parallelnutzung hervor.

In der Werbung wird die Nutzung des Second Screen in einigen Kampagnen aktiv herbeigeführt, z.B. um Zusatzinformationen für den User bereit zu stellen, wie im Beispiel von Toyota:

Parallel1Fernsehsender wie z.B. RTL bieten zu ausgewählten Formaten Zusatzinfos – im Fall von RTL in der RTLInside App. Aber auch die öffentlich-rechtlichen Sender bieten hochwertigen Zusatzcontent auf dem Second Screen. So zum Beispiel gesehen während der WM in Brasilien: In der App gab es 20 frei wählbare Kameraperspektiven parallel zum Fernsehbild abzurufen.

Parallel2

Hier geht es zum Teil I – Mediennutzungsverhalten

Hier geht es zum Teil II – Mediennutzungsverhalten: Junge Zielgruppen

Hier geht es zum Teil III – Mediennutzungsverhalten: Mobile

Nachdem in Teil I und Teil II dieser Serie das Online Mediennutzungsverhalten analysiert wurde, möchte ich heute das mobile Nutzungsverhalten genauer unter die Lupe nehmen.

Das mobile Internet erreicht bereits eine breite Bevölkerungsschicht. Laut der letzten AGOF mobile facts 2014-I sind knapp 32 Millionen Unique User mit ihrem mobilen Device regelmäßig online. Dabei ist der Männeranteil mit knapp 55% noch etwas höher. Tendenziell ist die Nutzerschaft mit knapp 80% zwischen 14 und 49 Jahren eher jünger.

Basen: 112.184 Fälle (=70,33 Mio.) und 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User) in der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quellen: AGOF internet facts 2014-04 und AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights
Basen: 112.184 Fälle (=70,33 Mio.) und 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User) in der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quellen: AGOF internet facts 2014-04 und AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

 

Der durchschnittliche mobile Internetnutzer verfügt über hohe Bildung und ist mehrheitlich berufstätig.

Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights
Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

All das ist nicht weiter überraschend. Jüngere Männer haben tendenziell eine höhere Affinität zu technischen Produkten und damit zu Smartphones und Tablets. Fraglich ist nun: Nutzen User das stationäre Internet weniger auf Grund der mobilen Nutzung?

Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights
Basis: 42.230 Fälle (=31,77 Mio. Unique Mobile User in der deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren), Quelle: AGOF mobile facts 2014-I / plan.net Insights

Weniger als 20% der User nutzen das stationäre Netz weniger durch die Nutzung des mobilen Netzes. Somit sehen die meisten User das mobile Internet als eine Ergänzung zum stationären Surfen.

Dies erklärt sich mitunter durch die Art der Nutzung – mobile Devices sind häufig Wegbegleiter, die in Wartesituationen genutzt werden, um sich die Zeit zu vertreiben oder um unterwegs Infos, Orientierungshilfen etc, abzurufen.

Dabei unterscheidet sich das Nutzungsverhalten von Handies und Tablets, wie ein Blick auf die  Nutzung nach Tageszeit verrät. Das Mobiltelefon wird am stärksten von 17 bis 20 Uhr genutzt. Das Tablet hingegen wird ab 20 Uhr am stärksten genutzt. Tablets sind also Heimgeräte, wohingegen Handies mobile unterwegs genutzt werden und immer dabei sind.

Basis: Deutschland, 2.084 Mitglieder des TFM-Netzwerks bzw. 459 iPad-User im des Netzwerk von TFM-Netzwerks; Quelle: Tomorrow Focus Media, Mobile Effects 2013-II und 2014-I / plan.net Insights
Basis: Deutschland, 2.084 Mitglieder des TFM-Netzwerks bzw. 459 iPad-User im des Netzwerk von TFM-Netzwerks; Quelle: Tomorrow Focus Media, Mobile Effects 2013-II und 2014-I / plan.net Insights

Im ersten Teil dieser kleinen Reihe zum Mediennutzungsverhalten habe ich über die Entwicklung der einzelnen Medien berichtet.

Heute möchte ich zusätzlich zum ertsen Teil das Mediennutzungsverhalten im Tagesverlauf unter die Lupe nehmen. Das klassische Modell der TV Prime-Time funktioniert nach wie vor. Abends ab 19.00 Uhr versammelt sich Durchschnitts-Deutschland vor dem Fernseher.

Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14+ Jahre, MK 2005 Deutsche, MK 2010 deutschsprachige Bevölkerung Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights
Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14+ Jahre, MK 2005 Deutsche, MK 2010 deutschsprachige Bevölkerung
Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights

Die gestrichelte Linie zeigt die kumulierte Mediennutzung über alle aufgeführten Medien im Tagesverlauf. Der Ausschlag in der Prime-Time ist vornehmlich auf TV zurückzuführen.

Auch hier lässt sich in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 29-jährigen ein Wandel erkennen. Das Mediennutzungsverhalten steigt zwar ebenfalls im Lauf des Tages an, jedoch ist der Ausschlag von TV in der Prime-Time nicht annähernd so deutlich wie in der Gesamtbevölkerung.  Vielmehr spielt auch hier das Medium Online eine deutlich höhere Rolle. Für dieses geringere Interesse am Fernsehen gibt es nicht die eine Begründung. Vielmehr ist es ein Sammelsurium: Manche nutzen das Internet parallel zum Fernsehen, andere haben kein Interesse an laufenden TV-Sendungen und stellen sich das Programm über das Internet lieber on-demand zusammen. Wieder andere vertreiben sich die Zeit Abends lieber in sozialen Netzwerken oder spielen Online Games.

Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14-29 Jahre, deutschsprachige Bevölkerung Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights
Basis: ¼-Std-RW im Tagesablauf, BRD gesamt, Mo-So, 5-24 Uhr, 14-29 Jahre, deutschsprachige Bevölkerung
Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2010 / plan.net Insights