Tag Archiv für "Mediaplanung"

Die Werbebranche hat in den vergangenen Jahren etwas von ihrem Glanz verloren: Einerseits leben wir in einer Konsumgesellschaft und kaufen gerne neue Dinge, andererseits sind wir unzufrieden deswegen, denn schließlich wissen wir, dass Geld und Gegenstände allein nicht glücklich machen. Dennoch sollen uns Werber dazu bringen, noch mehr zu kaufen.

Dass es dennoch sehr spannend sein kann, in der Werbebranche zu arbeiten, dass das Aufgabenspektrum deutlich mehr hergibt, als bunte Anzeigen und TV-Spots zu erstellen, und wie genau es bei der mediascale intern aussieht, erklärt Wolfgang Bscheid in einer neuen Folge von Bscheid gsagt:

 

Der Kundenberater ist die direkte Anlaufstelle für den Kunden in der Agentur und steht ihm bei allen Fragen und Wünschen mit Rat und Tat zur Seite. Am besten lassen sich die Aufgaben eines Kundenberaters darstellen, wenn wir den Zyklus eines Kunden-Geschäftsjahres betrachten:

 

Startschuss ist das Media-Briefing für ein neues Geschäftsjahr:

Auf Basis des Media-Briefings wird die Strategie für das neue Geschäftsjahr erarbeitet.
Sollte der Kunde kein Budget vorgeben, ist einer der ersten Schritte die Ableitung des idealen Budgets. Wird der Kunde auch im Offline-Bereich bei uns im Haus betreut, erfolgt in Zusammenarbeit mit den Offline-Kollegen die Ermittlung der optimalen Budgetverteilung innerhalb der Medien.

Steht das Online-Budget fest, folgt die Selektion der relevanten Kanäle wie bspw. Desktop, Mobile, Bewegtbild oder Social Media und die Erarbeitung einer überzeugenden Strategie inkl. neuer Kampagnenideen.

 

Strategie freigegeben? – Los geht’s:

Nach Freigabe, startet der Countdown für die erste Kampagne. Das heißt für den Kundenberater, die Detailplanung der Kampagne unter Berücksichtigung der vereinbarten Mediaziele vorzunehmen.

Abhängig vom gewünschten Kampagnenziel und der Budgetvorgabe wird zuerst eine Format- und Platzierungsauswahl getroffen. Wurden mit dem Kunden schon mehrere Kampagnen umgesetzt, bedient man sich bei der Selektion zumeist an vorhandenen Erfahrungswerten. Setzt man zum ersten Mal eine Kampagne um oder geht es um eine neue Zielgruppe, werden Markt-Media-Studien wie die digital facts der AGOF zu Rate gezogen. Im nächsten Schritt tritt der Kundenberater mit den Vermarktern in Kontakt, holt Angebote ein, prüft und vergleicht diese und verhandelt bei Bedarf nach. Letztendlich werden die passenden Platzierungen ausgewählt und der Mediaplan erstellt.

Ist der Mediaplan mit dem Kunden abgestimmt und freigegeben, startet die Kampagnenvorbereitung.
Dazu gehört auch das Erarbeiten von Kreativtestings gemeinsam mit Kunden und Kreativagentur, um verschiedene Layout- oder Kreationsansätze zu testen und die Werbemittel fortlaufend zu optimieren.

Während einer Kampagne steht der Kundenberater im regelmäßigen Austausch mit dem Kunden, um ihn über die Performance zu informieren. Außerdem ist er für die Optimierung der Kampagne verantwortlich, denn: Unter Berücksichtigung der vorab definierten KPIs soll der bestmögliche Output erzielt werden. Daher werden wenn nötig schlecht performende Platzierungen gestoppt und Budgets zu besser laufenden Umfeldern geshiftet.
Diese Learnings werden direkt bei der Planung der nächsten Kampagne berücksichtigt.

 

Das Geschäftsjahr des Kunden neigt sich dem Ende zu? – Zeit für einen Rückblick:

Zur Vorbereitung auf das nächste Geschäftsjahr und als Grundlage für die neue Strategie wird zum Ende eines jeden Geschäftsjahres ein Review-Termin vereinbart.  Dafür werden alle umgesetzten Kampagnen dokumentiert und die Ergebnisse in Form einer Präsentation aufbereitet, um aufzuzeigen, was besonders gut und was nicht so gut gelaufen ist. Aus allen diesen Punkten werden die Learnings für das neue Geschäftsjahr gezogen.

 

Review-Termin vorbei und Learnings gezogen? Zeit für das neue Media-Briefing!

Mit neuem Media-Briefing beginnen die Vorbereitungen für das nächste Geschäftsjahr. Und so beginnt der Zyklus von neuem!

Außerhalb des Kampagnenzyklus gibt es noch viele weitere Aufgaben. Dazu gehört zum Beispiel das Thema Wettbewerbsbeobachtung und das Evaluieren neuer Trends, um den Kunden zu jeder Zeit auf dem Laufenden zu halten und ihn über neue Möglichkeiten in der Online Welt zu informieren.

Neben der Arbeit für den eigenen Bestandskunden, gehört zum Aufgabengebiet eines Kundenberaters auch die Erstellung von Planungen für Neukunden. Dies ist eine besonders spannende Aufgabe, da man immer wieder mit Kunden aus verschiedensten Branchen und mit unterschiedlichen Zielgruppen in Berührung kommt.

Bei dieser Fülle an Aufgaben wird es einem Kundenberater auf jeden Fall nicht so schnell langweilig, denn er weiß nie, welche spannenden Projekte als nächstes bevorstehen.

Das bevorstehende Ende von Flash als bevorzugtes Mittel und Zweck zur werblichen Darstellung digitaler Inhalte scheint beschlossen. Seit Wochen schon wird sich dieses Themas angenommen und die Köpfe in mancher Kreativ- und Produktionsagentur dürften bereits dunkle Rauchzeichen von sich geben. Nun könnte man unter medialen Aspekten entspannt auf die Dinge schauen, wäre da nicht die Schnittstellenfunktion hin zur Mediainventarseite. Denn komplexere (zu Deutsch „längere“) Set Up Prozesse können die eine oder andere Planung gehörig durcheinander wirbeln. Mittelfristig dürfte das Leben jedoch einfacher werden, da ein einheitlicher Standard auf Desktop und Mobile Devices Zeit und Nerven schonen wird. Aber der Reihe nach.

Der Anfang vom Ende begann mit einem angenagten Apfel und dem Siegeszug seiner Produkte, denen die Flash-Kompatibilität dank gehöriger Ressentiments seines inzwischen verstorbenen Gründers nicht in die Wiege gelegt wurde. Flash war auf iPhone und iPad somit ohnehin schon ein Fremdkörper. Da der Anteil der mit diesen Endgeräten surfenden Spezies zwar nicht unendlich hoch, die Zielgruppe aber werblich durchaus attraktiv (zu Deutsch „betucht) ist, gab es schon seit längerem die Fragestellung, hierfür eigene Formate in HTML 5 zu bauen oder seine GIFs ein wenig zu hübschen. So oder so, die Dominanz von Flash begann zu bröckeln.

Bei allen Nachteilen dieses Formats (und damit meine ich nicht nur unlängst entdeckte Sicherheitslücken) gab es jedoch einen unschätzbaren Vorteil: Die weitestgehende Homogenität und klaren Spezifikationen, deren Einhaltung nur ganz unausgeschlafene Pixelschubser auch nach Jahren noch Probleme bereitete. Verglichen damit ist die neue HTML 5 Welt der Wilde Westen und das Abstecken der Claims (zu Deutsch „Standards“) eher ein Glücksspiel. Deswegen hieß es auch lange Zeit: HTML5? [„Fününü“], ist so schwierig [„Schluchz“], werden die Werbemittel bis zu 5 GB groß [„Heul“] und so weiter, und so weiter.

Bei einem Kunden-Workshop vor gut einem Jahr wagte ich jedoch schon mal die steile These, dass HTML5 in 1-2 Jahren Flash ablösen wird, was seitens des Kreativen (Martin, du erinnerst dich) vehement auf 3-4 Jahre vertagt wurde. Zugegeben, dass eine häufig genutzte Alphabet-Tochter mit einer simplen Ankündigung den Prozess beschleunigt hat, war eher ein Glückstreffer für meine visionäre Kredibilität. Dennoch war der Wechsel überfällig und ist begrüßenswert. Denn er schafft wieder Klarheit durch Vereinheitlichung. Und siehe da, plötzlich kamen OVK-Richtlinien nicht mehr nur gebückt um die Ecke (zu Deutsch „auf mehrfache Nachfrage“), die Dateigrößen atomisierten sich geradezu von irgendwas mit vielen Nullen auf 80-200KB für Standards und nun war doch nicht mehr alles ein ganz schlimmes Desaster.

Natürlich ist der Transformationsprozess holprig, bekommt man die Formate nicht mehr ganz so klein, muss man immer wieder erklären, warum man immer noch Fallbacks braucht, aber das alles nehme ich gerne in Kauf und wünsche mir nur eins: Alles, bloß kein Flashback!

Wie arbeiten eigentlich unsere Kollegen von der klassischen Mediaplanung? Drei Monate lang habe ich bei den Kollegen von Mediaplus Offline-Luft geschnuppert und durfte viele unterschiedliche Aufgaben kennenlernen. Von A wie Außeneinsatz (Dreh eines Vox-Pops) bis hin zu Z wie Ziehen der Nielsen-Zahlen (Wettbewerbsanalysen) war alles dabei. Ich habe so viele Eindrücke mitgenommen, dass ich gar nicht auf alle Details eingehen kann. Aus diesem Grund möchte ich mich gerne auf drei wesentliche Erkenntnisse konzentrieren. Damit diese richtig eingeordnet werden, ist es wichtig zu wissen, dass meine Arbeitsbereiche schwerpunktmäßig in der Tageszeitungs- und in der Radioplanung gelegen haben.

Erkenntnis 1: Wahnsinn, wie viele verschiedene Tools es gibt!

Bei den Kollegen der klassischen Medien wird für jedes Medium ein separates Tool genutzt. Im Wesentlichen wird bei der Radioplanung auf die Software RadioXpert und bei der Planung der Tageszeitungen auf das GTI-Tool zurückgegriffen, sowie es für Planung in TV, Publikumszeitungen und Out-of-Home ebenfalls individuelle Tools und Studien gibt. Im Kern besteht der Aufbau der Tools darin, dass der Planer für eine ausgewählte Zielgruppe die Verbreitungsgebiete der jeweiligen Vermarkter betrachtet und die passenden Titel, Sender etc. auswählt, die zur Erreichung des Kampagnenziels am besten geeignet sind. Dies könnte zum Beispiel die möglichst effiziente Abdeckung eines bestimmten Gebiets sein oder das Erzielen einer hohen Nettoreichweite. Die zugehörigen Leistungswerte (TKP, GRP, Nettoreichweite etc.) können ebenfalls ausgewiesen werden und dienen als Planungsgrundlage.

Erkenntnis 2: Wenn die Kampagne läuft, läuft sie!

Ein weiterer Unterschied zu den digitalen Medien bezieht sich auf die Kampagnensteuerung und nimmt einen wesentlichen Einfluss auf den Arbeitsalltag. Worin liegt nun der große Unterschied? Ganz einfach, wenn die Kampagne geplant und die Anzeigen gedruckt bzw. die Spots gelaufen sind, kann der Planer auf den Flight keinen Einfluss mehr nehmen. Ist eine Kampagne erst einmal live, können keine Eingriffe bzw. Optimierungen mehr vorgenommen werden.  Eine regelmäßige Überprüfung der Kampagnenauslieferung, Optimierung der Platzierung, Justierung der Werbemittel und Motivlinien unter Berücksichtigung der relevanten Kampagnen-KPIs wie CTRs, CPOs etc. fallen für den klassischen Mediaplaner weg. Für die Offliner zeichnen sich Optimierungsmöglichkeiten meist nach Abschluss einer Kampagne ab, wobei die klassischen Kampagnen i.d.R. keinen direkten Rückkanal haben und somit eine Bewertung deutlich schwieriger ist.

Erkenntnis 3: Targeting und Offline? – Wir Onliner sind ganz schön verwöhnt!

Zwar war mir wohl bewusst, dass die Targeting-Optionen in der klassichen Mediaplanung im Vergleich zur Online-Welt eingeschränkter sind, doch bei meinem Ausflug in die Offline-Welt wurde mir erst deutlich vor Augen geführt, auf welcher breitgefächerten Targetingklaviatur wir Onliner doch spielen können: Alterstargetings, Betriebssystemtargetings, Interessentargetings, Regiotargetings etc. und darüber hinaus die Profiltargetings unseres hauseigenen Targeting-Tools NE.R.O..

Bei den Offlinern habe ich aber auch zwei Möglichkeiten kennengelernt, TV-Werbung regional auszustrahlen, die relativ neu ins Angebot zweier großer TV-Vermarkter aufgenommen wurden. Die erste besteht darin, einen Promotionspot des Senders mit einem regional-spezifischen Spot zu überblenden und die zweite eine national ausgestrahlte TV-Kampagne durch einen speziellen regional angepassten Alternativspot der selben Kampagne zu ersetzen. Das klingt zunächst einmal nach einer spannenden Erweiterung  der Targeting-Möglichkeiten allerdings kommt noch ein dickes Aber:

Bevor die Möglichkeiten der Überblendungen für alle Haushalte, die im Besitz einer Mattscheibe sind, genutzt werden können, müssen noch ein paar technische Hürden genommen werden. Denn noch schränkt die gegebene Infrastruktur den Handlungsspielraum stark ein. Während alle Haushalte, die über ein Kabel SD-Signal verfügen, bereits erreicht werden können, folgen die Kabel HD Haushalte sukzessiv. Alle Satellit, IP-TV und digital terrestrisch nutzenden Haushalte bleiben jedoch noch außen vor. Eine weitere Einschränkung ist mit der Voraussetzung verbunden, dass der regional auszuspielende Werbespot identisch mit der Länge des Promotionspots des Senders bzw. des nationalen Werbespots zu sein hat.

Lange Rede kurzer Sinn: Während sich die Targeting-Optionen in der schnelllebigen Onlinewelt rasant weiterentwickeln und sehr vielfältig sind, kommen die „Entwicklungssprünge“ in der Klassik etwas gemächlicher daher.

Fazit:

Meine Zeit bei der Mediaplus war schön und lehrreich. Sie hat mir definitiv dabei geholfen, eine Vorstellung von der Arbeit der Kollegen und Kolleginnen aus der klassischen Mediaplanung zu bekommen. Darüber hinaus halte ich dieses Modell des Austauschs für eine gute Möglichkeit, auch die Menschen, die in der Mediaplus arbeiten, besser kennenzulernen und zwar auf eine Art und Weise, wie es in der alltäglichen agenturübergreifenden Zusammenarbeit vermutlich nicht möglich wäre. Insofern sehe ich in dem Modell eine gute Chance, die Zusammenarbeit zu vereinfachen und den Integrationsgedanken zu unterstützen. In diesem Sinne, danke Mediascale und danke Mediaplus.

So, das war es. Ich bin dann mal off…äh…online.

Ich durfte vor nicht allzu langer Zeit den Ausführungen des wohlgenährten Reiner Calmund beiwohnen, der in einer kurzen Geschichte zu fast allem folgendes Zitat an die Wand warf:

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“

Dieses stammt von Sokrates (nein, nicht der Abwehrspieler von Dortmund sondern dem Echten) und dürfte insofern auch den weniger belesenen Menschen verwundern, da der gute Mann bereits viele Jahrhunderte vor sich hin modert. Warum erzähle ich das? Weil es einen unerklärlichen Hang dazu gibt, sich überproportional mit einer Gruppe potenzieller Kunden, Mitarbeiter, Kollegen zu beschäftigen, die man per se über einen Kamm schert, um sie leichter greifbar zu machen. Dies geschieht dann vielleicht aus dem simplen Grund der eignen Überhöhung (ich bin der Weisere) oder der Trauer über den Verlust der eigenen Jugend. Vereinfachungen finden wir ja auch gerne in fehlgeleiteten Bewegungen, die sich um mutmaßliche  Überfremdung sorgen, man hat in Deutschland Erfahrung mit sowas.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier bei LEAD digital.

Es gleicht mitunter der Suche nach dem Gral, einem Perpetuum Mobile oder dem Geheimnis ewiger Jugend. Gemeint ist der ständige Drang, scheinbar neue Ansätze zu finden, die als Universalheilmittel alle Problem lösen. Diese systemimmanenten Arzneien heißen dann Viralspots, Native Ads oder seit neustem Content Marketing. Nun ist an den Arzneien als solches nichts auszusetzen. Ich habe ja auch nichts gegen Aspirin oder vergleichbare Produkte. Ich sollte mir aber sehr wohl im Klaren darüber sein, dass jenes Produkt der Leverkusener Werkself eben nur gegen Kopfschmerzen hilft, nicht jedoch gegen Juckreiz, Doppelkinn oder Hinkebein. So banal diese Feststellung, so  einfach im Grunde auch der Übertrag zum Content Marketing. Es gibt sicherlich kommunikative Herausforderungen, die über eine Contentstrategie eher mittel- bis langfristig ideal gemeistert werden können, die zudem einen User involvieren, emotional binden und somit langfristig zum loyalen Kunden entwickeln. Es kann aber sicherlich keine Blaupause sein, die für jedes Unternehmen greifen kann.

Denn wir haben noch nicht über die Risiken und Nebenwirkungen gesprochen, die mit einer allzu großen Fokussierung einhergehen können. Da wäre zu nennen, dass Content Marketing Ressourcen verschlingt, die gegebenenfalls woanders fehlen.

Um nicht missverstanden zu werden: Eine übergreifende Strategie zur Unternehmenskommunikation die von HR über PR bis zur Werbung und Produktpromotion greift, fällt hier nicht drunter, auch wenn sie die notwendige Basis aller Inhaltserzeugung- und verwertung sein muss.

Grundsätzlich gilt: Je komplexer die Sache wird, desto mehr lohnt sich eine Investition in das Vermitteln übergeordneter Zusammenhänge. Darüber ist es thematisch nicht immer angebracht zu glauben, aus allem und jedem eine für den User spannende Geschichte kreieren zu können. Es gibt Produkte, da werde ich ob deren Banalität nur mit viel Poesie weiterkommen. Zu guter Letzt muss noch die Budgetkelle geschwungen werden. Denn von alleine fliegen Inhalte selten und bedürfen zumeist einer medialen Anstoßkette. Die Investitionen in Content und medialer Bekanntmachung kann sich aber nur leisten, wer entweder genug Budget zur Verfügung hat, um sein Bestandsgeschäft parallel direkt kommunikativ unterstützen zu können oder parallel einen langen Atem hat und kurzfristige Dellen im Absatz aussitzen kann. Im Idealfall hat man beides. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass nur eine überschaubare Zahl an Geldspeichern vorhanden ist, die zeitgleich von Hütern mit dem Glauben an das Gute und Nerven wie Drahtseile bewacht wird.

Es sei noch erwähnt (und ich werde nicht müde es genauso herunter zu beten, wie die Themen sisyphusesk immer wieder als Stein zum Gipfel der Wahrnehmung gerollt werden), dass wir hier nicht über eine Erfindung des Jahres 2013 sprechen, sondern solche Strategien schon vor Jahren mit Kunden umgesetzt haben. Das Fazit damals wie heute: Kann funktionieren/sinnvoll sein,  muss aber nicht!

Es war der sonst oftmals dröhnenden Fachpresse nur eine Randmeldung wert, aber irgendwie waren wohl Nutzungszahlen zu Webradio, das Ende der Sponsored Stories bei Facebook oder der Wunsch von Frau Mayer nach mehr Content schmeichelhafter für das redaktionelle Auge als die Übernahme von plista durch WPP/Group M.

Auf den ersten Blick hat sich hier auch nichts Gravierendes geändert, schließlich sind Übernahmen (oder das Ausschlagen von drei Mrd. Dollar) eher ein gewöhnlicher Vorgang. Auf den zweiten Blick wirft dieser Schritt aber durchaus ein paar Fragen auf, die nicht vollkommen unerheblich für die Medienlandschaft sind. Geht es doch darum, dass eine neutrale Werbeplattform (inklusive einer dahinterliegenden Datenerhebung!) im unmittelbaren Einflussbereich eines keineswegs neutralen Marktpartners gerät.

Dieser Vorgang ist so nicht einmalig, denn es gibt bereits ähnliche Fälle. Nehmen wir den Kauf von Adscale durch Ströer Digital. Hier gab es ebenfalls eine Übernahme, welche in der Folge – wenn sie konsequent zu Ende geführt wird – nicht darin münden kann, dass Adscale als hundertprozentig neutraler Marktteilnehmer bestehen bleibt. Ich muss da auch nicht mit dem Finger allzu sehr auf andere zeigen. Schließlich ist mediascale Teil der Serviceplan-Gruppe und somit nicht eigenständig. Unser Bewegungsspielraum in dieser Konstellation ist durchaus opulent, aber definitiv nicht grenzenlos.

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier bei LEAD digital.

Jedes Jahr das gleiche: „Last Christmas“ läuft in endlosen Schleifen durch die Äther (wann greift hier mal der Staat ein!?!), an Lebkuchen hat man sich schon seit Ende August satt gefuttert und dann noch dieser Stress. Wobei ich nicht die private, oft verzweifelte Hatz nach Geschenken meine, sondern eher die beruflichen Aufgaben: Jahresplanung (häufigste Nebenwirkung: Deadline-Panik), Jahresabschluss (häufigste Nebenwirkung: Dezemberfieber), laufende Weihnachtsflights (Nebenwirkung s. Jahresabschluss) und dann ist da ja noch diese unsägliche KW 52.

Sie kommt so sicher wie Weihnachten und ebenso sicher kommt die Frage: Wie lautet die mediale Empfehlung (unabhängig von einem verschleppten Dezemberfieber)? Die Voraussetzungen für E-Commerce sind ja grundsätzlich günstig. Viele Leute sind daheim und kommen dank diverser Schlemmereien und damit verbundener mentaler Adipositas kaum noch von der Couch. Diejenigen, die nicht gerade im Urlaub sind oder noch schnell heiraten (aus Liebe selbstverständlich und nicht wegen der Steuer) haben Zeit, sich dem ungezwungenen Konsum hinzugeben, Gutscheine einzulösen oder auch einfach nur Geld zu verjubeln. Doch nicht immer geht die Rechnung auf. Denn während SEA als Kanal häufig in der direkten Konvertierung gut funktioniert (u.a. aufgrund oben beschriebener Effekte), werden bedürfnisweckende Maßnahmen rund um Display & Co. häufig eher zu ernüchternden und direkt messbaren Ergebnissen führen. Denn was nicht eh schon auf der Wunschliste steht, kommt nicht sofort in den Warenkorb.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier bei LEAD digital.

Eine durchdachte Mediaplanung ist Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg einer Online-Kampagne. Neben wichtigen Informationen wie Laufzeit und Budget müssen insbesondere Zielgruppe, Kampagnenziel und etwaige Targeting-Kriterien bekannt sein, da dies die Auswahl der relevanten Umfelder und Werbemittel entscheidend beeinflusst.

Sind alle Rahmendaten bekannt, ist zunächst eine Vorauswahl der zu berücksichtigenden Platzierungen zu treffen. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

1. Markt-Mediastudie

Insbesondere bei Initialplanungen ist eine Zielgruppenanalyse über die AGOF sinnvoll: Passende Platzierungen können hinsichtlich Affinität oder Reichweite über eine Rangreihe abgebildet werden. Allerdings sind die gelisteten Vermarkter nicht vollständig, so fehlen etwa wichtige Umfelder wie Facebook, YouTube, Amazon etc. Ergänzend sollten daher weitere Analysetools herangezogen werden, hier bieten sich z.B. IVW, Google Ad Planner und Alexa an.

 2. Konkurrenzbetrachtung

Über Tools wie Nielsen AdRelevance oder die Nielsen Online-Werbestatistik kann das Werbeverhalten von Wettbewerbern in Erfahrung gebracht werden. Allerdings weisen diese Tools nicht zu vernachlässigende Unschärfen auf, da die Daten anhand von Crawlern erfasst und extrapoliert werden oder auf Meldungen von ausgewählten Vermarktern beruhen.

3. Erfahrungswerte

Letztendlich spielen auch Erfahrungswerte eine tragende Rolle. Platzierungen, die in vergangenen oder vergleichbaren Kampagnen gute Leistungswerte erzielten, kommen natürlich auch für weitere Kampagnen infrage.

Glossar_Mediaplanung_Grafik

Ist die Vorauswahl einmal getroffen, erfolgt die konkrete Platzierungsauswahl anhand unterschiedlicher Selektionskriterien:

1. Wirtschaftlichkeit

Insbesondere bei Performance-Kampagnen spielt die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Belegungen eine große Rolle: Der Fokus wird vornehmlich auf Standard-Werbemittel oder Bild-Text-Kombinationen gelegt, bei welchen die Kommunikation von Produktangeboten im Vordergrund steht. Die Buchung erfolgt hier vornehmlich auf CPC- oder LowTKP-Basis und tendenziell in kostengünstigen Channels oder Netzwerken, hier ist also auf ein möglichst günstiges Preis-/Leistungsverhältnis zu achten.

Handelt es sich um eine Image-Kampagne, stehen großflächige bzw. aufmerksamkeitsstarke Formate im Vordergrund, die zumeist auf TKP-Basis oder als Festpreis in affinen Umfeldern belegt werden. Dabei ist insbesondere bei Festpreis-Modellen die Relation von Kosten und garantierter bzw. zu erwartender Reichweite wichtig.

2. Targeting-Optionen

Manche Vermarkter haben nur eingeschränkte Möglichkeiten im Bereich Targeting. Daher ist vorab unbedingt zu klären, ob die benötigten Targeting-Kriterien auch umsetzbar sind. Hierzu gehören beispielsweise demographische oder regionale Aspekte.

3. Thematik / relevanter Content

Platzierungen sollten passend zur Zielsetzung eingeplant werden: Insbesondere bei spitzen Zielgruppen ist die Planung auf thematisch passende Umfelder auszurichten, während die Kampagne bei einer breiten Zielgruppe eher im generischen Umfeld platziert werden kann.

 4. Verfügbarkeit

Wichtig ist, dass bei den einzelnen Belegungen ausreichend Verfügbarkeiten gewährleistet sind, damit das gebuchte Mediavolumen bis zum geplanten Kampagnenende ausgeliefert wird und zugleich ein ausreichender Werbedruck aufgebaut werden kann. So sollten z.B. Einzelseiten, die nicht allzu oft aufgerufen werden, eher innerhalb eines Channels oder Netzwerks gebucht werden.

Auch saisonal bedingte Lieferengpässe, wie etwa in der Vorweihnachtszeit, sind zu berücksichtigen.

Stehen die relevanten Platzierungen fest, ist bei der Planung auf eine sinnvolle Budgetverteilung zu achten: Sofern Erfahrungswerte vorliegen, sollten neben Bestperformern auch Testplatzierungen mit einer validen Fallzahl an Ad Impressions bzw. Clicks berücksichtigt werden, um eine fundierte Bewertung zu gewährleisten.

Bei TKP-Platzierungen ist zudem ein Frequency Capping wichtig, bei CPC-Rotationen kann dies indes vernachlässigt werden. Außerdem sollten auf Motivebene nicht zu viele Werbeformate eingeplant werden, damit die Kreationskosten im Verhältnis zu den Mediakosten nicht zu hoch ausfallen. Die Laufzeiten der einzelnen Belegungen sind zudem so auszulegen, dass der Werbedruck weder verpufft, noch zu hoch ist.

Schlussendlich stellt sich die Frage, ob man nah an die Zielgruppe herantreten möchte, oder Streuverluste in Kauf nimmt. Je spezifischer die Planung, desto höher der durchschnittliche TKP. Wird die Planung eher generisch gehalten, steigen die Streuverluste, es kann aber günstiger eingebucht werden.

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