Tag Archiv für "Liquid Democracy"

Heute werfen wir mal wieder einen Blick in die Zukunft und mischen uns ein bisschen in das Thema Politik und Internet ein: Wie genau können wir uns in 2022 Demokratie noch vorstellen? Liquid Democracy war auch schon im letzten Jahr zur re:publica ein spannendes Thema und beschäftigt sich mit einer neuen, zukunftsorientierten Form der Demokratie. Im Zeitalter der Online-Welt haben wir unsere Experten gefragt, ob das Internet in Zukunft auch als Instrument politischer Willensbildung dienen wird?

85 Prozent unserer Experten sind sich bei dem Thema einig, aber da war doch auch mal was mit Piraten und Computerspielen? Viel Spaß beim Lesen.

Harald Kratel

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Mit dem Internet hat man ein sehr machtvolles Instrument, um ganz schnell und unaufhaltsam „Stimmung“ zu machen. Wer das am besten beherrscht, wird sehr machtvoll sein. Aber die Menschen werden lernen, was sie glauben können und wo sie beeinflusst werden sollen.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Definitiv ja. Die Meinung dazu muss ich mir erst noch bilden. Grundsätzlich finde ich die Entwicklung sympathisch. Ein bisschen Befürchtungen aber habe ich, dass wir durch zu viel Aktionismus im Netz eine oberflächliche Instant-Politik bekommen, die von der Geschwindigkeit getrieben wird und sich nicht intensiv und ernsthaft genug mit wichtigen Fragen beschäftigt.“

Alexander Erlmeier

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Nein, die politische Willensbildung der Massen wird weiterhin von großen meinungsbildenden Publishern geprägt und fortschreitendem Desinteresse flankiert. Hier ist Technologie und die damit verbundene Möglichkeit zur politischen Partizipation leider kein Mittel gegen die zunehmende Desillusionierung der Massen aufgrund des Machtzuwachs der politischen, kulturellen und v.a. vermögenden Eliten.“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „Ach so – da gab’s mal diese Piraten und all so was. Vorbei. Aus die Maus. Zumindest das Interesse daran.“

Doris Eichmeier

Doris Eichmeier (Content-Strategin): „Generell halte ich viel davon, allerdings zu strenge Regeln. Wer den Umgang mit neuen Medien gut beherrscht, kann auch manipulieren, Macht ausbauen und ausüben. Es entstehen im Web neue gesellschaftliche Mechanismen, die erst erforscht und erkannt werden müssen, um die demokratischen Strukturen zu sichern und das Web dazu optimal nutzen zu können.“

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „Ja, das Internet, Netzwerke und Collaboration Tools werden die Art, wie Entscheidungen getroffen werden, verändern. Jugendliche haben das in den letzten 10, 20 Jahren über Computerspiele gelernt – Gruppen zu bilden, Strategien umzusetzen, Aufgaben zu verteilen und als Team zusammenzuhalten. Ja, ich spiele gern und bin dabei.“

Thomas Hohenacker

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „Ja,  und das finde ich gut, Online Democracy…“

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Tendenziell ja, aber nicht so intensiv wie in undemokratischen Ländern. Grundsätzlich ok.“

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Die totale Basisdemokratie. Abgeordnete werden zum Transmitter jeder Entscheidung, die in Real Time von allen Bürgern getroffen wird. Faszinierender und gleichzeitig erschreckender Gedanke.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Ja sicherlich. Ich denke, das ist nur eine ganz natürliche Entwicklung.“

Torsten Ahlers
(CEO, Next Audience): „Es wird dazu beitragen, und die Meinung von Freunden bekommt einen noch größeren Stellenwert.“

In der nächsten Folge lesen Sie: Würden Sie lieber in der Welt von 2022 aufwachsen?

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