Tag Archiv für "Klickbetrug"

 

Betrug und Betrugsversuche im Bereich der Online-Werbung sind in Deutschland kein wirklich neues Problem. Darauf haben wir in diesem Blog schon häufiger hingewiesen. Leider schwappt diese Entwicklung gerade in die Online-Videowerbung hinüber, wie auch die Kollegen von Horizont vor kurzem festgestellt haben. Das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen ist der Bewegtbildbereich für Betrüger attraktiver, weil hier die TKPs im Schnitt weitaus höher liegen als im Displaybereich. Parallel ist die Nachfrage im deutschen Markt zwar gross, aber das Angebot begrenzt.

©everythingpossible via Fotolia.com
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Bisher kommt das Gros von wenigen großen Videovermarktern wie YouTube, IP Deutschland und SevenOneMedia. Diese können viel eigenes und gleichzeitig gut kontrolliertes Inventar anbieten. Doch durch das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verspüren die deutschen Publisher keinen allzu großen Drang, sich dem programmatischem Handel stärker zu öffnen. Werbungtreibende, die Bewegtbild über automatisierte Plattformen einkaufen wollen, stossen dann schnell auch mal auf Content aus anderen Ländern.

Dort, aber nicht nur dort, versuchen Betrüger dann falsches Inventar unterzumogeln: Da findet man zum Beispiel Websites der öffentlich-rechtlichen Sender im Angebot, die eigentlich werbefrei sind und somit gar nicht buchbar sein sollten. Oder kleine Seiten mit geringer Reichweite, die auf einmal Millionen von Video-Impressions haben sollen. Dass diese Angebote überhaupt in die Systeme kommen, liegt an einer viel zu laxen Qualitätskontrolle der Plattformen, die im Kampf gegen Wettbewerber lieber viel Quantität bieten und allzu aufwändige manuelle Kontrollen scheuen. Aber auch die Einkäufer selbst lassen bei der Suche nach dem günstigsten Preis manchmal den wichtigsten Faktor außer Acht – die Qualität des Umfelds.

Gerade eine immer stärker automatisierten Marketingwelt benötigt Agenturpartner, die Qualitäts- und Plausibilitätskontrollen durchführen. Wir erwischen damit vielleicht nicht jeden Betrüger, aber derzeit trotzdem noch zu viele.