Tag Archiv für "Kampagne"

Es gibt sie endlich tatsächlich: Kampagnen mit Third-Party-Daten existierten bisher vor allem in den Fachvorträgen internationaler Werbedienstleister, nicht aber auf dem deutschen Onlinewerbemarkt. Die Infrastruktur aus Adservern, Data Manangement und Demand Side Plattformen war zwar vorhanden, es fehlten jedoch die Datenlieferanten, um einen Markt entstehen zu lassen.

Das ändert sich gerade und so stehen Werbekunden vor der Frage, was sie beim Einsatz von zugekauften Datenpaketen zu beachten haben, damit sich hohe Erwartungen nicht gleich wieder in große Enttäuschung verwandeln. Da können wir helfen! Hier finden sie die drei wichtigsten Faustregeln, um eine Kampagne mit zugekauften Daten erfolgreich zu machen.

Regel 1: Sehr genau hinschauen!

Prüfen Sie die über eine Data Management Plattform oder von einem Lieferanten direkt angeboten Daten auf Herz und Nieren. Wie sind die Daten gelabelt? Stammen sie wirklich aus dem Markt, in dem sie eingesetzt werden sollen? Fragen Sie nach, wie die Daten generiert wurden. Sind es „harte“ Daten, die auf Userangaben beruhen oder waren bei ihrer Erzeugung Hochrechnungsalgorithmen im Spiel? Mit welchem Verfahren wurden die Daten online gebracht, falls sie aus der Offlinewelt stammen? War das Matchingverfahren datenschutzgerecht? Ist die angegebene Menge und Granularität der Profile im Hinblick auf die Gesamtgröße der Zielgruppe glaubwürdig?

Überlegen Sie sich unbedingt, wie sie Qualität der zugekauften Profile überprüfen können. Lässt sich die Trefferquote der behaupteten Merkmale nachmessen, etwa über ein Panel oder eine Onlinebefragung? Oder gibt es alternativ in der Kampagne messbare KPIs, die sich durch die Daten verbessern sollten? Wenn Sie beide Fragen mit einem „Nein“ beantworten müssen, sollten Sie sich ernsthaft überlegen, ob Sie die Daten überhaupt benötigen.

Regel 2: Immer den kürzesten Weg wählen!

Kampagnen, die Third-Party-Daten einsetzen, geraten leicht in die Gefahr eines Mengenproblems. Dies droht, sie zu bedeutungslosen Fußnoten im Marketingmix zu machen, obwohl sie für sich selbst betrachtet sehr effizient sein mögen. Die Gründe dafür liegen in mehreren Einflussfaktoren entlang der Lieferkette.

Zunächst ist die Menge der angebotenen Profile immer geringer, als man sie gerne hätte – vor allem, wenn die Zielgruppen spitz und die Datenqualität gut ist. Beim Einsatz in der Kampagne erreicht man dann niemals alle übernommenen Cookies, weil ein Teil inzwischen von den Nutzern gelöscht wurde und ein anderer Teil von Usern stammt, die sich nicht in den Umfeldern bewegen, in denen man sie wiederzufinden versucht. Verschärft wird dieser Schwund dadurch, dass beim Übertrag der Daten vom System des Lieferanten auf das System des Käufers ein Cookieabgleich über die Browser der User erfolgen muss, bei dem beide Systeme sich ihre Cookie-IDs bekannt machen. Durch diesen sogenannten Cookie-Sync verringert sich die Menge der Daten erheblich, weil hierfür jeder User einmal von den Systemen gemeinsam auf einer Website angetroffen werden muss.

Gehen Sie davon aus, dass Sie durch den Syncprozess im Optimalfall etwa ein Fünftel der angebotenen Profile verlieren. Wenn der Cookie-Abgleich schlecht umgesetzt wird, dann kann es auch ganz schnell viel mehr als die Hälfte sein. Achten Sie deshalb darauf, dass der Cookie-Sync möglichst nahe an dem Ort erfolgt, an dem die Daten erzeugt oder online gebracht wurden. Eliminieren Sie alle überflüssigen Partner in der Übertragungskette! Diese kosten nur Geld und reduzieren die Menge der einsetzbaren Daten. Falls der Datenlieferant schon eine DMP einsetzt, können Sie die Daten vielleicht direkt ins Auslieferungssystem übernehmen und vermeiden so einen zusätzlichen Syncprozess, der Sie wieder einen erheblichen Anteil der Profile kosten wird.

Regel 3: Kopfrechnen!

Setzen Sie den Preis, den sie für die Kaufdaten zu zahlen haben, in Bezug zu dem Mehrwert, den Sie in der Kampagne maximal erwarten können. An dieser simplen Berechnung kann sich das Schicksal der Datenkampagne entscheiden.

Beispiel: Wenn sich die Kosten durch den Preis der zugekauften Daten um die Hälfte erhöhen, sollten sich Zielgruppen-Erreichung oder entsprechende Performance-KPIs mindestens im selben Maß verbessern, damit der Dateneinsatz wirtschaftlich Sinn macht.

Rechnen Sie auch mit den Profilmengen! Tausend User, die trennscharf als Interessenten für eine besonders geruchsintensive Sorte Stockfisch identifiziert wurden, mögen eine wertvolle Zielgruppe für ihren Kunden sein. Es ist aber fraglich, ob eine kontaktdoseneffiziente Wiederansprache mit einer Displaykampagne von wenigen tausend Adimpressions den damit verbundenen Aufwand lohnt. Oder, ob man dann nicht nach anderen Wegen suchen sollte, die Fischliebhaber zu erreichen.

Verbindung wird aktualisiert….

… schon erscheint der Spot des Start-up-Unternehmens, der momentan in aller Munde ist. Um zu zeigen, dass man es nun auch gesehen hat, wird geliked und natürlich geshared. Ein wenig weiter gescrolled: Klasse, der Trailer des neuen Kinofilms. Der wird natürlich angesehen, zehn Sekunden sind da schneller vorbei als gedacht.

Der Blick wandert nach rechts oben, denn da taucht natürlich zeitgleich ein verlockendes Urlaubsangebot auf: Sonne, Strand, Meer – wie kann man das ignorieren?

Mit Zufall hat dies natürlich bei Weitem nichts zu tun. Je nach Kampagnenziel bietet Facebook unterschiedliche Anzeigentypen und KPIs (Key Performance Indicators), nach denen Kampagnen eingestellt und optimiert werden.

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Mögliche Kampagnenziele auf Facebook – Quelle: Facebook

 

Ziel: Generierung von Klicks auf die eigene Webseite

Ist das Ziel der Kampagne, den Traffic auf die Webseite zu erhöhen, so geschieht dies primär durch die Werbeanzeigenart „Klicks auf die Webseite“. Bei diesem Anzeigentyp ist eine externe Verlinkung möglich, d.h. der User wird durch Klick auf die Anzeige direkt auf die Webseite des Werbetreibenden weitergeleitet. Mit Hilfe der „Clicks“ kann dann zur Bewertung der Werbeanzeige die „CTR“ (Click through Rate), also die Anzahl der Klicks auf den Werbebanner im Verhältnis zu den gesamten Ad Impressions, sowie auch der „CPC“ (Cost per Click), welcher die Kosten pro getätigten Klick darstellt, herangezogen werden.

Ziel: Interaktion mit Seitenbeiträgen

Bekanntermaßen erreichen Unternehmen mit ihren Posts, die sie auf der eigenen Facebook-Seite absetzen, nur einen geringen Anteil der bestehenden Fanbase. Mittels Bewerbung dieser Posts durch eine „Page Post Anzeige“ ist es möglich, nicht nur die Reichweite innerhalb der eigenen Fans zu erhöhen, sondern auch Nicht-Fans zu erreichen.

Hier kann der User zum Beispiel aufgefordert werden, mit der Anzeige direkt zu interagieren. Baut man diese beispielsweise als Gewinnspiel auf, so besteht die Möglichkeit, den User dadurch zu animieren, persönliche Eindrücke, Erlebnisse oder ähnliches zu teilen. Denkt man an eine Urlaubsverlosung, so könnte die Teilnahme aus einem Bild des schönsten Urlaubserlebnisses des Users bestehen. Dadurch tritt der Facebook-User in direkte Interaktion mit der Anzeige.

Zentraler KPI kann hier also zum Beispiel der „CPI“ (Cost per Interaction) sein. Es werden also die Kosten ins Verhältnis zur Anzahl der Interaktionen gesetzt, also wie viele Personen die Anzeige „geliked“ oder „geshared“ haben, aber auch wie viele Kommentare dazu abgegeben wurden.

Durch die Interaktion mit dem Page Post werden zugleich virale Effekte gefördert, da diese auch im Newsfeed der Freunde angezeigt werden.

Ziel: Videoaufrufe erhalten

Will ein Unternehmen seine Markenbekanntheit steigern, so bietet sich ein Video Ad an, um Emotionen, Image und Markenbotschaft zu transportieren. Es ist primär wichtig, dass möglichst viele User das Video sehen, sich durch den Inhalt angesprochen fühlen und die Marke dadurch populärer und idealerweise auch beliebter wird. Der Erfolg dieses Brandingziels kann anhand der „Viewrate“, welche den prozentualen Anteil des gesehenen Videos (25% – 100%) abzeichnet oder auch mit der „Durchschnittsdauer“, die das Video gesehen wurde, bewertet werden. Beide Kennzahlen weisen auf, inwieweit ein User gewillt und bereit ist, das Video anzusehen.

Neben der Viewtime ist auch der „CPV“ (Cost per View) eine wichtige Bewertungsgrundlage: Ein Videoaufruf wird ab drei Sekunden gezählt, dabei erscheint die Anzahl aller bisher getätigten Aufrufe in der Werbeanzeige. Alternativ ist eine Bewertung anhand des 10-sekündigen Videoaufrufs möglich. Welcher KPI zu bevorzugen ist, ist maßgeblich abhängig von der Kampagnenzielsetzung, aber auch die Länge des Videos spielt natürlich eine Rolle.

Die unterschiedlichen Kampagnenziele schließen sich selbstverständlich nie gegenseitig aus. Ein Video Post kann beispielsweise auch das Ziel der viralen Verbreitung besitzen.

Darüber hinaus sollte sich der Kunde vor Beginn der Kampagne natürlich auch mit den eigenen Zielen auseinandersetzen, erst dann kann die richtige Wahl auf das Werbemittelformat fallen. Im Hinterkopf sollte aber auch behalten werden: Der Erfolg einer Kampagne hängt nicht nur von der Platzierung bzw. Werbeform ab, sondern auch vom Inhalt des Werbemittels an sich. Kreative Ideen spielen gerade in Facebook eine große Rolle.

Bei Facebook tut sich immer wieder was – bei uns findet Ihr immer die aktuellen Infos zum Thema Advertising.

 

Die Rede ist von Enhanced Campaigns in Google Adwords. Dass eine Umstellung seit Februar diesen Jahres im Gange war und nun zumindest technisch abgeschlossen wurde, sollte jedem bekannt sein. Google hat mal wieder jedem unaufgefordert „geholfen“ seine Kampagnen so umzustellen, dass diese über die bezahlte Suche mobil und lokal besser gesucht und gefunden werden können.

Für diese Umstellung hat sich Google außergewöhnlich viel Mühe gegeben. Damit meine ich wirklich von der Führung, also Larry Page und Sergey Brin, bis hin zum wirklich letzten Mitarbeiter, haben so gut wie täglich daran erinnert, dass diese Umstellung erfolgen wird. Das hat natürlich ein paar Fragen aufgeworfen. Letzten Endes handelt es sich ja nicht um ein neues Produkt. Irgendwelche Umstellung macht Google sowieso ständig, oft sogar, ohne darüber im Vorfeld zu informieren. Also warum diese große Aufmerksamkeit? Hier in Deutschland ist man ja von Geburt an misstrauisch gegenüber Änderungen, insbesondere wenn sie von Leuten so laut nach Außen getragen werden, die normalerweise gar nichts an die große Glocke hängen.

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Ich versuche mal unsere Emotionen chronologisch zusammenzufassen:

Zur ersten Verkündung dachten wir, „oh supi, die 23.505.349.728ste Erneuerung bei Google… Schnarch“!
Kurz danach hieß es mindestens einmal pro Woche von Seiten Google: „Können wir Euch helfen, wann werdet Ihr umstellen, wir haben einen neuen Mitarbeiter dafür, wir kommen vorbei um Euch das zu erklären, hier sind alle Informationen, usw.“
Nachdem dann klar wurde, dass Google am Enddatum festhalten wird, aber sämtliche Partner, die auf die Google Schnittstelle zugreifen um automatisierte Prozesse durchzuführen, gar nicht darauf zugreifen können, weil Google hier keine Möglichkeit eingeräumt hat, blieb nichts anderes übrig, als zu warten.
Um es spannend zu machen, war bis zum letzten Umstellungsmonat weder bekannt, ob Tools nach der Umstellung überhaupt richtig arbeiten können, was sich an der Auslieferung ändern wird, wie sich Preise verändern werden, noch was man nun mit Mobile-Only Kampagnen machen soll, etc. Es gab nicht mal irgendeinen vernünftigen und bereits funktionieren Case, der auf alle diese Fragen Antworten liefert.

Arnold ist da nicht der Einzige, der zu dem Thema etwas zu sagen hat…

So, wie sieht es nun nach der Umstellung aus?

Ganz ehrlich? Bei allen Non-Mobile Kampagnen hat sich rein gar nix verändert, bis auf ein paar mehr Klicks über Tablets, die jetzt ein bisschen teurer sind. Da Mobile-Only Kampagnen nicht mehr möglich sind, haben wir diese entweder integriert oder komplett abgestellt. Hier wird sich Google schon noch etwas einfallen lassen müssen.

Unser Fazit: Viel Rauch um nichts. Es ist mehr oder weniger gar nichts passiert! Was die Langzeitauswirkungen angeht, kann man momentan noch nichts Konkretes sagen.

An einem sonnigen Tag wie heute, träumt man gerne von der eigenen Zukunft. Man malt sich den beruflichen Werdegang aus oder denkt einfach sehnsüchtig an einen ewigen Segeltörn. Wir präsentieren Ihnen heute unsere letzte Runde der Expertenumfrage 2022. Es wurden in den vergangenen Wochen viele verschiedene Themen besprochen. Unsere Experten haben von der Zukunft der Gesellschaft und unserer Wirtschaft erzält. Es wurde heftig die Liquid Democracy im Internet diskutiert. Es wurde sogar über die Online Partnersuche in 2022 spekuliert. Wir haben unsere Teilnehmer noch einmal gelöchert und gefragt, wo sie sich selbst in 10 Jahren sehen und was ihre Visionen für eine spannende Kampagne sind.

FDW 02.07.13

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Ich sitze in zehn Jahren im Vorstand eines DAX-Unternehmens, falls es den DAX dann noch gibt. Und werben würde ich immer für den FC Bayern. Das ist eine Konstante, die sich zu bewerben lohnt.“

Alexander-Erlmeier
Alexander Erlmeier

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Einen furiosen Endspurt. Die Kampagne: Rettet die Renten!“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „Ich werde mich wundern, wie ich das so lange machen konnte, was ich bis dato machte. Kampagnen wie heute wird es meiner Meinung nach so nicht mehr geben.“

Ruth Schöllhammer
Ruth Schöllhammer

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „In zehn Jahren arbeite ich mit Menschen auf anderen Kontinenten aus anderen Kulturen, lerne und gebe Wissen weiter. Und ich unterstütze Kampagnen, die dem Wohl der Menschheit dienen, nachhaltige Konzepte, Dienstleistungen und Produkte anbieten.“

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „Ich entwickle neue Online-Patente und werde für das beste eine Kampagne schalten.“

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Still @ work. Wir bewegen tolle Marken.“

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Jungen Startup-Unternehmen auf die Beine helfen mit viel Onlinewerbung.“

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Da bin ich immer noch Chef der besten Agentur der Welt und mache Werbung für Paradise Island, den einzigen Platz auf der Welt ohne WLAN! Und für Touristenflüge ins All!“

Klaus Täubrich
Klaus Täubrich

Klaus Täubrich (Geschäftsführer, TVzweinull): „Rennrad fahren und Golf spielen.“

Oliver Hülse (Managing Director DACH, Rocket Fuel): „Das Abitur von meinem Sohn feiern.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Mich im nächsten Pioneer-Umfeld bewegen.“

Torsten Ahlers (CEO, Next Audience): „Segeln mit Wolfgang und Freunden ;-)).“

Vielen Dank für Ihre Beteiligung! Wir freuen uns auf die nächste Runde mit neuen und spannenden Themen.

In unserer an Buzzwords nicht gerade armen Branche ist es eines der neueren, wenn auch jenseits des Atlantiks schon eine ganze Weile in Gebrauch: Ad Verification. Was verbirgt sich dahinter? Ursprünglich handelte es sich um eine relativ eng definierte Dienstleistung, die daraus entstand, dass auf dem amerikanischen Onlinemarkt traditionell ein beträchtlicher Anteil der Kampagnen über Adnetworks – also Zweit- oder Drittverwerter von Reichweiten – gebucht wird. Da so keine direkte Beziehung zum Publisher mehr besteht, der mit seiner Reputation für die Qualität seines Umfeldes einstehen muss, und viele dieser Buchungen zudem blind, also ohne Nennung aller infrage kommenden Websiten, erfolgten, entstand ein Marktumfeld für eine neue Art von technischen Dienstleistern.

Diese spezialisierten sich darauf, mit verschiedenen Methoden (Referrerprüfung, Webcrawler, manuellem „Nachsurfen“ von Kampagnen) zu überwachen, ob die Banner in einem Contentumfeld erscheinen, das als  „brandsafe“ gilt, also dem Image einer Marke nicht abträglich ist. Auf dem deutschen Markt führen entsprechende Dienstleister bisher ein Schattendasein, da aufgrund der Unterschiede in der Marktstruktur Banner z.B. auf  Pornoseiten seltene und sofort nachhaltig beseitigte Ausrutscher blieben. Auch in den USA sind die entsprechenden Unternehmen nicht unumstritten, unterstellt man ihnen doch, nicht immer nur die Interessen neutraler Messdienstleister zu verfolgen.

Allerdings wird auch hierzulande aus mehreren Gründen der Ruf nach einer stärkeren Kontrolle und Nachprüfbarkeit der Werbeleistung immer lauter vernehmbar. Zum einen geben immer mehr Markenartikler verstärkt Geld für Onlinekampagnen aus und fühlen sich mit den für die eCommerce-Etats erprobten Leistungswerten (Order, Cost per Order) nicht recht wohl. Schließlich verkaufen sie meist nichts über das Web. Zum anderen führt allmähliche Zunahme von automatisierten Handelsprozessen über RTB-Plattformen oder Ad-Exchanges zur Notwendigkeit, auch in Deutschland Kontrollmechanismen einzuführen, die Skandale wie den hier geschilderten verhindern helfen.

Unter Ad Verification verstehen wir deshalb heute mehr als nur eine Prüfung des redaktionellen Werbeumfelds, es muss hier ein ganzes Bündel von Maßnahmen bedacht werden. Im einzelnen enthält das Framework folgende Bausteine:

An- und Auslieferung: Wird die Kampagne tatsächlich ausgeliefert? Wird sie im richtigen Zeitraum ausgeliefert?

Sichtbarkeit: Wird der Banner mit der erwarteten bzw. gebuchten Sichtbarkeit auf dem Bildschirm ausgeliefert?

Seitenkontext: Ist das Umfeld brandsafe? Entspricht das Contentumfeld der Buchung?

Konkurrenzausschluss: Wird ein gebuchter Ausschluss für Konkurrenzmarken beachtet?

Geo-Targeting: Läuft die Kampagne in den gebuchten Regionen?

Targeting: Wird das gebuchte Targeting auf die Kampagne angewendet?

Frequency Cap: Stimmt die gebuchte Kontaktdosis?

Dieses komplexe Leistungsbild kann natürlich kein einzelner Dienstleister und keine Wundersoftware alleine komplett abbilden. Auch ist es unrealistisch, dass jeder oben genannte Parameter in jeder Kampagne über die gesamte Fläche komplett nachgemessen werden könnte. Vielmehr geht es darum, dass die Agentur dem Kunden hilft, das optimale Framework aus Planungs- und Buchungsqualität, Adserver, Trackingsoftware, externen Daten und eventuell weiteren Dienstleistungen zusammen zu stellen.

Die Social Communities und allen voran Facebook sind in aller Munde, und sobald sich etwas Neues ergibt, wird in den Medien hinlänglich darüber berichtet. Aktuell kommen mir in den Sinn: Datenschutz, automatische Gesichtserkennung, Börsengang, Facebook-Parties etc. Sehr wenig im Fokus stehen –  selbst in den Branchenblättern – die medialen Nutzungsmöglichkeiten der sozialen Netzwerke. Und genau über diese möchte ich in einem Mehrteiler hier unserem Klartext-Blog sprechen. In der ersten Folge gebe ich Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Buchungsmöglichkeiten. In den weiteren Teilen werde ich auf die verschiedenen Anzeigentypen bei Facebook und auf die Kampagnen-Optimierung eingehen.

Zum Einstieg möchte ich der Vollständigkeit halber erwähnen, dass es bei den meisten Social Communities wie beispielsweise bei lokalisten.de oder wer-kennt-wen.de konventionelle Einbuchungsmöglichkeiten gibt. Hier bucht man Standard-Banner oder auch Groß-Formate wie MaxiAds gerne auch auf den Logout-Seiten. Nach Login der User ist dann alles mit diversen Targeting-Kriterien (Geschlecht, Alter…) möglich. Soweit nichts Besonderes.

Darüber hinaus gibt es weniger aufmerksamkeitsstarke, jedoch oftmals abverkaufsstarke Werbeformen wie z.B. Textlinks – bei StudiVZ zum Beispiel möglich über den VZ News Teaser. Hier bekommt jeder User auf seiner persönlichen Startseite die Werbebotschaft als Textnachricht eingespielt.

Auch Facebook setzt auf die eher unauffälligen Bild-Text-Kombinationen. Diese wiederum gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen und Buchungsvarianten. Zu unterscheiden ist als Erstes das Buchungsmodell: Facebook bietet sogenannte Premium Ads an, die auf der Homepage und auf anderen häufig frequentierten Seiten wie den Profilseiten laufen (diese wurden bis Ende 2010 als „Homepage Ads“ bezeichnet). Die Premium Ads sind immer exklusiv platziert. Sie stehen also als einzige Bild-Text-Anzeige auf der jeweiligen Seite. Auch inhaltlich hat man hier ein paar mehr Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Integration eines Videos. Die Einbuchung von Premium Ads bringt dabei aber auch den ein oder anderen Nachteil mit sich. So kann diese Werbeform nicht auf CPC (Cost per Click) gebucht werden, sondern ausschließlich auf TKP-Basis (Tausend-Kontakt-Preis) bzw. als Festpreismodell. Das ist schon ein ordentlicher Hemmschuh, da der TKP bei 4,20 € los geht und dann mit unterschiedlichen Targeting-Kriterien nochmal ordentlich zulegt (will man z.B. Interessen der User targeten, so kommt ein Aufschlag von 40 Prozent on top). Das Mindestbuchungsvolumen soll hier auch nicht verschwiegen werden – wer gerade 20.000 € oder mehr übrig hat für eine Facebook-Kampagne, der möge sich direkt melden, hier werden Sie geholfen :-).

Wer erst mal mit weniger Budget die Werbemöglichkeiten von Facebook testen möchte und auch nicht bereit ist, für eine Bild-Text-Kombi oben besagten TKP zu zahlen, der muss sich von den Premium Ads verabschieden und mit den Marktplatz Ads vorlieb nehmen. Diese bucht man (ähnlich dem Google-Prinzip) über ein Selbsteinbuchungstool ein. Wenn man sich durch dieses Tool klickt, hat man diverse Targeting-Möglichkeiten zum Einstellen zur Auswahl. So sind z.B. Alter, Geschlecht, angegebener Familienstatus genauso auswählbar, wie die Interessen der User. Die Abrechnung erfolgt auf CPC-Basis, was aus meiner Sicht doch deutlich smarter ist. Aber auch hier will ich den Nachteil nicht verschweigen: Die Platzierung erfolgt in diesem Fall nicht exklusiv, es stehen mehrere Anzeigen untereinander. Die Platzierung erfolgt auf weniger prominenten Seiten (weshalb diese Ads bis Ende 2010 den sonoren Namen „Rest-of-site Ads“ trugen). Und schlussendlich bleiben einem gewisse inhaltliche Möglichkeiten wie die Integration eines Videos oder eines Abstimmungsformulares verwehrt. Wer aber damit leben kann, der kommt hier deutlich günstiger an Reichweite bzw. Fans. Insofern sind die Marktplatz Ads für Performance-Kampagnen der richtige Weg.

Freuen Sie sich im nächsten Teil auf Details zu Like Ads, Application Ads, Page Post Like Ads und anderem Irrsinn aus der Social Media Welt.