Tag Archiv für "Interview"

Out of Home Medien befinden sich in einem digitalen Transformationsprozess. Das immer umfangreichere und zielgruppenspezifischere Angebot an digitalen Screens erfordert neue Strategien, um wirksam zu bleiben. Im Interview mit dem OOH!-Magazin berichtet unsere Geschäftsführerin und Dirigentin Martina Staudinger, wie Out of Home Medien neu gedacht werden müssen: OOH-Magazin – Ausgabe 1 – 2019

Hier wie bereits angekündigt der zweite Teil des Interviews mit YouTuber Dima zum Thema Influencer Marketing. Im letzten Teil haben wir mit dem YouTube Star die privaten Aspekte betrachtet. Nun widmen wir uns seinen Erfahrungen mit Unternehmenskooperationen.

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Wie gehst du mit Anfragen von Unternehmen um und wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Ich sehe mir die Anfragen an, überlege mir ob dieses Produkt zu mir als Person und zu meinem Image passt und ob ich das im Idealfall nicht selber nutze und gut finde oder falls es mir nicht bekannt ist, ob ich das cool/innovativ finde. Wenn das zutrifft, leite ich die Anfrage an meinen Partnermanager weiter und bitte ihn darum, mit dem Kunden zu klären wie er sich die Einbindung des Produktes vorstellt und ob ich nicht selbst einen Vorschlag machen kann (was meistens besser ist, weil man als Creator besser weiß welchen Content die Zuschauer sehen wollen). Wenn die Integration zum Inhalt des Videos und zu meinem Stil passt, dann bin ich oft bereit auf eine Kooperation und freue mich darüber.

Wie funktioniert die Einbindung der Kooperationen in die Videos?

Der Influencer teilt seiner Community in der Regel am Anfang des gesponserten Videos mit, dass es eine Kooperation mit der Marke XY ist und das jeweilige Produkt wird meistens in die Handlung des Videos eingebunden, welche aber unbedingt zum Konzept des Kanals passen muss, damit das Video authentisch bleibt und weder die Marke noch der Künstler darunter leiden.

Wie wichtig ist hierbei Ehrlichkeit gegenüber der Community?

Man sollte auf jeden Fall den Zuschauer wissen lassen, dass es eine Kooperation mit einer Marke ist und ihm auch zeigen, dass diese Kooperation was bringt, dass sie einen Mehrwert bietet und dass man den Zuschauer unterhalten möchte.

Für welche Produkte ist so etwas möglich?

Für alle möglichen Produkte, die zu der Zielgruppe des Kanals passen beziehungsweise in die Kanalumgebung authentisch eingebunden werden kann.

Wie waren die Reaktionen deiner Viewer auf Kooperationen?

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Solange der Content unterhaltsam ist und zum restlichen Inhalt des Kanals passt, wofür die meisten YouTuber selbst ein gutes Gefühl haben, gibt es selten negatives Feedback. Oft fällt dem Zuschauer gar nicht auf, dass es eine Kooperation ist, weil die Integration intelligent und nicht aufdringlich gemacht ist.

Warum funktionieren solche Kooperationen aus deiner Sicht und was macht sie so erfolgreich?

Da YouTube-Künstler Vorbilder und nicht selten Meinungsmacher sind, macht es für Marken aus meiner Sicht viel Sinn, mit solchen Influencern zusammenzuarbeiten und gerade deswegen sind sie auch so erfolgreich, da der Zuschauer auf die Empfehlung seines Idols vertraut und wenn der YouTuber, den er gerne verfolgt, mit einer Marke zusammenarbeitet profitiert die Marke von der Sympathie des Influencers.

Dima, vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!

Abschließend lässt sich sagen, dass auch aus Sicht der YouTuber Kooperationen Sinn machen können. Ihre Wirkung ist bereits an vielen Stellen, auch in unserem Blog, belegt worden. Nun bleibt abzuwarten, was das für die klassische Konzeption des Marketings bedeutet. Ebenso spannend ist für uns, wohin sich YouTube entwickelt und welche Möglichkeiten uns als User und Werbetreibende hierdurch entstehen.

 

Kreischende Teenies, mit Postern gepflasterte Wände, genervte Eltern – Idole und Stars gab es schon immer. An die Stelle der Backstreet Boys und Spice Girls sind heute allerdings YouTube Stars gerückt. Das Marketing hat diesen Trend schon seit einiger Zeit erkannt und unter dem Label Influencer Marketing ist die Kooperation mit erfolgreichen YouTubern mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vieler Kampagnen.

Aus der Sicht des Marketings haben wir an dieser Stelle bereits öfter über das Influencer Marketing geschrieben, nun ist es an der Zeit, das Ganze auch einmal aus Sicht der Influencer zu beleuchten. Hierzu haben wir Dima Kosolowski, mit „Dima“ und „Die Aussenseiter“ Betreiber zweier erfolgreicher YouTube-Kanäle, ein paar Fragen gestellt.

Dima ist bereits seit über zehn Jahren auf YouTube aktiv. Sein eigener Kanal „Dima“ wird von 1,3 Millionen Usern abonniert, seine Videos bieten von Vlogs, Challenges, Comedy bis zu „Dima will’s wissen“ eine große Bandbreite an Themen und Formaten.

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Die Aussenseiter“ heißt sein zweiter Kanal, den er gemeinsam mit seinem Cousin Sascha betreibt. Sie posten – oft gemeinsam mit ein paar befreundeten YouTubern – witzige Videos über Alltägliches aus ihrem Leben. Insgesamt folgen ihnen dort rund 2,5 Millionen User.

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Nun zum spannenden Teil, den Fragen an Dima:

Die Frage, die sich die meisten stellen und die wahrscheinlich am häufigsten kommt: Wie kamst du zu YouTube?

Anfangs haben mein Cousin Sascha und ich die Videos nur für unsere Freunde gedreht, um denen zu zeigen, dass wir „coole“ Sketche drehen können. Das war noch bevor es YouTube gab, zwischen 2003 und 2004. Im Jahr 2006 haben wir von YouTube erfahren und haben auch dort unsere Videos veröffentlicht, allerdings erst gegen 2008 den Community-Gedanken dahinter verstanden. Ab da haben wir angefangen, eine Community aufzubauen, indem wir unsere Zuschauer in die Videos interaktiv eingebunden haben bzw. ihre Vorschläge und Ideen.

Wie ist es, so viel Privates mit Fremden zu teilen?

Es ist nicht immer einfach, da man vieles von sich preisgibt, worüber Menschen gerne reden und was sie gerne nutzen, um über dich zu urteilen oder auf deine Schwächen hinzuweisen. Außerdem sehen die Zuschauer trotzdem nur einen Teil des Lebens/Charakters einer Person und bilden sich eine Meinung, die nicht selten falsch ist, da ein Zuschauer nicht alle Details des Charakters eines YouTubers kennt. Was der Zuschauer auf der Videoplattform sieht, sind Momentaufnahmen und teilweise auch Fiktion, was viele aber als absolute Wahrheit interpretieren.

Wie wichtig ist aus deiner Sicht Authentizität auf YouTube?

Ich persönlich denke, dass die Wichtigkeit der Authentizität etwas überschätzt wird: Es gibt viele erfolgreiche Webkünstler, die authentisch sind, aber genauso viele geskriptete Formate, die nicht weniger erfolgreich sind. Viel wichtiger finde ich, dass man als Zuschauer spürt, dass der Entertainer selber Spaß bei dem hat, was er macht: ob das ein Follow Me Around aus seinem Leben ist oder eine geskriptete Show.

Wie gelingt der Spagat zwischen der Privatperson und der Person, die von YouTube lebt?

Ich betrachte es mittlerweile als meinen Beruf, da ich auch schon seit 10 Jahren auf YouTube aktiv bin und Beruf ist ja nicht weit von der Berufung entfernt. Also sehe ich das als eine Art Berufung, Menschen zu unterhalten, weil ich dabei Spaß habe und das anscheinend irgendwie kann, sonst würden sich nicht so viele Leute über so viele Jahre die Videos angucken. Ich versuche es, so professionell wie möglich zu gestalten und überlege mir immer, was ich von meinem Leben preisgeben will und was nicht. Denn alles was ich preisgebe, kann Konsequenzen für mein privates Leben haben.

Wo entwickelt sich YouTube hin?

YouTube wird aus meiner Sicht immer professioneller und das Videoangebot wächst und wird immer breiter, auch von den Themen her. Immer mehr ältere Menschen finden zu YouTube, schauen sich Kochvideos und Reise-VLOGs an. Die Videomacher haben mehr Möglichkeiten, aufwendige Projekte umzusetzen und es finden immer mehr Webkünstler im Offline-Bereich statt, was ich sehr schön finde.

Apropos „professioneller“ – wir als Agentur interessieren uns natürlich auch sehr für Dimas Erfahrungen und Reaktionen, was Kooperationen mit Unternehmen angeht. Diese Fragen werden im nächsten Blogartikel beantwortet… bis bald!

Dirk Ebbighausen
Dirk Ebbighausen

 

Heute gibt es endlich mal wieder ein Kundeninterview. Passend zum herrlichen Wetter, geht es heute um das Reiseportal der Thomas Cook AG. Dirk Ebbighausen, Head of Regional Marketing, eCommerce Central Europe der Thomas Cook AG erzählt uns im Gespräch wie eine erfolgreiche verkaufsorientierte Online-Kampagne aussehen sollte und dass man manchmal für ein Fussballspiel eine ganz schön weite Reise antreten muss.

 

1. Herr Ebbighausen, Verraten Sie uns das Geheimrezept, wie eine erfolgreiche verkaufsorientierte Online-Kampagne aussehen muss?

Wenn ich das hätte, würde ich es meistbietend verkaufen… ;)

Spaß beiseite – ich denke, dass es wichtig ist, sich im Vorfeld einer Kampagne genau zu überlegen, was man eigentlich erreichen will. Geht es uns beispielsweise darum, Volumen zu generieren um jeden Preis oder wollen wir möglichst effizient qualifizierten Traffic auf zielgruppenspezifischen Portalen einkaufen? Darauf aufbauend erstellen wir einen passenden Mediaplan. Bei der Planung setzen wir auf einen Mix aus bewährten Platzierungen und das Testen von neuen Formaten, was sowohl die Seitenauswahl als auch die Werbemittel angeht. Im Kampagnenverlauf überprüfen wir das Erreichen der vorher definierten Ziele und optimieren kontinuierlich darauf hin.

2. Was ist das typische Verhalten eines Users online, der sich eine Reise kaufen möchte, da eine Reise meistens kein Spontankauf ist?

Viele User besuchen eine Reihe von Reiseportalen, der Entscheidungsprozess kann sich über mehrere Wochen hinweg ziehen. Kundenbewertungen und sonstige reiserelevante Inhalte spielen eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung.

3. Wie sehen sinnvolle Targeting-Kriterien für ein Reiseportal aus?

Das hängt davon ab, in welcher Phase des Reiseplanungsprozesses Sie den Kunden ansprechen. Ganz am Anfang beispielsweise, wenn ein Nutzer erstmals an Urlaub denkt, hat er vielleicht noch gar kein konkretes Urlaubsziel im Kopf. Hier kann man eher über die Inspirationsschiene kommen. Wenn bereits ein bestimmtes Urlaubsziel feststeht, sind spezifische Angebote zu diesem Ziel für den Nutzer relevant.

4. Welche Werbeformen sprechen Ihre Kunden aus Erfahrung am besten an?

Bei der Bannerwerbung sind es Formate mit konkreten Preisangeboten. Auch generische Formate, die mit Abschlägen werben, funktionieren gut. Großformatige Banner erzielen natürlich immer die besten Werte.

5. Thomas Cook war der Erfinder der Pauschalreise und stellte das Konzept erstmals in 1841 vor. Welcher Aspekt der Pauschalreisen hat sich über die Jahre am meisten verändert?

Was die Pauschalreisen an sich angeht, sind wir nun wieder ein Stück weit da, wo Thomas Cook damals angefangen hat –  nämlich Reisen anzubieten, die wirklich den Bedürfnissen und Vorstellungen der Kunden entsprechen. Hier spielt das Netz eine große Rolle, denn dank Google und Co. ist heute sehr transparent, welche Reiseprodukte Kunden online suchen und buchen.

Von „vorpaketierten Reisen“, die zusätzlich zum Vertrieb in Reisebüros ins Netz gestellt wurden, gab es in den vergangenen Jahren eine Entwicklung hin zu dynamischen Paketen, wo quasi in Echtzeit Flüge und Hotels zu Pauschalreisen zusammengesetzt werden.

Deutsche Kunden agieren zwar oft noch nach dem „research online, purchase offline“ Prinzip, aber durch die Informations- und Anbieterfülle und die damit verbundene Transparenz im Netz, sinkt die Hemmschwelle auch hochpreisige Produkte online zu buchen.

6. Sich von anderen Reiseanbietern abzuheben ist so schwer, weil ….

…fast alle relevanten Wettbewerber eine Bestpreisgarantie und eine große Auswahl an Reiseveranstaltern anbieten, und alle in irgendeiner Weise zertifiziert sind; sei es durch TÜV-Siegel oder dergleichen, so dass es USPs wie Preis, Vielfalt und Qualität/Sicherheit eigentlich nicht gibt. Wir sehen eine Möglichkeit, uns vom Wettbewerb abzugrenzen, darin, eine Seite anzubieten, die relevante Inhalte offeriert und die in der Benutzung Spaß macht.

7. Welche Online-Marketing-Kampagne ist Ihnen in letzter Zeit besonders aufgefallen? Warum?

Zugegebenermaßen bin ich selbst, glaube ich, inzwischen resistent gegen Onlinewerbung, jedenfalls fällt mir spontan keine ein. Außer natürlich unsere thomascook.de -Kampagne im Januar diesen Jahres, als wir da zum Beispiel die bild.de Homepage für einen Tag zugepflastert haben, das sah schon schick aus.

8. Xing, Facebook oder etwas anderes? In welchen Sozialen Netzwerken fühlen Sie sich persönlich zu Hause?

Ich habe Profile auf Xing, LinkedIn und Facebook, bin dort jedoch eher selten und zumeist reaktiv unterwegs und schaue, was es Neues in meinen Netzwerken gibt.

9. Nutzen Sie auch online Reiseportale um Ihren Urlaub zu buchen oder basteln Sie sich Ihre Reise lieber selbst zusammen?

Ich bin persönlich nicht der klassische Pauschalreisende, nutze aber das Netz intensiv auf der Suche nach schönen Reisezielen und Tipps vor Ort.

10. Sie reisen sehr gerne, was ist eines Ihrer Lieblingsziele in der Ferne und was machen Sie dort am liebsten?

Das ist eine ganz schwierige Frage, weil tagesformabhängig. Wenn man mich das an einem trüben Novembertag fragt, wünsche ich mich wahrscheinlich an einen Strand auf irgendeiner Insel in Südostasien…

Ein Reiseziel, das immer geht, ist New York, denn Stadt und Umgebung haben immer was zu bieten, egal zu welcher Jahreszeit und worauf man gerade Lust hat.

11. Als Fußballfan, Hand aufs Herz, was war Ihre weiteste Reise um ein Spiel live zu sehen (auch wenn es nicht Köln war ;)?

Das war zur WM 2006, ich lebte damals in New York und bin mit Freunden, die bereits Eintrittskarten zum Spiel USA-Italien hatten, nach Deutschland geflogen, in der Hoffnung vor Ort auch noch an eine Karte zu kommen. Das hat dann leider nicht geklappt, stattdessen habe ich das Spiel live in einem rappelvollen italienischen Restaurant verfolgt – als einziger im USA-Trikot, auch das war ein denkwürdiges Erlebnis.

PellikanLeif_1 Ein Tag ohne das Internet? Eine Performance Kampagne, die Aufsehen erregt hat? Und was überhaupt ist ein Digital Native? Klartext war mal wieder neugierig und hat nachgefragt. Diesmal bei Leif Pellikan, Redakteur Medien und Digital bei Werben & Verkaufen.

1. Es ist noch immer Urlaubszeit: Wie lange würden Sie es ohne PC, Internet und Handy aushalten?

Es kommt darauf an, wo ich bin. In fremden Städten sind Handy und Web allein schon aus organisatorischen Gründen unverzichtbar. Aber in unserem finnischen Sommerhaus gibt es keinen Strom und das Wasser kommt aus dem See. Ein freies High-Speed-WLan ist im Dorf vorhanden, doch wozu? Es fällt dort in der Natur für zwei Wochen nicht schwer, sogar auf aktuelle Fußballergebnisse zu verzichten.

2. Verraten Sie uns Ihre persönlichen Top 3 der aktuellen Branchen-Trends!

Für alle Trendthemen gilt eines: Jetzt werden die Weichen gestellt. Die Medienkonvergenz ist technisch nicht mehr nur eine Zukunftsfantasie.

Cross-Channel-Marketing: Die Vernetzung der verschiedenen digitalen Disziplinen stellt im Moment die größte Herausforderung für Onliner dar. Klassische Web-Werbung (der Begriff ist inzwischen angebracht), Performance-Ansätze, Social-Media sowie Werbung über Apps und im mobilen Web, können inzwischen sinnvoll verknüpft werden. Und das muss alles mit klassischen Medien im crossmedialen Mix effizient zusammenspielen. Hier sind neue Wege und spannende Ideen gefragt.

Bewegtbild-Werbung: Das Fernsehen breitet sich auf alle Kanäle aus – TV und Web wachsen jetzt endlich zusammen. Das werden sich die Werbungtreibenden zu Nutze machen. Ein Zukunftsszenario: Die Telekom kann in der Theorie das Nutzungsverhalten in 1,3 Millionen Haushalten beobachten, messen und alle ansteuern. Theoretisch können diese Nutzer vom Telekom-Vermarkter Interactive Marketing per Bannerwerbung über Re-Targeting-Verfahren angesprochen werden. Und nochmal: Technisch wäre das bereits heute möglich.

Targeting über alle Medienkanäle hinweg: Derzeit lässt sich Targeting in messbarer Form und in Echtzeit nur in den einzelnen Kanälen der Online-Welt realisieren. Die Herausforderung, über der alle Marketers derzeit für die Zukunft brüten, ist: Wie lässt sich die zielgruppengenaue Ansprache über alle Werbekanäle aussteuern? Modeling-Ansätze werden hierbei Zug um Zug durch harte Daten ersetzt – allerdings mit entsprechend vielen Fehlerquellen.

3. Was sind für Sie typische Digital Natives? Und was unterscheidet sie von den klassischen Experten?

Die Eingeborenen der digitalen Welt lassen sich nicht auf die „jungen Menschen“ reduzieren. Jede Altersstufe hat seine Pioniere, seine early Adopters, die Zurückhaltenden und die Verweigerer. Zudem nutzt jeder digitale Angebote entsprechend seinem persönlichen Nutzen. Allerdings sind die nachwachsenden Natives wesentlich schneller in der Lage, Nutzen zu erkennen. Ganz im Gegensatz dazu Experten. Sie haben aufgrund des Tempos und der Komplexität der Entwicklung längst kein umfassendes Bild mehr und müssen sich jede neue Nutzungs-Situation und -Disziplin hart erarbeiten. Das fällt auch mir zunehmend schwerer, der 1985 seinen ersten Rechner mit 14 Jahren bekam, 1993 Onliner wurde und nahezu jede technische Entwicklungsstufe mitgemacht hat.

4. Welche Performance Marketing Kampagne ist Ihnen in den letzten sechs Monaten besonders aufgefallen? Warum?

Pop-Unders sind wieder schwer im kommen. Der Abo-Aufruf des Handelsblatts dürfte an keinem User in der Medienbranche vorbeigegangen sein. Daneben liefern sich Telekom und Sky eine Schlacht um die Fußball-Kunden. In Bezug auf die Spielanteile dürfte die Partie wohl langfristig zugunsten des größeren Budgets der Telekom ausgehen.

5. Mein Geheimtipp im Netz vs. das überlebt bei mir keinen Klick:

Mut zur Lücke ist mein Geheimtipp. Anders sind Mails, Facebook-Notes, News-Seiten und diverse Foren nicht in den Griff zu bekommen. Insofern überlebt in meinem Kopf auch nichts, was nicht binnen einer Zehntelsekunden Aufmerksamkeit erregt.

6. Werbung im Netz ist…

der Treiber für ganz viele, spannende und neue Entwicklungen. Auch wenn die allermeisten mit Werbung zu wenig verdienen, um ihre Business-Modelle nachhaltig gestalten zu können.

7. Was halten Sie von der aktuellen Diskussion in Deutschland über Google Street View? Reines Medienthema oder berechtigte Panik?

Das Thema Streetview kratzt nur an der Oberfläche. Die Diskussion zeigt, dass die große Mehrheit der Online-Nutzer (von Presse über Verbraucherschützer bis in die Politik) keinen blassen Schimmer hat. Datenschutz oder besser ausgedrückt: eine digitale Privatsphäre, ist eine Illusion. Wer nicht will, dass Privates bekannt wird, muss entsprechend mit dem Web und seinen Angeboten umgehen. Deshalb müssen alle Anbieter beziehungsweise alle Nutzer von Daten, viel mehr tun, um die Konsumenten transparent und verständlich auf die Verwendung von Daten hinzuweisen. Hierbei gilt: je konkreter und banaler, desto besser. Nur wenn Intentionen, Risiken und Auswirkungen bekannt sind, können dramatische Einschränkungen seitens der Legislative verhindert werden.

8. Eine gute Performance im Netz ist…

seine Ziele zu erreichen. Ausschlaggebend ist die Performance bei der Definition der Ziele.