Tag Archiv für "CPM"

Ich glaube jeder Facebook-Nutzer erinnert sich an die Situation, als ihm zum ersten Mal seine Mutter, ein Onkel oder auch der ehemalige Fahrlehrer auf Facebook als Freund vorgeschlagen wurde. Seitdem ist auf Facebook nichts mehr wie es einmal war. Auf der Timeline finden sich nun deutlich häufiger Blumenbilder mit Texten drauf oder auch lange Videos in sehr schlechter Qualität, mit semi-witzigem Inhalt. Die Jugend spricht häufig von TikTok und Snapchat, manchmal von Instagram aber selten von Facebook. Die genannten Dinge vermitteln den Eindruck, dass auf Facebook kaum noch aktive User sind und die übrigen User sich bereits in einem fortgeschrittenen Alter befinden. Da die beschriebenen Dinge höchst subjektiv sind, werden wir nun anhand aussagekräftiger Daten prüfen, wie die aktuelle Lage bei Facebook und Instagram ist und wie sich die beiden Plattformen die letzten Jahre verändert haben. Dieser Beitrag soll aufzeigen welche Personen man wirklich auf Facebook und Instagram erreicht und welche Kosten auf den einzelnen Plattformen anfallen, falls man diese Personen dort mit Werbung erreichen möchte.

 

Aktive User – Deutschland

Laut der aktuellsten best for planning Studie aus dem Jahr 2021 gibt es in Deutschland ca. 43,33 Mio.[1] aktive Facebook User, mit stagnierender Tendenz. Mit 51% sind die Männer etwas häufiger vertreten als die Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 35-39 Jahren und zeigt eine steigende Tendenz. Die jüngste Altersgruppe von 14-19 Jahren macht lediglich einen Anteil von 9% aus. Mehr als ein Drittel (34%) aller User befinden sich in der Altersgruppe 50+. Die Grafik[2] visualisiert die Entwicklung der einzelnen Altersgruppen im Zeitraum 2018 zu 2021. Im Jahre 2021, gut erkennbar der deutlich sinkende Anteil der Altersgruppe 14-29 Jahre sowie der deutlich steigende Anteil der Altersgruppe 50+ Jahre. Besonders deutlich wir die Veränderung in der Altersklasse 60-69 Jahre. Die Verweildauer der User auf der Plattform liegt derzeit bei 11 Stunden (2018: 10 Stunden)[3] pro Monat.  Diese stieg von 2018 bis 2020 kontinuierlich an und ist seit 2021 wieder leicht rückläufig.

Grafik 1: Anteil der Facebook-User nach Altersgruppe

 

Instagram wird oft zugeschrieben, dass es deutlich jünger ist. Doch ist das tatsächlich so? Mit ca. 28,44 Mio. [4] Usern kommt Instagram zwar nicht an Facebook ran, braucht sich mit diesen Zahlen aber definitiv nicht verstecken, zumal die Tendenz steigend ist. Auf der Plattform sind Männer und Frauen gleichmäßig verteilt. Das Durchschnittsalter liegt bei 20-29 Jahren und somit deutlich unter dem von Facebook. Ungefähr die Hälfte aller User haben ein Alter zwischen 20-39 Jahren. Auch bei Instagram werden die User tendenziell älter. Den geringsten Anteil auf der Plattform, machen mit 11%, die 60+ Jährigen aus. Verhältnismäßig gab es auch hier in der Altersgruppe 60-69 Jahre sowie 70+ die größten Veränderungen zu 2018. Mit 8,5 Stunden (2018: 7 Stunden)[5] pro Monat verbringen die User etwas weniger Zeit auf Instagram als auf Facebook.

 

Grafik 2: Anteil der Instagram-User nach Altersgruppe

 

Preisentwicklung CPM & CPC | USA

Jetzt wissen wir also, welche Personen wir auf der jeweiligen Plattform erreichen können. Nachfolgend gehen wir auf die aktuellen Werbekosten ein und betrachten ebenfalls die Preisentwicklung der vergangenen zwei Jahre. Die beiden gängigsten Abrechnungsmodelle auf Facebook und Instagram sind der CPM (Cost-per-Mille, oder TKP = Tausender Kontaktpreis) sowie der CPC (Cost-per-Click). Aufgrund der auktionsbasierten Ausspielung der Werbeanzeigen sind die Preise alles andere als starr. So haben der Monat, das Targeting, die Werbeform, die Platzierungsauswahl (an welcher Stelle der App die Werbung ausgespielt wird) und viele weitere Faktoren einen enormen Einfluss auf die finalen Preise. Grundsätzlich war auf beiden Plattformen der CPM im Januar am niedrigsten und im November am höchsten, bezogen auf einen Betrachtungszeitraum von Januar 2020 – Mai 2022. Aufgrund der höheren Aussagekraft wurden hier als Datengrundlage Kampagnen mit einer Zielgruppe in den USA verwendet. Die Preisentwicklungen können tendenziell jedoch auch auf Deutschland übertragen werden[6].

Facebook

Im Vergleich zu 2020 ist Facebook-Werbung deutlich teurer geworden. So gab es eine signifikante Preissteigerung von 2020 auf 2021. Eine solche Preissteigerung blieb von 2021 auf 2022 aus, und der Preis ist aktuell sogar leicht rückläufig, jedoch noch weit von 2020 entfernt.

Zahlte man als Werbetreibender im Januar 2020 noch einen CPM von 9,89$ so waren es im Januar 2022 bereits 11,27$. Im teuersten Monat November zahlte man 2020 einen CPM von 16,53$ und im Jahre 2022 bereits 17,58$.[7]

Wie Eingangs bereits erwähnt, hat der Monat einen deutlichen Einfluss auf den Preis. Vergleicht man beispielsweise den günstigsten Preis im Jahre 2020 (9,89$) mit dem teuersten Preis aus 2020 (16,76$) so ergibt sich ein Preisunterschied von fast 70%.

Der CPC korreliert verständlicherweise mit dem CPM. Je höher der CPM, desto höher in der Regel auch der daraus resultierende CPC. So zählt auch hier der Januar zu den günstigsten Monaten und der November zu dem teuersten. Mussten im Januar 2020 noch 0,84$ für einen Klick bezahlt werden, waren es im Januar 2022 bereits 0,91$.  Dazwischen, im Januar 2021 lag er sogar nochmal höher und zwar bei 0,94$. Der CPC ist im Moment also leicht sinkend, jedoch noch deutlich über dem von 2020.[8]

Instagram

Auf Instagram können 1.000 Impressionen (CPM) günstiger eingekauft werden als auf Facebook. Die Preisentwicklung ist aber auch hier steigend. Bezogen auf die Monate Januar und November sieht es wie folgt aus. Im Januar 2020 lag der durchschnittliche CPM bei 6,34$ und im Januar 2022 bei 9,14$.  Im November 2020 lag er bei 11,89$ und ein Jahr später, 2021 bei 14,28$. Bei Instagram ist eine kontinuierliche Steigerung des CPMs beginnen ab 2020 zu erkennen.[9]

Anders als bei dem CPM, liegt der CPC bei Instagram über dem von Facebook. In Zahlen sieht das so aus: Im Januar 2020 kostete ein durchschnittliche Klick 1$. Im Januar 2022 waren es 1,16$. Der bisher höchste CPC betrug 1,66$ und wurde im November 2021 bezahlt. Anders als bei dem CPM ist der CPC nochmal etwas unberechenbarer. So muss hier neben den bereits Anfangs genannten Einflussfaktoren auf den Preis auch der enorme Einfluss von den Werbemitteln genannt werden. Sind die Werbemittel von guter Qualität, so sinkt in der Regel auch der CPC. [10]

 

Was sagt uns das?

Die Zahlen zeigen, dass es sich bei Facebook nicht um ein Social-Media Altenheim handelt, die über 50-Jährigen jedoch einen nicht unerheblichen Anteil der Nutzerschaft ausmachen. Mit über 43 Mio. Usern ist die absolute Nutzerzahl in Deutschland sehr beeindruckend und definitiv nicht zu vernachlässigen. Facebook ist somit laut den Nutzerzahlen der best for planning die größte Social-Media Plattform in Deutschland[11]. Mit Instagram hat der Konzern Facebook, inzwischen Meta, eine Plattform im Jahre 2012 gekauft, welche eine jüngere Nutzerschaft hat. Und im Vergleich zu Facebook stimmt das. Mit einem Durchschnittsalter von 20-29 Jahren, sind die User ein gutes Stück jünger als auf Facebook. Die jungen Leute, Stichwort Generation Z, tummeln sich mittlerweile aber größtenteils auf anderen Plattformen und weniger auf Instagram und Facebook. Diesem Trend möchte Facebook natürlich entgegenwirken und setzt deshalb vermehrt auf Videoformate. Speziell die Plattform TikTok wurde bei der jungen Nutzerschaft mit ihren kurzen Videoinhalten sehr beliebt. Facebook und Instagram führten als Konsequenz Formate wie Stories und Reels ein. So verbringen Facebook-User derzeit über 50%[12] der Zeit auf der Plattform mit Videoinhalten. Tendenz steigend. Die Zukunft wird zeigen, wie sich die Social-Media-Plattformen entwickeln und welche Trends als nächstes auf uns zukommen. Aktuell lässt sich festhalten, dass die User auf Facebook und Instagram tendenziell älter werden, die durchschnittliche Nutzungsdauer sinkt und die Kosten für Werbung im Laufe der Jahre gestiegen sind.

 

 

[1] MDS | b4p 2021 III  & b4p 2020 I.

[2] https://www.futurebiz.de/artikel/verweildauer-tiktok-social-media-2022/.

[3] MDS | b4p 2021 III & b4p 2020 I.

[4] Grafik 1: Anteil der Facebook-User nach Altersgruppe 2018-2021.

[5] https://www.futurebiz.de/artikel/verweildauer-tiktok-social-media-2022/.

[6] https://www.internetworld.de/social-media-marketing/facebook-marketing/werbung-facebook-2022-teurer-2754919.html.

[7] https://revealbot.com/instagram-advertising-costs. (Fußnote 7-10).

[11] MDS | b4p 2021 III  & b4p 2020 I.

[12] Facebook: Weekly Product Updates.

 

Sprechen Sie Chinesisch? Nein? Dann sind Sie hier genau richtig! Zum Auftakt unserer neuen Serie zum Thema Affiliate Marketing, wollen wir ein wenig Licht ins Fachchinesisch der Online-Werbewelt bringen. Wir erklären für Netzneulinge, was es mit Affiliate Marketing eigentlich ist, wie es funktioniert, um später ein wenig tiefer in die Materie einzutauchen. Viel Spaß beim Lesen!

Begriffserklärung: Affiliate Marketing für Einsteiger

Kurz gesagt: Affiliate Marketing funktioniert genauso wie der Vertrieb über einen Aussendienst. Einziger Unterschied: die Aussendienstmitarbeiter sind nicht von der eigenen Firma, sondern sie sind Partner (Affiliates), die über Links auf ihrer Webseite für mehr Absatz in Ihrem Online-Shop sorgen und dafür eine Vermittlungsprovision erhalten. Damit der Partner eindeutig identifiziert werden kann, erhält er eine Kennung in Form einer Identifikationsnummer. Nur so kann sein Erfolg fair gemessen werden.

Affiliate Marketing ist ein wichtiger Bestandteil des Online Marketing-Mix

Affiliate-Marketing steht für die erfolgsbasierte Abrechnung von Online Werbung. Die Vertriebspartnerwerden von einem Programmbetreiber (Merchant, Händler oder Advertiser) für bestimmte Transaktionen wie zum Beispiel Kaufabschluss, Download oder die Registrierung eines Nutzers auf der Shop-Webseite, bezahlt. Affiliate kann jeder sein, der eine Werbeplatzierung eines Online-Shops auf seiner eigenen Webseite einbinden und somit dem Unternehmen zur Verfügung stellen kann. In der Praxis geht die Spannweite der Affiliates von Einzelpersonen, die eine Website besitzen, über kleinere Unternehmen, die Portale betreiben oder als Emailmarketer eine gewisse Reichweite erzielen, bis hin zu großen Portalen und Online Shops, die ihre Reichweite teilweise herkömmlich vermarkten, aber eben auch Platzierungen im Sinne des Affiliate Marketings einsetzen.

Und so funktioniert das Prinzip in der Praxis: Der Affiliate sorgt dafür, dass die ausgemachten Ziele (z.B. Onlineverkäufe und Newsletter-Registrierung) über unterschiedliche Wege erreicht werden. Der Hauptanreiz für den Affiliate ist dabei sein Verdienst. Dieser setzt sich aus den Faktoren validierte Ziele und Provisionshöhe zusammen. Je nach Ziel sollte auch eine passende Provision ausgewählt werden:

CPM (=Cost-per-Mille) oder auch TKP (Tausend-Kontakt-Preis): Pro 1.000 Werbeeinblendungen wird ein bestimmter Preis bezahlt. Diese Art der Abrechnung wird eher selten im Affiliate Marketing veranschlagt – aber dafür umso mehr bei der klassischen Online Media .

CPC (Cost per Click): Bei diesem Modell wird bezahlt, sobald nachweisslich auf eines der eingesetzten Werbemittel geklickt wird. Das CPC-Modell wird etwas häufiger verwendet, insbesondere zum Start eines Affiliate Programmes oder für Sonderaktionen.

CPL (Cost per Lead): Die gängiste Form der Vergütung – wobei der Begriff Lead sehr weitreichend zu verstehen ist. Unter einem Lead kann vieles, von einer einfachen Registrierung bis hin zu einem ausgefüllten Formular mit 30 Feldern verstanden werden. Deshalb haben Leasd auch ein relativ breites Spektrum der Vergütungshöhe, die sich nach der Schwierigkeit der abgefragten Felder orientiert.

CPS (Cost per Sale): Eine typische Art der Abrechnung, bei der der Affiliate an einem „virtuellen Vertragsabschluss“ verdient. Beispiele können sein: Kauf einer Ware in einem Onlineshop, Abschluss einer Versicherung, Eröffnen eines Bankkontos usw. Bei dieser Art liegt das „Risiko“ im Sinne von Werbeaufwendungen gänzlich beim Affiliate und wird somit auch dementsprechend hoch vergütet. Es werden feste Geldwerte als Provision pro erreichten „Sale“ festgelegt oder es wird ein Prozentsatz des Umsatzes bzw. des Warenkorbes an Affiliates ausbezahlt.

Hybrides: Ein Mix aus den bereits genannten Formen der Provisionierung, um entweder bestimmte Anreize zu gewährleisten oder eine gewisse Sicherung der Qualität zu erreichen.

Theoretisch ist diese Art der Zusammenarbeit mit jedem Partner, der mit der Provisionierung einverstanden ist, durchführbar. Für den praktischen Einsatz benötigt man aber ein paar Dinge:
1.    Affiliates
2.    Technische Voraussetzungen für die Datenerfassung (Tracking und Datenrücksendung)
3.    Kommunikationsplattform
4.    Rechnungswesen

Alle diese Punkte vereinen sich in sogenannten Affiliate-Netzwerken. Diese bieten sowohl dem Merchant als auch dem Affiliate auf einer Plattform gebündelt alles, was sie benötigen, um ein Affiliate-Programm zu starten. Dafür verlangen sie meistens auch nur eine erfolgsbasierte Vergütung, abhängig von der Vergütungshöhe der Partner – der Standard liegt bei 30 Prozent. Einige Netzwerke erheben allerdings auch eine Set Up-Gebühr.

Wichtig ist, dass Affiliate Marketing nicht stiefmütterlich bzw. nebenbei eingesetzt wird, sondern – um auch wirklich erfolgreich zu sein – als ein Teil des Marketing-Mixes mit der gleichen Wichtigkeit und dem gleichen Engagement angesiedelt werden sollte wie andere Online Marketing-Aktionen. Nur so können sich Synergie-Effekte mit allen Mediengattungen einstellen. Natürlich funktioniert ein Vertriebskanal auch nur so gut, wie er betreut und gepflegt wird. Und falls Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich einfach an uns….