Tag Archiv für "Banner"

Im letzten Beitrag habe ich einen Überblick über die In-Stream-Video-Ads gegeben. Heute geht es um alle Werbeformen, die nicht während Video Content platziert, sondern auf der Website integriert sind. Dabei gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl an Varianten, jedoch reicht es völlig, die wichtigsten Kategorien zu kennen. Alle anderen Werbeformen sind zumeist nur Abwandlungen davon. In diesem Artikel stelle ich die In-Page-Werbeformen, die auf den klassischen AdSlots positioniert werden, vor.

Nächstes Mal finden Sie hier Infos zu weiteren In-Page-Ads wie Textlinks, Sonderwerbemitteln etc.

Auf einer Website gibt es drei Positionen, an denen Werbemittel klassischerweise eingebunden werden. Diese sog. AdSlots sind am oberen Rand über dem Content (1), am rechten Rand (2) und innerhalb des Contents (3).

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Auf AdSlot 1 können unterschiedliche Werbemittelformate eingesetzt werden, die im Lauf der Jahre mit den Monitorgrößen mitgewachsen sind. War das Formate der Wahl vor 10 Jahren noch das Fullsizebanner (2) oder sein kleiner Kollege, der Halfsizebanner (1), so sind diese heute beinahe ausgestorben. Das am häufigsten eingesetzte Format ist das eingangs erwähnte Super Banner – so der offizielle Name nach OVK (3). Seit einiger Zeit gibt es ein noch größeres Format, das seinen Siegeszug angetreten hat, das Billboard (4).

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Auf AdSlot 2 gab es eine ähnliche Entwicklung vom Skyscraper (1), hin zum etwas breiteren Wide Skyscraper (2) bis zum Sitebar (3), das sogar dynamisch die gesamte zur Verfügung stehende Fläche, je nach Bildschirmgröße und Auflösung, einnimmt.

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Und auch AdSlot 3 wartet darauf, mit drei unterschiedlichen Werbeformen gefüllt zu werden. Kaum mehr im Einsatz befindet sich das Rectangle (1), das vom ContentAd – auch Medium Rectangle genannt- (2) abgelöst wurde. Das aktuell größte Format auf diesem AdSlot ist das Halfpage Ad (3).

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Andrere Länder, andere Sitten, das weiß jeder. Und so hatte man auch bei den Online Werbeformen früher damit zu kämpfen, dass ein Standard, der auch international funktioniert, fehlte. Dem hat die IAB Abhilfe geschaffen durch das Setzen eines internationalen Standards mit dem Universal Ad Package (UAP) oder oftmals auch einfach IAB AdBundle genannt. Zu diesem gehören die vier Formate: Superbanner, Rectangle, Medium Rectangle und Wide Skyscraper. Mit diesem können also alle drei AdSlots belegt werden. Die Formate des UAP sind die aktuell noch am meisten genutzten, wobei man in Deutschland fast immer auf das Rectangle verzichtet und das sog. Standard AdBundle einsetzt: Superbanner, Medium Rectangle und Wide Skyscraper, umgangssprachlich „die Standards“.

Wer sich für die genauen Pixelmaße der einzelnen Werbeformen interessiert, dem möchte ich die Website werbeformen.de ans Herz legen. Hier gibt es aktuelle Spezifikationen zu allen gängigen Werbemitteln.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Die meisten der oben beschriebenen Werbeformen gibt es auch als Expandable Werbemittel. Das bedeutet, dass die Werbefläche auf Interaktion des Users (zumeist MouseOver) expandiert und mehr Fläche bietet, die ihrerseits dann aber den Content überdeckt. Daher klappt sich das Format auch wieder ein, wenn der User mit der Maus die Werbefläche verlässt bzw. der Schließen-Button betätigt wird. Manches Mal wird einem ein pre-expanding Werbemittel begegnen, das beim Laden der Website einmal kurz auf seine volle Größe aufklappt, um dann auf die Standard Größe zurück zu gehen, bis der User es durch seine Interaktion gegebenenfalls nochmals ausfährt.

Und da haben wir wieder mal ein Thema in der Online Branche, das gelobtes Land verspricht. Denn mit HTML5 Bannern wird ja alles viiieeel besser werden. Zwischen Wunschdenken und Realität ist jedoch aktuell noch eine große Kluft – eine Betrachtung der wichtigsten Aussagen zu HTML5 aus Mediasicht:

HTML5 ersetzt Flash

Der Großteil der Banner im Netz wird aktuell in Flash umgesetzt. Flash Banner können jedoch auf den mobilen Apple Devices nicht angezeigt werden, da kein Flash unterstütz wird. Gleichzeitig wird Flash für mobile Endgeräte nicht weiterentwickelt, weshalb auch für Android und andere Systeme langfristig eine andere Lösung her muss. HTML5 kann der Standard werden, der Desktop wie Mobile Devices mit einem Werbemittelset abdeckt.

Mit HTML5 muss man nur noch einen Banner für alle Devices bauen.

Das ist nur sehr bedingt richtig. In einem HTML5 Banner definiert ein Kreativer die Position der eingesetzten Elemente für unterschiedliche Größen. So kann z.B. festgelegt werden, dass bei einer querformatigen Darstellung das Logo links eingeblendet wird und bei einer hochformatigen Darstellung des Werbemittels das Logo oben mittig erscheint. Ebenso kann definiert werden, dass bei einer kleinen Formatgröße des Werbemittels einige Elemente gar nicht angezeigt werden. Theoretisch reicht also eine einzige Datei, die sich dann an unterschiedliche Formate anpasst. Will man allerdings, dass der Banner in allen möglichen Formaten auch optimal aussieht, so muss in der Kreation auch jedes Format gesondert definiert werden: Welche Elemente werden verwendet und wie werden sie angeordnet. Der Aufwand in der Kreation bleibt also durchaus vorhanden.

HTML5 kann man bereits für die Online Kampagnen nutzen

Da kann ich ein klares Nein antworten. Es gibt nur sehr wenige Vermarkter, die schon Erfahrung mit dem Einsatz von HTML5 Werbemitteln haben. Die meisten haben noch gar keine Spezifikationen. Insofern verhält es sich wie in den Anfangstagen der Flash Banner. Ich erinnere mich daran, dass man damals von der Kreativ Agentur jedes Werbemittel in Mehrfacher Anfertigung erhalten hat. Besonders die ClickTag Schreib-Variante war damals ein Knackpunkt, für den es anfangs keinen Standard gab. Ein Vermarkter wollte clickTAG, der nächste clickTag oder auch Clicktag, da gab es so einiges. Und so werden wir uns auch bei HTML5 gedulden müssen, bis sich ein Standard etabliert hat. Aktuell eine Kampagne zu fahren, die 10 oder mehr Vermarkter bedient und in HTML5 ausgeliefert werden soll halte ich für ein sehr gewagtes Projekt, das neben viel Vorlauf noch mehr Nerven aller Beteiligten verzehren dürfte. Da viele Vermarkter noch keine Spezifikationen haben, muss auf Gutdünken produziert werden, um die Werbemittel dann in x Änderungsrunden funktionstüchtig zu kriegen.

Fazit: Auch wenn die Situation aktuell noch keine sehr komfortable ist und sicher noch zwei strenge Winter ins Land gehen, bevor HTML5 unser täglich Brot ist, sollte man sich der Thematik schön langsam annähern. Es muss ja nicht gleich die ganze Kampagne sein, aber auf Einzelplatzierungen erste Gehversuche zu wagen kann nicht schaden.