Tag Archiv für "Agentur"

Affiliate Marketing hat in den letzten Jahren immer mehr Advertisern viel Umsatz beschert und gewinnt dadurch stetig an Popularität. Nicht zuletzt, weil es ein Vertriebskanal ist, der erfolgsbasiert abgerechnet wird und sich das Risiko somit in Grenzen hält. Allerdings gibt es durchaus negative Begleiterscheinungen, die dem Betreiber von Partnerprogrammen gar nicht bekannt sind oder aber zu spät erkannt werden.

Neben einer genauen Kontrolle, was eigentlich Affiliates für einen Advertiser erledigen, stellen sich Unternehmen natürlich auch die Frage, was „ihre“ Agentur konkret macht bzw. ob sie das macht, was die Advertiser brauchen. Eine berechtigte Frage, bedenkt man, dass die Betreuung eines Affiliate-Programms oder einer Affiliate-Kampagne durch eine Agentur ebenfalls meist erfolgsbasiert abgerechnet wird. So liegt es nahe, dass auch Agenturen davon profitieren, bestimmte Vorgänge intransparent zu halten, mal ein Auge zuzudrücken, wenn zu viel vergütet wird, bestimmte Affiliates bevorzugt zu behandeln und anderes mehr. Gelegentlich in ein schlechtes Licht gerückt wird die gesamte Affiliate-Branche auch durch  Mehrfachvergütungen, Cookie-Dropping, unzureichende Validierung, Ad Hijacking oder unprofessionelles Handling.

Gegen die schwarzen Schafe im Markt haben gut zwei Dutzend Affiliate-Netzwerke, Publisher und Agenturen im Februar 2009 eine Selbstverpflichtung, den sogenannten Code-of-Conduct, unterzeichnet. mediascale gehört nicht zu den Unterzeichnern. Auch weil der Code of Conduct es bisher nicht geschafft hat, für mehr Verlässlichkeit bei den Advertisern zu sorgen und mehr Sicherheit für Werbekunden zu bieten.

Statt einer schlecht oder gar nicht zu kontrollierenden Selbstverpflichtung arbeiten wir an einer aus dem klassischen Marketing kommenden Lösung: dem externen Auditing.

Unserer Meinung nach können wir mit dieser Form der Qualitätskontrolle die Leistung, Ernsthaftigkeit, Professionalität und Notwendigkeit des Affiliate Marketings unter Beweis stellen. Ein professionelles, unabhängiges Affiliate-Audit kann nicht nur die Betreuung des Kunden durch ein Agenturteam überprüfen, sondern auch das Affiliate-Marketing nachhaltig und langfristig vom Schmuddelimage befreien.

Wie stellen wir uns das genau vor? Es besteht bereits eine Vereinbarung zwischen dem Advertiser und der betreuenden Agentur. Nun wird eine unabhängige Auditing-Gesellschaft damit beauftragt, alle Bestandteile des Vertrages und somit sämtliche Leistungen unangemeldet, dafür aber regelmäßig zu kontrollieren. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen sicher sein können, vernünftig betreut zu werden. Und Agenturen können nun sogar beweisen, dass ihre Leistungen nicht hinterfragt, sondern honoriert werden sollten. Aber auch Verstöße und Unregelmäßigkeiten werden so entdeckt. Durch den Einsatz einer unabhängigen dritten Partei als Auditor ist die Glaubwürdigkeit gewährleistet.

mediascale führt derzeit schon Gespräche mit Auditing-Anbietern und fährt 2011 erste Testreihen.  Natürlich würden wir es begrüßen, wenn sich auch andere Teilnehmer des Affiliate -Marktes sich an dieser Initiative beteiligen. Wir möchten sie herzlich dazu einladen und freuen uns auf Feedback.

Als Wilhelm der Eroberer 1066 den Angelsachsen ordentlich eins auf die Mütze gab und sich deren Reich einverleibte (warum auch immer man König der Randeuropäer sein möchte), brachte er neben einer Revolution der höfischen Sitten auch eine neue Sprache mit. Fortan mussten die armen Bediensteten statt eines germanischen Kauderwelschs Französisch sprechen. Jeder, der mal Französisch lernen musste weiß, wie viel Spaß man dabei haben kann. Die Insulaner machten aus der Not allerdings eine Tugend und verwurstelten die Sprachen so lange, bis letzten Endes das deutlich handlichere Englisch gesprochen wurde.

Nach ein paar Jahrhunderten der sprachlichen Konsolidierung ist eben jenes Englisch ausgezogen, um die Welt zu erobern und zumindest bei uns Werbeschaffenden sehen die Erfolgsaussichten sehr gut aus. Was dann jedoch häufig übrig bleibt, kommt einem Skurrilitäten-Kabinett gleich.

Ich fange an vor der eigenen Haustür zu kehren, denn als Mitarbeiter von „Medienwaage“ bleibt mir ja gar nichts anderes übrig. Meine werten Vorgesetzten sind dabei aber sicherlich nicht diejenigen, die sich am weitesten auf das dünne Eis der anglophilen Firmennamen mit merkwürdiger Übersetzung begeben.

Da wäre die Firma „Gedankenteilung“ (zugegeben aus gutem Grunde mit englischem Namen) zu nennen, welche im medialen Konzert mitspielt. Aber auch die Firmen „Einmalig Digital“, „Mediakante Amerikanischer Geheimdienst“ sowie das zarte Plänchen „Gelbe Tomate“ klingen in einer teutonischen Übersetzung weit weniger überzeugend. Fraglich ist bei alledem, ob Gruner&Jahr die Agentur „stern.de“ auf Verletzung der Namensrechte verklagen möchte oder lieber klaglos die Werbegelder einstreicht. Letzteres wäre hier zu vermuten.

Bei den Vermarktern setzt sich die königreichfreundliche Namensgebung nahtlos fort. Werbepfeffer, Werbewaage (hey, die Waage gehört eigentlich uns!!!) oder Werbekanne sind hier nur die Vertreter zu Beginn des englischen Alphabets. In der AGOF weit vorne kommen dann noch bedeutungsschwangere Gebilde wie „Siebenseinsmedien“, „Intelligenzquotient Digital“ oder mein persönliches Glanzlicht „MorgenBrennpunkt“.

Für wen immer sich nun auch Unternehmen wie „Winzigweich“, „Sauerstoffmolekül“ oder „Apfel“ entscheiden mögen, darf nur hoffen, dass sie nicht vorher ihr Oxford Dictionary wälzen und sich von so manch unglücklichem Konstrukt abhalten lassen. Ansonsten muss man frei nach dem Wand Straßen Institut eingestehen: „I shame me so for my German Translation!“

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