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Beim Thema Invalid Traffic bzw. Ad Fraud kommt es hin und wieder mal zu Differenzen zwischen Kunde und Agentur. Allzu oft wird hier die Schuld bei der Agentur vermutet, doch diese Annahme stimmt natürlich nicht so ganz. In einem Gastartikel in der Adzine, ist unser Geschäftsführer Julian Simons dieser Problematik auf den Grund gegangen.

 

Wie Agenturen ihre Kunden vor Invalid Traffic schützen

Auch wenn das Thema eigentlich ein alter Hut ist, treibt es regelmäßig den Puls vieler Kunden und Kolumnisten nach oben. Dabei setzen die allermeisten Agenturen heute schon vielfältige Sicherungsmechanismen ein, um ihre Kunden vor Ad Fraud zu schützen. Fairerweise muss man aber auch attestieren: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht, weil die kriminelle Energie der Betrüger sich immer wieder neue Mittel und Wege sucht. Vielleicht wäre es deshalb ein sinnvoller Schritt, in Zukunft härter gegen einen „überführten“ Vermarkter/Publisher vorzugehen, notfalls auch juristisch. Dies ist bislang in unserem Markt die große Ausnahme.

Aber es ist keineswegs so, dass Werbetreibende dem Phänomen hilflos gegenüberstehen. Die Möglichkeiten Ad Fraud bzw. Invalid Traffic zu reduzieren, sind bereits jetzt sehr vielfältig: mehr klassisches I/O-Geschäft, weniger Open Market im Programmatic Advertising, mehr Premium-Inventar, weniger Longtail, keine Rotationsbuchungen, weniger Blacklist, dafür mehr Whitelists, die Liste könnte endlos weiter geführt werden.

Je besser diese Beratung der Werbetreibenden zum Thema, desto gezielter die Maßnahmen und desto weniger Fraud gibt es. Wir haben zahlreiche komplexe Sicherungsmechanismen etabliert, um unsere Kunden bestmöglichst vor Invalid Traffic zu schützen. Und trotzdem gibt es noch keinen absolut sicheren Schutz davor. Denn auch bei deutschen Premium-Vermarktern kann es vorkommen, dass „not owned“ Inventar in die Schaltung rutscht. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn ein Vermarkter ein bereits an den Werbetreibenden verkauftes Volumen nicht mehr liefern kann und aus diesem Grund selbst Inventar zukauft, das er dann entsprechend weiterverkauft. Wer diese Variante ausschließen will, muss sehr genau prüfen, was er bucht.

Sinn und Nutzen von Ad-Verification-Systemen

All das und einiges mehr checken wir regelmäßig z.B. mit Ad-Verification-Systemen, um die Inventarqualität eines Vermarkters zu verifizieren. Wir als Agentur können diese Maßnahmen den Kunden nur empfehlen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Diese Sicherungsmechanismen und damit auch die Inventarqualität hat ihren Preis. Viele Werbungtreibende nehmen deshalb eine ganz nüchterne Kalkulation vor: Bringt mir der Einsatz von Ad-Verification-Systemen so viel, wie sie an Zusatzkosten verursachen?

Die Antwort fällt, je nach Aufgabe und Kampagne, unterschiedlich aus: Bei Branding-Kampagnen liegt der prozentuelle Anteil von Invalid Traffic meist bei unter 5 Prozent. Schließlich geben solche Kunden oft die Richtung vor, nichts zu buchen, was man nicht kennt. Performance-orientierte Kampagnen nehmen da schon eher Streuverluste in Kauf. Denn selbst wenn der Anteil an Invalid Traffic hier auch schon mal bei 20-25 Prozent liegen kann, so kann sich das Ergebnis dank des maximal günstigen Preises unterm Strich rechnen. Weil die meist stark Performance-orientierten Kampagnen immer noch einen akzeptablen CpX erzielen.

Die im Markt diskutierte Lösung, dass die Vermarkter die Kosten für die Ad-Verification-Systeme tragen müssen, klingt vordergründig gut. Allerdings werden diese die Mehrkosten auf die Preise aufschlagen. Die Werbungtreibenden können es drehen und wenden, wie sie wollen: Am Ende zahlen Sie immer die Rechnung für eine bestimmte Form von Qualität und damit auch für den Schutz vor Ad Fraud.

Und dann gibt es ja auch noch die Walled gardens wie Facebook oder Google, wo eine kampagnenbegleitende externe Ad-Fraud-Kontrolle extrem schwierig ist. Facebook und Google sind geschlossene Systeme, die selbst über die Qualität und Güte der Daten entscheiden, die man auswerten kann und denen man mehr oder minder blind vertrauen soll, wenn man sie bucht.

Fazit

Das Thema Invalid Traffic ist also immer gut für öffentliche Polemik, aber sehr komplex in der Lösung. Klar ist: Wer wenig Sicherungsmechanismen einbaut, nimmt Fraud sehenden Auges mit in Kauf. Das bedeutet aber nicht, dass Ad Fraud etwas ist, das wir akzeptieren müssen und gegen das wir nichts unternehmen können. Der juristische Weg ist eine Möglichkeit, das technologische Aufrüsten eine zweite. Dort bleibt das Thema ein Rennen zwischen Hase- und Igel. Letztendlich sollten die Kunden auf die Beratungskompetenz ihrer Agentur vertrauen. Denn je besser die Beratung, desto geringer der Anteil an Invalid Traffic.

 

(Dieser Artikel erschien zuerst am 01. November 2019 bei Adzine. Den Artikel findet ihr hier.)

Das Internet wird 50, der Banner wird 25 und Tobias Wegmanns Agenturzugehörigkeit wird 20! Als CTO bei mediascale hat er in den letzten 20 Jahren natürlich so einiges miterlebt. Grund genug, ihn dazu mal kurz zu befragen.

 

Tobi, herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum. Jetzt interessiert uns natürlich was dich vor 20 Jahren zu uns trieb?

Tobi: Ich hatte kleine Kinder und Windeln waren teuer 😊 Gestartet bin ich in der Plan.net media und da gab es damals niemanden, der mehr als ein rudimentäres Anwenderwissen über die technischen Zusammenhänge im World Wide Web hatte, wie das damals hieß. Um das zu beheben, wurde ich eingestellt. Wobei ich zu Beginn auch mehr der Einäugige unter den Blinden war.

 

20 Jahre – ein langer Weg! Was fällt dir ein wenn du an deine Anfänge bei uns denkst? Computer gab es schon, oder? 😉

Tobi: Die gab es tatsächlich schon. An den Arbeitsplätzen standen sündteure, flimmernde 19-Zoll-Röhrenmonitore, die als der letzte Schrei der Technik galten. Wir waren sehr stolz auf unseren 2 Mbit-Breitband-Internetanschluss, denn zuhause hatte das ganze Land noch Modems. Bewegtbildinhalte gab es deshalb noch nicht mal auf Erotikseiten und einen Gif-Banner im Standardformat auf spiegel.de zu schalten kostete 90 € TKP, die ohne jeden Rabatt auch so bezahlt wurden.

 

Fällt dir ein Ereignis der letzten Jahre ein, das die Branche grundlegend verändert hat?

Tobi: Es war nicht in den letzten Jahren (eher um 2001), da zeigte mir ein sonst sehr renitenter Entwickler begeistert eine Website über die er endlich alles finde, was er suche. Da sah ich das erste Mal das Logo von Google.

 

In unsere Branche stehen Veränderungen an der Tagesordnung – Technologien wandeln sich, Trends kommen und gehen. Was wünschst du dir für die Zukunft? Wohin soll es gehen?

Tobi: Digitale Werbung ist keine belächelte Spielwiese mehr. Jetzt treten wir auf dem Center Court an. Ich würde mir wünschen, wenn mehr Menschen im Markt verstehen würden, dass das auch bedeutet ein Stück erwachsener werden zu müssen.

 

Blick in die Zukunft: Was erwartet uns? Und wo stehen wir in 20 Jahren?

Tobi: Keine Ahnung. Aber ich bin mir sicher, dass es Agenturen wie uns in zwanzig Jahren noch genauso geben wird – auch wenn wir dann bestimmt ganz andere Dinge tun und uns beim Blick in die Vergangenheit genauso amüsieren, wie wir das heute tun.

 

Und zum Abschluss? Gibt es eine spannende Geschichte, die du uns noch erzählen möchtest? Plauder gerne aus dem Nähkästchen…

Tobi: In meinem Vorstellungsgespräch habe ich nicht mehr als fünf ganze Sätze gesagt, weil Wolfgang so begeistert Visionen für meine zukünftige Tätigkeit entwickelt hat. Einen Lebenslauf oder Zeugnisse wollte auch niemand sehen. Diesem Vertrauensvorschuss habe ich seitdem versucht gerecht zu werden.

Bei Pinguinen gibt es immer einen der als erster von der Eisscholle ins Wasser springt.  Alle anderen warten erst einmal ab, ob er etwas zu fressen findet oder gefressen wird. Erst dann folgen sie ihm.

Wer ist bei uns mutig genug, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich beim diesjährigen Innovationstag am vergangenen Mittwoch dem Vortrag von Frederik Pferdt zugehört habe.

Der Innovationstag bei Serviceplan stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Transformation. Die Agenda hat deutlich gezeigt, wie allumfassend sich unsere Welt verändert: Ob Europa, Geschäftsmodelle, Customer Journey, transatlantische Beziehungen, Politik, Sport oder Unternehmenskultur. Alle Bereiche befinden sich im Wandel und wurden von unterschiedlichen Speakern in spannenden und inspirierenden Vorträgen in einem neuen Licht beleuchtet.

Die Botschaft war schnell klar: Um besser zu werden, brauchen wir Innovationen und dafür müssen wir Veränderungen zulassen. Aber das reicht noch nicht aus. Wir sind gefordert, den Wandel aktiv mit zu gestalten. Doch wie kann das in der Alltagsroutine gelingen?

Besonders beeindruckt hat mich zu dieser Fragestellung der sehr interaktiv gestaltete Beitrag von Frederik Pferdt. Der Gründer von Google’s „The Garage“ und Innovationsexperte hat uns herausgefordert, unsere Denkweise neu zu programmieren.

Sehr eindrucksvoll und leidenschaftlich hat Frederik das Publikum animiert, einen Zukunftsentwurf 2030 zu gestalten. Dabei haben wir alle festgestellt, dass es nicht einfach ist, sich die Zukunft vorzustellen. Viele Ideen sind in Ansätzen schon real, doch für echte Visionen fehlt uns oft die Phantasie.

Um also echte Innovationen zu entwickeln, ist unsere Kreativität und unsere Empathie gefordert. Frederik hat uns ermutigt, spannende Fragen zu stellen: „Was wäre wenn, …“? und die Fragen unserer Mitarbeiter mit einem optimistischen Blick auf das Potential hin zu bewerten, dass diese Fragen beinhalten. Er hat mich überzeugt, dass die Antwort nur: „Ja, und …!“ lauten darf. Mit einer gesunden Missachtung des Unmöglichen sollen die Fragen nicht abgeschmettert, sondern transparent geteilt und weiterentwickelt werden, damit neue Ideen wachsen können.

Es muss erlaubt sein, durch Erfolg und Misserfolg lernen zu dürfen. Das Vertrauen im Team und von der Geschäftsführung ist die wichtigste Voraussetzung, um bessere Lösungen zu entwickeln. Folglich müssen wir eine sichere Umgebung schaffen, die Fragen und neue Ideen zulässt. Nur so werden Innovationen entwickelt, die sich in der Umsetzung als erfolgreich erweisen können.

Diese Perspektive war für mich sehr anschaulich und einleuchtend. Ich habe mir daher fest vorgenommen, offen zu sein für Fragen, die im ersten Augenblick vielleicht unrealistisch erscheinen.

Zum Abschluss seines Vortrags hat Frederik von seiner Pinguinbeobachtung in der Antarktis berichtet und uns dringend empfohlen, einen Pinguin-Award an die Mitarbeiter zu vergeben, die neugierig und mutig genug sind, voran zu gehen und neue Ideen zu entwickeln.

Bei der Umsetzung der Ideen gibt es dann vielleicht sogar einen Award für unsere Kunden.

Um die Analogie meines Kollegen Florian aus dem PRE-DMEXCO Artikel aufzugreifen: Die Parallelen zwischen Almabtrieb und DMEXCO kann durchaus als valider Vergleich herangezogen werden.

Wie jedes Jahr begann der Tag für uns Münchener bereits um 04:00 morgens, um den ersten Flieger nach Köln zu nehmen. Bereits hier entschied sich, wie angenehm man sich den Tag gestalten will: nämlich mit dem richtigen Schuhwerk. 15.417 Schritte habe ich insgesamt zurückgelegt, was einer Distanz von 11 km entspricht –ein stolzer Wert wie ich finde, der nur in bequemen Business Casual Schuhen blasenfrei zurückgelegt werden kann. Spätestens als mein Handy bereits um 09:00 Uhr morgens stolz verkündete, dass mein Tagesschrittziel erreicht wurde, wusste ich, dass noch ein sehr langer Tag mit Menschenmassen und kilometerlangen Gängen vor mir stand.

Das diesjährige Motto der DMEXO war „Trust in you“ – also ein Loblied auf die eigenen Fähigkeiten, die in unserer zunehmend fragmentierten Vermarkter- und Agenturwelt schnell einmal untergehen können. Der Name schien auf jeden Fall Programm zu sein, wenn man die gigantischen Messestände mit den verschiedensten Cases, Expertenrunden und Infoflyern besuchte. Jeder hatte DIE Lösung für DAS Problem (um abermals meinen Kollegen Florian zu zitieren).

Ich selbst konnte zwischen den Terminen an zwei interessanten Seminaren teilnehmen (Tipp: Frühzeitig da sein!). Ein zentrales Takeaway hat mich als Vertreter einer ehemalig reinen Digital-Agentur sehr gefreut: Aus einer Umfrage von führenden Marketingvertretern ging hervor, dass die generelle Digitalkompetenz zunehmend wichtiger wird, als die einfache Gattungskompetenz. Das soll bedeuten, dass die zunehmende Digitalisierung (v.a. Programmatischer Einkauf) der klassischen Kanäle (ATV, DOOH, Webradio etc.) nicht ohne digitale Kompetenzen geleistet werden kann. Somit haben wir bei der mediascale als 360° planende Agentur mit digitalem Background wohl alles richtig gemacht 😊.

Neben den unzähligen Möglichkeiten sich in der digitalen Marketingwelt weiterzubilden hatten auch wir in der World of Agencies ein umfangreiches Angebot an Schulungen und Präsentationen. Unter anderem haben unsere Geschäftsführer Wolfgang Bscheid und Julian Simons interessante Vorträge zum Thema Native Audio und „Raise your brands voice“ gehalten.

Nach vollgepackten 8 Stunden mit vielen bekannten Gesichtern, interessanten Gesprächen und mehr oder minder sinnvollen Give-Aways, die den Weg in die Messetüte gefunden haben, ging der Tag für mich dann zu Ende. Um ehrlich zu sein wahr ich auch froh, wieder im Flieger nach Hause zu sitzen und die lärmende Messewelt hinter mir zu lassen. Obwohl so ein Messetag sehr anstrengend ist, freue ich mich wieder sehr auf nächstes Jahr!

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten haben die Mitarbeiter bei der mediascale?

In der letzten Folge unserer Reihe „mediascale recruiting“ zeigt unsere Kollegin Agnes Ley verschiedene Möglichkeiten auf: Vom internen Weiterbildungsprogramm „Campus“ mit verschiedenen Seminaren, Workshops und Vorträgen zu fachlichen und außerfachlichen Themen für alle Level, bis hin zu individuellen Zielvereinbarungen oder Coachings für Führungskräfte, ist hier alles dabei.

Eigentlich war dieses Video ja dafür gedacht, unseren Bewerbern einen Einblick in den Alltag bei mediascale zu geben.

Bei der momentanen Hitzewelle, wünscht man sich aber doch, dass der Tag schnell vorübergeht. Deshalb gibt es den Tag bei mediascale heute im Zeitraffer. ;-)

Vor einigen Monaten habe ich erstmals von einem internen Filmprojekt der Mediaplus Gruppe erfahren. Kurz zum Inhalt:  Es geht um die Kollegen, Projekte und Vielzahl an Benefits, die die Mediaplus Gruppe zu einem attraktiven Arbeitgeber machen.

Ich hatte um ehrlich zu sein nicht geplant als eine der drei HauptdarstellerInnen aus dem Meeting zu gehen. Nun bin ich aber eben eine langjährige Mitarbeiterin der Gruppe und habe selbst das ein oder andere Tief, aber eben auch sehr viele Hochs miterleben dürfen.

Ich nehme euch mal kurz auf einen kleinen Exkurs mit: Unter anderem habe ich mir eine zweimonatige Auszeit in den USA gegönnt. Während dieser Zeit habe ich mich nahezu ausschließlich dem Backen und Verzieren von Torten und Gebäck gewidmet. Wer nochmal nachlesen mag, findet den Blogartikel hier.

Das klingt nach einem sehr verspielten Hobby, dem perfekten Gegensatz zu einem sehr zahlen- und technikgetriebenem Job. Um ehrlich zu sein habe ich das selbst lange Zeit so gesehen. Ich reise weiterhin mindestens einmal im Jahr nach Chicago, um wieder etwas Neues zu lernen – und jedes Mal erkenne ich mehr und mehr wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen meinem Job und meinem Hobby gibt.

Ich fange in der Regel nie einfach mit irgendwas an. Bei meinen Torten recherchiere ich oft über mehrere Tage. Wenn es dann Zeit ist die Böden zu backen und Füllungen anzurühren bin ich in der Regel gut vorbereitet. Mein genauer Ablaufplan steht fest. Genauso erlebe ich viele Herausforderungen in meinem beruflichen Alltag. Die hohe Sorgfalt und Genauigkeit, die mein Job erfordert, finde ich dann im Dekorieren von Keksen oder beim Erstellen von Zuckerblumen am Wochenende wieder. Viele Menschen reagieren eher verblüfft, wenn ich sie an der Chemie des Backens teilhaben lasse. Den gleichen Gesichtsausdruck sehe ich in der Regel, wenn ich mit Branchenfremden über Cookies, Kampagnentracking oder Programmatic Advertising spreche.

Doch nun zurück zum Film. Für unsere individuellen Stories wurden Texte und Storyboards erstellt. Ich war erleichtert zu hören, dass es keine Sprechrollen geben wird. Ich erinnere mich an böse Versprecher zu Schulzeiten in der Theater AG.

Noch ein letztes Briefing zum Zeitplan, so langsam wurde es ernst. Insgesamt war ich an vier Drehtagen beteiligt. Und was soll ich sagen? So ein kleines „Superstar-Treatment“ fühlt sich nicht nur äußerlich gut an.

Die Crew hat von der ersten Sekunde an eine entspannte und gleichzeitig äußerst professionelle Stimmung verbreitet. Das war für mich als Laiendarsteller perfekt. So ließ sich die anfängliche Aufregung recht schnell in den Griff bekommen. Neben einer Arbeitsszene im Büro mit zwei meiner Kollegen, wurde ich auch noch beim Backen gefilmt. Routinen, die man schon tausendfach durchgegangen ist, fühlen sich beobachtet dann doch plötzlich neu an.

Aktuell befindet sich das Material im Schnitt. Ich kenne den Film also selbst noch nicht, habe mir aber sagen lassen: „Hollywood is near“! Man darf gespannt sein. Andy Warhol sagte: „In the future everyone will be world-famous for 15 minutes“. Weltruhm würde ich jetzt mal bezweifeln, aber es war in jedem Fall eine extrem spannende und auch ein wenig aufregende Zeit.

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!

Wenn einer pitcht, pitchen alle. An diesem Betreff bin ich zuletzt in meinem Posteingang kurz hängengeblieben. Dieser Betreff bringt für mich nämlich alles auf den Punkt, was einen Pitch oder auch New Business ausmacht. Nirgendwo sonst – als bei Neugeschäften – ist die Chance größer, in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum mit so vielen unterschiedlichen Einheiten und Ansprechpartnern aus dem Agenturen-Netzwerk zusammenzuarbeiten. Deutlich werden diese Schnittstellen bei einem kurzen Einblick in die chronologische Abfolge eines Beispiel-Pitches.

 

Los geht’s mit dem Briefing

Startschuss des Neukundenprojekts ist das Briefing. Dieses stellt in den meisten Fällen zugleich die erste Schnittstelle mit einer Partneragentur dar. Die Agentur des Kanals, welche das Neukundenprojekt an Land gezogen hat, geht auf die Partneragentur zu und fragt Unterstützung an. In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass die Kollegen aus der Klassik im Lead sind und sich bei uns melden. Nachdem wir die Unterstützung zugesagt und uns mit den Inhalten auseinandergesetzt haben, werden in einer ersten Besprechung die Anforderungen, die zentralen Elemente der Strategie sowie Budgetaufteilungen abgesteckt.

Als digitaler Planer schätze ich einen medial ganzheitlichen Ansatz natürlich besonders, da ich auf die Art über den Tellerrand hinausschauen und mich mit einer vollständigen Mediaplanung auseinandersetzen kann.

Neben den unterschiedlichen Media-Teildisziplinen, die sich gegenseitig bereichern, profitiert insbesondere der potenzielle Neukunde, da er einen ideal auf einander abgestimmten Media-Mix von uns bekommt.

Neben einer qualitativen Beurteilung, welche Mediakanäle für welches Ziel eingesetzt werden sollten, liegt der Mediaplanung häufig auch ein quantitativer Ansatz zugrunde, der über eine Art Scoring-Model Anwendung findet und uns dabei unterstützt das optimale Verhältnis der Mediakanäle auszutarieren.

 

Grundvoraussetzung einer passgenauen Planung ist die Kenntnis der Zielgruppe

Nachdem der Kurs für alle Planer klar definiert wurde, geht es im nächsten Schritt an die Detailarbeit. Ausgangsbasis und damit auch Kern jeder Planung ist die Zielgruppenbestimmung. In den meisten Fällen ist die Zielgruppe im Briefing bereits hinreichend vordefiniert und kann nun in diversen Tools (z. B. in der b4p/best-4-planning) abgebildet werden. Die Abbildung kann einerseits durch die hauseigene Marktforschungsabteilung oder aber auch durch die Planer selbst erfolgen.

Liegen uns die Zielgruppen erst einmal vor, kann schließlich eine maßgeschneiderte Planung auf Basis von Reichweiten und Affinitäten erfolgen. Diese können mittels einer Rangreihe über alle abbildbaren Einzelwebsites und Vermarkterreichweiten illustriert werden.

 

Don’t forget Programmatic – Planungsergänzung um relevante Datenpunkte

Neben der passenden Umfelder-Auswahl sollte im Zeitalter des Programmatic Advertisings unbedingt ein Abgleich der Zielgruppencharakteristiken mit zur Verfügung stehenden Daten erfolgen. Für diesen Abgleich wende ich mich an die Spezialistenteams im Haus der Kommunikation: NE.R.O. und PREX. Sofern die Möglichkeit bestehen sollte die Zielgruppe über Datenpunkte zu erreichen (sei es in Form zugekaufter Daten oder intern angesammelter Daten) werden unsere Experten sie finden. Insbesondere für spitze Zielgruppen, die über begrenzte Werbeplätze auf vermeintlich passenden Websites nur bedingt oder sehr teuer erreicht werden können, erhalte ich durch die Kombination von eingekauften Daten und Reichweite eine sehr gute Option, die Zielgruppe mit geringen Streuverlusten vielfach zu erreichen.

 

Auswahl des passenden Formats in Abhängigkeit vom Kampagnenziel

Ist die Platzierungsselektion erfolgt, stellt sich als nächstes die Frage nach dem Werbeformat. Die richtige Wahl des Werbeformats entscheidet maßgeblich über den Kampagnenerfolg und sollte wohl überlegt sein. So gelten für eine rein performance- orientierte Kampagne, deren Ziel der Abverkauf von Gütern oder Dienstleistungen ist, andere Spielregeln als für Branding-Kampagnen, die beispielsweise darauf aus sind die Markenbekanntheit zu erhöhen.

 

Abstimmung der Planungsinhalte und Konditionen mit dem Einkauf

Wenn auch das passende Format gefunden ist, kann als nächstes der Einkauf über die Planung informiert und Angebote bei den Vermarktern eingeholt werden. Der Einkauf kann dabei inspirierend auf die Planung einwirken.

Bis die Vermarkter-Angebote vollständig vorliegen, kann der Planer an ein paar prägnanten Charts arbeiten und die Strategie ansprechend veranschaulichen.

 

Abschluss der Planung und Vervollständigung des Briefing-Gesamtpakets

Liegen die Angebote erst einmal vor, bilden diese die Grundlage für den Mediaplan und ermöglichen die Eruierung von Leistungswerten. Der Ausweis von Leistungswerten, wie z. B. GRP (Gross Rating Point), OTS (Opportunity To See) oder auch NRW (Nettoreichweite) ist häufig Teil des Anforderungskatalogs, der dem Briefing anhängenden Templates.

Schließlich können die letzten Charts, die in Abhängigkeit von der Planung stehen, gebastelt und das Go vom Einkauf geholt werden, wenn die ausgehandelten Konditionen und hierdurch erzielten Leistungswerte ein gutes Gesamtpaket darstellen.

Bilden alle Mosaiksteinchen ein stimmiges Gesamtbild kann die Präsentation inkl. Planung finalisiert werden und mit den Templates an die Agentur, die den Pitch an Land gezogen hat, zurückgespielt werden. Sofern der Planer des Projekts am Präsentationstermin nicht selbst teilnehmen kann, bildet eine letzte Besprechung den Abschluss des Projekts, in welchem Strategie und Story noch einmal ausführlich dargelegt werden.

Im Idealfall wird ein neuer Kunde gewonnen, so wie in unserem eingangs beschriebenen Fall. Daraufhin folgte nämlich eine Flut an Mails – alle unter dem Betreff „Wenn einer pitcht, pitchen alle“, in denen man sich gemeinsam über den gewonnenen Pitch freute. So macht pitchen Spaß!

Was bedeutet „typisch“ Agentur? Viele Hipster und Überstunden ohne Ende vielleicht? Mit diesen Agenturklischees können wir zum Glück nicht dienen! Stattdessen gibt es Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und eine Open Door Policy.

In dieser Folge unserer Reihe „mediascale recruiting“ erfahrt ihr mehr darüber, was uns und unsere Unternehmenskultur ausmacht.

Co-Engineering ist die Zukunft! Doch was bedeutet Co-Engineering eigentlich? Dieser Begriff stammt aus der Industrie und beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Lieferant bzw. Agentur und Kunde. Der Kunde bekommt dabei keine fertige Patentlösung vorgesetzt, sondern wird aktiv in die Entwicklung miteingebunden. Doch warum brauchen wir das? Worin liegen die Vorteile im Vergleich zu Standardlösungen? Gibt es Beispiele für maßgeschneiderte Lösungen? Und ist alles nicht letztendlich eine Frage des Budgets? Diese und weitere Fragen beantwortet Wolfgang Bscheid in einer neuen Folge von Bscheid Gsagt.

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