Tag Archiv für "2012"

Ich hoffe, Sie haben sich gut erholt im Weihnachtstrubel und beim Silvester Party Hopping? Vielleicht haben Sie es aber auch ganz ruhig angehen lassen oder sind sogar in die Ferne verreist? Unter den Kollegen hier kann man alle Modelle finden. Von Österreich über Neuseeland bis hin zu China führten die Reisen der mediascale-Mitarbeiter. Da wird von klirrender Kälte und Tonsoldaten genauso berichtet wie von knackendem Kaminfeuer und täglichem Schneeschippen in Tirol.

Seit gestern sind nun (fast) alle wieder hier, und wir starten gestärkt und frisch motiviert mit neuen Planungen und Kampagnen ins 2012. Und wie es so üblich ist, haben sich auch viele von uns gute Vorsätze fürs neue Jahr vorgenommen. Die wichtigsten in Kürze: In der Agenturküche soll zukünftig das dreckige Geschirr wirklich in die Spülmaschine geräumt und nicht einfach nur abgeladen werden. Der Kaffeemaschinenputzdienstplan für 2012 hängt fein säuberlich an der Wand, damit auch niemand mehr vergisst, die gute alte Jura abends zu reinigen. Die ein oder andere Kollegin sieht man mit Salat am Mittagstisch sitzen, und ich selbst besuche all mittaglich das Yoga-Studio gegenüber, um den Weihnachtspölsterchen zu Leibe zu rücken.

Was auch immer Sie sich vorgenommen haben für 2012 – wir wünschen Ihnen die Durchhaltekraft und den nötigen Biss, damit Sie ihre Ziele erreichen.

Möchten Sie wirklich noch einen „Es-war-ein-gutes-2011-doch-im-nächsten-Jahr-wird-alles-schwierig“-Blogartikel lesen? Ich nicht. Deswegen beschränke ich mich auf meine vier persönlichen Weisheiten aus 2011, die ich zwischen den Jahren mit einer guten Flasche Rotwein begießen und „runterspülen“ werde, um quasi jungfräulich, unvoreingenommen und gut erholt ins Jahr 2012 zu gehen:

1. Targeting wird Basis
Nach drei Jahren hat sich unser agentureigenes Targeting-Tool NE.R.O. bei den Kunden etabliert. Sie nutzen immer fleißiger die Chancen, die NE.R.O weit über ReTargeting hinaus bietet. Dies funktioniert nur in Kooperation mit unseren Publishern, die verstanden haben, dass es Agenturen gibt, die gemeinsam mit Kunde und Publisher ein für alle Seiten interessantes Produkt aufsetzen möchten. Hier sind wir aber noch immer am Anfang einer Entwicklung, die das Medium Online in 2012 einen gewichtigen Schritt weiter in Richtung Leadmedium für Kommunikationskonzepte bringen wird.

2. Mehr Audit ist nicht gleich besserer Preis
Natürlich ist es gut, zu kontrollieren, und noch besser ist es, für die gleiche Leistung weniger bezahlen zu müssen. Das versprechen Audits – also am besten täglich auditen?
Weit gefehlt, denn leider führen Audits gerade im Einkauf (und ehrlich gesagt geht’s auch nur um den Einkauf, denn strategisch produzieren viele Auditoren in der Regel keinen signifikanten Qualitätsuplift) zwar manchmal zu besseren Preisen, jedoch meistens zu schlechteren Planungen. Denn in diesem Markt kann fast jede Reichweite auf mindestens vier verschiedenen Wegen zu unterschiedlichen Preisen eingekauft werden, und fast jede Reichweite ist in irgendeinem „Run of XYZ“-Paket enthalten. Doch wollen Kunden dies am Ende wirklich? Irgendeine Reichweite, in der ihre gewünschte Platzierung unter Umständen zu fünf Prozent enthalten ist, die dann aber nur noch 25 Prozent des direkten Angebots kostet. Schlechtes Geschäft für den Kunden – nicht aber für den Auditer!
Deswegen würden wir uns wünschen, dass gerade in Online mehr Kompetenz beim Audit entsteht, dann entstehen faire und vergleichbare Ergebnisse zum Wohl des Kunden.

3. Technik ersetzt kein Konzept
Man gewinnt nicht automatisch ein Autorennen, nur weil das Auto schnell ist, und man DSP, ABS und ESP zuschalten kann. Genau so ist es auch bei uns: Wenn der Kunde nicht weiß, was die Kampagne bewirken soll, und die Agentur nicht weiß, was der Kunde will, dann hilft kein RTB, SEO, ATF (Above the Fold) oder doch BTF (Below the Fold), kein + und Like, es wird nix werden. Das ist nicht neu, aber auch 2012 noch immer richtig: Ein gutes Konzept mit einer klaren Strategie und einer optimierten und integrierten Kampagne bringt mehr als jedes Tool. Das kann unterstützen – ersetzen wird es nicht.

4. Kooperation bringt mehr als Konfrontation
Danke an die Kollegen der Plan.Net, der mediateam360 und auch an die eine oder andere weitere Agentur, mit der wir in diesem Jahr hervorragend zusammengearbeitet haben, auch wenn man sich manchmal im Pitch gegenüberstand.

In diesem Sinne, ab 23.12. erholt sich die mediascale-Mannschaft, um im Januar wieder für ihre Kunden, den Klartext-Blog und einen spannenden Markt an Bord zu sein.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Dominik: Tach Tobi, alte Hütte! Lang nicht mehr gesehen. Wie läuft es bei dir so?

Tobi: BLENDEND! Ich komme gerade aus der Übercloud, wo ich mit der Übercrowd ein wenig über Scourcing diskutiert habe. Shrek Rotten von Oger Media war auch da. Keine Ahnung, was der eigentlich  macht, aber tolle Wollmütze und gigantische Ausstrahlung. Ruht total in sich. Vulkanisch schlummernde Dynamik. Und wie geht es dir?

Dominik: FANTASTISCH! Es läuft so richtig gut, Milch und Honig fließen, und es gibt nur ein Vorwärts, und die gebratenen Hähnchen fliegen mir in den Mund. Und das, wo weißes Fleisch so gesund ist! Und, gut gerüstet für Q4?

Tobi: Ja, wir haben letzte Woche  dreiundzwanzig  neue DSPs an die SSP angeschlossen, um RTB im kommenden Jahr richtig zu etablieren. Dürften jetzt bald so achthundert Plattformen aufgeschaltet haben. Und dahinter kommt alles von denselben drei Vermarktern. Genial. Wir denken da auch schon an völlig neue Produkte und Mechaniken!

Dominik: Wow, dann seid ihr ja ganz weit vorne. Welche Strategie verfolgt ihr denn?

Tobi: Das Wichtigste ist, dass wir von den Finanzmärkten lernen. Wir packagen faulen Traffic in große Pakete und verkaufen die Anteile gestückelt an lizensierte Traffic-Händler.

Dominik: Das klingt plausibel, man sollte das Ganze aber auch noch über Optionsscheine leveragen und auch auf sinkende Kurse wetten.

Tobi: Oder Leerverkäufe. Wir verkaufen Traffic, den wir nicht haben, und wenn der Preis gefallen ist, kaufen wir ihn wirklich ein und verramschen ihn an Bestbietende mit den niedrigsten Ansprüchen. So spekulieren wir gegen die Preise der Google AdExchange und den PerformanceTraffic Allocator.

Dominik: Aber hinter letzterem steht doch der griechische Staat oder? Es ist doch inzwischen ein offenes Geheimnis, dass die Griechen über den Real Time-Handel ihren Staatsbankrott aufhalten.

Tobi: Na ja, allerdings auch nur solange, bis Google Griechenland kauft und daraus ein Testlabor für gebiddeten Mobile Traffic macht.

Dominik: Mobile hatte ich ganz vergessen. Das kommt ja auch mit Macht auf uns zu!

Tobi: Ja, und deswegen testet Google auch schon seine LBA-Angebote auf den äußeren Sporaden auf Herz und Nieren, damit beim weltweiten RollOut nix schiefgeht. Sollen vor Ort nur Probleme mit dem heißen Klima haben, sonst läuft alles wie geschmiert. Gibt ja auch nur einen einzigen Supermarkt dort. Spielt  das bei euch denn schon ne große Rolle?

Dominik: Wir werden, denke ich, nächstes Jahr ca. 60 Prozent über Bewegtbild machen und mindestens genauso viel über Mobile. Dabei wird mindestens das Doppelte dann inzwischen realtime gehandelt.

Tobi: Oh, nächstes Jahr! Da möchte ich noch gar nicht drüber sprechen. Große Unsicherheiten werden kommen und der große Knall zum Schluss.

Dominik: Du meinst die Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Spendings? Da kann es natürlich schon sein, dass die Turbulenzen an den Börsen sich auf die Realwirtschaft durchschlagen und die Spendings negativ influenzieren.

Tobi: Die Finanzkrise ist ja nur der Anfang. Erdbeben, Erdrutsche, Taifune, marodierende Riesenwesen, epidemischer Hautpilz … all das hat uns Aztec Predictive Oracle (APO) bereits in der DotCom-Blase vorhergesagt. Und Ende Dezember ist dann eh Schluss mit Vater Staat und Mutter Erde!

Dominik: Oh, das klingt schlecht. Und was machen wir bis zum Weltuntergang? Gehen wir ne Wurst essen?

Tobi: Ja, aber du holst die Gutscheine bei Tomorrow Focus.

Dominik: Geht klar!