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Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit Influencern und welche Stolperfallen gilt es zu beachten?

Nachdem ich Euch im ersten Teil am 14.11. die scheinbar perfekte Instagram-Welt und spezielle ,,Arbeitsräume‘‘ für Influencer nähergebracht habe, folgt nun der zweite Teil des Blogartikels, in dem vor allem die Bedeutung und Chancen des Influencer-Marketings aus Kunden- und Agentursicht beleuchtet werden sollen.

Beeinflussungspotential in der jungen Zielgruppe

Wozu eigentlich dieser ganze Aufwand, den Influencern solch surreale und kostenintensive Arbeitsplätze wie das Village Studio in New York zu schaffen? Sind Produktinszenierungen vor Märchenkulissen und generell die sich darstellenden Influencer wirklich der Schlüssel zur jungen Zielgruppe?

Studien (2018) belegen deutlich, dass es sich hierbei um ein zweischneidiges Schwert handelt. Zum einen werden Jugendliche von Influencern stark inspiriert, lösen andererseits aber auch Neid und Selbstzweifel am eigenen, nicht derart perfekten Leben aus.

Vor allem in der sehr jungen Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen haben die Stars aus dem Netz demnach großen Einfluss und, in gewisser Weise, auch ein Maß an Verantwortung gegenüber ihren Followern, das nicht zu unterschätzen ist.

Wie aus nachfolgender Graphik ersichtlich, sinkt mit zunehmendem Alter konkret der Einfluss auf die Kaufentscheidung für eines durch Influencer beworbenen Produkts deutlich:

Quelle: Statista – Umfrage zum Einfluss von Influencern auf die Kaufentscheidung nach Alter in Deutschland 2016

Relevanz für den Marketing-Mix von Unternehmen

Werbetreibende Unternehmen kommen somit nicht umhin, sich mit den neuen Reichweitenstars auseinanderzusetzen, und mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass sich branchenübergreifend ganze Abteilungen dieser neuen Werbeform widmen. Der Trend ist somit zu einem relevanten Marketing-Instrument geworden, das einen Perspektivenwechsel verspricht: Man schafft einen Dialog aus Konsumenten- statt aus Unternehmenssicht mit seinen Kunden.

Die Einsatzfelder/Zielsetzungen sind dabei facettenreich. Durch das Zusammenspiel von Authentizität, Reichweite und dem jeweiligen Content eignen sich Influencer-Kampagnen für folgende Marketing-Ziele:

  • Produkteinführungen: Glaubwürdige Empfehlungen und echte Rezensionen erregen Aufmerksamkeit und Interesse an Neuheiten.
  • Markenbekanntheit & Image: Scheinbar totgesagte Marken haben durch das Getragen werden/die Verwendung durch den richtigen Meinungsmacher eine Chance auf ein Revival.
  • Produkttests & Produktbewertungen: Hier kommen vor allem YouTuber zum Zuge, die dem Interessenten mittels kurzer Anwendungsvideos im Stile von Tutorials alle relevanten Features direkt anpreisen können.
  • Product-Placement: Hierbei steht die ideale Inszenierung eines Produkts im Vordergrund. Durch Erstellung eigener Landingpages mit Abverkaufsmöglichkeit kann die Customer Journey so vom ersten Produktkontakt bis zum Kauf begleitet werden.

Generell sollten sich Unternehmen vorab klar mit ihrer Zielgruppe und Zielsetzung auseinandersetzen. Möchte man auf eine Handvoll der großen Makro-Influencer und deren einzelne sehr hohe Reichweite setzen, oder fokussiert man sich auf viele kleine, eher unbekannte Micro-Influencer (ab 5.000 Followern) und nutzt deren überaus starke Authentizität über eine große Menge an produziertem Content aus? Oftmals ist auch die Mischung der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Trotz akribischer Planung gibt es immer wieder auch grandiose Reinfälle, die nicht selten einen Shitstorm mit sich bringen, sollte eine Produktplatzierung allzu gewollt und unauthentisch daherkommen, wie unlängst die Kampagnen von Milka (#milkaschmecktwie) oder Coral (#coralliebtdeinekleidung) bewiesen haben:

Quelle: http://www.instagram.de

Ausblick: Zukunft des Influencer-Marketings

Die Meinungen um die Zukunft des Influencer-Marketings könnten wohl nicht konträrer sein: Die einen sagen, das Influencer-Marketing stecke noch in den Kinderschuhen, die anderen sind der festen Überzeugung, die Blase um diesen Hype werde bald platzen.

Wegzudenken ist der Trend schon längst nicht mehr, dennoch gibt es noch viele Stolpersteine und Hürden, die geradezu nach Optimierung schreien. Als konkretes Beispiel kann hier die Kennzeichnungspflicht genannt werden, die noch immer so intransparent ist, dass selbst eine Vertaggung von Freunden als Anzeige markiert wird, um nicht Opfer einer erneuten Abmahnwelle zu werden.

Außerdem müssen sich Unternehmen von den gelernten, festen KPIs anderer Werbeformen lösen und es zulassen – bis zu einem gewissen Punkt – die Kontrolle abzugeben. Die Reichweite eines Influencers darf nicht als einzig ausschlaggebendes Kriterium herangezogen werden, vielmehr erfolgt die Erfolgsmessung über die Engagement-Rate, die Bindung zu den Followern, und bei konkreten Performance-Zielen natürlich auch über generierte Abverkäufe.

Man darf also weiterhin mit Spannung verfolgen, wie sich diese Marketingdisziplin weiterentwickelt, und der ein oder andere amüsante Fail durch unpassende Inszenierungen ist sicherlich auch nicht weit. :-)

Ein durchtrainierter Kerl im Fitnessstudio erklärt uns, wie sehr ihm sein Proteinpulver „XY“ beim Muskelaufbau geholfen hat. Die stets auf eine perfekte Erscheinung bedachte Videobloggerin will uns glauben machen, der Glanz ihrer Zähne stehe in direktem Zusammenhang mit dem neuen „amazing“ Teeth Whitener, den sie nutzt. Das sind nur zwei Beispiele, wie sogenannte Influencer ihren hunderttausenden Followern auf Instagram, YouTube, Facebook und Co. suggerieren, wie begeistert sie von verschiedenen Produkten sind.

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(Quelle: Instagram via Onlinemarketing.de)

 

Influencer Marketing ist gerade in aller Munde: Mit dem kometenhaften Aufstieg sozialer Medien hat sich ein riesiges Ökosystem an Social Influencern aufgetan, die oft mit großem Aufwand akribisch aus ihrem Leben berichten. Vor allen Dingen in den Bereichen der drei großen F´s – Food, Fashion und Fitness – gibt es mittlerweile eine Vielzahl an erfolgreich agierenden Bloggern mit einer großen Anhängerschaft. Im Gegensatz zu den meisten Film- und Musikstars der Vergangenheit schaffen es diese Influencer, eine deutlich interaktivere Beziehung zu ihren Fans aufzubauen.

Dieses innige Verhältnis zwischen Bloggern und ihren Followern wollen sich nun auch immer mehr Unternehmen zu Nutze machen, denen es zunehmend schwerfällt, insbesondere jüngere Zielgruppen über klassische Mediakanäle werblich zu erreichen. Sie hoffen, dass sich die auf Sympathie aufbauende Beziehung zwischen Influencern und ihren Followern auf ihre Produkte übertragen lässt. Essentiell sind hier das Vertrauen und das authentische Umfeld, in dem sich solch ein Produkt-Sponsoring abspielt.

Tatsächlich gibt es auch eine Menge guter Gründe für Unternehmen, ihren Marketing Mix um diesen Kanal zu erweitern. So generieren Mund-zu-Mund-Marketing-Maßnahmen zwischen Konsumenten, zu welchen auch Influencer Marketing zählt, das Zweifache an Umsatz im Vergleich zu bezahlten Werbemaßnahmen (McKinsey). Auch vertrauen 92 Prozent der Konsumenten diesen Mund-zu-Mund-Empfehlungen, während lediglich 36 Prozent klassischen Display Ads Vertrauen schenken. Laut einer Umfrage von Variety sind mittlerweile 8 der 10 beliebtesten Stars amerikanischer Jugendlicher YouTuber und nicht „klassische“ Stars wie Sängerin Taylor Swift. Infolge dieser Erkenntnisse planten laut eMarketer 84 Prozent der Unternehmen in 2015 in den nächsten zwölf Monaten eine Influencer Kampagne zu starten und 81 Prozent der Unternehmen, die eine solche bereits in der Vergangenheit durchgeführt hatten, bezeichneten diese als effektiv.

Ist also Influencer Marketing die neue eierlegende Wollmilchsau? Es bleiben zumindest Zweifel, dass jede Influencer-Aktion automatisch zu einem Erfolg führt. So gibt es zahlreiche Herausforderungen, denen ein Unternehmen gegenübersteht, eine erfolgreiche Influencer Kampagne aufzusetzen. Ganz vorne liegt hier, laut einer Studie (eMarketer) die Herausforderung, den richtigen Influencer für sich zu finden. So ist es essentiell, einen authentischen Zusammenhang zwischen dem Influencer und dem Produkt herzustellen. Laut eines erfolgreichen Ex-YouTubers des sich in 2015 aufgelösten Trios Y-Titty, ist Influencer Marketing allzu oft einfach nur schnödes Product Placement, welches mitunter die Glaubwürdigkeit des Influencers nicht nutzt, im Zweifel sogar untergräbt. Hier sollen vor allen Dingen gute Geschichten Marken helfen, nicht in der Flut an Content unterzugehen.

Weitere Herausforderungen sind laut der Studie das richtige Herantreten an potentielle Influencer. So können Kontakte entweder direkt, oder über eine Vielzahl an spezialisierten Agenturen geknüpft werden. Auch wird der nur schwer zu messende Kampagnenerfolg als problematisch angesehen sowie das Verfolgen der Aktivitäten des Influencers auf seinen verschiedenen Plattformen.

Doch sind es nicht nur operative und kreative Herausforderungen, die Unternehmen bewältigen müssen. Die Branche kämpft zunehmend mit dem Vorwurf der Schleichwerbung. So ist es laut gesetzlicher Regelung in Deutschland verboten, den werblichen Charakter von geschäftlichen Handlungen zu verschleiern. Auch in den USA, dem Ursprungsland von Influencer Marketing, aktualisierte die Behörde für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz (FTC) ihre Richtlinien und legt mittlerweile großen Wert auf die Kenntlichmachung bezahlten Contents. Wenn bei einem Post nicht ohne Weiteres ersichtlich ist, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelt, empfiehlt die Behörde, diesen als werblich zu kennzeichnen, beispielweise durch das Hinzufügen eines #ad oder #spon im Post. Noch wird weder in den USA noch in Deutschland diese Kennzeichnungspflicht umfassend kontrolliert, schon allein aus Mangel an Ressourcen, doch ein allmähliches Umdenken ist festzustellen.

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Beispiel für die Kennzeichnung eines werblichen Posts mit dem #sponsored (Quelle: Instagram)

 

Zuletzt droht langfristig möglicherweise auch ein weiteres Problem: Die zunehmende Kommerzialisierung von Plattformen wie Instagram durch Unternehmen und Influencer könnte gerade einer der ursprünglichen Anziehungspunkte solcher Plattformen (User generierte, authentische Inhalte vs. gestellte Werbung und Content mit Stars) erodieren. Hieraus könnte sich bei einem Teil der Nutzer ein gewisser Zynismus gegenüber den gesponserten Inhalten entwickeln. Wenn Nutzer nicht mehr ausreichend originäre, authentische Inhalte verfolgen können, wenden sie sich eventuell ab.

Influencer Marketing wird auch in Zukunft wachsen, die Branche muss aber achtsam bleiben, die ursprünglichen Vorteile von vertrauensbasiertem Influencer Marketing zu bewahren und etwaige regulatorischen Maßnahmen einzuhalten.

Hier wie bereits angekündigt der zweite Teil des Interviews mit YouTuber Dima zum Thema Influencer Marketing. Im letzten Teil haben wir mit dem YouTube Star die privaten Aspekte betrachtet. Nun widmen wir uns seinen Erfahrungen mit Unternehmenskooperationen.

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Wie gehst du mit Anfragen von Unternehmen um und wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Ich sehe mir die Anfragen an, überlege mir ob dieses Produkt zu mir als Person und zu meinem Image passt und ob ich das im Idealfall nicht selber nutze und gut finde oder falls es mir nicht bekannt ist, ob ich das cool/innovativ finde. Wenn das zutrifft, leite ich die Anfrage an meinen Partnermanager weiter und bitte ihn darum, mit dem Kunden zu klären wie er sich die Einbindung des Produktes vorstellt und ob ich nicht selbst einen Vorschlag machen kann (was meistens besser ist, weil man als Creator besser weiß welchen Content die Zuschauer sehen wollen). Wenn die Integration zum Inhalt des Videos und zu meinem Stil passt, dann bin ich oft bereit auf eine Kooperation und freue mich darüber.

Wie funktioniert die Einbindung der Kooperationen in die Videos?

Der Influencer teilt seiner Community in der Regel am Anfang des gesponserten Videos mit, dass es eine Kooperation mit der Marke XY ist und das jeweilige Produkt wird meistens in die Handlung des Videos eingebunden, welche aber unbedingt zum Konzept des Kanals passen muss, damit das Video authentisch bleibt und weder die Marke noch der Künstler darunter leiden.

Wie wichtig ist hierbei Ehrlichkeit gegenüber der Community?

Man sollte auf jeden Fall den Zuschauer wissen lassen, dass es eine Kooperation mit einer Marke ist und ihm auch zeigen, dass diese Kooperation was bringt, dass sie einen Mehrwert bietet und dass man den Zuschauer unterhalten möchte.

Für welche Produkte ist so etwas möglich?

Für alle möglichen Produkte, die zu der Zielgruppe des Kanals passen beziehungsweise in die Kanalumgebung authentisch eingebunden werden kann.

Wie waren die Reaktionen deiner Viewer auf Kooperationen?

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Solange der Content unterhaltsam ist und zum restlichen Inhalt des Kanals passt, wofür die meisten YouTuber selbst ein gutes Gefühl haben, gibt es selten negatives Feedback. Oft fällt dem Zuschauer gar nicht auf, dass es eine Kooperation ist, weil die Integration intelligent und nicht aufdringlich gemacht ist.

Warum funktionieren solche Kooperationen aus deiner Sicht und was macht sie so erfolgreich?

Da YouTube-Künstler Vorbilder und nicht selten Meinungsmacher sind, macht es für Marken aus meiner Sicht viel Sinn, mit solchen Influencern zusammenzuarbeiten und gerade deswegen sind sie auch so erfolgreich, da der Zuschauer auf die Empfehlung seines Idols vertraut und wenn der YouTuber, den er gerne verfolgt, mit einer Marke zusammenarbeitet profitiert die Marke von der Sympathie des Influencers.

Dima, vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!

Abschließend lässt sich sagen, dass auch aus Sicht der YouTuber Kooperationen Sinn machen können. Ihre Wirkung ist bereits an vielen Stellen, auch in unserem Blog, belegt worden. Nun bleibt abzuwarten, was das für die klassische Konzeption des Marketings bedeutet. Ebenso spannend ist für uns, wohin sich YouTube entwickelt und welche Möglichkeiten uns als User und Werbetreibende hierdurch entstehen.

 

Kreischende Teenies, mit Postern gepflasterte Wände, genervte Eltern – Idole und Stars gab es schon immer. An die Stelle der Backstreet Boys und Spice Girls sind heute allerdings YouTube Stars gerückt. Das Marketing hat diesen Trend schon seit einiger Zeit erkannt und unter dem Label Influencer Marketing ist die Kooperation mit erfolgreichen YouTubern mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vieler Kampagnen.

Aus der Sicht des Marketings haben wir an dieser Stelle bereits öfter über das Influencer Marketing geschrieben, nun ist es an der Zeit, das Ganze auch einmal aus Sicht der Influencer zu beleuchten. Hierzu haben wir Dima Kosolowski, mit „Dima“ und „Die Aussenseiter“ Betreiber zweier erfolgreicher YouTube-Kanäle, ein paar Fragen gestellt.

Dima ist bereits seit über zehn Jahren auf YouTube aktiv. Sein eigener Kanal „Dima“ wird von 1,3 Millionen Usern abonniert, seine Videos bieten von Vlogs, Challenges, Comedy bis zu „Dima will’s wissen“ eine große Bandbreite an Themen und Formaten.

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Die Aussenseiter“ heißt sein zweiter Kanal, den er gemeinsam mit seinem Cousin Sascha betreibt. Sie posten – oft gemeinsam mit ein paar befreundeten YouTubern – witzige Videos über Alltägliches aus ihrem Leben. Insgesamt folgen ihnen dort rund 2,5 Millionen User.

160907 YouTube Die Aussenseiter

Nun zum spannenden Teil, den Fragen an Dima:

Die Frage, die sich die meisten stellen und die wahrscheinlich am häufigsten kommt: Wie kamst du zu YouTube?

Anfangs haben mein Cousin Sascha und ich die Videos nur für unsere Freunde gedreht, um denen zu zeigen, dass wir „coole“ Sketche drehen können. Das war noch bevor es YouTube gab, zwischen 2003 und 2004. Im Jahr 2006 haben wir von YouTube erfahren und haben auch dort unsere Videos veröffentlicht, allerdings erst gegen 2008 den Community-Gedanken dahinter verstanden. Ab da haben wir angefangen, eine Community aufzubauen, indem wir unsere Zuschauer in die Videos interaktiv eingebunden haben bzw. ihre Vorschläge und Ideen.

Wie ist es, so viel Privates mit Fremden zu teilen?

Es ist nicht immer einfach, da man vieles von sich preisgibt, worüber Menschen gerne reden und was sie gerne nutzen, um über dich zu urteilen oder auf deine Schwächen hinzuweisen. Außerdem sehen die Zuschauer trotzdem nur einen Teil des Lebens/Charakters einer Person und bilden sich eine Meinung, die nicht selten falsch ist, da ein Zuschauer nicht alle Details des Charakters eines YouTubers kennt. Was der Zuschauer auf der Videoplattform sieht, sind Momentaufnahmen und teilweise auch Fiktion, was viele aber als absolute Wahrheit interpretieren.

Wie wichtig ist aus deiner Sicht Authentizität auf YouTube?

Ich persönlich denke, dass die Wichtigkeit der Authentizität etwas überschätzt wird: Es gibt viele erfolgreiche Webkünstler, die authentisch sind, aber genauso viele geskriptete Formate, die nicht weniger erfolgreich sind. Viel wichtiger finde ich, dass man als Zuschauer spürt, dass der Entertainer selber Spaß bei dem hat, was er macht: ob das ein Follow Me Around aus seinem Leben ist oder eine geskriptete Show.

Wie gelingt der Spagat zwischen der Privatperson und der Person, die von YouTube lebt?

Ich betrachte es mittlerweile als meinen Beruf, da ich auch schon seit 10 Jahren auf YouTube aktiv bin und Beruf ist ja nicht weit von der Berufung entfernt. Also sehe ich das als eine Art Berufung, Menschen zu unterhalten, weil ich dabei Spaß habe und das anscheinend irgendwie kann, sonst würden sich nicht so viele Leute über so viele Jahre die Videos angucken. Ich versuche es, so professionell wie möglich zu gestalten und überlege mir immer, was ich von meinem Leben preisgeben will und was nicht. Denn alles was ich preisgebe, kann Konsequenzen für mein privates Leben haben.

Wo entwickelt sich YouTube hin?

YouTube wird aus meiner Sicht immer professioneller und das Videoangebot wächst und wird immer breiter, auch von den Themen her. Immer mehr ältere Menschen finden zu YouTube, schauen sich Kochvideos und Reise-VLOGs an. Die Videomacher haben mehr Möglichkeiten, aufwendige Projekte umzusetzen und es finden immer mehr Webkünstler im Offline-Bereich statt, was ich sehr schön finde.

Apropos „professioneller“ – wir als Agentur interessieren uns natürlich auch sehr für Dimas Erfahrungen und Reaktionen, was Kooperationen mit Unternehmen angeht. Diese Fragen werden im nächsten Blogartikel beantwortet… bis bald!

Influencer Marketing ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil des digitalen Marketings geworden. Wie groß die Kraft der Überzeugung von den YouTube-Stars und Co ist, haben wir bereits auf unserem Blog beschrieben. Die Zusammenarbeit mit Influencern bietet Unternehmen eine hohe Reichweite und eine effektive Plattform um den Bekanntheitsgrad ihrer Marke zu erhöhen und damit auch den Umsatz zu steigern. Mittlerweile gibt es auch einige Erfolgsbeispiele die zeigen, dass Influencer Marketing tatsächlich funktioniert.

Ein besonders gelungenes Beispiel für eine Zusammenarbeit von Unternehmen mit Influencern ist die Face-Forward-Kampagne von Clinique. Der Kosmetikhersteller hat sich dafür mit Tavi Givenson zusammengetan, einer bekannten amerikanischen Bloggerin, die bereits als Teenager ihren eigenen Blog startete. Tavi alias „TheStyleRookie“ schreibt über verschiedenste Themen, zu denen u.a. Mode und Lifestyle gehören. Mit 15 Jahren gründete sie ein eigenes Onlinemagazin von Teenagern zu Teenagern – das Rookie Mag. Sie macht das bis heute so erfolgreich, dass sie das „Time Magazine“ unter die 25 einflussreichsten Teenagern der Welt wählte. Ihren Einfluss, die hohe Reichweite bei der jungen Zielgruppe sowie die thematisch passenden Themen ihrer Blogs waren für Clinique ausschlaggebende Komponenten, sie als Influencer für ihre neue internationale Online- und Printkampagne auszuwählen. Da Tavi Gevinson bisher noch keine Kooperation mit einem Unternehmen eingegangen war, hatte sie nichts an ihrer Authentizität verloren, was Clinique in deren Glaubwürdigkeit zusätzlich zu Gute kam.

Mit der Entscheidung zur Zusammenarbeit mit Tavi Gevinson in der Face Forward Kampagne, hat Clinique eine starke Meinungsbildnerin für die relevante Zielgruppe gefunden und konnte mit ihrer Reichweite und ihrem Einfluss bei jungen Frauen die Bekanntheit der Marke steigern.

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Quelle wuv.de

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Meinungsbildnern ist TUI Deutschland. Bereits seit 2012 arbeitet das Unternehmen mit bekannten Bloggern zusammen. Bisher lud TUI Reise- und Lifestyle-Blogger auf gesponsorte Reisen ein, die dann auf ihren Kanälen über ihre Erfahrungen und Reiseindrücke berichteten. Für die Kampagne „TUIBeach in Sicht“ rückte der Reiseanbieter den Fokus noch einmal stärker auf die Influencer. Das Besondere dabei ist, dass diese ausschließlich von Bloggern gestützt wird. Vier bekannte Reiseblogger wurden zu verschiedenen Urlaubszielen eingeladen und die User mussten im Voraus raten, wie lange der Weg in Minuten vom Hotel zum Strand ist. Die User, welche richtig tippten, gewannen eine Reise zu diesem Urlaubsort. Die gesamte Aktion wurde dann auch auf Youtube ausgestrahlt.

TUI profitierte von dieser Aktion, da das Unternehmen die Reichweite der Blogger nutzte, um seine Marke und sein Image, gerade in der jüngeren Zielgruppe, bekannt zu machen.

 

tui
Quelle SEOKRATIE

Die Techniker Krankenkasse startete Ende 2014 ebenfalls eine erfolgreiche Werbekampagne mit sechs bekannten Youtube-Stars. Unter dem Titel „Mein Weg“ konnten TK-Versicherte ihre eigene Geschichte erzählen, wie sie trotz Schicksalsschlägen im Leben, ihre Träume nicht außer Acht ließen und diese schließlich verwirklichen konnten. Um die jüngere Zielgruppe als potentielle Kunden zu erreichen, hat sich das Unternehmen mit Influencern zusammengetan und die Kampagne mit dem Hashtag #wireinander in den sozialen Netzwerken verlängert.

tk
Quelle wireinander.tk.de

 

Andreas Bündert, Bereichsleiter Markt und Marketing, Techniker Krankenkasse sagt dazu: „Uns ist wichtig, das Thema Krankenkasse authentisch und berührend netzaffinen Kundengruppen zu vermitteln. Web-Communities mit ihren Interaktionen haben dabei eine besondere Bedeutung. Die Herausforderung liegt darin, die Botschaft mit der klassischen Kommunikation zu verzahnen und so glaubwürdig zu vermitteln. YouTube bietet dafür die optimale Plattform.“

Youtube-Stars wie LeFloid, GarNichz, Mr. Trashpack und Nilz Bokelberg erzählten auf ihren Kanälen ihre persönliche Geschichte mit emotionalen Einblicken in ihr Leben. Der bekannte Blogger LeFloid, welcher auf seinem Kanal aktuelle Ereignisse und Nachrichten, diskutiert, erzählte von einem Unfall, der seinen Traum als Chirurg aufgrund einer Armverletzung zerstörte. Stattdessen ist der 27-jährige heute Youtuber.

Le Floid, Techniker Krankenkasse, Influencer Marketing, You Tube
Quelle horizont.de

 

Die Kampagne war ein voller Erfolg. Denn bereits nach ein paar Stunden lagen die Views bei 89.000. Es gab über 58.000 Likes und über 2.000 Kommentare. Gleichzeitig katapultierte sich der Hashtag #wireinander auf Twitter und Facebook in die „Trending Tops“ auf Platz 6. Aktuell liegen die Aufrufe bei über 1,3 Mio, was eine enorme Anzahl darstellt.

Generell ist nicht zu leugnen, dass geeignete Influencer zur Steigerung der Bekanntheit der Marke, insbesondere in jungen Zielgruppen, beitragen können. Jedoch ist zu beachten, dass dies alleine nicht das „Allheilmittel“ ist und sinnvoll in die Marketingstrategie des jeweiligen Unternehmens integriert werden muss, um langfristigen Erfolg zu gewährleisten.

Marketing durch Meinungsbildner, so genannte Influencer, wird in der heutigen Zeit immer relevanter. Unternehmen setzen diese Strategie mittlerweile immer häufiger ein, um ihre Marke zu bewerben. Im Zeitalter der „Digital Natives“ bewegen sich die Verbraucher hauptsächlich im Netz und treffen online ihre Kaufentscheidungen. Dieser Wandel im Nutzerverhalten führt dazu, dass Unternehmen vor neuen Herausforderungen stehen und umdenken müssen. Die Informationsflut im Web macht Influencer so wichtig wie noch nie, da sie den Verbrauchern Sicherheit geben und man ihrer Meinung Glauben schenkt.

Deutlich wird dies in der nachfolgenden Tabelle. Diese sagt aus, dass 32 Prozent der Befragten „Empfehlungen von Bekannten“ absolutes Vertrauen entgegenbringen. Auf dem zweiten Platz, mit 10 Prozent, liegen die „Online-Konsumentenbewertungen“. „Redaktionelle Inhalte“ haben außerdem einen nicht unerheblichen Anteil von 51 Prozent, welche die Werbeformen als durchaus vertrauenswürdig einstufen.

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Vertrauen in unterschiedliche Werbeformen – Quelle Statista

Doch was müssen Unternehmen beim Einsatz von Influencern beachten? Gibt es sogenannte Erfolgsfaktoren, die beim Umgang mit Meinungsbildnern unerlässlich sind?

Generell stellt sich die Frage, ob der Einsatz von Influencern branchenabhängig ist oder generell für alle Marken in Betracht gezogen werden kann. Gerade im Bereich Lifestyle sowie Food ist Influencer Marketing sehr sinnvoll. Folgende Grafik aus der Studie „The Self“ zeigt, wie stark die Influencer in den einzelnen Branchen vertreten sind.

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Influencer in den einzelnen Branchen – Quelle avenit

Doch wie sollten Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Influencer vorgehen?
Zuerst einmal ist eine genaue Bestimmung der Zielgruppe notwendig, um für die beworbene Marke die passenden Meinungsbildner auszuwählen.
Die Anzahl an Influencern ist mittlerweile groß und die Mehrheit ist auf mehreren sozialen Netzwerken, wie Blogs, YouTube, Twitter, Facebook, Instagram etc. gleichzeitig aktiv. Für Unternehmen ist es wichtig zu erkennen, auf welchen Kanälen die relevante Zielgruppe anzutreffen ist und ob der Influencer diese auf seinem Kanal aufgrund der Relevanz der Themen spezifisch erreicht. Ebenso ist die Anzahl an Followern bzw. Abonnenten sowie dementsprechend die Reichweite auf dieser Plattform entscheidend. Denn nicht jeder Fan wird den Post oder Beitrag wahrnehmen oder sich für die Marke interessieren, auch wenn es thematisch passt.

Doch wie wird die Reichweite eines Influencers überhaupt „gemessen“? Nachfolgende Faktoren sind hierfür entscheidend:

  • Cross-Channel-Promotion
    Spielt der Influencer seine Beiträge auch auf seinen anderen Social Media Kanälen bzw. sind sie untereinander sinnvoll verzahnt?
  • Vernetzung
    Wie viele Follower, Fans, Abonnenten hat der Influencer? Wie steht diese Zahl im Verhältnis zu den von ihm gefolgten Kanälen? Wie sieht sein Netzwerk aus?
  • Aktivität
    Wie häufig werden Beiträge veröffentlicht?
  • Interaktion
    Wie aktiv sind seine Follower/Fans? Verbreiten sie seine Inhalte? Interagiert er mit ihnen?

 

Eine Hilfe für Firmen bei der Suche geeigneter Influencer bieten spezielle Online-Tools. Doch ganz so einfach wie es scheint, ist es hiermit nicht. Denn im Netz tummeln sich mittlerweile sehr viele solcher Blog-Suchmaschinen. Gerade für den Einstieg sind soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Google+ empfehlenswert. Twitter ist unter den sozialen Plattformen besonders geeignet, da sie wertvolle Auskunft über Reichweite, Inhalte, Wirkeffekte und Dialogfreude gibt. Wer jedoch einen Überblick über mehrere soziale Medien haben möchte, der braucht spezielle Tools, d.h. solche, die Transparenz schaffen und die oft unüberschaubaren Informationen bei der Suche vorab schon einmal aussortieren.

Ein solch netzwerkübergreifendes Tool ist Klout. Die derzeit bekannteste Plattform berechnet einen Score, über den die sozialen Aktivitäten von Personen miteinander verglichen werden. Klout misst den Online-Einfluss von Personen auf einer Skala von eins bis hundert anhand ihrer Profile in den sozialen Plattformen. Ebenfalls analysiert das Tool die Anzahl der Freunde, Aktivitäten und Weiterempfehlungen. Letzteres Kriterium beeinflusst den Score am Stärksten. Für Unternehmen bieten solche Analysewerkzeuge eine erste gute Orientierung zur Bewertung und Suche von Meinungsbildnern. Jedoch ist zu beachten, dass diese nicht das „Non-plus-Ultra“ sind, denn die „weichen Faktoren“, d.h. die Persönlichkeit des Influencers sowie die Relevanz und das Interesse am Produkt bzw. der Branche, können von solchen Tools nicht erfasst werden. Ansonsten profitieren weder Influencer noch Unternehmen von der Zusammenarbeit. Denn die Wahl der passenden Meinungsbildner hat großen Einfluss auf den Erfolg und die Zusammenarbeit solch einer Kooperation.

Des Weiteren muss von Unternehmen beachtet werden, dass die Kontaktaufnahme mit einflussreichen „Internetstars“ zeitintensiv ist. Auf Unternehmensseite sollte deshalb ein Ansprechpartner, der sich speziell nur um die Zusammenarbeit mit Influencern in allen Belangen kümmert, bereitgestellt werden. Der Meinungsbildner hat somit eine feste Bezugsperson und es kann eine wichtige Beziehung aufgebaut werden, die Vertrauen schafft und langfristig erfolgreich bestehen kann.

Für viele Unternehmen ist Influencer Marketing noch eher unbekannt. Aufgrund der Digitalisierung und Verschiebung ins WorldWideWeb steckt jedoch sehr viel Potential in dieser Art des Marketings. Mit passenden Meinungsführern und guten Ideen sowie Inhalten für eine Kampagne können User für das Unternehmen gewonnen und die Bekanntheit der Marke gesteigert werden. Gerade für Firmen, welche bereits in sozialen Netzwerken aktiv sind oder einen Blog haben, bietet sich die Zusammenarbeit mit Meinungsbildnern besonders gut an.

 

Influencer Marketing ist in Zeiten sozialer Medien ein wichtiger Bestandteil des digitalen Marketings geworden. Hierunter versteht man eine Form des Marketings, bei dem Schlüsselpersonen im Markt identifiziert werden, die Einfluss auf potenzielle Käufer haben, und zielgerichtete Marketingaktivitäten rund um diese Meinungsmacher eingesetzt werden.

Kurzgefasst bedeutet dies, dass Firmen relevante und für sie wichtige Personen im Markt mit einer hohen Onlinepräsenz ausfindig machen und diese dann gezielt als Werbeträger einsetzen. Wichtig dabei ist, dass diese Personen Einflussnehmer auf die gewünschte Zielgruppe sind.

Neben den traditionellen etablierten Medien sind Blogs nicht mehr wegzudenken. Professionelle Blogger sind extrem gut vernetzt, strahlen Glaub- und Vertrauenswürdigkeit aus und konnten in ihrer Zielgruppe über die Jahre eine sehr hohe Reichweite erzielen. Viele Follower lassen sich nicht mehr über konventionelle Marketingmaßnahmen erreichen, daher können Influencer einen sehr wichtigen Bestandteil in der Kommunikationsstrategie ausmachen.

Zusätzlich haben Plattformen wie Instagram und YouTube den Aufstieg von Influencern verstärkt. Durch das Wachstum von sozialen Netzwerken werden Fangemeinden in Bereichen wie Fashion, Beauty und Food immer größer. Ein Beispiel hierfür ist Michelle Phan. Angefangen mit simplen Make-Up Vorführungen und Tutorials auf YouTube, konnte sie mittlerweile schon nahezu 8 Millionen Follower generieren. Noch viel wichtiger ist aber die Marke, die sie um ihre Person aufbaute: Marken wie Lancôme und L’Oreal gehören zu den Unternehmen, die auf die geborene Amerikanerin mit vietnamesischen Wurzeln aufmerksam geworden sind. 2013 führte L’Oreal sogar eine neue Kosmetik Linie „em“ von Michelle Phan auf dem Markt ein.

Unten stehende Grafik gibt einen Überblick über ein Paar der Top Influencer in den USA und UK:

Prototypical Influencers:

Quelle: forbes.com
Quelle: forbes.com

Influencer Marketing dient Firmen nicht nur dazu, Reichweite zu generieren, sondern auch spezielle Zielgruppen zu erreichen. Gerade bei Nischenprodukten kann es sich lohnen, in diesen Nischen nach passenden Influencern zu suchen. Ein Beispiel hierfür ist die Techniker Krankenkasse, die unter dem Hashtag #wireinander gezielt YouTuber mit persönlichen Krankheitsgeschichten auswählte, die in Kurzfilmen darüber berichteten.

In einer Welt, in der Inhalte für die Masse produziert werden, wird es für Marken immer schwieriger aus der Menge hervorzustechen, um die erhoffte Aufmerksamkeit innerhalb ihrer Zielgruppe zu erlangen. Deshalb wird es immer wichtiger, Influencer für sich zu gewinnen. Denn wenn Marken ihre Marketingaktivitäten gezielt um Influencer orientieren, können Kunden langfristig für sich gewonnen und gehalten werden.

Über die Umsetzung von Influencer Marketing in Unternehmen und Dinge, die dabei beachtet werden sollten, wird in einem späteren Artikel berichtet.

Ein grundsätzliches Problem der BLS ist, dass die Ergebnisse in dem Tool oft nur übergeordnet auf Gesamtumfrageebene ausgewiesen werden. Eine detaillierte Analyse ist hierbei nicht möglich, da Ergebnisse nicht angezeigt werden, wenn diese laut Google nicht signifikant sind oder zu wenige Umfrageantworten pro Item gesammelt worden sind.

Dieses Problem kann seit März 2021 mit einer neuen Version der BLS 2.0 zumindest teilweise umgangen werden. Am 24.03.2021 wurde die Mechanik der Brand Lift Study 2.0 umgestellt auf die Accelerated Flight & Re-Measurement Study. Dadurch ergeben sich einige Implikationen für die Messung der Anzeigenwirkung:

  1. Verkürzter Messzeitraum (wenige Tage)
  2. Dadurch entsteht die Möglichkeit für ein Re-Measurement der Ergebnisse

Im Idealfall dauert die Messung mit der beschleunigten Methodik nur noch wenige Tage (abhängig von der Reichweite der Kampagne). Dabei werden im Tool die Umfrageergebnisse so schnell wie möglich gesammelt, anstatt ein bestimmtes Tagesziel anzustreben, wie bei der kontinuierlichen Messmethode.

Hat man beispielsweise mehrere Creatives (beispielsweise Creative A & Creative B) zur Verfügung und möchte bewerten, ob die Anzeigenerinnerung für eines der Videos besser ist, so können beide Videos zum Kampagnenstart eingesetzt werden. Anders als bei der kontinuierlichen Messung können die Ergebnisse bereits nach kurzer Zeit analysiert werden. Performt beispielsweise Creative A deutlich besser als Creative B, kann Creative B nach wenigen Tagen deaktiviert werden und das Mediabudget nur noch für das Creative A eingesetzt werden. Dadurch kann die Performance der Kampagne potenziell verbessert werden.

Eine Schwierigkeit der Brand Lift Study 2.0 ist, dass nicht in jedem Fall  Ergebnisse erzielt werden. Oft werden keine Ergebnisse nach der Umfrage angezeigt, wenn ein bestimmtes Signifikanzniveau nicht erreicht wird, bzw. wenn nicht genügend Antworten für bestimmte Items bei der Umfragevorhanden sind. Durch die beschleunigte Messung soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass genügend Antworten während der Messung gesammelt und somit aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden. Es ist jedoch nicht garantiert, dass Ergebnisse angezeigt werden, da auch hier ein bestimmtes Signifikanzniveau erreicht werden muss.

Durch die beschleunigte Messung gibt es die Möglichkeit eine erneute Umfrage während einer Kampagne einzustellen. Ist die Kampagne von längerer Dauer (bspw. vier Wochen), kann eine Umfrage am Anfang der Kampagne und eine zusätzliche Umfrage am Ende der Kampagne durchgeführt werden. Werden etwa Änderungen am Kampagnensetup vorgenommen (z.B. Änderung am Targeting, Hinzufügen neuer Creatives), können die beiden Umfrageergebnisse direkt miteinander verglichen werden. Hierfür müssen jedoch die Budgetrestriktionen erfüllt werden.

Zu beachten ist auch, dass sich durch die Anpassungen an der BLS 2.0 die Anforderungen an das Budget verändern. Bei der BLS 2.0 hatte man ein Tagesbudget-Ziel (beispielsweise ca. 1.000€ pro Tag in Deutschland für eine Frage) als Voraussetzung für das Einstellen einer Frage. Mit der beschleunigten Messung muss nun ein 10-Tages-Budget-Limit erreicht werden. Dies liegt für eine Frage bei ca. 10.000 € für Deutschland. Laut Google Ads liegt das Budget für Deutschland für zwei Fragen bei knapp 17.000€/10 Tage und bei drei Fragen bei knapp 51.000€/10 Tage.

Diese budgetäre Grundvoraussetzung ist nicht bei allen Kampagnen erfüllt und ist somit nur für Kampagnen mit einem hohen Budgeteinsatz relevant. In diesen Fällen ist die BLS 2.0 eine gute Ergänzung für die Kampagnenoptimierung, jedoch bei vielen Kampagnen mit einem kleineren Budgetrahmen nicht verfügbar.

Allgemeine Schwächen der Brand Lift Study:

Brand Lift Studies können nicht nur auf YouTube durchgeführt werden, sondern auf verschiedenen Plattformen, wie z.B. Facebook, Pinterest, etc. Eine klassische Schwäche von Brand Lift Studies ist, dass sich diese einer neutralen Panelkontrolle entziehen. Es besteht kein klassisches Verbraucherpanel, auf das bei der Befragung zurückgegriffen wird, wie bei einer klassischen Marktforschung. Stattdessen werden die Fragen an die Testgruppe ausgespielt, die das Ad gesehen haben und an eine Kontrollgruppe in derselben Zielgruppe, die das Ad nicht gesehen haben.

Bei einem klassischen, weit verbreiteten Verbraucherpanel steht ein gleichbleibender Personenkreis für Befragungen und Beobachtungen zur Verfügung, der bevölkerungsrepräsentativ aufgestellt ist. Vor allem bei Stichproben wird bei der Rekrutierung klassischer Marktforschungen darauf geachtet, dass die Panel-Stichprobe repräsentativ ist. Die Stichprobenziehung ist der gängige Qualitätsstandard klassischer Marktforschungen. Bei den Brand Lift Studies fehlt die Panelkontrolle hingegen und ein mögliches Bias ist nicht ersichtlich.

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist, dass sich die Social Media Plattformen, wie YouTube, Facebook, etc. einer neutralen Kontrolle durch dritte Instanzen entziehen und kein technisches Tracking zulassen. Somit können unabhängige Anbieter wie beispielsweise die AGOF keine unabhängige Messung der Userschaft der Plattformen durchführen und bedienen sich nur Hochrechnungen der Befragungsdaten.[1]

Eine weitere Schwäche von Brand Lift Studies ist das mangelhafte Befragungsdesign. Die Befragungen werden beispielsweise bei YouTube direkt vor oder nach einem Video abgespielt, das bedeutet, dass die Befragungen im gleichen Kontext stattfinden. Dieser Bias ist nicht zu unterschätzen, da dies keine gut kontrollierte Situation der Befragung darstellt. Bei klassischen Marktforschungen wird die Befragung bewusst in einem anderen Kontext (z.B. Experimentaldesign, Laborsituation durch Befragung in Studios, etc.) durchgeführt.

Somit entsprechen die BLS nicht den Anforderungen an klassische Marktforschungen und sind nur oberflächlich betrachtet eine objektive Befragung. Für valide Ergebnisse von Kampagnen sind klassische Marktforschungen daher unabdingbar, vor allem wenn die Ergebnisse für Rückschlüsse außerhalb dieser Plattformen gezogen werden sollen.

 

Fazit

Mit der beschleunigten Messdauer der BLS 2.0 ergeben sich Vorteile für die schnellere Analyse der Kampagnenergebnisse, die zu Effizienzvorteilen in der Kampagnenoptimierung führen können. Jedoch sind die Mindestmediabudgetvorgaben für die BLS 2.0 sehr hoch, vor allem bei der Abfrage mehrerer Fragen, und daher nicht für jeden Kunden bzw. jede Kampagne geeignet.

Wichtig zu erwähnen ist, dass es keine Garantie dafür gibt, dass nach der Umfrage die Ergebnisse für die abgefragten Metriken erzielt werden. Vor allem bei der Detailanalyse fehlen häufig die Werte für die Bewertung der Demografie oder auf Einzelkampagnen-/Einzelfolgenebene, da auf Einzelitem-Ebene nicht genügend Daten erhoben worden sind, die ein bestimmtes Signifikanzniveau erreicht haben.

Da die Ergebnisse Google-intern erhoben werden und nicht von einer neutralen Instanz, sollte darauf hingewiesen werden, dass die Ergebnisse nicht mit konventionellen neutralen Marktforschungen vergleichbar sind. Die Brand Lift Study 2.0 ist eine gute Hilfestellung zur Bewertung der YouTube-Kampagnen und der Messung der Anzeigenwirkung auf die User innerhalb des YouTube-Universums. Die BLS hilft ergänzend bei der Optimierung von YouTube-Kampagnen, sollte aber als Add-On gesehen werden nicht als zentrales Planungselement

[1] https://www.agof.de/agofacts/wissen/neues-forschungsfeld-der-agof-social-media-user-influencer-follower/

Wie können Werbetreibende auf YouTube messen, ob ihre Kampagnen wirksam sind? Und wie können sie die Ergebnisse nutzen, um die Performance der Kampagnen zu steigern? Diese Fragen versucht Google bereits seit längerem mit dem Tool Brand Lift Study (BLS) zu beantworten. Nun gibt es mit der BLS 2.0 eine Erweiterung, die vor allem für Kunden mit größeren Mediabudgets geeignet scheint.

Mit der Brand Lift Study 2.0. können Werbetreibende über Google Ads selbstständig Umfragen einpflegen. Diese kann als Ergänzung zu einer YouTube-Kampagne dienen, um die Maßnahmen innerhalb des YouTube-Universums besser bewerten zu können. Im März 2021 folgte eine Anpassung in der Messmethodik, die ich in diesem Blogbeitrag betrachten möchte.

Wie misst die BLS 2.0?

Die „Messung der Anzeigenwirkung auf die Markenbekanntheit“, oder auch Brand Lift Study 2.0 genannt, ist bereits seit einiger Zeit auf dem Markt. Damit kann in Google Ads selbstständig eine kampagnenbegleitende Umfrage eingestellt werden, die die Anzeigenwirkung auf die folgenden Metriken abfragen kann:

  • Anzeigenerinnerung
  • Markenbekanntheit
  • Kaufbereitschaft
  • Beliebtheit
  • Kaufabsicht

Über vordefinierte Einstellmöglichkeiten für das Produkt oder die Marke werden automatische Antwortmöglichkeiten generiert. Hier können bis zu vier Wettbewerber in die Antwortmöglichkeiten aufgenommen werden.

Exemplarische Frage der Anzeigenerinnerung für eine Dienstleistung über die Brand Lift Study 2.0

 

Um eine Umfrage einzustellen müssen jedoch einige Mindestvoraussetzungen erfüllt werden, ohne die dies nicht möglich ist: Stichwort Budget. Die Brand Lift Study 2.0 wird nicht zusätzlich bepreist, jedoch müssen länderspezifische Mindest-Mediabudgets erreicht werden, damit eine Umfrage durchgeführt werden kann.

Insgesamt können bis zu drei Metriken abgefragt werden, dies ist jedoch stark abhängig von dem eingesetzten Mediabudget. Speziell für zwei oder drei Fragen liegt das benötigte Mediabudget in einem gehobenen Bereich. Aus diesem Grund ist das BLS 2.0 Tool vorrangig für Kampagnen mit einem hohen Mediaspending geeignet. Oft müssen mehrere Kampagnen in eine Umfrage hinzugenommen werden, damit die Voraussetzungen erfüllt sind. Sind die Kampagnenziele jedoch unterschiedlich muss abgewogen werden, ob das Zusammenlegen von mehreren Kampagnen für eine Umfrage sinnvoll ist. Zudem ist zu beachten, dass nicht alle Formate bei der BLS 2.0 abfragbar sind.

Nach dem Einstellen der Umfrage wird die Kampagnen-Zielgruppe bei YouTube in zwei Gruppen geteilt: User, die die Anzeige sehen dürfen (Testgruppe) und User, die die Anzeige nicht sehen dürfen (Kontrollgruppe). Nach Ablauf der Umfrage werden die Antworten der Testgruppe mit den Antworten der Kontrollgruppe verglichen und die Ergebnisse zur Verfügung gestellt.

Die Brand Lift Study 2.0 misst normalerweise die Umfrageergebnisse kontinuierlich während der gesamten Kampagnenlaufzeit. Die Laufzeit beinhaltet Tagesziele für die Sammlung von Umfrageantworten, was jedoch unter Umständen dazu führen kann, dass die angezeigten Ergebnisse erst nach einer weit fortgeschrittenen Kampagnenlaufzeit im Tool angezeigt werden. Die Ergebnisse werden im Tool pro Umfrage eingeblendet, können jedoch auch auf die wichtigsten Items, wie Alter, Geschlecht, die angefragten Kampagnen oder die eingesetzten Videos heruntergebrochen werden.

Beispiel eines Umfrageergebnisses aus Google Ads.

 

Ein grundsätzliches Problem des Produktes ist, dass die Ergebnisse in dem Tool oft nur übergeordnet auf Gesamtumfrageebene ausgewiesen werden. Eine detaillierte Analyse ist hierbei nicht möglich, da Ergebnisse nicht angezeigt werden, wenn diese laut Google nicht signifikant sind oder zu wenige Umfrageantworten pro Item gesammelt worden sind.

Beispiel eines Umfrageergebnisses dargestellt nach Alter aus Google Ads.

 

Generell gilt: Für eine saubere Messung sollten während einer BLS am Setup einer Kampagne keine Änderungen vorgenommen werden, da jede externe Änderung die Ergebnisse beeinflussen kann. Dies reduziert die Optimierungsmöglichkeiten während einer Kampagne.

Eine neue Version der BLS 2.0, die mit einer verkürzten Messdauer schnellere Resultate erzielt, stellen wir nächste Woche in einem weiteren Blogbeitrag vor.

[1] https://www.agof.de/agofacts/wissen/neues-forschungsfeld-der-agof-social-media-user-influencer-follower/

Welches Potential hat die App und lohnt es sich den Hype mitzumachen?

Wie es sich für einen neuen coolen Club gehört, kommt man nur mit Einladung rein. Die neue App Clubhouse setzt auf Exklusivität. Somit ist die FOMO (fear of missing out), die Angst etwas zu verpassen vorprogrammiert.

Anfang des Jahres schwappte die FOMO durch alle deutschen Social Media Kanäle. Alle bekannten Influencer und die, die es noch werden wollen, twitterten und posteten über die neue App namens Clubhouse.

Aber was ist Clubhouse überhaupt genau?

Bei Clubhouse geht es primär um Audioinhalte. Es gibt sogenannte rooms, in denen so etwas wie digitale Diskussionen stattfinden, eine Bühne mit Speakern und ein Publikum. Die Personen im Publikum können aber auch selber ihr Mikro einschalten und von den Moderatoren auf die Bühne eingeladen werden.

Sobald man einem Profil folgt, sieht man, ob sich der oder diejenige in einem Raum befindet. Auf diese Weise werden sehr schnell sehr hohe Reichweiten (1.000 Zuhörer sind keine Seltenheit) erzielt.

Was ist das Besondere an Clubhouse?

Clubhouse verspricht Zuhörern das „Twitch“-Gefühl (jeder kann zum Sender werden), kombiniert es mit der persönlichen Ansprache in Podcasts und einer gewissen Themenoffenheit. Somit erinnert die App an einen digitalen Speakers‘ Corner, einen öffentlichen Platz, der dem Meinungsaustausch dient.

Bisher dominieren Talks zu Start-ups, aktuellen Branchenthemen und Trendbewegungen. Dabei sind besonders die Speaker interessant, denen man lauschen kann. Von dem Mitbegründer des Online Handels Tarek Müller (About You) zum Thema E-Commerce, FDP-Chef Christian Lindner, Star Rapper Drake bis hin zur Fridays-for-future-Aktivistin Luisa Neubauer.

Clubhouse
Quelle: https://www.hna.de/verbraucher/clubhouse-social-media-app-experten-warnung-datenschutz-promis-kassel-hna-zr-90173881.html

 

Wer steckt hinter Clubhouse?

Alpha Exploration heißt die Firma, die die App entwickelt hat, Paul Davison und Rohan Seth (ein ehemaliger Google-Mitarbeiter) sind die beiden Gründer. Die App kam im Frühjahr 2020 auf den Markt und gewann sofort ein Investment von mehr als 10 Millionen Dollar. Zu diesem Zeitpunkt wurde die App trotz nur weniger Tausend Nutzer bereits auf etwa 100 Millionen Dollar geschätzt. Dass bislang nur iPhone-Besitzer und Eingeladene Zugang zu der App bekommen, die weltweit inzwischen rund zwei Millionen Nutzer hat, ist verkaufspsychologisch natürlich ein intelligenter Schachzug.

Jetzt mitmachen – oder ist der Hype bald vorbei?

Spannend ist der Ansatz von Clubhouse auf jeden Fall. Selten war es so einfach, so vielen interessanten Gesprächen zuhören zu können, ohne dafür ein Messeticket zu kaufen oder eine Podiumsdiskussion besuchen zu müssen.

Allerdings gibt es viele Beispiele für Apps, die als das nächste große Ding gehandelt wurden. Tik Tok ist vom Hype zu einer inzwischen etablierten Social-Media-Plattform geworden. Konkurrent Snapchat hat immer wieder Probleme, versucht aber nun durch die Zusammenarbeit mit Influencern die Plattform zu sichern.

Ein „lean-back“ Scrollen und Stories schauen gibt es bei Clubhouse allerdings nicht, stattdessen muss man die ganze Zeit aktiv zuhören. Die Talks finden live statt und werden nicht gespeichert. Die Termine sind also gesetzt und wer Besseres zu tun hat, verpasst die Gespräche. Ob die Menschen ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Lust dazu haben, wenn sie ohnehin langen Digitalkonferenzen aus dem Homeoffice zuhören müssen, ist die Frage. Anders als in Zoom-Meetings müssen sich die User zumindest nicht überlegen, wie sie aussehen und ob der Bildhintergrund aufgeräumt ist.

Bisher ist über die Datenverarbeitung der App noch nicht viel bekannt – außer, dass Clubhouse mit den hochgeladenen Telefonbüchern der Nutzerinnen und Nutzer Schattenprofile auf dem eigenen Netzwerk anlegt. Damit befindet sich Clubhouse in der rechtlichen Grauzone.

Ist Clubhouse also eine Plattform für High-Involvement-Themen, dafür aber mit begrenzter Reichweite?

Die Mediascale hat schon lange erkannt, dass das digitale native Audio eine Schlüsseltechnologie unserer jetzigen Zeit ist und dass sich der Medien- und Werbemarkt durch interaktive Audiomedien in den kommenden Jahren stark wandeln wird. Die Zukunftsfähigkeit von Clubhouse wird davon abhängen, ob die App Geld verdienen kann und ob sie auch für Werbetreibende interessant wird. Im Kundenservice, im Recruiting oder PR-Bereich kann man sich schon jetzt sinnvolle Ansätze vorstellen. Wie das Geschäftsmodell aussieht, mit dem die App langfristig Geld verdienen will, ist noch unklar. Audiowerbung, die den Talks vorgeschaltet wird? Oder werden die Daten der Nutzerinnen zum Kapital des Unternehmens? Das wird eng mit dem Datenschutz der App einhergehen.

Unser Geschäftsführer Wolfgang Bscheid ist bereits auf Clubhouse sehr aktiv, im nächsten Termin diskutiert er mit Ingo Rentz (Horizont), Katrin Ansorge (Horizont), Markus König (Evonik), Barbara Wandrei (Media4Planet) und Jana Bernhard (S20) über Green Media: Wie nachhaltig muss Marketing heute sein?

 

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