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Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit Influencern und welche Stolperfallen gilt es zu beachten?

Nachdem ich Euch im ersten Teil am 14.11. die scheinbar perfekte Instagram-Welt und spezielle ,,Arbeitsräume‘‘ für Influencer nähergebracht habe, folgt nun der zweite Teil des Blogartikels, in dem vor allem die Bedeutung und Chancen des Influencer-Marketings aus Kunden- und Agentursicht beleuchtet werden sollen.

Beeinflussungspotential in der jungen Zielgruppe

Wozu eigentlich dieser ganze Aufwand, den Influencern solch surreale und kostenintensive Arbeitsplätze wie das Village Studio in New York zu schaffen? Sind Produktinszenierungen vor Märchenkulissen und generell die sich darstellenden Influencer wirklich der Schlüssel zur jungen Zielgruppe?

Studien (2018) belegen deutlich, dass es sich hierbei um ein zweischneidiges Schwert handelt. Zum einen werden Jugendliche von Influencern stark inspiriert, lösen andererseits aber auch Neid und Selbstzweifel am eigenen, nicht derart perfekten Leben aus.

Vor allem in der sehr jungen Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen haben die Stars aus dem Netz demnach großen Einfluss und, in gewisser Weise, auch ein Maß an Verantwortung gegenüber ihren Followern, das nicht zu unterschätzen ist.

Wie aus nachfolgender Graphik ersichtlich, sinkt mit zunehmendem Alter konkret der Einfluss auf die Kaufentscheidung für eines durch Influencer beworbenen Produkts deutlich:

Quelle: Statista – Umfrage zum Einfluss von Influencern auf die Kaufentscheidung nach Alter in Deutschland 2016

Relevanz für den Marketing-Mix von Unternehmen

Werbetreibende Unternehmen kommen somit nicht umhin, sich mit den neuen Reichweitenstars auseinanderzusetzen, und mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass sich branchenübergreifend ganze Abteilungen dieser neuen Werbeform widmen. Der Trend ist somit zu einem relevanten Marketing-Instrument geworden, das einen Perspektivenwechsel verspricht: Man schafft einen Dialog aus Konsumenten- statt aus Unternehmenssicht mit seinen Kunden.

Die Einsatzfelder/Zielsetzungen sind dabei facettenreich. Durch das Zusammenspiel von Authentizität, Reichweite und dem jeweiligen Content eignen sich Influencer-Kampagnen für folgende Marketing-Ziele:

  • Produkteinführungen: Glaubwürdige Empfehlungen und echte Rezensionen erregen Aufmerksamkeit und Interesse an Neuheiten.
  • Markenbekanntheit & Image: Scheinbar totgesagte Marken haben durch das Getragen werden/die Verwendung durch den richtigen Meinungsmacher eine Chance auf ein Revival.
  • Produkttests & Produktbewertungen: Hier kommen vor allem YouTuber zum Zuge, die dem Interessenten mittels kurzer Anwendungsvideos im Stile von Tutorials alle relevanten Features direkt anpreisen können.
  • Product-Placement: Hierbei steht die ideale Inszenierung eines Produkts im Vordergrund. Durch Erstellung eigener Landingpages mit Abverkaufsmöglichkeit kann die Customer Journey so vom ersten Produktkontakt bis zum Kauf begleitet werden.

Generell sollten sich Unternehmen vorab klar mit ihrer Zielgruppe und Zielsetzung auseinandersetzen. Möchte man auf eine Handvoll der großen Makro-Influencer und deren einzelne sehr hohe Reichweite setzen, oder fokussiert man sich auf viele kleine, eher unbekannte Micro-Influencer (ab 5.000 Followern) und nutzt deren überaus starke Authentizität über eine große Menge an produziertem Content aus? Oftmals ist auch die Mischung der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Trotz akribischer Planung gibt es immer wieder auch grandiose Reinfälle, die nicht selten einen Shitstorm mit sich bringen, sollte eine Produktplatzierung allzu gewollt und unauthentisch daherkommen, wie unlängst die Kampagnen von Milka (#milkaschmecktwie) oder Coral (#coralliebtdeinekleidung) bewiesen haben:

Quelle: http://www.instagram.de

Ausblick: Zukunft des Influencer-Marketings

Die Meinungen um die Zukunft des Influencer-Marketings könnten wohl nicht konträrer sein: Die einen sagen, das Influencer-Marketing stecke noch in den Kinderschuhen, die anderen sind der festen Überzeugung, die Blase um diesen Hype werde bald platzen.

Wegzudenken ist der Trend schon längst nicht mehr, dennoch gibt es noch viele Stolpersteine und Hürden, die geradezu nach Optimierung schreien. Als konkretes Beispiel kann hier die Kennzeichnungspflicht genannt werden, die noch immer so intransparent ist, dass selbst eine Vertaggung von Freunden als Anzeige markiert wird, um nicht Opfer einer erneuten Abmahnwelle zu werden.

Außerdem müssen sich Unternehmen von den gelernten, festen KPIs anderer Werbeformen lösen und es zulassen – bis zu einem gewissen Punkt – die Kontrolle abzugeben. Die Reichweite eines Influencers darf nicht als einzig ausschlaggebendes Kriterium herangezogen werden, vielmehr erfolgt die Erfolgsmessung über die Engagement-Rate, die Bindung zu den Followern, und bei konkreten Performance-Zielen natürlich auch über generierte Abverkäufe.

Man darf also weiterhin mit Spannung verfolgen, wie sich diese Marketingdisziplin weiterentwickelt, und der ein oder andere amüsante Fail durch unpassende Inszenierungen ist sicherlich auch nicht weit. :-)

Ein durchtrainierter Kerl im Fitnessstudio erklärt uns, wie sehr ihm sein Proteinpulver „XY“ beim Muskelaufbau geholfen hat. Die stets auf eine perfekte Erscheinung bedachte Videobloggerin will uns glauben machen, der Glanz ihrer Zähne stehe in direktem Zusammenhang mit dem neuen „amazing“ Teeth Whitener, den sie nutzt. Das sind nur zwei Beispiele, wie sogenannte Influencer ihren hunderttausenden Followern auf Instagram, YouTube, Facebook und Co. suggerieren, wie begeistert sie von verschiedenen Produkten sind.

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(Quelle: Instagram via Onlinemarketing.de)

 

Influencer Marketing ist gerade in aller Munde: Mit dem kometenhaften Aufstieg sozialer Medien hat sich ein riesiges Ökosystem an Social Influencern aufgetan, die oft mit großem Aufwand akribisch aus ihrem Leben berichten. Vor allen Dingen in den Bereichen der drei großen F´s – Food, Fashion und Fitness – gibt es mittlerweile eine Vielzahl an erfolgreich agierenden Bloggern mit einer großen Anhängerschaft. Im Gegensatz zu den meisten Film- und Musikstars der Vergangenheit schaffen es diese Influencer, eine deutlich interaktivere Beziehung zu ihren Fans aufzubauen.

Dieses innige Verhältnis zwischen Bloggern und ihren Followern wollen sich nun auch immer mehr Unternehmen zu Nutze machen, denen es zunehmend schwerfällt, insbesondere jüngere Zielgruppen über klassische Mediakanäle werblich zu erreichen. Sie hoffen, dass sich die auf Sympathie aufbauende Beziehung zwischen Influencern und ihren Followern auf ihre Produkte übertragen lässt. Essentiell sind hier das Vertrauen und das authentische Umfeld, in dem sich solch ein Produkt-Sponsoring abspielt.

Tatsächlich gibt es auch eine Menge guter Gründe für Unternehmen, ihren Marketing Mix um diesen Kanal zu erweitern. So generieren Mund-zu-Mund-Marketing-Maßnahmen zwischen Konsumenten, zu welchen auch Influencer Marketing zählt, das Zweifache an Umsatz im Vergleich zu bezahlten Werbemaßnahmen (McKinsey). Auch vertrauen 92 Prozent der Konsumenten diesen Mund-zu-Mund-Empfehlungen, während lediglich 36 Prozent klassischen Display Ads Vertrauen schenken. Laut einer Umfrage von Variety sind mittlerweile 8 der 10 beliebtesten Stars amerikanischer Jugendlicher YouTuber und nicht „klassische“ Stars wie Sängerin Taylor Swift. Infolge dieser Erkenntnisse planten laut eMarketer 84 Prozent der Unternehmen in 2015 in den nächsten zwölf Monaten eine Influencer Kampagne zu starten und 81 Prozent der Unternehmen, die eine solche bereits in der Vergangenheit durchgeführt hatten, bezeichneten diese als effektiv.

Ist also Influencer Marketing die neue eierlegende Wollmilchsau? Es bleiben zumindest Zweifel, dass jede Influencer-Aktion automatisch zu einem Erfolg führt. So gibt es zahlreiche Herausforderungen, denen ein Unternehmen gegenübersteht, eine erfolgreiche Influencer Kampagne aufzusetzen. Ganz vorne liegt hier, laut einer Studie (eMarketer) die Herausforderung, den richtigen Influencer für sich zu finden. So ist es essentiell, einen authentischen Zusammenhang zwischen dem Influencer und dem Produkt herzustellen. Laut eines erfolgreichen Ex-YouTubers des sich in 2015 aufgelösten Trios Y-Titty, ist Influencer Marketing allzu oft einfach nur schnödes Product Placement, welches mitunter die Glaubwürdigkeit des Influencers nicht nutzt, im Zweifel sogar untergräbt. Hier sollen vor allen Dingen gute Geschichten Marken helfen, nicht in der Flut an Content unterzugehen.

Weitere Herausforderungen sind laut der Studie das richtige Herantreten an potentielle Influencer. So können Kontakte entweder direkt, oder über eine Vielzahl an spezialisierten Agenturen geknüpft werden. Auch wird der nur schwer zu messende Kampagnenerfolg als problematisch angesehen sowie das Verfolgen der Aktivitäten des Influencers auf seinen verschiedenen Plattformen.

Doch sind es nicht nur operative und kreative Herausforderungen, die Unternehmen bewältigen müssen. Die Branche kämpft zunehmend mit dem Vorwurf der Schleichwerbung. So ist es laut gesetzlicher Regelung in Deutschland verboten, den werblichen Charakter von geschäftlichen Handlungen zu verschleiern. Auch in den USA, dem Ursprungsland von Influencer Marketing, aktualisierte die Behörde für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz (FTC) ihre Richtlinien und legt mittlerweile großen Wert auf die Kenntlichmachung bezahlten Contents. Wenn bei einem Post nicht ohne Weiteres ersichtlich ist, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelt, empfiehlt die Behörde, diesen als werblich zu kennzeichnen, beispielweise durch das Hinzufügen eines #ad oder #spon im Post. Noch wird weder in den USA noch in Deutschland diese Kennzeichnungspflicht umfassend kontrolliert, schon allein aus Mangel an Ressourcen, doch ein allmähliches Umdenken ist festzustellen.

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Beispiel für die Kennzeichnung eines werblichen Posts mit dem #sponsored (Quelle: Instagram)

 

Zuletzt droht langfristig möglicherweise auch ein weiteres Problem: Die zunehmende Kommerzialisierung von Plattformen wie Instagram durch Unternehmen und Influencer könnte gerade einer der ursprünglichen Anziehungspunkte solcher Plattformen (User generierte, authentische Inhalte vs. gestellte Werbung und Content mit Stars) erodieren. Hieraus könnte sich bei einem Teil der Nutzer ein gewisser Zynismus gegenüber den gesponserten Inhalten entwickeln. Wenn Nutzer nicht mehr ausreichend originäre, authentische Inhalte verfolgen können, wenden sie sich eventuell ab.

Influencer Marketing wird auch in Zukunft wachsen, die Branche muss aber achtsam bleiben, die ursprünglichen Vorteile von vertrauensbasiertem Influencer Marketing zu bewahren und etwaige regulatorischen Maßnahmen einzuhalten.

Hier wie bereits angekündigt der zweite Teil des Interviews mit YouTuber Dima zum Thema Influencer Marketing. Im letzten Teil haben wir mit dem YouTube Star die privaten Aspekte betrachtet. Nun widmen wir uns seinen Erfahrungen mit Unternehmenskooperationen.

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Wie gehst du mit Anfragen von Unternehmen um und wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Ich sehe mir die Anfragen an, überlege mir ob dieses Produkt zu mir als Person und zu meinem Image passt und ob ich das im Idealfall nicht selber nutze und gut finde oder falls es mir nicht bekannt ist, ob ich das cool/innovativ finde. Wenn das zutrifft, leite ich die Anfrage an meinen Partnermanager weiter und bitte ihn darum, mit dem Kunden zu klären wie er sich die Einbindung des Produktes vorstellt und ob ich nicht selbst einen Vorschlag machen kann (was meistens besser ist, weil man als Creator besser weiß welchen Content die Zuschauer sehen wollen). Wenn die Integration zum Inhalt des Videos und zu meinem Stil passt, dann bin ich oft bereit auf eine Kooperation und freue mich darüber.

Wie funktioniert die Einbindung der Kooperationen in die Videos?

Der Influencer teilt seiner Community in der Regel am Anfang des gesponserten Videos mit, dass es eine Kooperation mit der Marke XY ist und das jeweilige Produkt wird meistens in die Handlung des Videos eingebunden, welche aber unbedingt zum Konzept des Kanals passen muss, damit das Video authentisch bleibt und weder die Marke noch der Künstler darunter leiden.

Wie wichtig ist hierbei Ehrlichkeit gegenüber der Community?

Man sollte auf jeden Fall den Zuschauer wissen lassen, dass es eine Kooperation mit einer Marke ist und ihm auch zeigen, dass diese Kooperation was bringt, dass sie einen Mehrwert bietet und dass man den Zuschauer unterhalten möchte.

Für welche Produkte ist so etwas möglich?

Für alle möglichen Produkte, die zu der Zielgruppe des Kanals passen beziehungsweise in die Kanalumgebung authentisch eingebunden werden kann.

Wie waren die Reaktionen deiner Viewer auf Kooperationen?

Die Reaktionen sind unterschiedlich. Solange der Content unterhaltsam ist und zum restlichen Inhalt des Kanals passt, wofür die meisten YouTuber selbst ein gutes Gefühl haben, gibt es selten negatives Feedback. Oft fällt dem Zuschauer gar nicht auf, dass es eine Kooperation ist, weil die Integration intelligent und nicht aufdringlich gemacht ist.

Warum funktionieren solche Kooperationen aus deiner Sicht und was macht sie so erfolgreich?

Da YouTube-Künstler Vorbilder und nicht selten Meinungsmacher sind, macht es für Marken aus meiner Sicht viel Sinn, mit solchen Influencern zusammenzuarbeiten und gerade deswegen sind sie auch so erfolgreich, da der Zuschauer auf die Empfehlung seines Idols vertraut und wenn der YouTuber, den er gerne verfolgt, mit einer Marke zusammenarbeitet profitiert die Marke von der Sympathie des Influencers.

Dima, vielen Dank für deine ausführlichen Antworten!

Abschließend lässt sich sagen, dass auch aus Sicht der YouTuber Kooperationen Sinn machen können. Ihre Wirkung ist bereits an vielen Stellen, auch in unserem Blog, belegt worden. Nun bleibt abzuwarten, was das für die klassische Konzeption des Marketings bedeutet. Ebenso spannend ist für uns, wohin sich YouTube entwickelt und welche Möglichkeiten uns als User und Werbetreibende hierdurch entstehen.

 

Kreischende Teenies, mit Postern gepflasterte Wände, genervte Eltern – Idole und Stars gab es schon immer. An die Stelle der Backstreet Boys und Spice Girls sind heute allerdings YouTube Stars gerückt. Das Marketing hat diesen Trend schon seit einiger Zeit erkannt und unter dem Label Influencer Marketing ist die Kooperation mit erfolgreichen YouTubern mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vieler Kampagnen.

Aus der Sicht des Marketings haben wir an dieser Stelle bereits öfter über das Influencer Marketing geschrieben, nun ist es an der Zeit, das Ganze auch einmal aus Sicht der Influencer zu beleuchten. Hierzu haben wir Dima Kosolowski, mit „Dima“ und „Die Aussenseiter“ Betreiber zweier erfolgreicher YouTube-Kanäle, ein paar Fragen gestellt.

Dima ist bereits seit über zehn Jahren auf YouTube aktiv. Sein eigener Kanal „Dima“ wird von 1,3 Millionen Usern abonniert, seine Videos bieten von Vlogs, Challenges, Comedy bis zu „Dima will’s wissen“ eine große Bandbreite an Themen und Formaten.

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Die Aussenseiter“ heißt sein zweiter Kanal, den er gemeinsam mit seinem Cousin Sascha betreibt. Sie posten – oft gemeinsam mit ein paar befreundeten YouTubern – witzige Videos über Alltägliches aus ihrem Leben. Insgesamt folgen ihnen dort rund 2,5 Millionen User.

160907 YouTube Die Aussenseiter

Nun zum spannenden Teil, den Fragen an Dima:

Die Frage, die sich die meisten stellen und die wahrscheinlich am häufigsten kommt: Wie kamst du zu YouTube?

Anfangs haben mein Cousin Sascha und ich die Videos nur für unsere Freunde gedreht, um denen zu zeigen, dass wir „coole“ Sketche drehen können. Das war noch bevor es YouTube gab, zwischen 2003 und 2004. Im Jahr 2006 haben wir von YouTube erfahren und haben auch dort unsere Videos veröffentlicht, allerdings erst gegen 2008 den Community-Gedanken dahinter verstanden. Ab da haben wir angefangen, eine Community aufzubauen, indem wir unsere Zuschauer in die Videos interaktiv eingebunden haben bzw. ihre Vorschläge und Ideen.

Wie ist es, so viel Privates mit Fremden zu teilen?

Es ist nicht immer einfach, da man vieles von sich preisgibt, worüber Menschen gerne reden und was sie gerne nutzen, um über dich zu urteilen oder auf deine Schwächen hinzuweisen. Außerdem sehen die Zuschauer trotzdem nur einen Teil des Lebens/Charakters einer Person und bilden sich eine Meinung, die nicht selten falsch ist, da ein Zuschauer nicht alle Details des Charakters eines YouTubers kennt. Was der Zuschauer auf der Videoplattform sieht, sind Momentaufnahmen und teilweise auch Fiktion, was viele aber als absolute Wahrheit interpretieren.

Wie wichtig ist aus deiner Sicht Authentizität auf YouTube?

Ich persönlich denke, dass die Wichtigkeit der Authentizität etwas überschätzt wird: Es gibt viele erfolgreiche Webkünstler, die authentisch sind, aber genauso viele geskriptete Formate, die nicht weniger erfolgreich sind. Viel wichtiger finde ich, dass man als Zuschauer spürt, dass der Entertainer selber Spaß bei dem hat, was er macht: ob das ein Follow Me Around aus seinem Leben ist oder eine geskriptete Show.

Wie gelingt der Spagat zwischen der Privatperson und der Person, die von YouTube lebt?

Ich betrachte es mittlerweile als meinen Beruf, da ich auch schon seit 10 Jahren auf YouTube aktiv bin und Beruf ist ja nicht weit von der Berufung entfernt. Also sehe ich das als eine Art Berufung, Menschen zu unterhalten, weil ich dabei Spaß habe und das anscheinend irgendwie kann, sonst würden sich nicht so viele Leute über so viele Jahre die Videos angucken. Ich versuche es, so professionell wie möglich zu gestalten und überlege mir immer, was ich von meinem Leben preisgeben will und was nicht. Denn alles was ich preisgebe, kann Konsequenzen für mein privates Leben haben.

Wo entwickelt sich YouTube hin?

YouTube wird aus meiner Sicht immer professioneller und das Videoangebot wächst und wird immer breiter, auch von den Themen her. Immer mehr ältere Menschen finden zu YouTube, schauen sich Kochvideos und Reise-VLOGs an. Die Videomacher haben mehr Möglichkeiten, aufwendige Projekte umzusetzen und es finden immer mehr Webkünstler im Offline-Bereich statt, was ich sehr schön finde.

Apropos „professioneller“ – wir als Agentur interessieren uns natürlich auch sehr für Dimas Erfahrungen und Reaktionen, was Kooperationen mit Unternehmen angeht. Diese Fragen werden im nächsten Blogartikel beantwortet… bis bald!

Influencer Marketing ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil des digitalen Marketings geworden. Wie groß die Kraft der Überzeugung von den YouTube-Stars und Co ist, haben wir bereits auf unserem Blog beschrieben. Die Zusammenarbeit mit Influencern bietet Unternehmen eine hohe Reichweite und eine effektive Plattform um den Bekanntheitsgrad ihrer Marke zu erhöhen und damit auch den Umsatz zu steigern. Mittlerweile gibt es auch einige Erfolgsbeispiele die zeigen, dass Influencer Marketing tatsächlich funktioniert.

Ein besonders gelungenes Beispiel für eine Zusammenarbeit von Unternehmen mit Influencern ist die Face-Forward-Kampagne von Clinique. Der Kosmetikhersteller hat sich dafür mit Tavi Givenson zusammengetan, einer bekannten amerikanischen Bloggerin, die bereits als Teenager ihren eigenen Blog startete. Tavi alias „TheStyleRookie“ schreibt über verschiedenste Themen, zu denen u.a. Mode und Lifestyle gehören. Mit 15 Jahren gründete sie ein eigenes Onlinemagazin von Teenagern zu Teenagern – das Rookie Mag. Sie macht das bis heute so erfolgreich, dass sie das „Time Magazine“ unter die 25 einflussreichsten Teenagern der Welt wählte. Ihren Einfluss, die hohe Reichweite bei der jungen Zielgruppe sowie die thematisch passenden Themen ihrer Blogs waren für Clinique ausschlaggebende Komponenten, sie als Influencer für ihre neue internationale Online- und Printkampagne auszuwählen. Da Tavi Gevinson bisher noch keine Kooperation mit einem Unternehmen eingegangen war, hatte sie nichts an ihrer Authentizität verloren, was Clinique in deren Glaubwürdigkeit zusätzlich zu Gute kam.

Mit der Entscheidung zur Zusammenarbeit mit Tavi Gevinson in der Face Forward Kampagne, hat Clinique eine starke Meinungsbildnerin für die relevante Zielgruppe gefunden und konnte mit ihrer Reichweite und ihrem Einfluss bei jungen Frauen die Bekanntheit der Marke steigern.

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Quelle wuv.de

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Meinungsbildnern ist TUI Deutschland. Bereits seit 2012 arbeitet das Unternehmen mit bekannten Bloggern zusammen. Bisher lud TUI Reise- und Lifestyle-Blogger auf gesponsorte Reisen ein, die dann auf ihren Kanälen über ihre Erfahrungen und Reiseindrücke berichteten. Für die Kampagne „TUIBeach in Sicht“ rückte der Reiseanbieter den Fokus noch einmal stärker auf die Influencer. Das Besondere dabei ist, dass diese ausschließlich von Bloggern gestützt wird. Vier bekannte Reiseblogger wurden zu verschiedenen Urlaubszielen eingeladen und die User mussten im Voraus raten, wie lange der Weg in Minuten vom Hotel zum Strand ist. Die User, welche richtig tippten, gewannen eine Reise zu diesem Urlaubsort. Die gesamte Aktion wurde dann auch auf Youtube ausgestrahlt.

TUI profitierte von dieser Aktion, da das Unternehmen die Reichweite der Blogger nutzte, um seine Marke und sein Image, gerade in der jüngeren Zielgruppe, bekannt zu machen.

 

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Quelle SEOKRATIE

Die Techniker Krankenkasse startete Ende 2014 ebenfalls eine erfolgreiche Werbekampagne mit sechs bekannten Youtube-Stars. Unter dem Titel „Mein Weg“ konnten TK-Versicherte ihre eigene Geschichte erzählen, wie sie trotz Schicksalsschlägen im Leben, ihre Träume nicht außer Acht ließen und diese schließlich verwirklichen konnten. Um die jüngere Zielgruppe als potentielle Kunden zu erreichen, hat sich das Unternehmen mit Influencern zusammengetan und die Kampagne mit dem Hashtag #wireinander in den sozialen Netzwerken verlängert.

tk
Quelle wireinander.tk.de

 

Andreas Bündert, Bereichsleiter Markt und Marketing, Techniker Krankenkasse sagt dazu: „Uns ist wichtig, das Thema Krankenkasse authentisch und berührend netzaffinen Kundengruppen zu vermitteln. Web-Communities mit ihren Interaktionen haben dabei eine besondere Bedeutung. Die Herausforderung liegt darin, die Botschaft mit der klassischen Kommunikation zu verzahnen und so glaubwürdig zu vermitteln. YouTube bietet dafür die optimale Plattform.“

Youtube-Stars wie LeFloid, GarNichz, Mr. Trashpack und Nilz Bokelberg erzählten auf ihren Kanälen ihre persönliche Geschichte mit emotionalen Einblicken in ihr Leben. Der bekannte Blogger LeFloid, welcher auf seinem Kanal aktuelle Ereignisse und Nachrichten, diskutiert, erzählte von einem Unfall, der seinen Traum als Chirurg aufgrund einer Armverletzung zerstörte. Stattdessen ist der 27-jährige heute Youtuber.

Le Floid, Techniker Krankenkasse, Influencer Marketing, You Tube
Quelle horizont.de

 

Die Kampagne war ein voller Erfolg. Denn bereits nach ein paar Stunden lagen die Views bei 89.000. Es gab über 58.000 Likes und über 2.000 Kommentare. Gleichzeitig katapultierte sich der Hashtag #wireinander auf Twitter und Facebook in die „Trending Tops“ auf Platz 6. Aktuell liegen die Aufrufe bei über 1,3 Mio, was eine enorme Anzahl darstellt.

Generell ist nicht zu leugnen, dass geeignete Influencer zur Steigerung der Bekanntheit der Marke, insbesondere in jungen Zielgruppen, beitragen können. Jedoch ist zu beachten, dass dies alleine nicht das „Allheilmittel“ ist und sinnvoll in die Marketingstrategie des jeweiligen Unternehmens integriert werden muss, um langfristigen Erfolg zu gewährleisten.

Marketing durch Meinungsbildner, so genannte Influencer, wird in der heutigen Zeit immer relevanter. Unternehmen setzen diese Strategie mittlerweile immer häufiger ein, um ihre Marke zu bewerben. Im Zeitalter der „Digital Natives“ bewegen sich die Verbraucher hauptsächlich im Netz und treffen online ihre Kaufentscheidungen. Dieser Wandel im Nutzerverhalten führt dazu, dass Unternehmen vor neuen Herausforderungen stehen und umdenken müssen. Die Informationsflut im Web macht Influencer so wichtig wie noch nie, da sie den Verbrauchern Sicherheit geben und man ihrer Meinung Glauben schenkt.

Deutlich wird dies in der nachfolgenden Tabelle. Diese sagt aus, dass 32 Prozent der Befragten „Empfehlungen von Bekannten“ absolutes Vertrauen entgegenbringen. Auf dem zweiten Platz, mit 10 Prozent, liegen die „Online-Konsumentenbewertungen“. „Redaktionelle Inhalte“ haben außerdem einen nicht unerheblichen Anteil von 51 Prozent, welche die Werbeformen als durchaus vertrauenswürdig einstufen.

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Vertrauen in unterschiedliche Werbeformen – Quelle Statista

Doch was müssen Unternehmen beim Einsatz von Influencern beachten? Gibt es sogenannte Erfolgsfaktoren, die beim Umgang mit Meinungsbildnern unerlässlich sind?

Generell stellt sich die Frage, ob der Einsatz von Influencern branchenabhängig ist oder generell für alle Marken in Betracht gezogen werden kann. Gerade im Bereich Lifestyle sowie Food ist Influencer Marketing sehr sinnvoll. Folgende Grafik aus der Studie „The Self“ zeigt, wie stark die Influencer in den einzelnen Branchen vertreten sind.

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Influencer in den einzelnen Branchen – Quelle avenit

Doch wie sollten Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Influencer vorgehen?
Zuerst einmal ist eine genaue Bestimmung der Zielgruppe notwendig, um für die beworbene Marke die passenden Meinungsbildner auszuwählen.
Die Anzahl an Influencern ist mittlerweile groß und die Mehrheit ist auf mehreren sozialen Netzwerken, wie Blogs, YouTube, Twitter, Facebook, Instagram etc. gleichzeitig aktiv. Für Unternehmen ist es wichtig zu erkennen, auf welchen Kanälen die relevante Zielgruppe anzutreffen ist und ob der Influencer diese auf seinem Kanal aufgrund der Relevanz der Themen spezifisch erreicht. Ebenso ist die Anzahl an Followern bzw. Abonnenten sowie dementsprechend die Reichweite auf dieser Plattform entscheidend. Denn nicht jeder Fan wird den Post oder Beitrag wahrnehmen oder sich für die Marke interessieren, auch wenn es thematisch passt.

Doch wie wird die Reichweite eines Influencers überhaupt „gemessen“? Nachfolgende Faktoren sind hierfür entscheidend:

  • Cross-Channel-Promotion
    Spielt der Influencer seine Beiträge auch auf seinen anderen Social Media Kanälen bzw. sind sie untereinander sinnvoll verzahnt?
  • Vernetzung
    Wie viele Follower, Fans, Abonnenten hat der Influencer? Wie steht diese Zahl im Verhältnis zu den von ihm gefolgten Kanälen? Wie sieht sein Netzwerk aus?
  • Aktivität
    Wie häufig werden Beiträge veröffentlicht?
  • Interaktion
    Wie aktiv sind seine Follower/Fans? Verbreiten sie seine Inhalte? Interagiert er mit ihnen?

 

Eine Hilfe für Firmen bei der Suche geeigneter Influencer bieten spezielle Online-Tools. Doch ganz so einfach wie es scheint, ist es hiermit nicht. Denn im Netz tummeln sich mittlerweile sehr viele solcher Blog-Suchmaschinen. Gerade für den Einstieg sind soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook oder Google+ empfehlenswert. Twitter ist unter den sozialen Plattformen besonders geeignet, da sie wertvolle Auskunft über Reichweite, Inhalte, Wirkeffekte und Dialogfreude gibt. Wer jedoch einen Überblick über mehrere soziale Medien haben möchte, der braucht spezielle Tools, d.h. solche, die Transparenz schaffen und die oft unüberschaubaren Informationen bei der Suche vorab schon einmal aussortieren.

Ein solch netzwerkübergreifendes Tool ist Klout. Die derzeit bekannteste Plattform berechnet einen Score, über den die sozialen Aktivitäten von Personen miteinander verglichen werden. Klout misst den Online-Einfluss von Personen auf einer Skala von eins bis hundert anhand ihrer Profile in den sozialen Plattformen. Ebenfalls analysiert das Tool die Anzahl der Freunde, Aktivitäten und Weiterempfehlungen. Letzteres Kriterium beeinflusst den Score am Stärksten. Für Unternehmen bieten solche Analysewerkzeuge eine erste gute Orientierung zur Bewertung und Suche von Meinungsbildnern. Jedoch ist zu beachten, dass diese nicht das „Non-plus-Ultra“ sind, denn die „weichen Faktoren“, d.h. die Persönlichkeit des Influencers sowie die Relevanz und das Interesse am Produkt bzw. der Branche, können von solchen Tools nicht erfasst werden. Ansonsten profitieren weder Influencer noch Unternehmen von der Zusammenarbeit. Denn die Wahl der passenden Meinungsbildner hat großen Einfluss auf den Erfolg und die Zusammenarbeit solch einer Kooperation.

Des Weiteren muss von Unternehmen beachtet werden, dass die Kontaktaufnahme mit einflussreichen „Internetstars“ zeitintensiv ist. Auf Unternehmensseite sollte deshalb ein Ansprechpartner, der sich speziell nur um die Zusammenarbeit mit Influencern in allen Belangen kümmert, bereitgestellt werden. Der Meinungsbildner hat somit eine feste Bezugsperson und es kann eine wichtige Beziehung aufgebaut werden, die Vertrauen schafft und langfristig erfolgreich bestehen kann.

Für viele Unternehmen ist Influencer Marketing noch eher unbekannt. Aufgrund der Digitalisierung und Verschiebung ins WorldWideWeb steckt jedoch sehr viel Potential in dieser Art des Marketings. Mit passenden Meinungsführern und guten Ideen sowie Inhalten für eine Kampagne können User für das Unternehmen gewonnen und die Bekanntheit der Marke gesteigert werden. Gerade für Firmen, welche bereits in sozialen Netzwerken aktiv sind oder einen Blog haben, bietet sich die Zusammenarbeit mit Meinungsbildnern besonders gut an.

 

Influencer Marketing ist in Zeiten sozialer Medien ein wichtiger Bestandteil des digitalen Marketings geworden. Hierunter versteht man eine Form des Marketings, bei dem Schlüsselpersonen im Markt identifiziert werden, die Einfluss auf potenzielle Käufer haben, und zielgerichtete Marketingaktivitäten rund um diese Meinungsmacher eingesetzt werden.

Kurzgefasst bedeutet dies, dass Firmen relevante und für sie wichtige Personen im Markt mit einer hohen Onlinepräsenz ausfindig machen und diese dann gezielt als Werbeträger einsetzen. Wichtig dabei ist, dass diese Personen Einflussnehmer auf die gewünschte Zielgruppe sind.

Neben den traditionellen etablierten Medien sind Blogs nicht mehr wegzudenken. Professionelle Blogger sind extrem gut vernetzt, strahlen Glaub- und Vertrauenswürdigkeit aus und konnten in ihrer Zielgruppe über die Jahre eine sehr hohe Reichweite erzielen. Viele Follower lassen sich nicht mehr über konventionelle Marketingmaßnahmen erreichen, daher können Influencer einen sehr wichtigen Bestandteil in der Kommunikationsstrategie ausmachen.

Zusätzlich haben Plattformen wie Instagram und YouTube den Aufstieg von Influencern verstärkt. Durch das Wachstum von sozialen Netzwerken werden Fangemeinden in Bereichen wie Fashion, Beauty und Food immer größer. Ein Beispiel hierfür ist Michelle Phan. Angefangen mit simplen Make-Up Vorführungen und Tutorials auf YouTube, konnte sie mittlerweile schon nahezu 8 Millionen Follower generieren. Noch viel wichtiger ist aber die Marke, die sie um ihre Person aufbaute: Marken wie Lancôme und L’Oreal gehören zu den Unternehmen, die auf die geborene Amerikanerin mit vietnamesischen Wurzeln aufmerksam geworden sind. 2013 führte L’Oreal sogar eine neue Kosmetik Linie „em“ von Michelle Phan auf dem Markt ein.

Unten stehende Grafik gibt einen Überblick über ein Paar der Top Influencer in den USA und UK:

Prototypical Influencers:

Quelle: forbes.com
Quelle: forbes.com

Influencer Marketing dient Firmen nicht nur dazu, Reichweite zu generieren, sondern auch spezielle Zielgruppen zu erreichen. Gerade bei Nischenprodukten kann es sich lohnen, in diesen Nischen nach passenden Influencern zu suchen. Ein Beispiel hierfür ist die Techniker Krankenkasse, die unter dem Hashtag #wireinander gezielt YouTuber mit persönlichen Krankheitsgeschichten auswählte, die in Kurzfilmen darüber berichteten.

In einer Welt, in der Inhalte für die Masse produziert werden, wird es für Marken immer schwieriger aus der Menge hervorzustechen, um die erhoffte Aufmerksamkeit innerhalb ihrer Zielgruppe zu erlangen. Deshalb wird es immer wichtiger, Influencer für sich zu gewinnen. Denn wenn Marken ihre Marketingaktivitäten gezielt um Influencer orientieren, können Kunden langfristig für sich gewonnen und gehalten werden.

Über die Umsetzung von Influencer Marketing in Unternehmen und Dinge, die dabei beachtet werden sollten, wird in einem späteren Artikel berichtet.

Werbestrategien, Cookieless Tracking, NFTs, Influencerstrategien, Wege ins Metaverse, internationale Größen der Digitalszene und Superstars wie Ashton Kutcher und Quentin Tarantino. Das OMR Festival der Online Marketing Rockstars bietet das volle Package, wenn es um Online-Marketing Events geht. Am 17. und 18. Mai war es wieder so weit und das Festival ging in die nächste Runde. Klar, dass sich das ein Teil unseres Teams von Mediascale nicht entgehen lassen wollte. Doch hält die OMR, was sie verspricht? Was waren die persönlichen Highlights? Was ist neben den Themen digitale Transformation und neues Kaufverhalten sonst noch beim Team hängen geblieben?
Ich habe nachgefragt bei Christian Alexander, Group Head Media Planning & Consulting bei Mediascale GmbH & Co. KG

Lieber Christian, welche Masterclass hat deiner Meinung nach die OMR am meisten gerockt?

Mir persönlich hat die Masterclass Veggie goes viral am besten gefallen. Es war spannend zu sehen, wie ein Traditionsunternehmen wie die Rügenwalder Mühle Realtime Marketing einsetzt, um das Bestehen der Currywurst zu retten. Dass es dabei eben diese vegane Currywurst zur Verkostung gab, könnte man als Bestechungsversuch auslegen – bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert.

Christians OMR Masterclass Highlight: Die Rügenwalder Werbung
Christians OMR Masterclass Highlight: Die Rügenwalder Werbung

Für alle, die es nicht mitbekommen haben:

Gerhard Schröder hat seinem Unmut Luft gemacht, nachdem Volkswagen offiziell verkündete, dass alle fleischhaltigen Gerichte – INKLUSIVE CURRYWURST – vom Kantinenspeiseplan zukünftig gestrichen werden. Die Rügenwalder Mühle ist in Echtzeit auf dieses Thema aufgesprungen und hat unter dem Hashtag #rettetdieCurrywurst eine Marketingstrategie entwickelt, die viral gegangen ist.

Bei einem Festival dürfen die Acts und Künstler natürlich nicht fehlen. Rapstar Rin, Kraftclub, Marteria und Oli P. sind dabei nur einige von vielen, die auf der OMR für Stimmung sorgten. Welcher Künstler hat deiner Meinung nach am besten performed?

Das DJ Duo Drunken Masters haben am letzten Abend auf jeden Fall ordentlich abgerissen.

Neben dem Autor Rutger Bregman und China-Expertin Lillian Li, wurde der Oscar-Preisträger und Regisseur von Django Unchained Quentin Tarantino als Speaker Number 1 angekündigt. Jetzt wollen wir es genau wissen: Wie war er?

Quentin Tarantino auf der Bühne zu erleben war für mich als Filmfan schon ein tolles Erlebnis, auch wenn er aus meiner Sicht inhaltlich nicht wirklich überzeugen konnte. Dass er sich selbst nicht als Marke sieht, war für mich nicht gerade mind-blowing und ich glaube er wusste selbst nicht so recht, warum ausgerechnet er nun der am größten angekündigte und am meisten erwartete Speaker auf einem Marketing Festival sein sollte.

Dass es viele Highlights im Programm der diesjährigen OMR gab, ist klar. Wir alle wissen aber, dass Messen auch durch Give-Aways gewaltig punkten können. Was war dein schönstes Mitbringsel von den Messeständen?

Meine Kollegin Anina hat mir von einem Stand einen neuen Stressball mitgebracht. Darüber habe ich mich sehr gefreut und er fliegt nun regelmäßig über die Tische unseres Büros, um uns eine kurze Auszeit von unseren Bildschirmen zu bescheren.

Mittlerweile gilt die Verpflegung auf einem Event ja nicht mehr nur als Teil der Veranstaltung, sondern macht ein Event ja erst so richtig aus. War das Essen so cool, wie man es von einer Marketing Messe erwartet?

Für mehr als eine schnelle Pizza vom Pizza Hut Stand hat die Zeit bei mir nicht gereicht. Die war aber in jedem Fall besser als die Pizza von Patrick, aber die Anekdote kann er hier selbst preisgeben. Ich glaube Anina hatte aber die beste Bowl ihres Lebens. Sie ist allerdings auch schnell mit solchen Superlativen dabei.

Lieber Patrick, das wollen wir natürlich genau wissen: Warum zählt dein Pizzaerlebnis nun nicht zu deinen persönlichen OMR-Highlights?

Wie Christian ja bereits erwähnt hat, waren wir am Pizzahut-Stand um uns eine leckere VEGANE Pizza zu holen. Die Pizza wurde auf einem Pappteller serviert und war extrem heiß. Samt Pizza und Kaltgetränk habe ich mich dann auf dem Weg zur Halle gemacht, bis es passierte: Kurz vor dem Haupteingang, wo ca. 1000 Menschen pro Minute ein und ausgehen, fiel mir die komplette Pizza auf den Boden – natürlich auf die Seite mit dem Belag. Unter dem Motto „10-Sekunden-Regel“ versuchte ich noch das Übel abzuwenden und hab mir dabei zu allem Überfluss auch noch ordentlich die Hand verbrannt. Die Zuschauer um mich herum fanden das natürlich sehr lustig, woraufhin ich mich schnell aus dem Staub gemacht und mir eine kalte Fischsemmel geholt habe.

Ich merke, ihr habt euch auf andere Dinge fokussiert als auf die Food-Highlights der OMR…

Doch egal, ob es um Food, Fashion, Travel und Lifestyle geht – ein wichtiges Thema auf dem OMR war das populäre und mittlerweile unumgängliche Influencermarketing.

Welchen Influencer hast du getroffen? Und wer war dein Lieblingsinfluencer/ deine Lieblingsinfluencerin?

Ich habe ehrlicherweise die meisten Influencer nur daran erkannt, dass sie mit eine Gefolgschaft von mindestens 20 Leuten und rund 3 Kameras unterwegs waren. Um wen es sich handelt und was sie genau machen, mussten mir dann die Kolleginnen erklären. Ich gelobe Besserung für’s nächste Mal.

Last, but not least: Was war dein schönster OMR-Moment?

Definitiv das Treffen mit unseren Ansprechpartnerinnen von den ADAC Versicherungen. Viele von uns arbeiten nun schon lange zusammen, aufgrund der Covid Pandemie haben wir uns aber lange oder teilweise noch nie persönlich getroffen. Wir haben tolle, inspirierende Gespräche geführt und das gemeinsame Feiern ist natürlich auch nicht zu kurz gekommen. Wir sind uns auf jeden Fall einig, dass wir uns nun wieder öfter persönlich treffen. Da wir und der ADAC unseren Sitz in München haben, sollte das auch hoffentlich wieder regelmäßig klappen und wir müssen dafür nicht extra wieder nach Hamburg reisen.

 

Vielen Dank für die exklusiven Eindrücke ihr beiden! Scheint, als hätte sich der Mediascale Besuch auf der OMR definitiv gelohnt.

Unser Recap: Nach 3 Jahren Pause war das Festival dank des persönlichen Austausches, dem Input von mehr als 800 Speaker:innen und zahlreichen Masterclasses sowie Partys und Side-Events ein echtes Highlight. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr – dann hoffentlich mit positivem Food-Erlebnis 😉.

Twitch ist mehr als nur Gaming!

Wer sich in letzter Zeit ein bisschen mit der Welt des E-Sport beschäftigt hat, dem ist Twitch garantiert ein Begriff. Der Streaming-Dienst, der 2014 für eine knappe Milliarde von Amazon gekauft wurde, bietet Nutzenden die nötige Plattform, um mit ihren Lieblings-Gamern in Kontakt zu treten und ihnen beim Zocken zuzuschauen.

Aber auf Twitch geht es längst nicht mehr nur um Gaming: Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass immer mehr Branchen – unter anderem auch Musik und Sport – für Livestreams auf Twitch zurückgreifen. Schon während des ersten Lockdowns gab es einen regelrechten Boom, was die Nutzung der Plattform angeht, und noch immer kann Twitch ein starkes Wachstum verzeichnen. Egal ob Koch-Streams, oder die aktuell besonders gefragte Rubrik „Just Chatting“ – Twitch ist über die letzten Jahre zu einer Plattform geworden, die Content für diverse Interessen bereitstellt und so immer mehr Nutzende anzieht. [1]

Das macht Twitch so besonders

Mit 65,8% Marktanteil an gesehenen und 90% Marktanteil an gestreamten Stunden[2] ist Twitch unter allen Streaming-Anbietern bei Weitem die größte und relevanteste Plattform, sowohl international als auch im deutschsprachigen Raum. Aber kann Twitch auch mit dem TV mithalten?

Schaut man sich die Anzahl der Zuschauenden an und berücksichtigt das stetige Wachstum, so lautet die Antwort: Twitch ist definitiv eine würdige Ergänzung des TV. Allein die Tatsache, dass mehrere deutsche Streamer wie „MontanaBlack88“ kürzlich eine Rundfunklizenz zur Fortführung ihrer Livestreams erwerben mussten, sagt einiges über die Reichweite der Plattform aus. Große internationale Events im E-Sports- und Gaming-Bereich erreichen „Einschaltquoten“ von bis zu 600.000 Viewern, und auch deutsche Entertainment-Formate schaffen Quoten im unteren 100.000er-Bereich: So knackte beispielsweise „Knossis Angelcamp“ im Sommer 2020 die 300.000-Marke an parallelen Zuschauenden. Das Format brachte im 72-stündigen Livestream verschiedene Promis und Gamer zusammen und stellte den Rekord unter anderem durch einen Live-Auftritt von Sido auf.

Screenshot Twitch Livestream
Semifinal 2021 League of Legends World Championship – Eigene Aufnahme vom 30.10.2021

 

Was aber macht Twitch so attraktiv für Nutzende? Ein „Game Changer“ gegenüber dem klassischen TV ist mit Sicherheit die Möglichkeit zur Interaktion über den Twitch-Chat. Zuschauende können sich nicht nur untereinander austauschen, sondern auch mit den Streamern selbst in Kontakt treten. Bedenkt man, dass Twitch-Größen wie MontanaBlack inzwischen auch in der realen Welt zu echten Promis geworden sind, ist es verständlich, dass dieser persönliche Austausch als Magnet für Zuschauende wirkt. Hinzu kommt das Preismodell: Zwar gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Viewer ihr Geld bei dem Streaming-Dienst lassen können, die Livestreams funktionieren an sich aber auf rein kostenloser Basis.

Welches Potential hat der Streaming-Dienst für Werbetreibende?

Besonders gut lassen sich männliche Personen im Alter von 16-34 Jahren ansprechen, deren Interessen spätestens seit dem Nutzungsanstieg während der Pandemie nicht mehr ausschließlich im Gaming-Bereich liegen. Twitch bietet dadurch Zugang zu einer Personengruppe, die über das Fernsehen nur noch begrenzt erreichbar ist. Dazu werden die Werbeformen Homepage Carousel, Homepage Headliner, Medium Rectangle, Super Leaderboard sowie Twitch Premium Video mit der Zusatzoption First Impression Takeover angeboten. Noch ein Pluspunkt: die Seite lässt sich auch von Ad Blockern nicht austricksen.[3]

Twitch Formate
Übersicht Werbeprodukte auf Twitch: https://twitchadvertising.tv/ad-products/

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Und ein weiteres Potential besitzt Twitch für Werbetreibende: Durch Kooperationen mit den Streamern können Produkte direkt im Livestream platziert werden. Das sorgt nicht nur für ein höheres Maß an Authentizität, sondern ist – im Gegensatz zu Kampagnen mit Influencer:innen beispielsweise über Instagram – auch noch non-skippable.

Alles in allem ist Twitch also durchaus eine lohnende Ergänzung / Alternative zum TV, die in den kommenden Jahren wohl noch relevanter und attraktiver werden wird – für Konsumierende wie auch für Werbetreibende jeglicher Art.

 

 

[1] Angaben lt. Twitch Advertising / https://blog.streamlabs.com/streamlabs-and-stream-hatchet-q4-live-streaming-industry-report-a898c98e73f1

[2] https://blog.streamlabs.com/streamlabs-and-stream-hatchet-q4-live-streaming-industry-report-a898c98e73f1

[3] Angaben lt. Twitch Advertising

Ein grundsätzliches Problem der Brand Lift Study ist, dass die Ergebnisse in dem Tool oft nur übergeordnet auf Gesamtumfrageebene ausgewiesen werden. Eine detaillierte Analyse ist hierbei nicht möglich, da Ergebnisse nicht angezeigt werden, wenn diese laut Google nicht signifikant sind oder zu wenige Umfrageantworten pro Item gesammelt worden sind.

Dieses Problem kann seit März 2021 mit einer neuen Version der BLS 2.0 zumindest teilweise umgangen werden. Am 24.03.2021 wurde die Mechanik der Brand Lift Study 2.0 umgestellt auf die Accelerated Flight & Re-Measurement Study. Dadurch ergeben sich einige Implikationen für die Messung der Anzeigenwirkung:

  1. Verkürzter Messzeitraum (wenige Tage)
  2. Dadurch entsteht die Möglichkeit für ein Re-Measurement der Ergebnisse

Im Idealfall dauert die Messung mit der beschleunigten Methodik nur noch wenige Tage (abhängig von der Reichweite der Kampagne). Dabei werden im Tool die Umfrageergebnisse so schnell wie möglich gesammelt, anstatt ein bestimmtes Tagesziel anzustreben, wie bei der kontinuierlichen Messmethode.

Hat man beispielsweise mehrere Creatives (beispielsweise Creative A & Creative B) zur Verfügung und möchte bewerten, ob die Anzeigenerinnerung für eines der Videos besser ist, so können beide Videos zum Kampagnenstart eingesetzt werden. Anders als bei der kontinuierlichen Messung können die Ergebnisse bereits nach kurzer Zeit analysiert werden. Performt beispielsweise Creative A deutlich besser als Creative B, kann Creative B nach wenigen Tagen deaktiviert werden und das Mediabudget nur noch für das Creative A eingesetzt werden. Dadurch kann die Performance der Kampagne potenziell verbessert werden.

Eine Schwierigkeit der Brand Lift Study 2.0 ist, dass nicht in jedem Fall  Ergebnisse erzielt werden. Oft werden keine Ergebnisse nach der Umfrage angezeigt, wenn ein bestimmtes Signifikanzniveau nicht erreicht wird, bzw. wenn nicht genügend Antworten für bestimmte Items bei der Umfragevorhanden sind. Durch die beschleunigte Messung soll die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass genügend Antworten während der Messung gesammelt und somit aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden. Es ist jedoch nicht garantiert, dass Ergebnisse angezeigt werden, da auch hier ein bestimmtes Signifikanzniveau erreicht werden muss.

Durch die beschleunigte Messung gibt es die Möglichkeit eine erneute Umfrage während einer Kampagne einzustellen. Ist die Kampagne von längerer Dauer (bspw. vier Wochen), kann eine Umfrage am Anfang der Kampagne und eine zusätzliche Umfrage am Ende der Kampagne durchgeführt werden. Werden etwa Änderungen am Kampagnensetup vorgenommen (z.B. Änderung am Targeting, Hinzufügen neuer Creatives), können die beiden Umfrageergebnisse direkt miteinander verglichen werden. Hierfür müssen jedoch die Budgetrestriktionen erfüllt werden.

Zu beachten ist auch, dass sich durch die Anpassungen an der Brand Lift Study 2.0 die Anforderungen an das Budget verändern. Bei der BLS 2.0 hatte man ein Tagesbudget-Ziel (beispielsweise ca. 1.000€ pro Tag in Deutschland für eine Frage) als Voraussetzung für das Einstellen einer Frage. Mit der beschleunigten Messung muss nun ein 10-Tages-Budget-Limit erreicht werden. Dies liegt für eine Frage bei ca. 10.000 € für Deutschland. Laut Google Ads liegt das Budget für Deutschland für zwei Fragen bei knapp 17.000€/10 Tage und bei drei Fragen bei knapp 51.000€/10 Tage.

Diese budgetäre Grundvoraussetzung ist nicht bei allen Kampagnen erfüllt und ist somit nur für Kampagnen mit einem hohen Budgeteinsatz relevant. In diesen Fällen ist die BLS 2.0 eine gute Ergänzung für die Kampagnenoptimierung, jedoch bei vielen Kampagnen mit einem kleineren Budgetrahmen nicht verfügbar.

Allgemeine Schwächen der Brand Lift Study:

Brand Lift Studies können nicht nur auf YouTube durchgeführt werden, sondern auf verschiedenen Plattformen, wie z.B. Facebook, Pinterest, etc. Eine klassische Schwäche von Brand Lift Studies ist, dass sich diese einer neutralen Panelkontrolle entziehen. Es besteht kein klassisches Verbraucherpanel, auf das bei der Befragung zurückgegriffen wird, wie bei einer klassischen Marktforschung. Stattdessen werden die Fragen an die Testgruppe ausgespielt, die das Ad gesehen haben und an eine Kontrollgruppe in derselben Zielgruppe, die das Ad nicht gesehen haben.

Bei einem klassischen, weit verbreiteten Verbraucherpanel steht ein gleichbleibender Personenkreis für Befragungen und Beobachtungen zur Verfügung, der bevölkerungsrepräsentativ aufgestellt ist. Vor allem bei Stichproben wird bei der Rekrutierung klassischer Marktforschungen darauf geachtet, dass die Panel-Stichprobe repräsentativ ist. Die Stichprobenziehung ist der gängige Qualitätsstandard klassischer Marktforschungen. Bei den Brand Lift Studies fehlt die Panelkontrolle hingegen und ein mögliches Bias ist nicht ersichtlich.

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist, dass sich die Social Media Plattformen, wie YouTube, Facebook, etc. einer neutralen Kontrolle durch dritte Instanzen entziehen und kein technisches Tracking zulassen. Somit können unabhängige Anbieter wie beispielsweise die AGOF keine unabhängige Messung der Userschaft der Plattformen durchführen und bedienen sich nur Hochrechnungen der Befragungsdaten.[1]

Eine weitere Schwäche von Brand Lift Studies ist das mangelhafte Befragungsdesign. Die Befragungen werden beispielsweise bei YouTube direkt vor oder nach einem Video abgespielt, das bedeutet, dass die Befragungen im gleichen Kontext stattfinden. Dieser Bias ist nicht zu unterschätzen, da dies keine gut kontrollierte Situation der Befragung darstellt. Bei klassischen Marktforschungen wird die Befragung bewusst in einem anderen Kontext (z.B. Experimentaldesign, Laborsituation durch Befragung in Studios, etc.) durchgeführt.

Somit entsprechen die Brand Lift Study nicht den Anforderungen an klassische Marktforschungen und sind nur oberflächlich betrachtet eine objektive Befragung. Für valide Ergebnisse von Kampagnen sind klassische Marktforschungen daher unabdingbar, vor allem wenn die Ergebnisse für Rückschlüsse außerhalb dieser Plattformen gezogen werden sollen.

 

Fazit

Mit der beschleunigten Messdauer der Brand Lift Study 2.0 ergeben sich Vorteile für die schnellere Analyse der Kampagnenergebnisse, die zu Effizienzvorteilen in der Kampagnenoptimierung führen können. Jedoch sind die Mindestmediabudgetvorgaben für die Brand Lift Study 2.0 sehr hoch, vor allem bei der Abfrage mehrerer Fragen, und daher nicht für jeden Kunden bzw. jede Kampagne geeignet.

Wichtig zu erwähnen ist, dass es keine Garantie dafür gibt, dass nach der Umfrage die Ergebnisse für die abgefragten Metriken erzielt werden. Vor allem bei der Detailanalyse fehlen häufig die Werte für die Bewertung der Demografie oder auf Einzelkampagnen-/Einzelfolgenebene, da auf Einzelitem-Ebene nicht genügend Daten erhoben worden sind, die ein bestimmtes Signifikanzniveau erreicht haben.

Da die Ergebnisse Google-intern erhoben werden und nicht von einer neutralen Instanz, sollte darauf hingewiesen werden, dass die Ergebnisse nicht mit konventionellen neutralen Marktforschungen vergleichbar sind. Die Brand Lift Study 2.0 ist eine gute Hilfestellung zur Bewertung der YouTube-Kampagnen und der Messung der Anzeigenwirkung auf die User innerhalb des YouTube-Universums. Die Brand Lift Study hilft ergänzend bei der Optimierung von YouTube-Kampagnen, sollte aber als Add-On gesehen werden nicht als zentrales Planungselement

[1] https://www.agof.de/agofacts/wissen/neues-forschungsfeld-der-agof-social-media-user-influencer-follower/

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