Klartext!

„Für RTA braucht man Maschinen und Datenanalysten.“ So oder ähnlich lauten viele Statements, mit denen auf Veranstaltungen und in der Fachpresse  die Veränderung der Onlinewelt durch programmatische Kampagnenabwicklung beschrieben wird. In dieser Vorstellungswelt analysieren Statistik-Experten mit Hilfe von mächtigen Rechnerclustern gewaltige Datenmengen, um die Ergebnisse dann auf Knopfdruck in sich selbst optimierende Displaykampagnen zu verwandeln.

Doch deckt sich diese Vorstellung mit der Realität? Lassen wir inhaltliche Fragen, wie die nach Herkunft und Qualität von Daten für Kampagnen mal beiseite und konzentrieren uns auf die Arbeitswelt.  Programmatisch ausgesteuerte Kampagnen machen sich keineswegs von alleine. Die Nachfrageseite, also die Agentur, übernimmt bei Plattformkampagnen eine Fülle von Aufgaben, die im „klassischen“ Workflow in der Verantwortung des Publishers oder Vermarkters lagen. Dies betrifft die Themen Volumenprognose und -steuerung und die durchaus zeitintensive Optimierung der Kampagnen. Dazu kommen die gestiegenen Anforderungen im Bereich Qualitätskontrolle und Ad Verification, die sich im programmatischen Umfeld ergeben. In der Summe bedeutet dies für die Nachfrageseite, dass sie trotz der Produktivitätsvorteile, die aus der Plattformabwicklung erwachsen, zunächst einmal eher mehr als weniger Arbeit zu erledigen hat.

Und wer macht diese Arbeit? Aus meiner Sicht benötigt ein Audience Broker, also ein Mitarbeiter der RTA-Kampagnen steuert, folgende Schlüsselqualifikationen:

Sie oder er  muss:

               • die Mechaniken und KPIs einer Displaykampagne kennen

               • Optimierungslogiken anwenden können

                begreifen, was ein Cookie ist

                Spaß an der Arbeit mit Interfaces haben

                schnell Dreisatz rechnen können

                genau und fehlervermeidend arbeiten

                auf Kosten und Erlöse achten

                Englisch verstehen

Dies sind kaum die klassischen Skills, die man während eines Mathematik- oder Informatikstudiums erwirbt. Natürlich benötigen Agenturen auch Mediaforscher und Analysten und natürlich ergeben sich für diese heutzutage neue und erweiterte Aufgaben. Um erfolgreich für unsere  Kunden zu arbeiten, benötigen wir in erster Linie genügend motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter, die den Anforderungen bei der Durchführung von RTA-Kampagnen gerecht werden. Diese sind auf dem Arbeitsmarkt jedoch kaum zu finden. Hier heißt es bestehende Mitarbeiter weiterzuqualifizieren oder selbst auszubilden.

0 Kommentare zu “Real Time Advertising – Wer macht die Kampagnen ?

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Verfasst von:

Tobias Wegmann ist Chief Technical Officer bei mediascale. Mit seinem technischen Knowhow schreibt er hauptsächlich über die Themen Tracking, Software, Programmatic Advertising und das mediascale Profiling-Produkt NE.R.O. Dabei schafft er den Spagat zwischen der Vermittlung von fundiertem technischem Hintergrundwissen auf der einen Seite und allgemein verständlichen Formulierungen für weniger Versierte andererseits.

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