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Die viel zitierte Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V., kurz AGOF, liefert bereits seit 2002 eine Vielzahl an Daten über das Nutzerverhalten und die Reichweiten von Online-Angeboten. Hier ein paar Zahlen und Fakten über die AGOF selbst:

Die AGOF setzt sich aus verschiedenen Online-Vermarktern Deutschlands zusammen. Dazu zählen bspw. Axel Springer Media Impact, IP Deutschland oder Yahoo! Deutschland.

Sie gibt regelmäßig zwei Markt-Media-Studien heraus: die internet facts und die mobile facts. Diese beinhalten sowohl Informationen zur Mediennutzung als auch zum Kaufverhalten der Nutzer. Die Studien werden von Werbetreibenden und Mediaagenturen für die Planung von Online-Kampagnen herangezogen.

Die Studien:

Die internet facts liefert Daten zur Internetnutzung und zum E-Commerce in Deutschland. Zudem werden Reichweiten- und Strukturdaten von derzeit ca. 700 Websites für Online-Werbeträger und u.a. deren soziodemografische Nutzerdaten, Interessen und Konsumverhalten erfasst.

Ziel der Studie ist es, die Leistungswerte von Online-Werbeträgern vergleichbar zu machen und dadurch eine solide Planungsgrundlage bieten zu können.

Die internet facts erscheint monatlich über einen Berichtszeitraum von drei Monaten und basiert auf einer Stichprobe von über 100.000 Fällen. Die Ergebnisse sind damit repräsentativ für die Grundgesamtheit der deutschsprachigen Bevölkerung in Deutschland ab zehn Jahren.

Bei der mobile facts wird die Internetnutzung per Smartphone gemessen und ausgewiesen. Aktuell liegt die Zahl der teilnehmenden Werbeträger bei je mehr als 100 Smartphone-Apps und mobil-optimierten Websites.

Die Studie erscheint seit 2010 und wird viermal im Jahr veröffentlicht. Auch hier beruhen die Daten auf Basis der Grundgesamtheit.

Neben der internet und mobile facts, veröffentlicht die AGOF auch eine Studie für Marken und deren Online-Präsenz. Damit können sich nun auch sogenannte „Nicht-Werbeträger“, wie Service-Unternehmen und Institutionen, die ausschließlich eigene Produkte und Dienstleistungen über das Internet anbieten, erheben lassen.

Die Erhebungsmethode:

Die Daten der AGOF Studien werden mit Hilfe des Multi-Methodenmodells erhoben, das unterschiedliche Untersuchungsansätze vereint. Insgesamt drei Säulen dienen dazu alle Nutzungssituationen und -orte zu berücksichtigen und gleichzeitig den Unique User darzustellen.

Die erste Säule stellt die technische Messung des Nutzerverhaltens, wie Seitenaufrufe, dar. Säule zwei ist eine OnSite-Befragung der Nutzer mit Hilfe von Fragebögen. Hier werden soziodemografische Daten, wie Alter, Geschlecht, Einkommen etc. gemessen. Die dritte Säule des Multi-Methodenmodells ist die telefonische Basisbefragung von Verbrauchern. Durch die Telefonbefragung werden nicht nur Internetnutzer sondern auch 25 Prozent der Grundgesamtheit beschrieben, die nicht online sind.

Das Multi-Methodenmodell wird von allen relevanten deutschen Online-Anbietern, die sich über Werbung refinanzieren, sowie von eBay, Microsoft und Yahoo genutzt. Allerdings gibt es auch einige erwähnenswerte Websites, die sich nicht in den Studien der AGOF messen lassen, z.B. Facebook, Google oder YouTube.

Das Auswertungstool:

Für Mediaplanungen und Medienauswertungen stellt die AGOF seit 2007 das lizenzpflichtige TOP-Tool zur Verfügung. TOP steht für „Transparenz für Online Planung“ und bedeutet, dass die Marktteilnehmer mit Hilfe von medienspezifischen Planungsfunktionen die Besonderheiten einer Online-Kampagne planbar und prognostizierbar machen können.

Mit Hilfe des Tools lassen sich Zielgruppen, Produktmärkte und Absatzpotenziale definieren. Zudem lassen sich Rangreihen erstellen, die die Leistungen verschiedener Medien in Hinsicht auf die vordefinierte Zielgruppe vergleichen. Dadurch lassen sich u.a. NRW, BRW, Durchschnittskontakt und Affinitäts-Index darstellen.

Die Stärken:

Die AGOF ist derzeit die einzige verlässliche und detaillierte Studie im Markt und ist besonders für Initialplanungen hilfreich. Mit ihr lassen sich Zielgruppenüberscheidungen sowie weitere vertiefende Planverbesserungen abbilden.

Die Schwächen:

Im Vergleich zu klassischen Studien ist die AGOF noch nicht besonders umfangreich und durch das Fehlen von Facebook, YouTube und Co. nicht vollständig. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Abbildung von Bewegtbild und GRP-Modellen sowie die Tatsache, dass sich keine verschiedenen Preismodelle abbilden lassen.

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