mediascale intern

Heute ist kein Geburtstag im klassischen Sinne. Trotzdem feiern wir bei mediascale ein Jubiläum: Dieser Tage erscheint der 500. Artikel in unserem Corporate-Blog „Klartext“. Ein Grund mal einen kurzen Blick zurück zu werfen. Und außerdem beteiligen wir uns mit dieser kleinen Nabelschau auch an der Blogparade des PR-Blogger, der gerade Beispiele für Content Marketing und Corporate Blogs sammelt.

Der Start: Der Wille war da, der Weg war steinig

Ans Herz gelegt hatte uns das Thema Corporate Blog vor über fünf Jahren unsere PR-Agentur cocodibu. Ihre Empfehlung: Wir sollten eine „eigene, medienunabhängige Kommunikationsplattform für die Agentur (auch unter Suchmaschinen-Aspekten) aufbauen“. Ziel sollte es sein, mediascale „als Meinungsführer zu ausgewählten Themen in der Blogosphäre und darüber hinaus stärker zu verankern und dadurch auch bekannter zu machen“. Das klingt marketingtechnisch toll und ist durchaus ambitioniert für ein Unternehmen, das damals gerade mal etwas über zwei Dutzend Mitarbeiter beschäftigte. Und, ehrlich gesagt, wir waren intern durchaus sehr skeptisch, ob sich so ein Corporate Blog in den Unternehmensalltag integrieren lässt. Aber unsere Geschäftsführung entschied: Wir probieren das.

Das inhaltliche Konzept entwickelte cocodibu (www.cocodibu.de), technisch und optisch umgesetzt haben den Blog dann unsere Augsburger Kollegen von .NFQ (www.nfq.de). Und am 28. September 2009, drei Monate nach dem Go, ging der erste Beitrag auf dem Klartext-Blog (bei uns ist der Name Programm) online: Julian Simons schilderte seine Eindrücke von der Premiere der dmexco, die als Nachfolgerin der OMD gerade in Köln zum ersten Mal über die Bühne gegangen war.

Für die restlichen 499 Beiträge haben wir dann gute 5 Jahre und 3 Monate gebraucht. Gerade am Anfang war der Start durchaus steinig: Um das Ziel von zwei Beiträgen pro Woche zu erreichen, wurden die Mitarbeiter der Leitungsebene quasi zwangsverpflichtet. Das hat nicht jedem/r Kollegen/in gleich viel Spaß bereitet. Schließlich war das Finden von Artikelideen und das Texten erst mal ein Zusatzjob neben dem normalen Job (das ist es heute übrigens auch noch!). Der normative Zwang war aber unabdingbar, um eine Mindestfrequenz an Artikeln und Beiträgen zu stemmen. Außerdem waren wir zwar des Deutschen mächtig und durchaus textaffin, aber ja keine ausgebildeten Journalisten.

Die Redaktionsorganisation: Wie ist der Blog intern organisiert?

Seit dem Start von Klartext habe ich die Ehre und das Vergnügen die Redaktionsmanagerin des Blogs zu sein. Quasi die Peitschen-Lilly in der Firma, die die Kolleginn/en sanft aber unablässig darauf hinweist, dass der Redaktionsschluss für ihren Beitrag naht. Unterstützt werde ich dabei von unserer PR-Agentur, die eine CvD-Rolle übernimmt. D.h. sie liest die Artikel Korrektur, ergänzt Links, Bilder oder andere Elemente, schaltet den Beitrag final frei und teasert ihn parallel über Facebook und Twitter an. Geplant werden die Beiträge etwa vier Wochen im Voraus, so dass jeder Autor frühzeitig weiß, wann er in die Tasten greifen muss. Flexibel sind wir trotzdem: Wenn etwas kurzfristig nicht kommt oder etwas aktuell dazwischenkommt, können wir reagieren.

Sind wir anfangs noch zu Redaktionssitzungen zusammengekommen, so hat sich der Ablauf mittlerweile eingespielt und funktioniert per Mail, auf Zuruf bzw. durch diktatorische Entscheidungen der Redaktionsmanagerin. So füllt sich der Redaktionsplan teilweise durch Zuteilung und teilweise durch den aktiven Input der Kolleginn/en.

AutorInnen und Frequenz: 2mal pro Woche, Kernteam und Gelegentliche

Angefangen hat 2009 alles mit einem kleinen Autoren-Team von vier Mitarbeitern aus der Leitungsebene von mediascale. Mittlerweile schreiben regelmäßig etwa zehn Mitarbeiter für den Klartext-Blog. Aus allen Hierarchieebenen und Tätigkeitsbereichen. Es gibt weiter ein Kernteam von vier Autoren, die alle zwei bis drei Wochen publizieren. Und eine Gruppe von Kollegen, die alle zwei, drei Monate einen Beitrag beisteuern. Schreiben darf grundsätzlich jeder Mitarbeiter, auch wenn es nicht jeder aktiv praktiziert.

Formate und Inhalte: Service, Meinung, Video und  noch mehr

Das Schwierigste an einem Corporate-Blog ist, inhaltliche Formen zu finden, die einerseits zum Unternehmen und zu seinen Autoren passen und andererseits lesenswert und unterhaltend für potentielle Leser sind. Content Marketer würden sagen: qualitativ guter Content. Das ist bei harten Fachthemen wie Real Time Bidding, Targeting, Social Advertising, Suchmaschinenmarketing & Co ein Prozess, der Zeit braucht und für den man Gefühl entwickeln muss. Wir hatten Glück, dass die anfangs beteiligten Autoren sehr unterschiedliche Charaktere sind, mit sehr unterschiedlichen Stilformen: Vom satirisch Hochbegabten über den Meinungsstarken bis hin zum sehr serviceorientierten Schreiberling. Das Feedback unserer Leser, aber auch die nackten Abrufzahlen, zeigen uns: Dieser Mix der Charaktere, der sich im Schreibstil wiederfindet, kommt ganz gut an. So umfasste die Top 10-Liste unserer erfolgreichsten Blogbeiträge im Jahr 2014 deshalb auch Glossarbeiträge ebenso wie Videoblogs, Meinungsbeiträge und sogar ein Kundenportrait. Die Vielfalt der möglichen Formate macht aber nicht nur den Lesern Spaß, sondern auch uns Autoren:

– Im Glossar erklären wir auf einfache Art und Weise Fachbegriffe aus dem Alltag eines
Performance Marketers – vom Google Qualitätsfaktor bis zur ortsbezogenen Werbung

– Sind wir auf Veranstaltungen verfassen wir häufig ein Review dazu – garantiert subjektiv

– oder wir lassen uns von Willy Astor inspirieren und beschreiben einen Tag in der Agentur

– auch Jahresaus– und -rückblicke sind selbstverständlich

– ebenso Interviews mit unseren Kunden und den Fachjournalisten unserer Branche

– und wenn wir mal ganz viel Zeit haben, posten wir sogar Backrezepte zu Nikolaus

Seit September 2011 haben wir die Textbeiträge um einen eigenen Videoblog (zusätzlich auf einem mediascale-eigenen YouTube-Channel) ergänzt: „Bscheid gsagt“ ist ein reines Interviewformat mit mittlerweile schon über 50 Folgen. Ein/e Interviewer/in aus dem Off (die Kollegen von cocodibu) unterhält sich mit Wolfgang Bscheid über Themen, die die Branche bewegen – aktuell und grundsätzlich. Von der Datenqualität im Targeting über das Customer Journey Tracking bis hin zu Wearables oder Digital Outdoor. Um die Videos kostengünstig zu produzieren, werden die fünf bis sechs Folgen inhaltlich vorbereitet und an einem halben Drehtag hier im Haus von Benedikt Schreiber (www.benediktschreiber.de) abgedreht. Und natürlich gibt es am Ende des Jahres immer eine Folge mit den lustigsten Outtakes.

 ROI, Erfolge und Amüsantes

Lohnt es sich, gerade als kleineres Unternehmen, einen Corporate-Blog zu betreiben? Unser Fazit nach fünfeinviertel Jahren: Ja, sonst hätten wir aufgehört. Da wir als Performance-Agentur (fast) alles tracken, natürlich auch unsere Webseite und den Blog, wissen wir: Der Blog hat mittlerweile stabil mehr Traffic als unsere Webseite. In Zahlen sind das in den zurückliegenden drei Quartalen etwa 4.000 bis 5.000 Visits pro Quartal.

Während Interessenten in der Suchmaschine meist direkt nach dem Namen unserer Firma suchen und die Webseite finden, kommen sie auf den Blog eher über thematische Suchbegriffe aus unserer Fachwelt (Targeting, Real Time Advertising, Performance Marketing, Social Advertising uvm.). Das war so beabsichtigt und funktioniert gut. Auch der Videoblog hat in der Fachcommunity mittlerweile durchaus Kultstatus.

Außerdem lesen Klartext etliche Fachjournalisten unserer Branche, die sich gelegentlich von den Artikeln inspirieren lassen. Das mündet dann in Interview- oder Statement-Anfragen an das mediascale-Management oder geht sogar so weit, dass Passagen aus Blogartikeln (ohne vorherige Anfrage) zitiert werden. Auch Kunden und Marktpartner lesen mit, wie wir immer wieder durch persönliches Feedback erfahren.

Einer unserer Blogautoren, mein geschätzter Kollege und mediascale Geschäftsführer Dominik Frings, schwingt so eine spitze Feder, dass er mittlerweile nicht nur eine eigene Rubrik im Blog hat („Findet Frings“), sondern auch vom Fachmedium LEAD Digital zum Digital Leader und festen Kolumnisten ernannt wurde.

Außerdem sind wir gelegentlich mit ausgewählten Beiträgen von Klartext im Corporate Blog unseres Mutterhauses Serviceplan präsent.

Wenn es einen Bereich gibt, wo sich unsere Erwartungen nicht erfüllt haben, dann ist das die Interaktion. Direktes Feedback, in Form von Kommentaren unter den Artikeln, bekommen wir leider viel zu selten – mal abgesehen von den tausenden Link-SPAM-Kommentaren.

Alles in allem ist unser Klartext-Blog aber keine schlechte Ausbeute für ein Content Marketing-Projekt, wie wir finden. Falls Sie anderer Ansicht sind, dann wäre jetzt der ideale Zeitpunkt, uns das zu sagen. Nur los, wir würden uns auf Ihre Meinung freuen.

Ihre Klartext-Blogger

P.S. Dies ist auch ein Beitrag für die Blogparade “Content-Marketing und Corporate Blogs 2015″ #cmcb15

Nachdem das vergangene Jahr in den üblichen pre-weihnachtlichen Turbulenzen durchaus hektisch zu Ende ging, ist es nun an der Zeit sich geordnete Gedanken über die nähere Zukunft zu machen, wobei natürlich auch hier gilt, dass Prognosen welche die Zukunft betreffen immer die schwierigsten sind.

Vor einem Jahr wäre eine Voraussage á la „die IS-Miliz erobert die arabische Halbinsel“, „der BVB informiert sich über Aalen und Sandhausen“ oder „Deutschland haut Brasilien 7:1 aus der Hütte“ wohl eher belächelt worden. Andererseits hätte eine gezielte Wette auf eines dieser Ereignisse unter Umständen den vorzeitigen Ruhestand sichern können… nun ja, Lotto (gerne auch Eurojackpot) wäre wohl eine sicherere Alternative. Aber sei’s drum, ich stelle jetzt einfach mal ein paar Thesen auf und werde dann am Ende des Jahres meine eigene Unfähigkeit einräumen müssen. Ich werde es zudem gleich mit bizarreren Prophezeihungen probieren, weil ansonsten jeder sagen würde: ja dieses und jenes war ja nun wirklich vorhersehbar!

1. Facebook hält für ein Jahr seine Werbeformen konstant, kündigt das auch noch vorher an.

2. Twitter startet in Deutschland so richtig durch und beglückt die Werbewirtschaft mit schon fast beängstigend pragmatischen und guten Kundenlösungen und einem Nutzerzuwachs von 100%.

3. Die Gilde der Taxifahrer läuft komplett zu Uber über. Uber wiederum kauft Groupon und verkauft während der Fahrten Heizdecken an wehrlose Gäste.

4. Die Weltraumfahrt erlebt einen neuerlichen Boom, weswegen die NASA verstärkt Mitarbeiter von RTA-Plattformen abwirbt, da algorhithmisches Denken im luftleeren Raum eines der Kernkompetenzen darstellt, um am Jupiter bestehen zu können.

5. Apropos RTA: Die AfD steigt nach dem Gold- nun auch in den Medienhandel ein und verkauft über die eigenen Plattformen Greencards an ausreisewillige Migranten erster und zweiter Generation sowie alte AOL-CDs.

6. Google startet mit „Deep Water“ ein eigenes Erkundungsprogramm der Tiefsee und baut autonome Mini-U-Boote für den privaten Gebrauch. Yahoo und Microsoft ziehen unmittelbar nach, scheitern aber aufgrund fehlender Konnektivität und User-Akzeptanz.

7. Die ersten brauchbaren flächendeckenden Angebote im Bereich Native Advertising überraschen Laien wie Fachmänner (bzw. – frauen) gleichermaßen, werden aber leider nicht mehr wahrgenommen, da das Zauberwort der Stunde „Dynamic Teletexting“ lautet und die gute alte Brieftaube von Bottrop ausgehend ihren Siegeszug um die Welt antritt.

Ich denke, dass sollte für den Jahresauftakt reichen und ich blicke gespannt auf die Realisierung meiner Vorhersagen. Das es unbenommen auch ohne deren Erfüllung spannend wird, kann ich Ihnen aber tatsächlich versprechen. Denn die stetig wachsende Zahl von Endgeräten, zunehmende Komplexität – aber auch Orientierung – im Datendschungel und die ein oder andere Innovation und Konzentration im Markt versprechen genug Abwechslung für jedermann. Und ehe man sich versieht,  steht dann schon 2016 vor Tür. Versprochen!

1.    Welcome to the Club, Dominik! Unser „neuer“ GF – Kollege seit 1.7. – Wolfgangs und meine Schulter fühlen sich leichter an, dankeschön! #RedlichVerdient

2.    Welcome Elia, Leon und Johanna – endlich kümmern wir uns auch um die Rentenlücke – bald gehören auch wir zur Empfängergeneration…. #Rentemit60

3.    RTA – 2014: DSPSSPDMP aller Orten – Fraud auch! #VersprechenIstGutKontrolleBesser

4.    BigData – 2014: vom Buzz zur Realität: ein schöner Stoff macht noch kein Kleid! #SteinigerWeg

5.    dmexco – 2014: Zimmer für 2015 hat man am besten schon am 14.9.2014 gebucht! #WeitsichtFreutDieKostenstelle

6.    NMA – 2014: Bauerfeind vs. AgenturGF = Klitschko vs. Wiese: Selten so amüsiert! #GehNurAufDieBühneWennDuWeisstWoraufDuDichEinlässt

7.    Die Optimierungswaffe unseres SEA Teams 2014: Gefunden von unserem CTO #SchlussMitDemWerbemüll
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8.    Der öffentlicher Online-Media-Battle 2014: Dominik Frings vs. Thomas Koch #BartIstNichtGleichBrain

9.    UTB 2014: Ein seltener Sommertag – ansonsten ein absolut arbeitgeberfreundlicher Sommer – Biergarten fiel mehrheitlich aus #SommerInDerStadt

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10.    Das wichtigste Excelfile 2014: Paninitauschbörse #WirSindWeltmeister #PaninialbumVoll

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11.   Auch dieses Jahr grosse Feste mit guten Gesprächen! #AstraKoppKippe

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12.    Ich bin froh, dass wir durch sind: viele Kampagnen, neue und alte Themen, neue Kunden, neue Kollegen, neue Strukturen – uns wurde nicht langweilig. #Workload

13.    Dafür ein GROSSES Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen – schee war’s! #Respekt

14.    @all: #FroheWeihnachten #GutenRutsch #Ab7JanWiederda #IchBinRaus

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8.50 Uhr. Kaffeebar. Erst mal einen Espresso, bevor ich vor zum Cookie weiche. „Den ‚KPI-rinha‘ kannst du stornieren!“, ruf ich noch im Rausgehen zum Barista.

Im Büro angekommen. Die Kollegin grüßt: „Yahoo!

Senior Planer betritt das Büro. Er hat Kampagnenprobleme. „Sag mal, wie oft muss man das wiederholen oder cappst du das nicht?“, flüstere ich etwas zu laut.

Scheinbar streikt seine Reminderfunktion. „Schreibs in deinen Blog“, sag ich und flüchte wieder in die Kaffeebar.

Kaffeebar. Ich bestelle zwei Cookies. Der Barista gibt mir einen. Der Admanager geht leer aus.– Klassische Zählabweichung.

Technikschulung. Meine Sichtbarkeitsrate sinkt von Minute zu Minute, meine Use Time ist aufgebraucht.  – „Interessant“, denk ich so, „der Schlaf will nicht kommen und das, obwohl ich schon seit ein paar Minuten Pixel zähl.“

Lerneffekt jetzt natürlich gleich null. Zum Glück treff ich kurz darauf in der Teeküche auf die Pedia Wiki, die weiß eigentlich immer Bscheid.

Mittag. Der Springer Axel meldet sich wie immer pünktlich. Ich bin allerdings schon mit Ströer zu Tisch, es gibt ToFo.

Nach’m Mittag. Franz Researcher braucht Nachrichtenumfelder. „Arrrg Offf“, ärgere ich mich.

„Ich befrage mal die Glaskugel.“

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das größte Newsportal im Land?“

Passt gut ins Bild.de.

Kaffeepause. Googlehupf. Lecker.de

„Kampagne ist schon optimiert!“, schreit der Data Scientist über den Gang. „SSP“, sag ich mit dem Finger vor dem Mund. „Wir gehen in dein Zimmer, bevor ich dich hier so im Floor preise.“ Der muss sich aber auch immer profilieren, denk ich mir so beim Rausgehen.

Endlich wieder im Büro. Es zieht. Windows zu und ab nach Hause.

Auf dem Heimweg schwimm ich einfach mal in-Stream und schau, dass ich so mid roll – bevor ich noch kurz zur post roll.

Sofa. Werbeblock während Matrix. „Wow, ein neues Bier“. „Was für eine Produktentwicklung!“, sprach ich, bevor ich mir einen Ansoff.

Heute möchten wir Ihnen gerne eine neue Serie in unserem Blog vorstellen. Und zwar die Speaker’s Corner! Hier steht allerdings niemand auf einer Leiter im Park und ruft dem Publikum lauthals seine Meinung entgegen. Trotzdem sind diese Stimmen für uns sehr wichtig, denn sie kommen von ehemaligen Arbeitskollegen der mediascale. Wir wollen wissen, wie sehr sie das Agenturleben vermissen, wo sie jetzt sind und was sie für spannende Geschichten aus dem neuen Arbeitsalltag für uns haben. Als Auftakt gibt es keine bessere Person als Thomas Münzer, ehemaliges Gründungsmitglied der mediascale.

Also bitte – Vorhang auf!

Thomas Münzer
Thomas Münzer

Thomas, du warst Gründungsmitglied der mediascale – wie ist deine Karriere nach Deiner Zeit bei mediascale weitergegangen?

Nach fünf Jahren mediascale dachte ich, es wäre mal an der Zeit meinen beruflichen Horizont zu erweitern und die heimelige Nestwärme der Serviceplan Gruppe zu verlassen. Ich kannte bis dato ja noch nichts anderes, da ich direkt nach dem Studium bei der Plan.Net media als Praktikant anfing. Die gute alte Zeit, als .gif- Fullsizebanner noch State of the Art waren und Kunden noch 40 Euro TKP auf Lieschen-Müllers-lustige-Häkelseite zahlten ohne gleich ins klinische Koma zu fallen.

Meine nächste Station war die Stelle als Head of Publisher Service bei TradeDoubler, einem internationalen Affiliate Netzwerk. Dort war ich für die Betreuung der Publisher verantwortlich. Obwohl ich für meine Verhältnisse mit 2,5 Jahren dort nicht all zulange blieb, bekam ich dort einen beeindruckenden Einblick in Welt des Performance Marketings und die faszinierende Kreativität von CPO Publishern und -Netzwerke, um Sales oder Leads für die Werbekunden zu generieren.

Mit dem Rüstzeug von zwei Jahren Plan.Net, fünf Jahre mediascale Mediaeinkauf und 2,5 Jahre TradeDoubler bot sich mir die Gelegenheit, mich mit einer eigenen Firma selbständig zu machen.

Und was machst Du aktuell? Was genau ist Dein Aufgabenfeld?

Ich bin seit 2009 Managing Partner (das klingt einfach cooler als teilhabender Geschäftsführer) bei Con4 Media. Unsere Schwerpunkte sind die Schaltung, Tracking und Optimierung von Online Kampagnen auf vordefinierte KPI Vorgaben auf allen erdenklichen Online Kanälen. Um die hierfür nötige Nettoreichweite zu erreichen greifen wir auf einen Pool von Demand Side Plattformen und ein Netz an eigenen Webseiten zu. Ich verantworte bei Con4 Media den Mediaeinkauf und die Buchhaltung und ab und zu erkläre ich unseren Kunden und Neukunden die große und spannende Online Welt.

Was sind für Dich die Kriterien für eine erfolgreiche und verkaufsorientierte Online-Kampagne?

Um eine Online-Kampagne erfolgreich zu schalten sind eine Reihe von Kriterien nötig, die am besten vor Kampagnenstart mit allen beteiligten Parteien abgeklärt sein sollten.

Advertiser: ein breites Set an Werbemittel, um die ideale Kundenansprache zu finden, eine salesorientierte Landingpage, einen einfachen Kaufprozess und natürlich ein spannendes Produkt, das Kunden interessiert.

Agentur: ein funktionsfähiges Tracking, schnelle und kurze Prozesse, wenn es während des Flights zu Komplikationen kommen sollte, eine ehrliche und offene Kommunikation zu den Publishern, die die Werbung platzieren. Möglichkeit, den Publisher mittels Piggyback Sales mittracken zu lassen. Ständige Qualitätskontrolle des Traffics.

Netzwerk/Publisher: Auswahl an themenrelevanten Platzierungen, Einsatz aller Werbemittel, Sorge um Qualität des Traffics. Ständige Optimierung der Kampagne innerhalb des Netzwerks mittels eignem Tracking.

Aber solch eine Kampagne existiert wahrscheinlich nur in einer idealen Welt, wo es ewigen Weltfrieden und jeden Tag Sonnenschein gibt. Aber irgendetwas muss ja immer sein, sonst wäre unser Business doch langweilig, oder nicht?

Was liegt Deinem Unternehmen zum Thema Performance am meisten am Herzen?

Die Zufriedenheit unserer Kunden. Also, bekommt er valide Sales in gewünschter Menge zum gewünschten Preis.

Und: es gibt noch immer und zu viele (ich nenne sie gerne euphemisch) „Marktbegleiter“, die mit Tricksereien und mittels fragwürdigen Trafficquellen einen schnellen Euro machen und somit ein ganzes Marktsegment unter Generalverdacht stellt. Als betroffenes Unternehmen bleibt uns nur immer wieder aufs Neue unsere Kunden aufzuklären und durch Transparenz und unsere tägliche Arbeit neu zu beweisen, dass nicht jeder Performance Dienstleister automatisch den Gencode eines Trickbetrügers in sich trägt.

Was war für Dich die größte Umstellung von Agentur zu Unternehmens- / Vermarkterseite zu wechseln?

Ganz ehrlich? Der pünktliche Feierabend um 18 Uhr und die augenfreundlicheren Zahlen auf der Gehaltsabrechnung. Aber keine Sorge, ich habe mich schnell daran gewöhnt. :)

Was vermisst Du aus dem Agenturleben?

Eigentlich die vielen guten Leute, den Wissenspool, den sie haben und  die vielen unterschiedlichen Kunden aus den unterschiedlichsten Themengebieten. Außerdem ist man irgendwie immer am Puls der Zeit. Langweilig ist es mir nie geworden. Heute muss ich mir die Infos aus dem Markt mittels Newsletter, Abendveranstaltungen und vielen Businesslunches holen. Letzteres hat bereits bleibende Spuren um meine Hüfte hinterlassen.

Was ist rückwirkend betrachtet das Wichtigste, das Du bei mediascale gelernt hast?

Bei mediascale habe ich das ganze Rüstzeug meiner späteren Vita gelernt. Wie mit Vermarktern umgehen und wann ihnen auf die Finger klopfen wenn’s sein muss. Rechnungswesen, AdServing und Tracking für Fortgeschrittene und sich von Praktikanten mit Starallüren nicht nervös machen lassen.

Außerdem habe ich nie wieder so eine talentierte Salesgranate wie Wolfgang Bscheid kennen gelernt und ich bereue es, mir nicht mehr von ihm abgeschaut zu haben. Ich hätte echt vom Besten lernen können. Also Wolfgang, solltest Du jemals keine Lust mehr auf mediascale haben, rufe mich einfach an. Den Job als Sub-Managing Partner halte ich Dir frei.

Was schätzt Du am meisten an Deinem neuen Arbeitsplatz? Was macht Dir am meisten Spaß im Büro?

Am meisten schätze ich die Dusche, die wir hier haben. Verglichen zu meiner zu Hause ist das ein Wellnesstempel und ich kann morgens ins Büro joggen und dann frisch geduscht mein Tagwerk angehen.

Am meisten Spaß macht mir meine übergroße Lego-Yoda Uhr, die rechts neben meinem Telefon steht. Wenn man Yoda auf den Kopf drückt, leuchtet die Uhrzeit auf. Meine Frau hat ihn mir geschenkt, nachdem sie meinte, Bonsaibäumchen, die sonst mein Schreibtisch zierten, brauche sie ja keine mehr zu kaufen, die gingen bei mir eh alle ein. Ich drücke Yoda mehrmals täglich auf seine Glatze, damit er mir Glück bringe. Und ich habe das Gefühl, es wirkt, die Macht ist seither mit mir und der Laden läuft. Es soll ja Menschen geben, die noch immer einem adipösen Buddha den Bauch streicheln, in der Hoffnung, es habe eine positive Wirkung für was auch immer. Als bekennender Onliner bin ich da mal wieder meiner Zeit voraus.

Wenn Du – für egal wen – eine (Social) Kampagne schalten könntest, wen würdest Du wählen und wie sieht die Kampagne aus?

Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt eine entsprechende Organisation gibt, für die ich dieses Produkt bewerben könnte, aber es wäre bestimmt eine Anti-Internet NGO. Ich habe mir schon ein paar Mal gedacht oder gewünscht, warum gibt es keine „back to offline“ Buttons. Meine Idee wäre, man klickt, sagen wir mal auf einen Bigsizebanner, auf dem steht „Deine Zeit ist abgelaufen“ oder so ähnlich. Anstatt einfach auf die nächste Seite weiter zu linken, scheint der Banner die komplette Website inkl. Browserrahmen wie einen Schleier, der in eine Truhe gezogen wird, aufzusaugen (Apple Jünger kennen dieses Phänomen als Jeannie-Effekt). Und hinter dem Webseiten Schleier erscheint dann eine traumhafte Landschaft mit Bergen oder Meer, dazu etwas Vogelgezwitscher oder Meeresrauschen und ein ganz normaler Mensch läuft in die Bildschirmmitte und erklärt, dass der User schon lange genug vor dem Monitor gesessen hat und die echte Welt nicht das Internet ist, sondern vor der eigenen Haustüre liegt und viel spannender ist als virtuelle Leben.  Auf so etwas kommt man, wenn man wie ich zu viel und zu lange in den Monitor glotzt.

Was Du uns schon immer mal sagen wolltest:

KEEP CALM AND MIND BAD COOKIES

Sie haben es vielleicht schon mitgekriegt: mediascale feiert diesen Sommer 10-jähriges Jubiläum. Dazu haben wir unsere jährliche Sommerparty aufgepimpt und vergangenen Freitag (3. August) prunkvoll an der Flosslände gefeiert. Leser unseres kleinen Blogs wissen, dass wir uns nur ungern selbst beweihräuchern. Das haben wir diesmal den Gästen unserer Geburtstagsparty überlassen. Was wünschen Sie uns zum Geburtstag? Was ist das Besondere an mediascale? Und ganz wichtig: Was würden Sie ohne mediascale machen? Das Ergebnis lässt uns schmunzeln ;-). Und macht uns doch auch ein kleines bisschen stolz.

Wir versprechen: Es wird nicht dazu kommen, dass unsere Kunden weinen müssen. Wir werden auch in den nächsten zehn Jahren fleißig Kampagnen buchen und die Performance steigern. Auf eine weitere sensationelle Zusammenarbeit mit Ihnen/Euch allen. Und Tobi, das mit der zweiten Kaffemaschine diskutieren wir noch…

Auch wenn das Jahr schon ein paar Tage hinter sich hat, hier ein kurzer Rück- und Ausblick in eigener Sache: Auch 2011 ist mediascale wieder deutlich gewachsen und konnte zudem zum ersten Mal seit Bestehen physisches Neuland betreten.

Grund für das Wachstum ist maßgeblich NE.R.O., ein Tool, das mit dem Kaiser Nero bis auf den Namen wenig zu tun hat:  dahinter („Netto-Reichweite-Online“) verbirgt sich ein vermarkterübergreifendes Planungs- und Taregtingtool, mit dem wir online Marken erfolgreich aufbauen und ihre Verkäufe steigern. 2011 hat mediascale gut 35 Prozent aller Kampagnen mit NE.R.O geplant und ausgeliefert. Diese Targetingkompetenz schlug sich positiv nieder: Unser Gross Income stieg auf 5,6 Mio. € (2010: 4,8 Mio. €) , das Billingvolumen sogar auf 72 Mio. € (nach 59 Mio. € im Vorjahr). Doch nicht nur mit Wachstum beim Targeting, sondern auch mit neuen Kunden, wie bspw. die Gothaer Versicherungen oder DieDruckerei.de, konnten wir  ein hervorragendes 2011 abschliessen.

Was uns daneben besonders freut ist, dass wir uns 2011 auch physisch ausgebreitet und unsere Zelte in einer Stadt aufgeschlagen haben, die ebenfalls lange einen Kaiser beherbergte, in Wien. Seit Herbst sitzen wir gemeinsam mit den Kollegen von Plan.Net und Mediaplus am Türkenschanzenpark und betreuen nun unseren Kunden Tele2 zu seiner grossen Freude direkt vor Ort. Darüber hinaus ist diese Expansion auch Basis für die Expansion von NE.R.O. in den österreichischen Markt, worauf wir uns sehr freuen.

Und was erwartet uns sonst noch in 2012?
Wir wollen in diesem Jahr gut 1000 Kampagnen (oder rund 40 Prozent all unserer Online-Werbemaßnahmen) mit Targeting entwickeln und ausspielen. Dabei werden wir unsere Systeme künftig nicht nur zur Vertriebsunterstützung, sondern stärker auch für die Image- und Markenkommunikation einsetzen. Konsumrelevante Kriterien wie Kaufentscheidungsphasen, Interessen und Einstellungen des Nutzers rücken hierbei in den Vordergrund.

Darüber hinaus glauben wir an das Potential inhaltlich und kreativ besser aufgebauter Targeting-Kampagnen: heute werden nur rund fünf Prozent aller Targeting-Kampagnen dynamisch und damit individuell und inhaltlich auf den einzelnen Nutzer abgestimmt ausgeliefert. Bei dieser so genannten dynamischen Kreation von Werbemitteln kombiniert das System die Profilinformationen der User mit dem jeweils passenden Motiv, Text, Produkt oder Preis. So können wir Werbewirkung und Effizienz der Kampagnen noch einmal entscheidend steigern.

Ansporn genug  – wir freuen uns die kommenden Monate!

 

Wem gehört dieses Auge?
Wem gehört dieses Auge?

Liebe Leser,

wir sind Ihnen noch die Auflösung unseres Gewinnspiels vom 20. Mai schuldig. Bei unserem internen „Event der Sinne“ mussten wir verschiedene Aufgaben lösen. Wir haben gurgelnd gesungen, das Gewicht von Melonen geschätzt und waghalsige Manöver auf Holzskiern überlebt. Besonders schwierig war es jedoch, unsere Kollegen nur anhand eines kleinen Bildausschnittes zu erkennen. Weil wir uns so schwer damit taten, haben wir Ihnen die gleiche Aufgabe gestellt.

Na, haben Sie das Auge erkannt? So kann doch nur einer gucken…

Richtig, das Auge gehört unserem Geschäftsführer Wolfgang Bescheid. Stephanie König von Telefónica sowie  Sebastian Truss und Tina Mendzigall von Mediaplus wussten die richtige Lösung. Als Preis konnten sie zwischen einer Flasche Schampus, Wein oder edlem Schnaps wählen. Alle drei haben sich einstimmig für den Schampus entschieden – und den haben sie auch schon freudestrahlend entgegen genommen. Wir gratulieren herzlich!

Sie gehören nicht zu den Gewinnern? Nicht enttäuscht sein! Schauen Sie einfach regelmäßig hier im Blog vorbei. Es bietet sich bestimmt bald wieder die Gelegenheit für ein kniffliges Rätsel… und damit die Chance auf einen tollen Gewinn!

 

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