Media Praxis

Mit seiner aktuellen Version blockiert Firefox standardmäßig Tracking-Cookies. Diese Entwicklung kam tatsächlich alles andere als unerwartet, da die Mozilla Foundation Ähnliches in den vergangenen Jahren mehrfach angekündigt, dann aber nicht umgesetzt hatte. In seiner Grundeinstellung erlaubt Firefox jetzt den meisten Trackingsystemen und Adservern nicht mehr, Cookies zu setzen. Wobei die Auswahl der betroffenen Tracker willkürlich erscheint. Das bedeutet aber keineswegs, dass Werbebanner dem Nutzer nicht mehr angezeigt werden. Das Cookie-Blocking führt aber zu Einschränkungen bei der Frequenzsteuerung und Leistungsmessung von Kampagnen und macht bei den entsprechenden Nutzern ein auf Third-Party-Cookies beruhendes Profiltargeting unmöglich.

In unserer Wahrnehmung ist das Update bei den meisten Firefox-Nutzern schon installiert, denn es wird ohne Nachfrage aufgespielt. Wir erleben in der Folge deutlich messbare Rückgänge in den Cookie-Populationen, ohne dass allerdings Kampagnenreichweiten einschneidend betroffen wären. Bei der Leistungsmessung von Kampagnen gewichten wir diesen Rückgang entsprechend, um weiterhin eine saubere Bewertung vornehmen zu können.

Wir sehen die Herausforderungen deshalb weniger in der aktuellen Situation, als in der Zukunft. Auch Google hat Änderungen bei seinem sehr reichweitenstarken Browser Chrome angekündigt – wie diese aussehen werden, bleibt aber noch ein Geheimnis. Und Safari und Firefox als Browser, die Cookies bereits stark einschränken, machen dies völlig nach eigenem Ermessen und ignorieren dabei die Consent-Abgabe des Users auf einer Webseite ebenso wie das standardisierte Signalwerk des European Transparency and Consent Framework (TCF). Was wir im Moment erleben, ist ein Wettrüsten der Systeme. Benötigen würden wir aber eine kooperative Lösung für den Gesamtmarkt, die es dem Nutzer erlaubt, differenziert seine Einstellung zur Datenverarbeitung zum Ausdruck zu bringen.

Der deutsche Markt auf neuen Wegen

Für unseren Markt ist das geänderte Verhalten von Firefox von erhöhter Bedeutung, da der Browser mit knapp 15 Prozent einen relevanten Marktanteil besitzt, während er in anderen Märkten eher in der Nische angesiedelt ist. Für einen zunehmenden Verlust von Third-Party-Cookies gibt es aus unserer Sicht nicht den einen heilsbringenden Lösungsansatz. Vielmehr ist hier ein ganzes Bündel von Maßnahmen relevant, die das ersetzen oder gar verbessern können, was Cookies heute noch für unsere Industrie leisten.

Das reicht von First-Party-Cookies über cookielose, aber trotzdem natürlich datenschutzgerechte Tracking-Verfahren über den dringend notwendigen Ausbau von loginbasierten Identifier-Lösungen bis hin zu nicht auf Profilen beruhenden Targeting-Verfahren. Lösungen muss es dabei sowohl auf nationaler, wichtiger aber noch auf europäischer Ebene geben.

Eine optimale Lösung sollte den gesamten Markt umfassen. Dabei darf sie weder den User im Unwissen lassen noch bevormunden, sondern muss ihm die informierte Kontrolle über Werbung und Content ermöglichen.

 

(Die w&v nimmt in folgendem Artikel ebenfalls Bezug auf Tobias Statement.) 

Hin und wieder hat ein Kunde Werbefilme, welche eine Länge von über 30 Sekunden haben. Die naheliegendste Lösung ist sicherlich das seeden auf Youtube und Facebook. Bei beiden Anbietern erhält man viel Reichweite und erzielt einen günstigen CPV. Doch speziell bei YouTube besteht immer die Gefahr, dass die Kampagne (nicht brand safe) in markenschädigenden Umfeldern ausgespielt wird und durch ein möglicherweise darauffolgendes negatives Presseecho, das Kampagnenziel komplett verfehlt wird. Um dem vorzubeugen, sollte man die Platzierung nach Möglichkeit mit einer Whitelist ausspielen. Dadurch verringert sich zwar die Reichweite und der CPV steigt, aber die Kampagne läuft in ruhigen Fahrwassern. Nichtsdestotrotz dürfte der erreichte Preis nach wie vor unter anderen Maßnahmen liegen.

Alles schön und gut, doch wie kann man auch die Nutzer erreichen, die sich nicht auf Youtube oder Facebook aufhalten? Wie kann ich diese mit längeren Videos ansprechen und dennoch einen günstigen CPV erreichen? Wie kann ich auch auf News- oder anderen Publishern laufen? Oder allgemein: Was kann man dem Kunden hier anbieten?

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir beispielsweise, bieten unseren Kunden  zusätzlich eine Inhouse-Platzierung an, bei der wir ihm Brand Safety und vollkommene Transparenz garantieren können. Preislich gestaltet es sich zwar ein paar Cent teurer als Youtube oder Facebook, doch dadurch können wir die Reichweite erhöhen und ihm die Möglichkeit anbieten, weitere Kanäle zu belegen. Außerdem ist es möglich Personen gezielt anzusprechen, die auf spezifischen News-, Sport-, Koch- oder anderen Seiten surfen, deren Content sich mit dem Inhalt des Videos ergänzt.

Falls gewünscht, kann zusätzlich ein Player erstellt werden, wodurch der User die Möglichkeit hat, das Video in den sozialen Netzwerken zu teilen. So entsteht ein komplettes Paket, in dem man auch mit längeren Videos, die gewünschte Zielgruppe komplett ansprechen kann.

 

Um die Analogie meines Kollegen Florian aus dem PRE-DMEXCO Artikel aufzugreifen: Die Parallelen zwischen Almabtrieb und DMEXCO kann durchaus als valider Vergleich herangezogen werden.

Wie jedes Jahr begann der Tag für uns Münchener bereits um 04:00 morgens, um den ersten Flieger nach Köln zu nehmen. Bereits hier entschied sich, wie angenehm man sich den Tag gestalten will: nämlich mit dem richtigen Schuhwerk. 15.417 Schritte habe ich insgesamt zurückgelegt, was einer Distanz von 11 km entspricht –ein stolzer Wert wie ich finde, der nur in bequemen Business Casual Schuhen blasenfrei zurückgelegt werden kann. Spätestens als mein Handy bereits um 09:00 Uhr morgens stolz verkündete, dass mein Tagesschrittziel erreicht wurde, wusste ich, dass noch ein sehr langer Tag mit Menschenmassen und kilometerlangen Gängen vor mir stand.

Das diesjährige Motto der DMEXO war „Trust in you“ – also ein Loblied auf die eigenen Fähigkeiten, die in unserer zunehmend fragmentierten Vermarkter- und Agenturwelt schnell einmal untergehen können. Der Name schien auf jeden Fall Programm zu sein, wenn man die gigantischen Messestände mit den verschiedensten Cases, Expertenrunden und Infoflyern besuchte. Jeder hatte DIE Lösung für DAS Problem (um abermals meinen Kollegen Florian zu zitieren).

Ich selbst konnte zwischen den Terminen an zwei interessanten Seminaren teilnehmen (Tipp: Frühzeitig da sein!). Ein zentrales Takeaway hat mich als Vertreter einer ehemalig reinen Digital-Agentur sehr gefreut: Aus einer Umfrage von führenden Marketingvertretern ging hervor, dass die generelle Digitalkompetenz zunehmend wichtiger wird, als die einfache Gattungskompetenz. Das soll bedeuten, dass die zunehmende Digitalisierung (v.a. Programmatischer Einkauf) der klassischen Kanäle (ATV, DOOH, Webradio etc.) nicht ohne digitale Kompetenzen geleistet werden kann. Somit haben wir bei der mediascale als 360° planende Agentur mit digitalem Background wohl alles richtig gemacht 😊.

Neben den unzähligen Möglichkeiten sich in der digitalen Marketingwelt weiterzubilden hatten auch wir in der World of Agencies ein umfangreiches Angebot an Schulungen und Präsentationen. Unter anderem haben unsere Geschäftsführer Wolfgang Bscheid und Julian Simons interessante Vorträge zum Thema Native Audio und „Raise your brands voice“ gehalten.

Nach vollgepackten 8 Stunden mit vielen bekannten Gesichtern, interessanten Gesprächen und mehr oder minder sinnvollen Give-Aways, die den Weg in die Messetüte gefunden haben, ging der Tag für mich dann zu Ende. Um ehrlich zu sein wahr ich auch froh, wieder im Flieger nach Hause zu sitzen und die lärmende Messewelt hinter mir zu lassen. Obwohl so ein Messetag sehr anstrengend ist, freue ich mich wieder sehr auf nächstes Jahr!

Der 11.09. ist seit jeher in meinem Heimatdorf im Allgäu der Tag des Viehscheids, auch bekannt als Almabtrieb. Die Kuhherden werden ins Tal getrieben, wo es dann zum feierlichen Anlass einen Krämermarkt und ein großes Bierzelt gibt. Für jeden Einwohner und auch viele Touristen ist es das Highlight des Jahres.

Nun fragen Sie sich, was hat das mit der DMEXCO zu tun!?

Das will ich Ihnen sagen: Wenn man sich die Events anschaut, kann man gewisse Ähnlichkeiten entdecken. Für die DMEXCO werden auch Herden von Menschen nach Köln getrieben. Es geht hier ebenfalls um eine Kuh, nämlich die goldene – digital, online, zukunftsorientiert!

Ähnlich wie beim Verladen der „normalen“ Kuh wird nachgeholfen, sollte diese noch unschlüssig sein. Statt warmer Worte und schnödem Schieben, sind es bei der DMEXCO ausladende Messestände, aufgebrezelte Mitarbeiter(-innen) des Unternehmens und – quasi das Kraftfutter der Branche – Statistiken und Best Cases, die einen überzeugen sollen.

Auch der Krämermarkt ist auf der DMEXCO zu finden, doch wird einem hier statt Gemüsehobeln und Kittelschürzen die EINE Lösung für DAS Problem angeboten. Manche davon sind zwar deutlich komplexer, aber dennoch genauso nützlich wie der besagte Gemüsehobel.

Hier sind wir als Mediascale gegenüber unseren Kunden wie mancher Familienvater, der zu seinen Schützlingen sagt: „Hast du schon, brauchst du nicht, ist zu teuer“. Dennoch gibt es natürlich wie jedes Jahr Ausnahmen, die durchaus zukunftweisende Impulse aufzeigen.

Und dann gibt es bei beiden Veranstaltungen noch diejenigen, die wegen der Geselligkeit kommen. Nur sind es auf der DMEXCO statt Bier und fröhlichem Schunkeln die hippen Standpartys, auf denen man netzwerkt. Statt auf der Bank zu tanzen, kommt spätestens bei diesen Gelegenheiten die wahre Seite des Gegenübers auf den Tisch!

Und wie es sich gehört, bringen wir für alle, die nicht selbst dort sein können, etwas mit. Statt der Autopolitur sind es mehr die Möglichkeiten die künftigen Digital-Strategien aufzupolieren, sodass die nächsten Kampagnen glänzen wie frisch poliert. Falls Sie jedoch der erwähnte Gemüsehobel mehr interessiert, bitten wir um kurze Info 😉!

Florian Finkel

Wir alle sind Multitasker. Neben dem Abwasch einen Podcast hören? Unbedingt! Beim Wäscheaufhängen über Headset mit der Oma telefonieren? Super Idee! Während dem Tatort auf Instagram surfen? Fast jeder wird bestätigen, dass dies absolut machbar ist. Beides mit einem Auge bzw. einem Ohr. Und spätestens da wird das Mediakonsumverhalten der heutigen Zeit zur großen Herausforderung für die Werbungtreibenden.

Vor Kurzem haben wir bereits einen Blick auf den „Homo Distractus“ und seine vermeintlich reduzierte oder vielmehr ständig geteilte Aufmerksamkeit geworfen. Die Parallelnutzung unterschiedlichster Devices nimmt ständig zu. Die Kontaktfrequenz mit Werbebotschaften aller Art steigt ständig an. Das macht es für Werbungtreibende immer schwieriger noch hervorzustechen, geschweige denn, sich im Kopf der Kunden zu verankern.

Mit der einen, perfekten Lösung können wir nicht dienen. Doch gibt es verschiedene Hebel, die für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Womit also lassen sich wieder wirksamere und effizientere Marketingansätze ermöglichen?

Mit Relevanz

Relevant sein – im ersten Moment ein No-Brainer. Insbesondere Digitalkampagnen werden standardmäßig auf konkrete Zielgruppensegmente ausgesteuert. Die jungen Muttis kriegen Pflegeprodukte für Babys, Gaming-affine Nutzer bekommen Glücksspielangebote und wer sich über Hausmittel gegen Schnupfen informiert, bekommt Werbung für ein Nasenspray. So weit, so austauschbar.
Für den Nutzer sollte aber nicht nur der Inhalt der Botschaft relevant sein, sondern auch die Art der Übermittlung. Personalisierung ist hier das Stichwort. Was treibt den Rezipienten der Botschaft an? Welche Persönlichkeitsmerkmale machen ihn aus? In welchem Mindset befindet er sich? Die schiere Menge an digitalen Datenpunkten erlaubt nämlich noch so Einiges mehr, bspw. psychografisches Targeting.

Mit Kontext

Eine passend auf den Kontext abgestimmte Werbung macht Botschaften glaubhafter und aufmerksamkeitsstärker.
Im Online Bereich ist kontextuelles Targeting natürlich schon ein alter Hut, damit lässt sich nun wahrlich keiner mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Aber Werbebotschaften können auch situationsbedingt platziert und damit in Kontext gebracht werden. Finanzierungsangebote lassen sich rund um Neubaugebiete aussteuern. Sportwettenanbieter finden mehr Aufmerksamkeit, wenn Nutzer auf dem Weg ins Fußballstadion sind. Die Kunst dabei ist es, trotz kontextuell passender Kombinationen, mit der Botschaft überraschend zu bleiben.

Mit Aktualität

Aktualität verlangt Präzision. Präzision verlangt Daten. Über programmatische Schnittstellen lässt sich anlassbezogene Kommunikation bspw. auf Basis von Wetterdaten, Fußballergebnissen oder auch dem Weltgeschehen individualisieren und passend aussteuern. Die Herausforderung besteht darin, neben dem optimalen Zeitfenster, das richtige Device zu bespielen und den ausschlaggebenden Markencontent zu liefern. Damit schafft man es ins Relevant Set der Kunden. Wie das geht, zeigen wir in unserem Programmatic Creativity Case mit ODDSET.

Mit Involvement

Die vielfaltigen Ablenkungsmöglichkeiten, die durch die Parallelnutzung entstehen, resultieren in geringerer Aufmerksamkeit. Durch ein aktives Involvement der Kunden lässt sich diese aber wieder einfangen und verstärken.
Das ist wie früher an der Uni. Aus welchem Seminar ist mehr hängengeblieben? Bei der 500 Mann Frontalbeschallung oder der kleinen Gruppenarbeit?
Involvierende Medien fungieren hier als Türöffner, sie beziehen die Kunden mit ein und regen zum aktiven Mitmachen an. Dazu eignen sich interaktive Werbeformen wie das Panorama Ad oder neue, aktivierende Techniken wie Smart Speaker (siehe bspw. in unserem neuen Native Audio Ansatz).

Mit Inszenierung

Der Werbemarkt unterliegt inzwischen einem zunehmenden Innovationsdruck. Denn zielgerichtete und aufmerksamkeitsstarke Inszenierungen sorgen für höhere Werbewirkung und Wirkungsaspekte beim Kunden. Da braucht es überraschende Werbeformen und außergewöhnliche Kreation, wie bspw. in der BMW X2 Launch-Kampagne „Zeig Dich“, oder den Mut ganz neue Wege zu gehen und out of the box zu denken.

Gibt es noch weitere Hebel für Wege zu mehr Aufmerksamkeit? Sicherlich.
Gibt es die eine Lösung, die für alle funktioniert? Ganz sicher nicht.
Gibt es jemanden, der die passende Umsetzung findet? Ja. Wir :-)

Wer erinnert sich noch an die Zeit, als man Informationen zum Weltgeschehen morgens aus der Tageszeitung bekam? Als man über die Wochenendaktivitäten der Kollegen beim morgendlichen Treff in der Kaffeeküche mal mehr, mal weniger freiwillig upgedatet wurde? Als man seine Abendunterhaltung mit einem der drei öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme gestaltete? Dennoch hatte man das Gefühl, alles gehört und gelesen zu haben, was es an dem Tag Wissenswertes gab.

Diese Zeiten sind lange schon vorbei. Ehrlich gesagt entspringt dieses Szenario nicht einmal mehr meiner eigenen Erfahrung. Vielmehr stelle ich mir so die – zugegebenermaßen mit heutigen Maßstäben betrachtete sehr beschränkte – Informationsdichte und -breite in den Zeiten vor, als meine Eltern noch jung waren. Und doch hatte diese einen gewissen Charme. Nie stellte sich das Gefühl von FOMO (Fear Of Missing Out, also der Angst nicht auf dem Laufenden zu sein oder gar etwas zu verpassen) ein, wenn man mal ein Medium wegließ.

Früher fühlte man sich mit der morgendlichen Tageszeitung, dem Feierabend-TV-Programm oder auch dem Pendler-Radio ausreichend informiert. Heute gibt es eine Vielzahl an Apps und Endgeräten. Morgens auf dem Arbeitsweg in der Bahn noch schnell die aktuellen Nachrichten im Schnelldurchlauf querlesen, auf dem Heimweg einen Podcast anhören und abends auf dem Smart TV den Tatort vom Vorabend streamen ist selbstverständlich. Nebenbei informiert man sich in den Social Networks, welche Events am Wochenende in der Stadt stattfinden. Dabei wird man (un-)freiwillig Zeuge vom atemberaubend tollen Bali-Urlaub der Kollegin und chattet mit den Geschwistern zu anstehenden Geburtstagsgeschenken der Eltern. Kurzum, der Homo Distractus ist genau das: distracted. Also abgelenkt im Dauerzustand.

Die Anzahl der möglichen Touchpoints steigt. Die Vielfalt der digitalen Medienkanäle nimmt zu. Das Angebot wächst ständig. Unser Zeitbudget bleibt dabei leider gleich! Der Tag hat weiterhin nur 24 Stunden. Wie konsumiert man Nachrichten, hört Musik, lernt, liest und pflegt gleichzeitig soziale Kontakte ohne auf etwas verzichten zu müssen? Die Antwort ist: Komprimiert. Parallel. Effizient.

Durch die Multiplikation der Kommunikationskanäle steigt auch die Zahl der Werbebotschaften, mit denen sich der Mensch täglich konfrontiert sieht, rapide an. Bereits 2013 gingen Fachleute von 10.000 bis 13.000 Werbebotschaften aus, mit denen jeder von uns täglich bespielt wird (https://www.marketing-boerse.de/fachartikel/details/1338-Ueber-13000-Werbebotschaften-bombardieren-uns-taeglich-Was-bleibt/44276). Wie viel davon bei jedem Einzelnen noch hängen bleibt? Man möchte es sich als Werbetreibender wohl gar nicht vorstellen.

Was also kann man tun? Wie bekommen wir überhaupt noch Aufmerksamkeit für unsere Kampagnen, Marken und Produkte? Wie sticht man hervor aus der Masse des durchgehenden Dauerrauschens?

Die schlechte Nachricht vorneweg: Eine Zauberformel gibt es nicht. Es gibt jedoch Wege und Hebel, mit denen man die Aufmerksamkeit der Zielgruppen (wieder) gewinnen kann.

Welche Hebel das sein können und wie sie sich nutzen lassen? Dazu mehr in einem unserer nächsten Beiträge.

Bscheid Gsagt ist zurück! Und das in einem völlig neuen Design. Heute treffen zwei Welten aufeinander. Unser Thema: „Klassik digital denken“. Klassische Medien werden durch technische Innovationen immer digitaler. Schöne Beispiele wären der Out-of-Home-Bereich oder auch Digital-Radio. Das hat natürlich große Auswirkungen auf viele Bereiche unserer Arbeit wie beispielsweise die Zusammenarbeit mit Kunden oder der Prozess der Kampagnenplanung und -durchführung.

Mehr dazu gibt es in einer neuen Folge von „Bscheid Gsagt“!

Als Antriebsmotor des Online Marketings revolutioniert native Advertising derzeit die Branche. 2018 wurde mit Native Advertising bereits ein Umsatz von 48,2 Millionen Euro in Deutschland erzielt. Aufgrund der hohen Umsätze in 2018 belegte native Advertising Platz 15 bei den Bruttowerbeinvestitionen pro Format. Diese Zahlen belegen, dass Native Advertising bereits ein erfolgreich etabliertes Format im Marketing Mix darstellt. Ein Erfolgsfaktor von Native Advertising ist sicherlich, dass der Fokus auf dem Inhalt liegt und nicht auf der werblichen Botschaft selbst. Native Advertising setzt sich somit als Ziel, durch relevante Inhalte einen Mehrwert für den Nutzer zu schaffen und so positive Effekte auf die Marke erzielen zu können. Dies führt dazu, dass native Advertising im Vergleich zu anderen Werbeformen auf eine höhere Akzeptanz bei den Nutzern stößt.

Es gibt bereits verschiedene Umsetzungsformen von Native Advertising, sei es als gesponserter Artikel oder gesponsertes Video. Als Audioformat im Radio wurde native Advertising allerdings bisher kaum bis gar nicht umgesetzt. Dies ist vor allem dahingehend verwunderlich, da Radio mit einem Nutzerkreis von 93,8 Prozent in 2018 mit das beliebteste Medium in Deutschland ist. Radio bietet also die Möglichkeit, nahezu die gesamte Bevölkerung zu erreichen. Und obwohl die hohe Beliebtheit des Mediums Radio seit Jahren konstant ist, gibt es hinsichtlich innovativer Werbeformen bisher wenig Umsetzungsbeispiele. Noch dazu befindet sich Radio im digitalen Wandel. Die Modernisierung des Mediums sowie die konstante Beliebtheit von Radio in Deutschland geben Anlass dazu, native Advertising ebenfalls über das Medium Radio umzusetzen und anzubieten.

Native Advertising im Radio soll durch die Entwicklung von Native Audio möglich werden. Wir befassen uns daher gemeinsam mit der RMS mit der Umsetzung einer nativen Werbekampagne im Internetradio über Smart Speaker. Das native Audio Konzept gestaltet sich wie folgt:

Dem Nutzer wird beim Radiohören wie gewohnt ein Werbespot ausgespielt. Anders als bisher hat der Hörer bei diesem Werbespot allerdings die Möglichkeit, darauf zu reagieren, um zu einem Podcast zu gelangen. Entscheidet sich der Hörer durch Aufforderung seines Smart Speakers dazu, den Podcast anzuhören, startet eine spannende Interviewreihe mit interessanten Gesprächspartnern. Dabei steht nicht die Marke im Mittelpunkt, sondern die Intention ist es, dem Hörer durch packende Interviews einen Mehrwert zu liefern.

Die erste native Audiokampagne wird bereits mit ODDSET umgesetzt. Ab sofort heißt es beim Radiohören über Smart Speaker also aufgepasst! Wenn Sie in den kommenden Wochen von Ihrem Smart Speaker aufgefordert werden, auf einen Radiospot zu antworten:  Seien Sie mutig, hören Sie rein und erleben Sie selbst eine Revolution der Radiowerbung!

Quellen:

BVDW (2019): OVK Report für digitale Werbung 2019/01 – Online und Mobile – Zahlen und Trends im Überblick. https://www.bvdw.org/fileadmin/bvdw/upload/publikationen/ovk/bvdw_ovk_report_2019_01_final.pdf

 

Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (2018): ma 2018 Audio II – Zweite Ausgabe der neuen Konvergenzwährung für Radio und Online-Audio. https://www.agma-mmc.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/2018/PM_ma_2018_Audio_II.pdf

Immer wieder kam in den letzten Monaten das Thema Audio und Podcasts (auch auf unserem Blog)  auf. Da stellt sich vor allem bei denjenigen, die keinen Smart Speaker besitzen und Sprachassistenten im Allgemeinen noch skeptisch gegenüberstehen, die Frage, ob diese Geräte wirklich Zukunft haben und wie es im Markt um sie steht?

Tatsächlich haben es laut einer Studie der RMS Smart Speaker innerhalb von 12 Monaten geschafft, weltweit 50 Mio. Nutzer zu erreichen. Zum Vergleich: Das Smartphone hat 3 Jahre gebraucht, um die gleiche Nutzerzahl zu generieren, das Internet sogar 4 Jahre.

Aus diesem Grund treiben auch wir als Agentur das Thema voran: Im April haben wir hier im Rahmen einer Pressemitteilung unser Native Audio- Projekt vorgestellt, welches die mediascale zusammen mit der RMS auf den Weg gebracht hat, um erstmals ein natives Audio-Werbeformat für Smart Speaker zu schaffen.

Schauen wir uns nun die interaktiven Lautsprecher mal etwas genauer an:

Welche Smart Speaker und Sprachassistenten besitzen die Deutschen?

„Alexa“ von Amazon Echo führt die Liste klar an: 71% der Befragten in Deutschland besitzen ein Amazon Echo Gerät. An zweiter und dritter Stelle finden sich der Google Assistant „Google Home“ und „Siri“ von Apple.

Wie relevant sind Smart Speaker im internationalen Markt?

Die Liste der Top 5 Länder, in denen Smart Speaker installiert und genutzt werden, wird mit deutlichem Abstand von den Vereinigten Staaten angeführt. In den USA befinden sich 64% der eingerichteten Smart Speaker am weltweiten Gesamtmarkt, was die absolute Mehrheit bedeutet. Gefolgt wird die USA von China mit 10% Marktanteil. Deutschland befindet sich mit 6% auf dem vierten Rang, dicht hinter Großbritannien. 3% liegen bei Südkorea, während sich die letzten 10% auf die restliche Welt verteilen.

Für was werden Sprachassistenten hauptsächlich genutzt?

Die beiden größten Nutzungsbereiche sind das Erhalten von Suchergebnissen (52%) und das Abspielen von Musik (51% der Befragten in Deutschland). Das Abspielen und Hören von Musik über die Sprachsteuerung ergibt sich auch durch die Tatsache, dass einige Audiosysteme beispielsweise von Sonos, JBL und Sony die Sprachassistenten von Amazon und Google integriert haben. Des Weiteren werden Smart Speaker/ Sprachassistenten viel genutzt, um das Wetter abzufragen (46%), sich an Termine erinnern zu lassen (33%), Kontakte anzurufen (29%) oder sich Sprachen übersetzen zu lassen (28%). Es gibt aber auch viele weitere Funktionen, die per Sprachsteuerung genutzt werden können. So zielt das System vom Amazon verständlicherweise auch darauf ab, dass Produkte per Sprachbefehl bestellt werden.

An diesem Punkt wird es dann auch für Werbetreibende durchaus spannend, da man den User im Alltag erreicht, dessen Konsum- und Markenverhalten kennt und die Kaufzeiten prognostizieren kann. Ein Problem dabei ist nur, dass die jeweiligen Sprachassistenten den Markt scannen und nur das empfehlen, was sie auch wollen. Werbetreibende müssen ihre Webseite und Inhalte für Sprachsuchen optimieren, um an Relevanz zu gewinnen.

Da der Markt immer weiterwächst, Sprachassistenten auch für Audiosysteme, Autos und Co. optimiert werden, wird das Thema auch für Werbetreibende immer wichtiger.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die anfängliche Liebelei mit Alexa, Siri und Co. zu einer langfristigen Beziehung zu entwickeln scheint, welche aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken ist.

Quellen:

 

 

 

Wenn einer pitcht, pitchen alle. An diesem Betreff bin ich zuletzt in meinem Posteingang kurz hängengeblieben. Dieser Betreff bringt für mich nämlich alles auf den Punkt, was einen Pitch oder auch New Business ausmacht. Nirgendwo sonst – als bei Neugeschäften – ist die Chance größer, in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum mit so vielen unterschiedlichen Einheiten und Ansprechpartnern aus dem Agenturen-Netzwerk zusammenzuarbeiten. Deutlich werden diese Schnittstellen bei einem kurzen Einblick in die chronologische Abfolge eines Beispiel-Pitches.

 

Los geht’s mit dem Briefing

Startschuss des Neukundenprojekts ist das Briefing. Dieses stellt in den meisten Fällen zugleich die erste Schnittstelle mit einer Partneragentur dar. Die Agentur des Kanals, welche das Neukundenprojekt an Land gezogen hat, geht auf die Partneragentur zu und fragt Unterstützung an. In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass die Kollegen aus der Klassik im Lead sind und sich bei uns melden. Nachdem wir die Unterstützung zugesagt und uns mit den Inhalten auseinandergesetzt haben, werden in einer ersten Besprechung die Anforderungen, die zentralen Elemente der Strategie sowie Budgetaufteilungen abgesteckt.

Als digitaler Planer schätze ich einen medial ganzheitlichen Ansatz natürlich besonders, da ich auf die Art über den Tellerrand hinausschauen und mich mit einer vollständigen Mediaplanung auseinandersetzen kann.

Neben den unterschiedlichen Media-Teildisziplinen, die sich gegenseitig bereichern, profitiert insbesondere der potenzielle Neukunde, da er einen ideal auf einander abgestimmten Media-Mix von uns bekommt.

Neben einer qualitativen Beurteilung, welche Mediakanäle für welches Ziel eingesetzt werden sollten, liegt der Mediaplanung häufig auch ein quantitativer Ansatz zugrunde, der über eine Art Scoring-Model Anwendung findet und uns dabei unterstützt das optimale Verhältnis der Mediakanäle auszutarieren.

 

Grundvoraussetzung einer passgenauen Planung ist die Kenntnis der Zielgruppe

Nachdem der Kurs für alle Planer klar definiert wurde, geht es im nächsten Schritt an die Detailarbeit. Ausgangsbasis und damit auch Kern jeder Planung ist die Zielgruppenbestimmung. In den meisten Fällen ist die Zielgruppe im Briefing bereits hinreichend vordefiniert und kann nun in diversen Tools (z. B. in der b4p/best-4-planning) abgebildet werden. Die Abbildung kann einerseits durch die hauseigene Marktforschungsabteilung oder aber auch durch die Planer selbst erfolgen.

Liegen uns die Zielgruppen erst einmal vor, kann schließlich eine maßgeschneiderte Planung auf Basis von Reichweiten und Affinitäten erfolgen. Diese können mittels einer Rangreihe über alle abbildbaren Einzelwebsites und Vermarkterreichweiten illustriert werden.

 

Don’t forget Programmatic – Planungsergänzung um relevante Datenpunkte

Neben der passenden Umfelder-Auswahl sollte im Zeitalter des Programmatic Advertisings unbedingt ein Abgleich der Zielgruppencharakteristiken mit zur Verfügung stehenden Daten erfolgen. Für diesen Abgleich wende ich mich an die Spezialistenteams im Haus der Kommunikation: NE.R.O. und PREX. Sofern die Möglichkeit bestehen sollte die Zielgruppe über Datenpunkte zu erreichen (sei es in Form zugekaufter Daten oder intern angesammelter Daten) werden unsere Experten sie finden. Insbesondere für spitze Zielgruppen, die über begrenzte Werbeplätze auf vermeintlich passenden Websites nur bedingt oder sehr teuer erreicht werden können, erhalte ich durch die Kombination von eingekauften Daten und Reichweite eine sehr gute Option, die Zielgruppe mit geringen Streuverlusten vielfach zu erreichen.

 

Auswahl des passenden Formats in Abhängigkeit vom Kampagnenziel

Ist die Platzierungsselektion erfolgt, stellt sich als nächstes die Frage nach dem Werbeformat. Die richtige Wahl des Werbeformats entscheidet maßgeblich über den Kampagnenerfolg und sollte wohl überlegt sein. So gelten für eine rein performance- orientierte Kampagne, deren Ziel der Abverkauf von Gütern oder Dienstleistungen ist, andere Spielregeln als für Branding-Kampagnen, die beispielsweise darauf aus sind die Markenbekanntheit zu erhöhen.

 

Abstimmung der Planungsinhalte und Konditionen mit dem Einkauf

Wenn auch das passende Format gefunden ist, kann als nächstes der Einkauf über die Planung informiert und Angebote bei den Vermarktern eingeholt werden. Der Einkauf kann dabei inspirierend auf die Planung einwirken.

Bis die Vermarkter-Angebote vollständig vorliegen, kann der Planer an ein paar prägnanten Charts arbeiten und die Strategie ansprechend veranschaulichen.

 

Abschluss der Planung und Vervollständigung des Briefing-Gesamtpakets

Liegen die Angebote erst einmal vor, bilden diese die Grundlage für den Mediaplan und ermöglichen die Eruierung von Leistungswerten. Der Ausweis von Leistungswerten, wie z. B. GRP (Gross Rating Point), OTS (Opportunity To See) oder auch NRW (Nettoreichweite) ist häufig Teil des Anforderungskatalogs, der dem Briefing anhängenden Templates.

Schließlich können die letzten Charts, die in Abhängigkeit von der Planung stehen, gebastelt und das Go vom Einkauf geholt werden, wenn die ausgehandelten Konditionen und hierdurch erzielten Leistungswerte ein gutes Gesamtpaket darstellen.

Bilden alle Mosaiksteinchen ein stimmiges Gesamtbild kann die Präsentation inkl. Planung finalisiert werden und mit den Templates an die Agentur, die den Pitch an Land gezogen hat, zurückgespielt werden. Sofern der Planer des Projekts am Präsentationstermin nicht selbst teilnehmen kann, bildet eine letzte Besprechung den Abschluss des Projekts, in welchem Strategie und Story noch einmal ausführlich dargelegt werden.

Im Idealfall wird ein neuer Kunde gewonnen, so wie in unserem eingangs beschriebenen Fall. Daraufhin folgte nämlich eine Flut an Mails – alle unter dem Betreff „Wenn einer pitcht, pitchen alle“, in denen man sich gemeinsam über den gewonnenen Pitch freute. So macht pitchen Spaß!

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