Klartext!

Kreischende Teenies, mit Postern gepflasterte Wände, genervte Eltern – Idole und Stars gab es schon immer. An die Stelle der Backstreet Boys und Spice Girls sind heute allerdings YouTube Stars gerückt. Das Marketing hat diesen Trend schon seit einiger Zeit erkannt und unter dem Label Influencer Marketing ist die Kooperation mit erfolgreichen YouTubern mittlerweile ein wichtiger Bestandteil vieler Kampagnen.

Aus der Sicht des Marketings haben wir an dieser Stelle bereits öfter über das Influencer Marketing geschrieben, nun ist es an der Zeit, das Ganze auch einmal aus Sicht der Influencer zu beleuchten. Hierzu haben wir Dima Kosolowski, mit „Dima“ und „Die Aussenseiter“ Betreiber zweier erfolgreicher YouTube-Kanäle, ein paar Fragen gestellt.

Dima ist bereits seit über zehn Jahren auf YouTube aktiv. Sein eigener Kanal „Dima“ wird von 1,3 Millionen Usern abonniert, seine Videos bieten von Vlogs, Challenges, Comedy bis zu „Dima will’s wissen“ eine große Bandbreite an Themen und Formaten.

160907 YouTube Dima

Die Aussenseiter“ heißt sein zweiter Kanal, den er gemeinsam mit seinem Cousin Sascha betreibt. Sie posten – oft gemeinsam mit ein paar befreundeten YouTubern – witzige Videos über Alltägliches aus ihrem Leben. Insgesamt folgen ihnen dort rund 2,5 Millionen User.

160907 YouTube Die Aussenseiter

Nun zum spannenden Teil, den Fragen an Dima:

Die Frage, die sich die meisten stellen und die wahrscheinlich am häufigsten kommt: Wie kamst du zu YouTube?

Anfangs haben mein Cousin Sascha und ich die Videos nur für unsere Freunde gedreht, um denen zu zeigen, dass wir „coole“ Sketche drehen können. Das war noch bevor es YouTube gab, zwischen 2003 und 2004. Im Jahr 2006 haben wir von YouTube erfahren und haben auch dort unsere Videos veröffentlicht, allerdings erst gegen 2008 den Community-Gedanken dahinter verstanden. Ab da haben wir angefangen, eine Community aufzubauen, indem wir unsere Zuschauer in die Videos interaktiv eingebunden haben bzw. ihre Vorschläge und Ideen.

Wie ist es, so viel Privates mit Fremden zu teilen?

Es ist nicht immer einfach, da man vieles von sich preisgibt, worüber Menschen gerne reden und was sie gerne nutzen, um über dich zu urteilen oder auf deine Schwächen hinzuweisen. Außerdem sehen die Zuschauer trotzdem nur einen Teil des Lebens/Charakters einer Person und bilden sich eine Meinung, die nicht selten falsch ist, da ein Zuschauer nicht alle Details des Charakters eines YouTubers kennt. Was der Zuschauer auf der Videoplattform sieht, sind Momentaufnahmen und teilweise auch Fiktion, was viele aber als absolute Wahrheit interpretieren.

Wie wichtig ist aus deiner Sicht Authentizität auf YouTube?

Ich persönlich denke, dass die Wichtigkeit der Authentizität etwas überschätzt wird: Es gibt viele erfolgreiche Webkünstler, die authentisch sind, aber genauso viele geskriptete Formate, die nicht weniger erfolgreich sind. Viel wichtiger finde ich, dass man als Zuschauer spürt, dass der Entertainer selber Spaß bei dem hat, was er macht: ob das ein Follow Me Around aus seinem Leben ist oder eine geskriptete Show.

Wie gelingt der Spagat zwischen der Privatperson und der Person, die von YouTube lebt?

Ich betrachte es mittlerweile als meinen Beruf, da ich auch schon seit 10 Jahren auf YouTube aktiv bin und Beruf ist ja nicht weit von der Berufung entfernt. Also sehe ich das als eine Art Berufung, Menschen zu unterhalten, weil ich dabei Spaß habe und das anscheinend irgendwie kann, sonst würden sich nicht so viele Leute über so viele Jahre die Videos angucken. Ich versuche es, so professionell wie möglich zu gestalten und überlege mir immer, was ich von meinem Leben preisgeben will und was nicht. Denn alles was ich preisgebe, kann Konsequenzen für mein privates Leben haben.

Wo entwickelt sich YouTube hin?

YouTube wird aus meiner Sicht immer professioneller und das Videoangebot wächst und wird immer breiter, auch von den Themen her. Immer mehr ältere Menschen finden zu YouTube, schauen sich Kochvideos und Reise-VLOGs an. Die Videomacher haben mehr Möglichkeiten, aufwendige Projekte umzusetzen und es finden immer mehr Webkünstler im Offline-Bereich statt, was ich sehr schön finde.

Apropos „professioneller“ – wir als Agentur interessieren uns natürlich auch sehr für Dimas Erfahrungen und Reaktionen, was Kooperationen mit Unternehmen angeht. Diese Fragen werden im nächsten Blogartikel beantwortet… bis bald!

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Verfasst von:

Katja Brasch-Remling

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