Findet Frings

„Ja, ich könnte“. „Ja, ich könnte“ drückt alles aus, was die deutsche Sprache so charmant und liebenswert macht. Es ist ein wunderschöner Konjunktiv, der andeutet, dass man etwas nicht tut, jedoch mit kleineren Verbiegungen auch genau gegenteilig ausklingen kann. Ja, ich könnte etwas tun, muss es aber nicht. Ja, ich könnte mich äußern und vielleicht mache ich es unter Umständen, wenn ich mich dazu gezwungen sehe.

Ja, ich könnte mich nun auch zu Wort melden, zu den Wirrungen eines betagten Werbers, der Polemik auf die Spitze treibt, was durch ein gerütteltes Maß an Geltungssucht nicht unbedingt besser wird. Ja, ich könnte sehr fein säuberlich Satz für Satz zerpflücken. Aber wissen Sie was: Ich habe gar keine Lust dazu, denn ich kommentiere auch nicht das Pfeifen der Spatzen von den Dächern. Doch leider gibt sehr viele, die beifallend klatschen oder Ihre Kritik zum Ausdruck bringen. Ersteres ist subjektiv absolut zielführend, denn man verstärkt eine gemeinsame Position. Letzteres ist an Kontraproduktivität kaum zu überbieten, denn es erzielt genau die Wirkung, die erhofft wurde und die so planbar ist, wie das Amen in der Kirche.

Ja, ich könnte auch mal wieder meine kritische Meinung zu Twitter wiedergeben oder andere Reizthemen und es ist nahezu sicher, dass die Welle der Empörung durch die Kommentarfunktionen brandet.

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