Klartext!

Und da haben wir wieder mal ein Thema in der Online Branche, das gelobtes Land verspricht. Denn mit HTML5 Bannern wird ja alles viiieeel besser werden. Zwischen Wunschdenken und Realität ist jedoch aktuell noch eine große Kluft – eine Betrachtung der wichtigsten Aussagen zu HTML5 aus Mediasicht:

HTML5 ersetzt Flash

Der Großteil der Banner im Netz wird aktuell in Flash umgesetzt. Flash Banner können jedoch auf den mobilen Apple Devices nicht angezeigt werden, da kein Flash unterstütz wird. Gleichzeitig wird Flash für mobile Endgeräte nicht weiterentwickelt, weshalb auch für Android und andere Systeme langfristig eine andere Lösung her muss. HTML5 kann der Standard werden, der Desktop wie Mobile Devices mit einem Werbemittelset abdeckt.

Mit HTML5 muss man nur noch einen Banner für alle Devices bauen.

Das ist nur sehr bedingt richtig. In einem HTML5 Banner definiert ein Kreativer die Position der eingesetzten Elemente für unterschiedliche Größen. So kann z.B. festgelegt werden, dass bei einer querformatigen Darstellung das Logo links eingeblendet wird und bei einer hochformatigen Darstellung des Werbemittels das Logo oben mittig erscheint. Ebenso kann definiert werden, dass bei einer kleinen Formatgröße des Werbemittels einige Elemente gar nicht angezeigt werden. Theoretisch reicht also eine einzige Datei, die sich dann an unterschiedliche Formate anpasst. Will man allerdings, dass der Banner in allen möglichen Formaten auch optimal aussieht, so muss in der Kreation auch jedes Format gesondert definiert werden: Welche Elemente werden verwendet und wie werden sie angeordnet. Der Aufwand in der Kreation bleibt also durchaus vorhanden.

HTML5 kann man bereits für die Online Kampagnen nutzen

Da kann ich ein klares Nein antworten. Es gibt nur sehr wenige Vermarkter, die schon Erfahrung mit dem Einsatz von HTML5 Werbemitteln haben. Die meisten haben noch gar keine Spezifikationen. Insofern verhält es sich wie in den Anfangstagen der Flash Banner. Ich erinnere mich daran, dass man damals von der Kreativ Agentur jedes Werbemittel in Mehrfacher Anfertigung erhalten hat. Besonders die ClickTag Schreib-Variante war damals ein Knackpunkt, für den es anfangs keinen Standard gab. Ein Vermarkter wollte clickTAG, der nächste clickTag oder auch Clicktag, da gab es so einiges. Und so werden wir uns auch bei HTML5 gedulden müssen, bis sich ein Standard etabliert hat. Aktuell eine Kampagne zu fahren, die 10 oder mehr Vermarkter bedient und in HTML5 ausgeliefert werden soll halte ich für ein sehr gewagtes Projekt, das neben viel Vorlauf noch mehr Nerven aller Beteiligten verzehren dürfte. Da viele Vermarkter noch keine Spezifikationen haben, muss auf Gutdünken produziert werden, um die Werbemittel dann in x Änderungsrunden funktionstüchtig zu kriegen.

Fazit: Auch wenn die Situation aktuell noch keine sehr komfortable ist und sicher noch zwei strenge Winter ins Land gehen, bevor HTML5 unser täglich Brot ist, sollte man sich der Thematik schön langsam annähern. Es muss ja nicht gleich die ganze Kampagne sein, aber auf Einzelplatzierungen erste Gehversuche zu wagen kann nicht schaden.

 

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