Findet Frings

Nun ist es also vollbracht, das nächste Gesprächsthema Nr. 1 ist gefunden: Google+ ist da! Und es ist schon erstaunlich, mit welch kreativer Namensgebung gearbeitet wurde. Mir wären alternativ auch noch die Begriffe Google², Google* (man beachte vor allem die wortspielerischen Möglichkeiten, wenn man das Produkt mit „Google mal mit Google Mal“ bewirbt), GoogleXXL oder GoogleMaxi eingefallen.

Nun hat das Tool bislang noch bei weitem nicht jeder zu Gesicht bekommen, und es ist auch noch vollkommen unklar, inwieweit sich hier tatsächlich eine neue Macht in der Kontaktpflege entwickelt. Aber wer jetzt ruht, der wird zu den Verlierern gehören – könnte man zumindest meinen. So gibt es bereits die 10 besten Tipps im Umgang, die Untersuchung, ob es für die Newsbranche taugt, und auch die ersten Firmenrepräsentanzen sind schon in der Pipeline. Das erinnert doch fast schon an SecondLive oder Randgruppenthemen wie Twitter. Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: Ich traue Google+ durchaus zu, eine veritable Verbreitung zu finden und die bisherigen Fehlversuche der Suchmonogarchen aus Mountainview vergessen zu machen. Die Berichterstattung aber zeugt von einer gewissen Besessenheit bzw. von einem kurzatmigen Hecheln nach Sensationsmeldungen. Nur weil sich zu Anfang mehrere hunderttausend Menschen für das Produkt interessieren, heißt das nicht, dass der Durchbruch schon geschafft ist. Die surfende Menge ist schon immer sehr neugierig gewesen, und das ist auch gut so. Genauso schnell kann sie aber auch ihre Vorlieben wieder ändern, was die VZ-Netzwerke oder auch myspace gerade merken, obwohl es diese ja scheinbar schon geschafft hatten, einen dauerhaften Platz im Herzen der Surfer zu ergattern. Google+ ist noch ein gutes Stück davon entfernt.

Was aber, wenn es Google diesmal gelingt, einen Facebook-Mitbewerber zu etablieren? Dann kommt es endlich zum Kampf der Giganten, dann landen Alien vs. Predator in einem Ring, und die große Schlacht um Mittelnetz kann beginnen. Facebook wäre demnach anzuraten, den Börsengang nun doch zu beschleunigen und sich in Sachen PR vielleicht die ein oder andere freigewordenen Ressource aus dem „News of the World“-Biotop zu angeln. Google selber muss eigentlich nichts weiter tun, als sich im Glanze des Lichtes zu sonnen und den Geldspeicher zu erweitern, mit dessen Hilfe man über Scheinfirmen dann wieder Facebook-Aktien kaufen könnte, um „den Gegner“ von innen heraus zu lähmen. Weitere Gedankenspiele möchte ich hier nicht ausführen, aber gerade Verschwörungstheoretiker haben nun einen neuen Ansatzpunkt.

Vielleicht kommt es aber auch anders, und es entsteht eine Parallelnutzung. Hierzu gibt es einen sehr lesenswerten Artikel von einem nicht ganz unbekannten Bürstenschnitt. Zugleich ist seine Einschätzung auch das mit Abstand differenzierteste, was ich zum Thema gelesen habe. Allerdings passt die stimmige Theorie nicht ganz in mein Konzept, denn ich habe schon Chips und Bier vor dem Rechner bereitgestellt und warte nun, dass der Gong zur ersten Runde ertönt!

Ein Kommentar zu “Goliath gegen Goliath!

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