Klartext!

Zugegeben, die heutige Folge unserer kleinen Expertenbefragung stellte bei einigen Probanden erst mal die Sinnfrage: Meinen die das ernst? Ja meinten wir, wo doch Facebook gerade mehr als eine Milliarde Nutzer meldet und sich fast schon als eigener Staat zwischen Staaten versteht. Da muss es doch mal erlaubt sein, zu fragen:

Zwischen „Unsinn“ und „Niemals“ finden sich auch noch ein paar differenzierende, spannende und lesenswerte Gedanken und unser Zitat der Tages: „Haben Sie schon mal ein Auto mit einer Twitter-Flagge gesehen?“

Alexander Erlmeier

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ) : „Im Gegenteil, virtuelle Communities werden auf lange Sicht den Wunsch nach real erlebbarer Identität und Heimat verstärken. Ich könnte insofern zustimmen, als Heimat stark regional und lokal geprägt ist und die online getriebene Globalisierung das insbesondere in Deutschland verkrampfte Verhältnis zum Übergebäude der Nation weiter schwächt.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation) : „Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, der soziale Klebstoff ist digital nicht stark genug. Oder haben Sie schon mal ein Auto mit einer Twitter-Fahne gesehen?“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „Vermutlich nicht die Nationalität – das Zugehörigkeitsgefühl allerdings mit ziemlicher Sicherheit.“

Doris Eichmeier

Doris Eichmeier (Content-Strategin): „Eine steile These – verdrängen vielleicht nicht, aber inspirieren bestimmt. Zu Ende gedacht, bräuchte man dann ein Community-Parlament und eine Community-Kanzlerin. Community-Manager wären dann Fraktionsvorsitzende oder ähnliches… eher ein beklemmender Gedanke.“

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „User sind multinational: ihrer näheren Umgebung verbunden, ihrer Nationalität, ihrer Peer-Group und Online-Communities – abhängig von der Lebenssituation und Tagesform.“

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Nein. Unsinn.“

Ulrich Schmidt

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Niemals. My home is my castle.“

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Nie, sie werden aber eine Zusatz-Ausprägung werden. Menschen werden sich Communities zuordnen wie heute Fußballvereinen.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Nein, nicht wirklich. Aber sie werden kulturelle Grenzen aufweichen.“

Haben Sie auch eine Prognose, Meinung oder einen klaren Blick in die Zukunft? Oder wollen Sie bei der nächsten Frage der Woche dabei sein? Dann einfach Kommentar hinterlassen oder eine formlose Mail an presseanfragen@mediascale.de schicken.

In Folge 4 fragten wir übrigens: Wer oder was bedroht die Onlinewerbung?

Und in der nächsten Folge lesen Sie: Wird es eine (Online-) Entwicklung geben, die unsere Welt besser macht? Wenn JA, welche und warum?

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Wolfgang Bscheid ist Gründer und Geschäftsführer der mediascale. Zusätzlich engagiert er sich als Vorstand der Forschungsgemeinschaft "Zukunft Digital" stark im Bereich zukunftsorientierter Kommunikationslösungen. Wolfgang Bscheid informiert in "Bscheid gsagt" zu Themen wie Entwicklungen im Performancemarketing, Profiling, Integrierte Kampagnenanalysen, Marketing meets Controlling und vielem mehr. Immer charmant und unterhaltsam versteht er es, auch trockene Fakten anschaulich und verständlich zu machen.

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