Klartext!

Mit dem Valentinstag in greifbarer Nähe, wird manchem sogar bei dem verschneiten Wetter ganz warm ums Herz. Auch wenn wahrscheinlich kaum einer mehr weiß, wer Sankt Valentin überhaupt war. Und warum er damals heimlich Verliebte getraut hat, um danach einen hohen Preis zu bezahlen: sein eigenes Leben. Aber gut, bleiben wir bei der Romantik.

Wenn man einen Partner hat, ist man irgendwie durch einen ungeschriebenen Vertrag und den Werbedruck der Valentinstags-Industrie verpflichtet, sich mit kleinen Aufmerksamkeiten den Tag zu versüßen. An jeder Ecke werden rosarote Blumensträuße, kuschelige, herz-haltende Bärchen mit Liebesbeteuerungen angepriesen und man wird mit Werbung für herzförmige Schokolade übergossen. Was aber macht der Single, dem es bei all den glücklichen Werbepärchen den Magen zuschnürt und der nur die Augen verdreht, wenn ihm ein kuscheliges Etwas aus dem Schaufenster entgegenschmachtet? Er oder sie kann sich in den Strom des Online-Datings schmeißen, für das rund um den Valentinstag ebenfalls wild getrommelt wird.

Dabei gibt es nicht unwesentliche Unterschiede zwischen, sagen wir mal, Elitepartner und Treffpunkt18. Die Flirtbörse dient dem kurfzfristigen Kontakt, während die Partnerbörse versucht, mit aufwändigen Tests (und hohen Kosten) das „Match made in Heaven“ zu arrangieren. Zählt man die angeblichen Registrierungen aller Singlebörsen zusammen, kommt man locker auf mehr als das Doppelte der in Deutschland statistisch registrierten Singles. Online Dating ist irgendwie eine etwas andere Version des Online Shoppings geworden.

Wir haben mal unsere Experten gefragt, wie viele Partnerschaften 2022 rein im Netz angebahnt werden.

Von 20 bis 75 Prozent reichen die Prognosen. Schön zu lesen, dass es auch noch ein paar wenige Traditionalisten gibt.

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Angebahnt? 75 Prozent!“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „50 Prozent.“

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „50 Prozent.“

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „25 Prozent.“

Ulrich Schmidt
(Managing Dircetor, ad pepper media): „20 Prozent.“

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „50 Prozent.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Genau so viel wie heutzutage.“

Torsten Ahlers (CEO, Next Audience): „50 Prozent, insbesondere im taktischen Bereich.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Mag sein, dass viele Kurzzeit-Beziehungen über das Netz geknüpft werden. Bindungen über eine lange Zeit brauchen das analoge Element.“

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim romantischen Bärchen-Rosen-Shokolade-Kaufen!

In der nächsten Folge lesen Sie: Wird das Internet in Europa auch praktisch zum Instrument politischer Willensbildung werden (Stichwort Liquid Democracy)?

3 Kommentare zu “Expertenumfrage Teil 10: Partnersuche 2022

  1. Jochen verfasst am Donnerstag, 28. Februar 2013 - 12:50 Uhr

    Irgendwie finde ich den Gedanken lustig, dass in naher Zukunft hypothetisch die meisten Kontakte via Mausklick von zu Hause geknüpft werden, da das Internet das gesellschaftlich unsozialste Medium überhaupt ist. Mittler weile gibt es sogar „DNA-Partnerbörsen“ die per Abstrich den genetisch passenden Partner für dich auswählen.

  2. Sven verfasst am Montag, 25. März 2013 - 20:21 Uhr

    Heutzutag wird alles Digitalisiert und so auch das Sociale Leben.Wieso ausgehen wenn man den Partner furs Leben schon auf der nachsten Singleborse finden kann.Wir mussen uns nicht wundern wenn in ein paar Jahren die Grosselter ihren Ankeln erzahlen das sie sich in einer Singleborse kennengelernt und verliebt haben.

  3. Peter verfasst am Montag, 29. April 2013 - 19:02 Uhr

    Ich finde man sollte das nicht so einseitig sehen. Generell finde ich es auch schade das alles nurnoch über soziale Netzwerk läuft. Andererseits sollte man auch sehen, dass z.B. schüchterne Leute das online Dating als eine Chance sehen und am Anfang vielleicht offener sind.

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Wolfgang Bscheid ist Gründer und Geschäftsführer der mediascale. Zusätzlich engagiert er sich als Vorstand der Forschungsgemeinschaft "Zukunft Digital" stark im Bereich zukunftsorientierter Kommunikationslösungen. Wolfgang Bscheid informiert in "Bscheid gsagt" zu Themen wie Entwicklungen im Performancemarketing, Profiling, Integrierte Kampagnenanalysen, Marketing meets Controlling und vielem mehr. Immer charmant und unterhaltsam versteht er es, auch trockene Fakten anschaulich und verständlich zu machen.

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