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Clubhouse Talk „Media & Nachhaltigkeit“ mit Udo Schendel, CEO von Weischer.JvB, und Florian Weischer, Co-Chairman von Weischer

Ob ökologisch, wirtschaftlich oder sozial – Nachhaltigkeit ist das Thema der Stunde. Am 3. März startete Gastgeber Wolfgang Bscheid die zweite Runde des Mittwochmittag Mediatalks auf Clubhouse. Dieses Mal mit an Bord: Florian Weischer, Inhaber der gleichnamigen Mediengruppe, und Udo Schendel, CEO von Weischer.JvB. Auf das Thema Umweltschutz sind die beiden auf ganz verschiedene Weise gestoßen: Während der stetig steigende Flutpegel der Elbe ein Umdenken beim in Hamburg beheimateten Florian Weischer bewirkte, gab Udo Schendel zu, ein Late Adopter gewesen zu sein, für den häufige Flugreisen lange nicht in Frage standen. In Berührung mit den Nachhaltigkeitszielen der UN gekommen, setzte bei Udo Schendel dann der Aha-Moment ein. Und genau darum ging es auch bei der Diskussion: Es ist okay, nicht zu den Early Adoptern zu gehören, am Ende zählt die Initiative. Da lohnt es sich, auch mal ins kalte Wasser zu springen: Mit Weischer.Green bietet die Agentur für Außenwerbung ihren Kunden erstmals klimaneutrale OOH-Kampagnen an. Das Besondere an dem Projekt: Die Idee für nachhaltige Außenwerbung entwickelte sich aus der Motivation und den Ideen der Mitarbeiter heraus. Ähnlich auch bei Mediascale. Wolfgang Bscheid: „Als wir vergangenes Jahr bei Mediascale das Projekt Nachhaltige Media gestartet haben, war die Begeisterung sofort groß. Das war eines der populärsten internen Projekte, die wir je gemacht haben. Im digitalen Business ist ja das Meiste kennzahlengetrieben und selten haptisch anfassbar. Deshalb ist es für die Mitarbeitermotivation und die Unternehmenskultur unglaublich wertvoll, nach konkreten Ideen für Verbesserungen zu forschen. Beim Thema nachhaltige Mediaplanung hat das super funktioniert!“

Clubhouse Talk „Media & Nachhaltigkeit“

 

Einigkeit bestand darüber, dass nachhaltige Ziele durch die gesamten Ebenen eines Unternehmens hindurch kommuniziert und skalierbar gemacht werden müssen. „Vor allem die Vorstände oder Gesellschafter müssen den Managern klar machen, dass sie offen für eine systematische Umstrukturierung in Richtung nachhaltige Mediaplanung sind“, weiß Florian Weischer. Bevor eine nachhaltige Kampagne messbar werden kann, muss allerdings eine gründliche Analyse her: „Die Einflussfaktoren auf den CO2-Abdruck einer OOH-Kampagne müssen definiert werden. Wie groß sind unsere Spuren beispielsweise in der Logistik, Produktion, Technologie, bei der Aussteuerung bzw. beim Stromverbrauch der Screens? Mit den Daten dazu konnten wir unsere Systematik entsprechend anpassen“, erklärt Udo Schendel. Es gibt bei Weischer jetzt sogar einen eigens definierten KPI: Der Tausender-Kontakt-Emissionswert (TKE) ermittelt den CO2-Ausstoß einer Kampagne im Verhältnis zur Reichweite. Wird Weischer.JvB diesen USP dem Markt zur Verfügung stellen? „Natürlich ist das auf den ersten Blick ein Wettbewerbsvorteil, aber wir teilen unser Know-How und die Mechanik gerne mit dem Markt. Umso mehr Leute im Nachhaltigkeitsboot sitzen, desto besser. Wir wollen nicht nur im OOH-Bereich, sondern auch branchenübergreifend diesen Standard setzen“, ergänzt Florian Weischer.

Beim Fazit herrschte bei allen Beteiligten Konsens: Werbetreibende, Agenturen und Medien müssen die Marketingprozesse auf links drehen, in die Diskussion gehen und auch Fragen aufwerfen, auf die es derzeit noch keine Antworten gibt. Das Ziel einer nachhaltigeren Mediaplanung ist es wert.

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