mediascale Blog

Täglich sind wir einer Flut von Informationen und Content ausgesetzt. Dass dabei mal etwas untergeht oder keine Beachtung geschenkt bekommt, ist nicht selten. Hier kommt das Storytelling ins Spiel. Durch Geschichten sollen Inhalte interessant und ansprechend vermitteln werden.

Allerdings steckt dahinter mehr als nur eine Geschichte; Storytelling ist eher eine Erzähltechnik, bei der ein paar Regeln beachtet und der ein paar „Zutaten“ hinzugefügt werden sollten. Um eine Geschichte möglichst gut erzählen, muss sie vor allem Emotionen vermitteln, kann beispielsweise unterhaltsame aber auch lehrreiche Elemente enthalten. Man erinnert sich leichter an emotionale Geschichten, als an sachliche und trockene Produkteigenschaften. Das Gehirn nimmt es gleich auf, egal, ob man etwas Aufregendes erlebt oder nur dabei zusieht. Inhaltlich setzt sich eine gute Geschichte auch meist aus den folgenden drei Bestandteile zusammen: einem Protagonisten, der einem Konflikt gegenübersteht und schlussendlich eine Lösung dafür findet. Bestenfalls kann sich der Zuhörer mit dem Protagonisten und dessen Problem identifizieren oder Parallelen zu seiner Situation erkennen. Dies erhöht sowohl den Emotionsgehalt als auch den Erinnerungswert.

Neben all der Erzähltechnik sollte natürlich eines nicht vergessen werden: die Kernbotschaft und damit das Kommunikationsziel. Deshalb muss man sich seiner Zielgruppe bewusst sein und sowohl die Art der Geschichte als auch das Kommunikationsmittel auf sie ausrichten. Technische Innovationen bieten hierbei neue Möglichkeiten, Stories zu erzählen und erlebbar zu machen. Hierzu stellen wir euch drei Wege vor, wie eure Story an den Kunden gelangt:

Bei einem location based Storytelling ist der Zuhörer entweder virtuell oder tatsächlich an dem Ort, an dem die Geschichte stattfindet. Mithilfe von Geofencing werden beispielsweise Nutzer ausfindig gemacht, die sich an einem bestimmten Ort der Story befinden und ihnen dann die Geschichte ausgespielt. Der „Experiencer“ (Geschichtenerleber) taucht in die Schauplätze der Geschichte ein und wird somit selbst Teil der Geschichte. Das location based Storytelling bietet sich z. B. sehr gut für Produkte mit touristischem Hintergrund an. Dabei sollte die Geschichte auch immer einen konkreten Bezug zum Ort oder einer Region haben, kann z. B. Schauplätze, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen enthalten. Dazu passend können Touren oder spezielle Angebote empfohlen werden, um potenzielle Kunden anzusprechen.

Mit Hilfe von Virtual Reality kann der User in das Geschehen eingebunden werden und diese unmittelbar erleben. Dies stärkt natürlich die Emotionen und den Erinnerungswert und intensiviert somit die Verbindung zum Zuschauer. Virtual Reality ist dabei als Tool zu verstehen, das eine inhaltlich überzeugende Geschichte transportiert. Eine „Einstiegsvariante“ wäre beispielsweise ein 360° Bild oder Video, das man am Desktop mithilfe der Maus oder mobil durch das umherschwenken des Smartphones erkunden kann. Mit einem ergänzenden Voice-Over kann durch die einzelnen Szenen geführt werden und die einzelnen Teile der Story erklärt werden. Aber auch VR-Brillen werden immer massentauglicher und können somit gut für eine Produktkommunikation eingesetzt werden. Produkte, die eher abstrakt sind und zunächst keine große Nähe zum Nutzer aufbauen, können durch Virtual Reality erlebbar gemacht werden: Verschiedene Facetten werden gezeigt, der User kann möglicherweise sogar damit interagieren, Bewegung und Licht ergänzen die Story.

Eine weitere, smarte Art, Geschichten medial schön zu erzählen, ist die der Kontaktdosensteuerung. Dabei bekommt der User bei jedem Kontakt mit einer Kampagne ein inhaltlich anders gestaltetes Werbemittel angezeigt, wodurch eine Geschichte erzählt werden kann. Diese Art von Storytelling wurde beispielsweise im letzten Jahr vom ADAC in Form einer Imagekampagne umgesetzt. Teil der Story waren die vier Buchstaben A-D-A-C, wobei hinter jedem dieser Buchstaben eine Message steckte. So hat man beim ersten Kontakt den Buchstaben A mit der dazugehörigen Message erhalten, bei einem zweiten Kontakt den Buchstaben D. Nach insgesamt vier Kontakten schließt sich dann der Kreis und man hat die ganze Story durchlebt. So hat man schon bei dem zweiten, dritten Kontakt den Erinnerungswert an den ersten, der User beschäftigt sich damit, erkennt eine Verbindung zwischen den Kontakten und begreift, dass es eine Story ist, die er zusammensetzen kann. Das Engagement und der Erinnerungswert werden somit gesteigert.

Kontaktdosensteuerung am Beispiel der ADAC Imagekampagne 2018

 

Eine gute Story mit vielen Emotionen reicht allein nicht aus. Es müssen Wege und Mittel gefunden werden, diese an die Zielgruppe heranzuführen, um die Verbindung zu dieser zu stärken. Die mediale Umsetzung kann dabei auf verschiedene Weise funktionieren, sollte aber immer zum Unternehmen sowie zur Zielgruppe passen.

Am 25. Mai 2018 ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Dadurch haben sich zu Beginn für sämtliche Branchen große Herausforderungen aufgetan; nicht nur für die Werbebranche. Für letztere haben sich jedoch besondere Herausforderungen ergeben, da sich die Anforderungen, die an Website-Betreiber und Werbetreibende bezüglich der Überprüfung des Zustimmungsstatus der Internetnutzer gestellt werden, deutlich erhöht haben.

Die neue Verordnung besagt, dass auch sogenannte „pseudonyme Daten“, also zum Beispiel Cookie-IDs, die nur aus einer Laufnummer bestehen, künftig als personenbezogene Daten zu behandeln sind. Die Internetnutzer müssen darüber informiert werden, welche Daten zu welchen Zwecken erhoben und wie sie verarbeitet werden. Außerdem muss die Möglichkeit zur Verweigerung der Einholung ihrer Daten bestehen („Opt-out“). Jeder User muss außerdem die Möglichkeit zur Änderung bzw. Löschung der bereits getätigten Einstellungen haben. Darüber hinaus sind die Website-Betreiber zur Verwaltung und Dokumentation der Opt-ins und Opt-outs verpflichtet. Bei Bedarf muss ein Nachweis der Dokumentation erbracht werden können.

Consent Management Plattformen (CMPs) sind IT-Lösungen, die den Website-Betreibern dabei helfen, den umfangreichen Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden. „Consent“ bedeutet im Deutschen Zustimmung. CMPs sind dementsprechend Lösungen zur Einholung, Verwaltung und Dokumentation der Zustimmungen zur Cookie-Nutzung.

Um alle Parteien bei einem rechtskonformen Umgang mit personenbezogener Daten zu unterstützen, hat der IAB Europe als führender Branchenverband im Online-Werbe-Ökosystem einen Branchenstandard entwickelt, das Transparency & Consent Framework. An diesem Standard können sich die CMP-Anbieter bei der Entwicklung ihrer Systeme orientieren.

Es gibt verschiedene Anbieter von Consent Management Plattformen am Markt, beispielsweise Usercentrics, OneTrust oder Factor.io, um nur einige wenige zu nennen. Diese CMP-Anbieter stellen IT-Lösungen in unterschiedlicher Ausführung und unterschiedlichem Umfang zur Verfügung. Bei der Auswahl und Bewertung der CMP-Anbieter ist einiges zu beachten. Hier ein paar wichtige Fragen, die bei der Bewertung von CMPs berücksichtigt werden sollten:

  • Welche Dienstleistungen bietet der CMP-Anbieter bei der Integration der IT-Lösung und im laufenden Betrieb an? (Handelt es sich z. B. um ein Komplettangebot oder um ein Self-Service-Angebot?)
  • Wird die Lösung beim Kunden inhouse betrieben oder vom CMP-Anbieter gehostet? Falls das System gehostet wird, wo erfolgt das Hosting? (Um beim Thema Datenschutz eine klare Rechtsgrundlage nach EU-Richtlinien sicherzustellen, ist es wichtig, dass das Hosting des Systems innerhalb der EU stattfindet bzw. auf die EU begrenzbar ist.)
  • Ist das Consent Management System in der Lage, das Laden von Trackingskripten bis zur Einholung des Opt-ins zu unterbinden? (Unter Trackingskripten versteht man alle möglichen Arten von Pixeln oder Cookies zur Aufzeichnung von Nutzerverhalten auf einer Website. Besucht ein User eine Website, so muss vor dem Laden der Trackingskripte überprüft werden, ob bereits ein Opt-in des Users vorliegt oder nicht. Falls die Zustimmung des Users bereits vorliegt, dürfen die Trackingskripte geladen werden. Liegt noch keine Zustimmung des Users vor, so muss das Laden der Skripte unterbunden werden und es erfolgt erst eine Abfrage zur Einholung des Opt-ins durch ein kleines Pop-up-Fenster.)
  • Ist der CMP-Anbieter beim Transparency & Consent Framework des IAB Europe registriert? Wie bereits erwähnt hat der IAB Europe einen Standard zur rechtskonformen Durchleitung des Consentstatus entwickelt. Da sich dieser Standard der IAB Europe im deutschen Markt bereits durchgesetzt hat und anerkannt ist, sollte die jeweilige CMP diesem Standard entsprechen und der CMP-Anbieter beim Transparency & Consent Framework des IAB Europe registriert sein.

Diese Punkte bilden allerdings nur einen kleinen Teil der Kriterien ab, die bei der Bewertung von CMPs berücksichtigt werden sollten. Bei der Auswahl ist es daher ratsam, sich fachgerecht beraten zu lassen. Für eine ausführliche Beratung stehen wir bei der mediascale jederzeit gerne zur Verfügung.

Welche Möglichkeiten zum Berufseinstieg gibt es bei mediascale? Der klassische Weg läuft sicherlich über ein Traineeship. In 12 Monaten lernen Trainees alles, was ein Mediaplaner oder Audience Broker braucht.

In dieser Folge von „mediascale recruiting“ erzählt uns Agnes Ley, wie das Trainee-Programm konkret abläuft, was die Voraussetzungen dafür sind und welche Alternativen es außerdem bei mediascale gibt.

Montag, 7. Januar: Es ist der erste Arbeitstag nach zwei Wochen Erholung, viel Schnee und dem üblichen Weihnachtswahnsinn.

Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir, denn irgendwie fühlt sich der Jahresstart für mich ein wenig wacklig an, obwohl es eigentlich blendend losgeht. Wir haben rund um Weihnachten zwei Kunden gewonnen und dafür auch noch neue Mitarbeiter einstellen können. Wir könnten also eigentlich froh und motiviert starten, doch trotz alldem startet mein Jahr gefühlt ein wenig verhaltener als die Jahre zuvor. Ich habe das Gefühl, wir sind dieses Jahr alle ein wenig mehr auf der Hut vor dem, was so kommen wird: technologisch, politisch, regulatorisch.

Wenn man sich auf dem Gang unterhält, bekomme ich öfters Fragen wie diese zu hören:
Werden wir wieder ein solch rasantes Jahr wie 2018 erleben? Mit guten wirtschaftlichen Zahlen und immer mehr Arbeit, als wir eigentlich bewältigen können? Mit dem Luxusproblem, dass wir immer auf der Suche nach neuen und motivierten Kollegen sind, aber einfach immer zu wenige am Start sind? Mit Kunden, die immer bereit sind, mit uns gemeinsam neue digitale oder auch „klassische“ Wege zu bestreiten?

Und vielleicht ist diese Wachsamkeit auch gar nicht verkehrt. So führt sie am Ende hoffentlich dazu, dass wir genauer hinsehen werden, welche Pitches wir mitmachen möchten, welche Kunden und Mitarbeiter/innen zu uns passen, wie wir sie entwickeln können oder auch welche Felder wir als mediascale besetzen wollen und müssen.

Kurzum, wenn wir vor dem Start ein wenig mehr reflektieren anstatt einfach nur draufloszurennen, so haben wir am Ende des Jahres zwar vielleicht nicht jedes Projekt angenommen, dafür aber die wichtigen gemeinsam richtig gemacht und den Kurs gehalten. Das wäre doch ein durchaus positiver Blick ins Jahr 2019, auf den wir uns alle freuen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesundes und erfolgreiches 2019.

Alle Jahre wieder kommen…die Bscheid gsagt-Outtakes! Auch in diesem Jahr haben wir für euch die besten Szenen 2018 zusammengeschnitten. Also: Zurücklehnen, anschauen und sich auf viele lustige Momente, Versprecher und mehr freuen!

 

In diesem Sinne wünschen wir euch fröhliche Weihnachten, erholsame Feiertage und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir sehen uns 2019 wieder – natürlich mit neuen Bscheid gsagt-Folgen im Gepäck.

Nachdem uns der Schnee, wie nahezu jedes Jahr, voraussichtlich erst nach Weihnachten begegnen wird, muss auf anderem Wege für vorweihnachtliche Stimmung gesorgt werden. Mein Lösungsansatz: Zimt, Mehl, Eier, Butter, Vanillearoma, Marmelade und natürlich Zucker! Als Backzutat, genauso wie als bunt gefärbter Streuzucker, versteckt in Schokolade oder als falscher Schnee auf den Plätzchen.

Mit Puderzucker lässt sich aber auch eine Dekopaste der besonderen Art anrühren, die binnen kürzester Zeit trocknet und damit bestens geeignet ist, um Plätzchen zu dekorieren, oder aber auch Lebkuchenhäuser zusammen zu halten. Zu reinen Dekozwecken (im Sinne von: wird wahrscheinlich nicht verzehrt) empfehle ich das Rezept von Martha Stewart – sehr einfach in der Zubereitung und in der Regel hat man die Zutaten daheim.

Durch das rohe Eiweiß entsteht ein natürlicher Glanz im Icing, der auch beim Trocknen erhalten bleibt. Und wenn es nicht an Weihnachten glitzern darf, wann denn dann? Wenn man sich allerdings keine Gedanken über die Verarbeitung roher Eier machen will, kann man auch Eiweißpulver anstelle von frischen Eiern verwenden oder auf eine Fertigmischung zurückgreifen.

Je nach Konsistenz trocknet die Paste sehr schnell. Während der Verarbeitung kann man ein nasses Tuch über die Schüssel werfen, um dem Austrocknen entgegen zu wirken. Am besten jedoch direkt in einem luftdichten Gefäß verstauen.

Wer jetzt noch keine kleinen Lochtüllen zu Hause hat, kann sich mit einer selbst gebastelten Spritztüte aus Backpapier behelfen. Diese lassen sich dann wunderbar auf die gewünschte Lochstärke zuschneiden. Hier eine kleine Fotoanleitung zur Herstellung der Papiertüte:

Schritt 1: Dreieck aus Backpapier ausschneiden und mit der langen Seite nach unten auslegen:

Step 1

Schritt 2: Kante unten links einschlagen, aber nicht falten, sodass die Spitze deckungsgleich mit der oberen Spitze liegt:

Step 2

Schritt 3: Rechte Kante auf der Außenseite über den bestehenden Kegel führen, bis auch diese Kante, jetzt aber auf der Rückseite, deckungsgleich mit der oberen Kante liegt:

Step 3

Schritt 4: Feinarbeit: Jetzt kommt es darauf an, durch das Verschieben der beiden Enden zu einem Krönchen die tatsächliche Spitze am unteren Ende des Kegels so dicht wie möglich zu bekommen:

Step 4.1
Step 4.2

Schritt 5: Durch das Umklappen der beiden äußeren Kronenzacken kann man den Kegel fixieren

Step 5

Jetzt muss nur noch etwas Icing in die Tüte gefüllt werden, das obere Ende mit einer kreativen Falttechnik verschließen, und der Spaß kann losgehen 😊

Step 6

Ich habe mich dieses Jahr, neben den normalen Plätzchen zum Verschenken und selber genießen, auch für eine essbare Tischdekoration entschieden. Dazu habe ich Sterne unterschiedlicher Größen aus Mürbeteig gebacken und diese einzeln dekoriert und dann zu einem Tannenbaum gestapelt.

Da hier recht viel Icing zum Einsatz kommt, sollte man direkt zwei Tage einplanen. An Tag eins die Sterne „flooden“, also komplett mit Icing bedecken und durchtrocknen lassen. An Tag zwei das Muster anbringen und ebenfalls mit dem Royal Icing zusammenkleben und fertig.

Ich hoffe, der/die ein oder andere fühlt sich inspiriert und hat Lust, selbst kreativ zu werden.

Wir wünschen ganz viel Spaß beim Ausprobieren, eine wundervolle Vorweihnachtszeit und ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest an alle unsere Leser.

Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit Influencern und welche Stolperfallen gilt es zu beachten?

Nachdem ich Euch im ersten Teil am 14.11. die scheinbar perfekte Instagram-Welt und spezielle ,,Arbeitsräume‘‘ für Influencer nähergebracht habe, folgt nun der zweite Teil des Blogartikels, in dem vor allem die Bedeutung und Chancen des Influencer-Marketings aus Kunden- und Agentursicht beleuchtet werden sollen.

Beeinflussungspotential in der jungen Zielgruppe

Wozu eigentlich dieser ganze Aufwand, den Influencern solch surreale und kostenintensive Arbeitsplätze wie das Village Studio in New York zu schaffen? Sind Produktinszenierungen vor Märchenkulissen und generell die sich darstellenden Influencer wirklich der Schlüssel zur jungen Zielgruppe?

Studien (2018) belegen deutlich, dass es sich hierbei um ein zweischneidiges Schwert handelt. Zum einen werden Jugendliche von Influencern stark inspiriert, lösen andererseits aber auch Neid und Selbstzweifel am eigenen, nicht derart perfekten Leben aus.

Vor allem in der sehr jungen Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen haben die Stars aus dem Netz demnach großen Einfluss und, in gewisser Weise, auch ein Maß an Verantwortung gegenüber ihren Followern, das nicht zu unterschätzen ist.

Wie aus nachfolgender Graphik ersichtlich, sinkt mit zunehmendem Alter konkret der Einfluss auf die Kaufentscheidung für eines durch Influencer beworbenen Produkts deutlich:

Quelle: Statista – Umfrage zum Einfluss von Influencern auf die Kaufentscheidung nach Alter in Deutschland 2016

Relevanz für den Marketing-Mix von Unternehmen

Werbetreibende Unternehmen kommen somit nicht umhin, sich mit den neuen Reichweitenstars auseinanderzusetzen, und mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass sich branchenübergreifend ganze Abteilungen dieser neuen Werbeform widmen. Der Trend ist somit zu einem relevanten Marketing-Instrument geworden, das einen Perspektivenwechsel verspricht: Man schafft einen Dialog aus Konsumenten- statt aus Unternehmenssicht mit seinen Kunden.

Die Einsatzfelder/Zielsetzungen sind dabei facettenreich. Durch das Zusammenspiel von Authentizität, Reichweite und dem jeweiligen Content eignen sich Influencer-Kampagnen für folgende Marketing-Ziele:

  • Produkteinführungen: Glaubwürdige Empfehlungen und echte Rezensionen erregen Aufmerksamkeit und Interesse an Neuheiten.
  • Markenbekanntheit & Image: Scheinbar totgesagte Marken haben durch das Getragen werden/die Verwendung durch den richtigen Meinungsmacher eine Chance auf ein Revival.
  • Produkttests & Produktbewertungen: Hier kommen vor allem YouTuber zum Zuge, die dem Interessenten mittels kurzer Anwendungsvideos im Stile von Tutorials alle relevanten Features direkt anpreisen können.
  • Product-Placement: Hierbei steht die ideale Inszenierung eines Produkts im Vordergrund. Durch Erstellung eigener Landingpages mit Abverkaufsmöglichkeit kann die Customer Journey so vom ersten Produktkontakt bis zum Kauf begleitet werden.

Generell sollten sich Unternehmen vorab klar mit ihrer Zielgruppe und Zielsetzung auseinandersetzen. Möchte man auf eine Handvoll der großen Makro-Influencer und deren einzelne sehr hohe Reichweite setzen, oder fokussiert man sich auf viele kleine, eher unbekannte Micro-Influencer (ab 5.000 Followern) und nutzt deren überaus starke Authentizität über eine große Menge an produziertem Content aus? Oftmals ist auch die Mischung der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Trotz akribischer Planung gibt es immer wieder auch grandiose Reinfälle, die nicht selten einen Shitstorm mit sich bringen, sollte eine Produktplatzierung allzu gewollt und unauthentisch daherkommen, wie unlängst die Kampagnen von Milka (#milkaschmecktwie) oder Coral (#coralliebtdeinekleidung) bewiesen haben:

Quelle: http://www.instagram.de

Ausblick: Zukunft des Influencer-Marketings

Die Meinungen um die Zukunft des Influencer-Marketings könnten wohl nicht konträrer sein: Die einen sagen, das Influencer-Marketing stecke noch in den Kinderschuhen, die anderen sind der festen Überzeugung, die Blase um diesen Hype werde bald platzen.

Wegzudenken ist der Trend schon längst nicht mehr, dennoch gibt es noch viele Stolpersteine und Hürden, die geradezu nach Optimierung schreien. Als konkretes Beispiel kann hier die Kennzeichnungspflicht genannt werden, die noch immer so intransparent ist, dass selbst eine Vertaggung von Freunden als Anzeige markiert wird, um nicht Opfer einer erneuten Abmahnwelle zu werden.

Außerdem müssen sich Unternehmen von den gelernten, festen KPIs anderer Werbeformen lösen und es zulassen – bis zu einem gewissen Punkt – die Kontrolle abzugeben. Die Reichweite eines Influencers darf nicht als einzig ausschlaggebendes Kriterium herangezogen werden, vielmehr erfolgt die Erfolgsmessung über die Engagement-Rate, die Bindung zu den Followern, und bei konkreten Performance-Zielen natürlich auch über generierte Abverkäufe.

Man darf also weiterhin mit Spannung verfolgen, wie sich diese Marketingdisziplin weiterentwickelt, und der ein oder andere amüsante Fail durch unpassende Inszenierungen ist sicherlich auch nicht weit. :-)

Bergführer sind ortskundige Personen, die Wanderer sicher und verantwortlich im Gebirge führen. Dieses Bild lässt sich auch sehr gut auf die Kunde-Agentur-Beziehung anwenden. In diesem Fall definiert der Kunde das Erlebnis, das er haben möchte. Der Bergführer sorgt dann anschließend dafür, dass das Erlebnis den Kundenerwartungen entspricht. Außerdem ist er dafür verantwortlich, dass sich der Kunde auch auf unbekanntem Terrain sicher bewegt. Wolfgang Bscheid spricht in einer neuen Folge von Bscheid Gsagt ausführlich über das Leitbild des Bergführers.

Ein Blick hinter die Kulissen erfolgreicher Instagram-Feeds

Die perfekt gestylte junge Frau posiert in ihrem perfekten Outfit in einer perfekten Umgebung, die mit den pink- und rosafarbenen Flamingos und Riesenluftballons perfekt mit ihrem Outfit harmoniert. Moment mal, kann so viel Perfektion wirklich real sein? Das Bällebad, das wir eigentlich nur aus dem Ikea-Kinderparadies kennen, wird mittlerweile – wenn auch in erwachsenerer Erscheinungsform – von sogenannten Pop-Up Experiences genutzt, um Influencern (und solchen, die es werden möchten) einen idealen Shooting-Rahmen für ihren Instagram-Feed zu bieten.

Hinter dem Begriff Pop-Up Experiences verbergen sich ,,temporäre, meist rein auf Visualität und die perfekte Oberfläche ausgelegte Ausstellungen, die Inhalte höchstens alibihaft vermitteln, und in allererster Linie als Selfie-Kulissen dienen.‘‘ (Quelle:Lead Digital 2018

Die unvermeidlichen Einhörner oder riesige, zu Sesseln umfunktionierte Eierschalen gehören hier quasi zur Grundausstattung. Nach den Vorreitern aus den USA, wie dem ,,Museum of Icecream‘‘, dem ,,Rosé Mansion‘‘ und dem ,,Egg House‘‘, ist der Trend längst auch nach Deutschland übergeschwappt, wie das ,,Supercandy House‘‘ in Köln farbenfroh beweist:

Nicht mit übertrieben anmutenden Installationen, sondern schlichtweg mit stilvoller Einrichtung, großzügiger Raumaufteilung, sowie einer eigenen Dachterrasse, steht das ständig geöffnete ,,Village Studio‘‘ im angesagten New Yorker Stadtteil SoHo den Influencern als Arbeitsraum zur Verfügung. Von derartigen Wohnverhältnissen, die bspw. Platz für eine Bibliothek lassen, deren Bücher selbstredend nach Look statt nach Inhalt ausgesucht werden, kann man als Normalverdiener auf dem New Yorker Wohnungsmarkt sonst nur träumen.

In diesem Penthouse, dessen monatliche Miete 15.000 US $ beträgt, kommt – verglichen mit den bunten Pop-Up Experiences – vor allem der werbliche Charakter und Zweck des Apartments zum Vorschein. Denn die hier entstandenen Posts zeigen deutlich, dass man als Kunde nur hocherfreut sein kann, wenn das eigene Produkt statt in der beengten Influencer-WG in derart stylischer Umgebung inszeniert wird (Quelle: The New York Times 2018)

Für welche Marketingziele und Zielgruppen eine Zusammenarbeit mit Influencern relevant ist, welche KPIs Kunden dafür ,,neu erlernen‘‘ müssen und welche Stolperfallen es zu beachten gilt, erfahrt Ihr in Kürze im 2. Teil hier auf dem mediascale-Blog.

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