Findet Frings

Mein Name? Data! Big Data! Die Etymologie meines Namens im neudeutschen Sprachgebrauch geht auf das Jahr 2012 zurück. Gerüchte besagen, dass das Wort nach einer durchzechten Nacht Eingang in eine dmexco-Präsi fand. In Wirklichkeit gibt es mich ja schon viel länger und nicht erst die Bäckerin in der IBM-Werbung hat mich auch der großen Konsumentenmasse vorgestellt.

Was ich kann? Ich kann die Welt an anderen Tagen retten, das Raum-/Zeitkontinuum verbiegen und Liebesgrüße nicht nur nach Moskau, sondern auch personalisiert an jedweden User in aller Welt schicken. Vorausgesetzt, ich weiß wie es geht. Und hier kommt die Krux, welche die schöne neue Welt so mit sich bringt. Die Daten sind schon lange da. Sie sind häufig sogar kompatibel, aber Herrgott, es sind so viele und wie bringe ich nicht nur Ordnung in die Kiste, sondern verbleibe auch in rechtssicheren Raum, ohne dass mir radikalisierte Datenschützer feierlich die Datenbank in Brand stecken. Mit einer Doppel-0-Lizenz, welche mir Kraft meiner Position verliehen wurde, ist das alles kein Problem. Solange ich nur als Papiertiger durch die diversen Digitalkonferenzen geistere, ist somit alles in bester Ordnung. Die Realität bleibt jedoch der hartnäckigste (End-)Gegner und lässt sich leider nicht so leicht aus der Welt schaffen.

Es ist im Grunde nichts Neues an mir und da geht es meinem guten Schulfreund Customer Journey nicht anders. Wir sind da, wir sind vorhanden und wir sind wichtig. Allein, wir sind kein Hype, kein Analyse Perpetuum Mobile und auch keine Wunderwaffe. Wir sind von Fall zu Fall verschieden und bedürfen einer sehr langwierigen und häufig manuellen Betrachtung, bevor wir in irgendeiner Form automatisiert werden können.

Die Möglichkeiten, die ich biete, werden mit Sicherheit sukzessive genutzt werden und wurden dies auch bereits bevor ich einen schmissigen Namen bekam – den es aber in Zeiten von zunehmender Reglementierung so besser nicht geben sollte. Diese Erkenntnis hatte erstaunlicherweise sogar ein angloamerikanischer Diskussionsteilnehmer (dessen Name mir leider entfallen ist) auf der dmexco, der die Nähe von „Big Data“ und „Big Brother“ bereits ausgemacht hatte und es als wenig zielführend empfand, dem Konsumenten orwellsche Zustände zu suggerieren. In Deutschland kommt so was erfahrungsgemäß noch schlechter an. Somit bin ich gespannt, wann ich das nächste Mal auf das Standesamt geschleppt werde und einen neuen Namen bekomme. Vielleicht darf ich dann ja auch selber einen Vorschlag machen. Bis dahin sollten Sie mich nutzen, so oft und gut es eben geht. Aber erwarten Sie keine Wunder von mir und auch die Rettung der Welt überlasse ich gerne ihrer Majestät bestem Diener.

0 Kommentare zu “Big Data – Ein Quantum Insight.

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Verfasst von:

Telefon: 089/ 2050 4700 | E-Mail: info@mediascale.de