Artikel von Marco Laffert

Die Krux mit Video-Werbung in schnelllebigen Plattformen.

Social-Media-Kanäle sind traditionell schnelllebige Media-Kanäle, bei denen um die Aufmerksamkeit der User gerungen wird und gerungen werden muss. Mit unterhaltenden und informativen Inhalten versuchen die Werbetreibenden, die oft von Werbung überfrachteten User für die eigene Marke oder Produkte zu begeistern.

Wie in keinem anderen Kanal gilt im Social Media die Empfehlung „Aussage und Marke zuerst“. Ein langer Spannungsbogen und eine dramatische Auflösung einer Video-Ad führen meist dazu, dass ein Großteil der Nutzer die Aussage der Werbung gar nicht erst mitbekommt. Denn in der Regel gilt, Social Ads können übersprungen oder weggescrollt werden und in den meisten Fällen passiert das auch sehr schnell. Selbst mit einer Ausspielungsoptimierung auf möglichst lange Video-Views, sind Durchsichtsraten, auf Kanälen wie Facebook, Instagram oder Snapchat, von über 10% eher die Ausnahme. Die Devise lautet daher: Pass deine Werbung an den Kanal an. 

 

Welche Alternativen gibt es?

Allerdings gibt es inzwischen auch vereinzelte Ansätze der großen Social-Plattformen, nicht-überspringbare Video-Ads anzubieten. Video-Werbung wird dabei als Unterbrecher in längerem Video-Content ausgespielt, die dann teilweise oder gar nicht überspringbar ist.

Facebook hat dafür seit einiger Zeit das Format „Instream“ im Angebot, bei dem die Videos nicht wie gewohnt als Posting in der Timeline auftauchen, sondern als Unterbrechervideo innerhalb fremder Video-Posts. Die Videos dürfen dabei maximal 15 Sekunden lang sein, der User kann dafür allerdings nicht überspringen, wenn er den Content weiter konsumieren möchte.

Snapchat hat ebenfalls eine Lösung dafür im Angebot und zwar ihre Commercial Ads. Wie von Snapchat gewohnt, handelt es sich dabei um 9:16 Fullscreen-Videos. Die Platzierung der Videos erfolgt hier in eigens für Snapchat produziertem Content. Der Content selbst erscheint dabei meist im Serienformat und reicht inhaltlich von Talk- über News- zu Sport-Sendungen. In diesen Shows können die Unterbrecher-Ads zwischen einzelnen Sequenzen positioniert werden. Im Unterschied zu Facebook, ist die Ad hier allerdings nur bis zu sechs Sekunden nicht überspringbar, danach kann der User entscheiden, ob er die Werbung weiter ansehen möchte. Das Prinzip kennt man bereits von Trueview-Ads auf Youtube.

 

Wo liegen die Vor- und Nachteile dieser Werbeformen?

Zuallererst beim Preis. Die Werbeflächen der beiden Werbeformen sind wesentlich knapper, als die der überspringbaren Alternativen. Entsprechend kosten die Ads im Kontakt-Einkauf deutlich mehr, mit einem Aufschlag von 100-300% (TKP) sollte man rechnen.

Auf der Kehrseite bestechen beide Formate allerdings durch einen wesentlich besseren CPCV und deutlich höhere Durchsichtsraten, als die überspringbaren Alternativen. Natürlich nicht zuletzt dadurch, dass die User die Ads nun ansehen müssen, um den ursprünglichen Content konsumieren zu können. Ob der Werbetreibende dem User seine Werbung „aufzwingen“ möchte, bleibt dabei natürlich eine gern diskutierte Grundsatzentscheidung.

Die weiteren Besonderheiten sind eher Plattform-spezifisch. Bei Facebook-Instream als News-Feed-Alternative, sollte auf jeden Fall beachtet werden, dass es sich bei den Instream-Ads nicht um die bekannten Social-Posts mit Likes, Shares und Kommentaren handelt, sondern um ein reines Unterbrecher-Video. Somit sind auch die Möglichkeiten der User-Interaktion sehr limitiert. Wenn ein (mindestens) sekundäres Ziel also Kommentare und Likes sind, ist die Platzierung eher ungeeignet.

Bei Snapchat liegt der Nachteil eher in der Videolänge. Die nicht überspringbaren sechs Sekunden sind nicht wirklich lang und die Erfahrung zeigt, dass die Abbruchrate nach den ersten sechs Sekunden enorm ist. Um den vollen Effekt der Platzierung zu nutzen, sollte die effektive Länge der Videos entsprechend nicht deutlich über sechs Sekunden liegen.

 

Welche Lösung ist besser?

Eine pauschale Empfehlung gibt es wie so oft nicht. Die beste Lösung hängt immer stark vom Ziel der Kampagne ab.

Die reine Betrachtung der CPCVs spricht für den Einsatz der non-skippable Ads. Wenn das alleinige Ziel der Kampagne möglichst günstige Video-Views ist, sind die non-skippable Ads sicherlich der effizientere Ansatz. Wenn allerdings auch sekundäre Ziele bedient werden sollen (Klicks, Interaktionen, Reichweite, etc.), dann sind die klassischen Social-Formate meist im Vorteil. Einen Test sind allerdings beide Varianten auf jeden Fall wert und um den optimalen Ansatz für eine Kampagne zu finden, empfiehlt es sich beiden Varianten eine Chance zu geben.

Gut drei Monate sind inzwischen vergangen, seitdem das Startup Jodel den Sprung gewagt hat und seine gleichnamige Social Media Plattform langsam für Advertiser öffnet. Die Reaktionen der Werbekunden darauf waren sehr durchwachsen: Vereinzelt deutliches Interesse oder zaghafte Neugier, aber oft auch Skepsis und Desinteresse. Doch woher kommt die Skepsis? Oft liegt es wohl einfach daran, dass man gar nicht so genau weiß, was Jodel eigentlich ist und wer die User sind. Also, wie funktioniert denn nun Jodel?

 

Was macht Jodel anders?

Zwei Merkmale grenzen Jodel klar von den meisten anderen Social Media Plattformen ab: Anonymität und Lokalität.

Während Beiträge im Social Web gewohnt an Freunde, Follower oder Abonnenten verbreitet werden, stellt der User bei Jodel seinen Beitrag einfach in die Gegend. Entsprechend passend ist auch der Name der Plattform: Wie ein echter Jodler ruft der User seinen Beitrag ins Tal und nur wer nah genug dran ist, kann die Nachricht hören und antworten. Dieses Zusammenspiel aus kompletter Anonymität und Lokalität ist einzigartig in der Social Media Landschaft.

Während die meisten Social Media Plattformen User weltweit miteinander verbinden und das auch als ihre große Stärke sehen, geht Jodel einen komplett anderen Weg. Jodel ist ausschließlich auf lokale Communities ausgelegt. Über GPS ortet die App den User und zeigt ihm nur Posts an, die im Umkreis von bis zu zehn Kilometern erstellt wurden. Einzige Ausnahme ist die „Heimat“ des Nutzers: Hat der User einmal eine Heimat festgelegt, kann er die Posts dieser Location von überall lesen. Entsprechend hat Jodel einen sehr lokalen Schwerpunkt und versucht, den Austausch in lokalen Communities zu ermöglichen. Jodel gibt den Usern die Möglichkeit, Anekdoten, Informationen oder Fragen zu verbreiten, die regional relevant sind.

Im Gegensatz zu Facebook, Instagram und Co. bewegt sich der User in Jodel komplett anonym. Es gibt keine Profile und deshalb auch keine Profilbilder. Außerdem gibt es keine Klarnamen, nicht einmal Spitznamen, über die ein User identifiziert werden könnte. Diese Anonymität stellt für viele User den größten Reiz der Plattform dar. Sie gibt ihnen die Freiheit, zu schreiben was sie wollen, ohne sich ständig fragen zu müssen, was die Freunde, Verwandten oder Kollegen wohl von ihnen denken. Auch die Gefahr, mit peinlichen Relikten aus der Vergangenheit konfrontiert zu werden, reduziert sich dadurch deutlich.

Wie funktioniert die Interaktion auf Jodel?

Grundsätzlich gibt es für User auf Jodel zwei verschiedene Post-Arten: reine Textposts oder Bilder mit Textfeld, wobei die Textposts die deutliche Mehrheit bilden.

Unabhängig davon, ob der User ein Bild oder nur einen Text postet, können andere User mit dem Post interagieren. Sie können den Beitrag wie gewohnt kommentieren, zusätzlich dazu können die User den Post allerdings auch „Up- oder Down-Voten“. Dieses Bewertungssystem wurde zuvor bereits von der Plattform Reddit etabliert: Jedes positive Votum (Up) gibt einen Pluspunkt, jedes negative Votum (Down) einen Minuspunkt, das Saldo ergibt die Bewertung des Posts. So filtert die Community selbstständig die Inhalte der Plattform. Posts die stark negativ bewertet wurden, werden automatisch gelöscht.

Was ist Karma?

Und dann gibt es noch dieses Karma: Jeder User hat ein sogenanntes „Karmakonto“, das im Grunde nur zur Selbstkontrolle der Community beitragen soll. Mit jedem erstellten Post, der von der Community positiv bewertet wird, steigt das Karma des Users, mit jeder schlechten Bewertung sinkt es. Auch die Interaktion mit anderen Posts wirkt sich positiv auf das Karma aus. Da User untereinander das Karma des anderen nicht sehen können, dient der Stand primär dem User selbst, um zu sehen, wieviel Positives er zur Community beigetragen hat.

Jodel Interface. Quelle: Jodel

Werbung auf Jodel

Soviel zur Plattform aus User-Perspektive, aber welche Möglichkeiten gibt es nun, um auf Jodel werblich aktiv zu werden?

Momentan gibt es nur ein einziges Werbeformat, ein statisches Image im Picture-Feed. Der Picture-Feed ist im Grunde eine Sammlung aller Bilder, die im Umkreis des Users gepostet wurden. Die Werbung erscheint dabei beim Umschalten zwischen zwei User-Posts als Unterbrecher, vergleichbar mit den Stories auf Snapchat und Instagram. Damit ist die Auswahl zu Beginn noch sehr begrenzt, für den User wirkt das Format jedoch vertraut und soll möglichen Reaktanzen aufgrund der neueingeführten Werbung entgegenwirken.

Beispielwerbemittel des Advertisers Spotify. Quelle: Jodel

Wen erreicht man auf Jodel?

Bekannt wurde Jodel als „Die Studenten-App“. Ursprünglich von und für Studenten entwickelt, ist dieser Name auch nicht unbegründet. Vor allem auf den Campussen Deutschlands verbreitete sich Jodel rasend schnell. Tatsächlich sind momentan laut Aussage von Jodel über 70 Prozent der User zwischen 18 und 26 Jahre alt und ein Großteil davon Studenten. Die Kernzielgruppe von Jodel ist also jung, gebildet und lokal aktiv.

Was bietet Jodel?

Mit etwas über 600.000 monatlichen aktiven Usern in Deutschland ist die Reichweite momentan noch überschaubar. Dafür verspricht Jodel den Advertisern eine gewisse Exklusivität. Jodel öffnet sich nur langsam der Werbung und wählt dabei einen bedachten Weg. Die User sollen sich nicht mit Werbung überfrachtet fühlen, deshalb bekommt jeder User vorerst nur eine Werbeeinblendung pro Tag zu sehen. Somit können sich die Advertiser sicher sein, dem User exklusiv präsentiert zu werden. Diese Exklusivität lässt sich Jodel allerdings auch bezahlen: Aktuell ist ein Mindestbudget von 10.000 Euro nötig, die TKPs bewegen sich dabei im hohen zweistelligen Bereich.

Was bringt die Zukunft?

Die Vermarktung der Plattform steht noch am Anfang und wird sich mit der Zeit entwickeln und ausweiten. Bereits jetzt ist abzusehen, dass in naher Zukunft zusätzliche Werbemöglichkeiten hinzukommen werden. Auch das Targeting soll granularer werden: Während es zu Beginn nur die Möglichkeit gibt, regional und auf die aktuelle Berufs- oder Bildungsphase der User zu targeten, sollen zeitnah weitere demographische Targetingmöglichkeiten hinzukommen.

Zurzeit kommt die Plattform nicht für alle Advertiser in Frage, sei es wegen der hohen Preisstruktur oder der engen Zielgruppe. Mit der Ausweitung der Vermarktung wird Jodel jedoch auch für andere Advertiser interessant werden. Spannend wird sein, ob Jodel es schafft, sein Angebot für ein breites Feld an Werbekunden zu erweitern und inwieweit zukünftig auch weitere Zielgruppen erschlossen werden können. Nichtsdestotrotz ist Jodel eine spannende Plattform mit viel Potential, deren Entwicklung man im Auge behalten sollte.

Marco hat vor kurzem sein Traineeship bei uns erfolgreich beendet und arbeitet nun als Digital Media Planner & Consultant. Heute steht er uns Rede und Antwort zu seiner Zeit als Trainee. Welchen beruflichen Traum er sich schon erfüllt hat und warum er mit Pixeln und Cookies so gar nicht gerechnet hatte, lesen Sie hier:

  1. Marco, warum hast du dich für den Beruf des Mediaplaners entschieden?

Nach meinem Studium war mir klar, dass ich im Marketing beziehungsweise in der Werbebranche arbeiten will. Ich war eigentlich schon immer sehr computer- und internetaffin, deshalb wollte ich auch primär ins Online Marketing. Weshalb die Wahl letztendlich auf Online-Mediaplanung gefallen ist, liegt nicht zuletzt an meiner Freude, mit Zahlen zu arbeiten. Meine Mutter war sich immer sicher, dass ich mal Banker werde, das war dann aber am Ende doch nicht ganz der Fall.

 

  1. Hast du dir deinen Arbeitsalltag so vorgestellt, wie er jetzt ist?

Ich muss sagen, dass ich nur eine vage Vorstellung vom Arbeitsalltag eines Online-Mediaplaners hatte. Der konkrete Arbeitsalltag hat einige Felder, über die ich mir zunächst keine Gedanken gemacht habe. Ein Feld, das ich überhaupt nicht auf dem Zettel hatte, war der Umgang mit technischen Aspekten wie Adservern, Pixeln oder Cookies.

 

  1. Was macht das Traineeship bei mediascale aus?

Nette Kollegen, vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben und ein respektvoller Umgang. Das klingt zunächst nach Plattitüden, aber es stimmte alles: Ich habe mich in meinem Traineeship einfach wohl gefühlt. Ich habe mich immer super aufgehoben gefühlt und hatte nie das Gefühl, dass ich „nur der Trainee“ bin. Ich war von Anfang an ein Teil des Teams. Das ist natürlich heute immer noch so.

 

  1. Was hast du vor deiner mediascale-Zeit gemacht?

Ich habe an der Uni Regensburg ganz klassisch BWL studiert, erst im Bachelor und anschließend im Master. Meine Schwerpunkte waren dabei Management und Marketing. Bevor ich mich meiner Masterarbeit widmete, habe ich ein mehrmonatiges Praktikum eingeschoben. Offiziell war das ein Praktikum in der Abteilung für „Sponsoring und Vermarktung“ bei der „FC Ingolstadt 04 Fussball GmbH“. Was im ersten Moment wirklich sehr unromantisch klingt, war aber die Erfüllung eines innigen Wunsches. Ich wollte einfach mal die andere Seite meines Herzens- und Heimatvereins sehen und nicht nur jedes Wochenende in der Kurve stehen.

 

  1. Welcher Bereich in deiner Arbeit macht dir besonders viel Spaß?

Besonders spannend finde ich die direkte Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Es gibt einem einfach ein anderes Gefühl und einen anderen Blick auf das, was man tagtäglich plant, auswertet und optimiert, wenn man persönlich mit den Kunden spricht und weiß, was ihre Erwartungen an die Kampagne sind.

 

  1. Welche deiner Eigenschaften hilft dir besonders, deinen Job richtig gut zu machen?

Gerade wenn es um die Arbeit mit großen Excel-Tabellen geht, bin ich ganz froh, dass ich relativ zahlenaffin bin und den Überblick nicht so schnell verliere.

 

  1. Wenn Server, Strom und Telefone ausfallen, was würdest du mit deinen Kollegen anstellen?

Wenn der Zeitpunkt passt, würden wir natürlich Essen gehen, wie eigentlich jeden Mittag. Ansonsten würden wir in unserer kleinen Cafeteria zum Kaffeetrinken gehen, denn da gibt es den besten Kaffee der ganzen Stadt!

 

  1. Was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft?

Momentan wünsche ich mir eigentlich nur, dass ich in fünf Jahren noch genauso zufrieden bin wie heute.

Die Online-Media Welt ist voll von verlockenden Angeboten: Hoch-affine Premiumumfelder zu möglichst niedrigen TKPs – und das am besten noch mit Auslieferungsgarantie und allem Drum und Dran. Da wird der innere Schnäppchenjäger wach und leckt sich die Lippen nach dem vermeintlichen Superdeal. Doch ist der Preis, den ich für meine Werbeleistung bezahle wirklich so gut – oder gibt es nicht doch den einen oder anderen Haken?

Die Krux an TKP-Platzierungen ist, dass eine Bannereinblendung abrechnungsrelevant ist. Egal, ob der Banner für den User je sichtbar war oder nicht. Eine Impression wird in der Regel als sichtbar definiert, wenn der Banner für mindestens eine Sekunde zu mindestens 50% der Fläche im Viewport des Users war.

Für die Berechnung einer Impression zählt allein das Anfordern eines Zählpixels oder eines Redirects. Ob das Werbemittel dann jemals im Viewport sichtbar war oder nicht, ist für die Abrechnung irrelevant. So kann mein vermeintliches Schnäppchen effektiv schnell teurer sein als der herkömmliche Deal. Beispielsweise dann, wenn die InView-Rate, also der Anteil der sichtbaren Impressionen, vergleichsweise niedrig ist.

Ein kleines Rechenbeispiel: Ich habe eine Platzierung A für 12€ TKP mit einer InView-Rate von 75%. Zum Vergleich habe ich meinen Superdeal B für 5€ TKP, bei dem allerdings nur 25% der Impressionen sichtbar sind. Wenn ich die Preise nun umrechne auf Impressionen, die für den User auch wirklich sichtbar waren, sieht das Bild schon ganz anders aus. Dann hat meine Platzierung A einen effektiven TKP von 16€ und meine Platzierung B einen effektiven TKP von 20€. Damit ist die Platzierung B teurer als Platzierung A, trotz des vermeintlich besseren TKPs.

 

Doch nicht nur die Kosten werden von der Sichtbarkeit meiner Werbemittel beeinflusst, sondern auch die meisten Media-KPIs. Sei es nun die Klickrate oder die Werbeerinnerung. Ein nicht sichtbares, aber bezahltes Werbemittel wirkt sich immer schlecht auf meine Kampagnen-Performance aus. Um dem entgegenzuwirken und unsere Kampagnen entsprechend zu optimieren, setzen wir für unsere Kunden Tools zur Messung der Viewability von Werbemitteln ein. In diesem Beitrag möchte ich deshalb kurz das Angebote des US-amerikanischen Ad verification Anbieters MOAT vorstellen.

Das Viewability-Tracking von MOAT ist mit den meisten großen Adservern kompatibel und daher relativ einfach für viele Kampagnen einsetzbar. Für den Adserver Adition fehlt zurzeit leider noch eine reibungslose Schnittstelle, wodurch die Umsetzung hier etwas erschwert ist. Ein klarer Vorteil von MOAT ist, dass es ein lizensierter Partner von Spotify, YouTube, Facebook und Twitter ist. Damit wird uns auch bei diesen Plattformen eine problemlose Umsetzung unseres Trackings ermöglicht. MOAT bietet einerseits ein tiefgehendes Analysetool an, andererseits ein übersichtliches, vor allem für Kunden relevantes Dashboard, in welchem die wichtigsten KPIs gebündelt und optisch ansprechend aufbereitet werden.

Quelle: MOAT Live

 

MOAT gibt uns eine beeindruckende Vielzahl an Metriken und Tools an die Hand, um die Viewability von Display-Bannern zu bewerten und grafisch darzustellen. Von Sichtbarkeitsraten in diversen Staffelungen über Verweildauern bis hin zu Interaktionsheatmaps bietet MOAT Möglichkeiten aller Art, um die Sichtbarkeit unserer Banner zu analysieren. Als zusätzliches Feature weist MOAT auch eine Gesamtbewertung der Sichtbarkeit aus, den sogenannten „MOAT Score“. In den MOAT Score fließen verschiedene einzelne Faktoren wie die Sichtbarkeitsdauer und -rate, die Interaktionen der User mit dem Banner und einige mehr ein. Dieser Gesamtscore gibt einen sehr schönen Überblick über die Sichtbarkeit einzelner Platzierungen und macht auch unterschiedliche Formate gut vergleichbar. Die Vielzahl an Metriken ermöglicht eine sehr tiefe Detailanalyse, kann aber vor allem bei oberflächlicher Betrachtung auch verwirren. Wenn man Platzierungen schnell und auf einen Blick bewerten möchte ist der MOAT Score deshalb eine sehr gute Alternative.

 

Quelle: MOAT Analytics

 

MOAT ist natürlich nicht der einzige Anbieter, der Viewability-Messungen anbietet. So werden für einige Kunden im Haus auch Anbieter wie Batch oder Meetrics genutzt. Jeder Anbieter hat seine Vor- und Nachteile: So kämpfen die Kollegen, die Batch nutzen mit der Aufbereitung der Exportdaten und haben dafür keinerlei Probleme mit der Integration der Messpixel in ihrem Adserver. Bei den Meetrics-Kollegen ist das genaue Gegenteil der Fall: Die Aufbereitung der Datenexporte ist einwandfrei, aber die Integration im Adserver erschwert. Was die Anzahl der Auswertungsmetriken und der Partnerlizenzen mit großen Plattformen (Facebook, Youtube, etc.) angeht hat MOAT klare Vorteile.

Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass alle Anbieter von Viewability-Messungen ihre Stärken und Schwächen haben. Trotzdem raten wir generell zu einer regelmäßigen Kontrolle der Viewability-Werte. Auf diese Weise können erhebliche Kostennachteile und Performanceeinbußen bei vielen Kampagnen vermieden werden.