Findet Frings

Es gleicht mitunter der Suche nach dem Gral, einem Perpetuum Mobile oder dem Geheimnis ewiger Jugend. Gemeint ist der ständige Drang, scheinbar neue Ansätze zu finden, die als Universalheilmittel alle Problem lösen. Diese systemimmanenten Arzneien heißen dann Viralspots, Native Ads oder seit neustem Content Marketing. Nun ist an den Arzneien als solches nichts auszusetzen. Ich habe ja auch nichts gegen Aspirin oder vergleichbare Produkte. Ich sollte mir aber sehr wohl im Klaren darüber sein, dass jenes Produkt der Leverkusener Werkself eben nur gegen Kopfschmerzen hilft, nicht jedoch gegen Juckreiz, Doppelkinn oder Hinkebein. So banal diese Feststellung, so  einfach im Grunde auch der Übertrag zum Content Marketing. Es gibt sicherlich kommunikative Herausforderungen, die über eine Contentstrategie eher mittel- bis langfristig ideal gemeistert werden können, die zudem einen User involvieren, emotional binden und somit langfristig zum loyalen Kunden entwickeln. Es kann aber sicherlich keine Blaupause sein, die für jedes Unternehmen greifen kann.

Denn wir haben noch nicht über die Risiken und Nebenwirkungen gesprochen, die mit einer allzu großen Fokussierung einhergehen können. Da wäre zu nennen, dass Content Marketing Ressourcen verschlingt, die gegebenenfalls woanders fehlen.

Um nicht missverstanden zu werden: Eine übergreifende Strategie zur Unternehmenskommunikation die von HR über PR bis zur Werbung und Produktpromotion greift, fällt hier nicht drunter, auch wenn sie die notwendige Basis aller Inhaltserzeugung- und verwertung sein muss.

Grundsätzlich gilt: Je komplexer die Sache wird, desto mehr lohnt sich eine Investition in das Vermitteln übergeordneter Zusammenhänge. Darüber ist es thematisch nicht immer angebracht zu glauben, aus allem und jedem eine für den User spannende Geschichte kreieren zu können. Es gibt Produkte, da werde ich ob deren Banalität nur mit viel Poesie weiterkommen. Zu guter Letzt muss noch die Budgetkelle geschwungen werden. Denn von alleine fliegen Inhalte selten und bedürfen zumeist einer medialen Anstoßkette. Die Investitionen in Content und medialer Bekanntmachung kann sich aber nur leisten, wer entweder genug Budget zur Verfügung hat, um sein Bestandsgeschäft parallel direkt kommunikativ unterstützen zu können oder parallel einen langen Atem hat und kurzfristige Dellen im Absatz aussitzen kann. Im Idealfall hat man beides. Allerdings lehrt die Erfahrung, dass nur eine überschaubare Zahl an Geldspeichern vorhanden ist, die zeitgleich von Hütern mit dem Glauben an das Gute und Nerven wie Drahtseile bewacht wird.

Es sei noch erwähnt (und ich werde nicht müde es genauso herunter zu beten, wie die Themen sisyphusesk immer wieder als Stein zum Gipfel der Wahrnehmung gerollt werden), dass wir hier nicht über eine Erfindung des Jahres 2013 sprechen, sondern solche Strategien schon vor Jahren mit Kunden umgesetzt haben. Das Fazit damals wie heute: Kann funktionieren/sinnvoll sein,  muss aber nicht!

Ein Kommentar zu “Auf der Suche nach der ewigen (Content-)Formel

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