Monatliches Archiv für März 2022

Im ersten Corona-Jahr gab es bei Mediascale einen Babyboom. Insgesamt sind fünf junge, gut ausgebildete und talentierte Frauen in Mutterschutz und Elternzeit gegangen, um sich den Herausforderungen zu widmen, die das Muttersein so mit sich bringt. Bei damals 49 Mitarbeitenden war das ein Anteil von 10% aller Kolleg:innen, was uns vor eine Herausforderung gestellt hat.

Dennoch freue ich mich über jedes „Mediascale-Baby“, da es mir als Mutter ein besonderes Anliegen ist, dass jede:r bei uns die persönliche Familienplanung mit dem Job in Einklang bringen kann.

Auf den Babyboom folgt das Mütter-Comeback

Für alle Mütter war vor zwei Jahren schon klar, dass sie gerne wieder zurückkehren möchten. Dieses Jahr ist es nun soweit. Wenn die Mütter einen Betreuungsplatz für ihre Kinder bekommen, wofür wir fest die Daumen drücken, planen sie ein Comeback ab Mitte des Jahres.

Hanna Stanka ist bereits als Erste Mitte Februar wieder gestartet und aktuell dabei, sich in der neuen Rolle als Working Mum einzuleben.

Natürlich gibt es neben Hanna und mir mit Agnes Ley, Liza Munding und Vera Jentsch schon einige Working Mums in der Agentur.

Working Mums Lunch

Um auf die individuellen Comebacks gut vorbereitet zu sein, hatte ich die Idee, ein Austausch-Format ins Leben zu rufen. Mitte März sind wir damit gestartet und treffen uns seitdem alle 6 Wochen, um die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen von Working Mums im Blick zu haben und uns gegenseitig zu unterstützen. Unser Kreis wird dann hoffentlich im Laufe des Jahres weiter wachsen.

Mütter-Comeback Lunch der mediascale
Lunch der Mediascale Mütter

 

Meine Söhne sind inzwischen 13 und 18 Jahre alt, und mein eigener Wiedereinstieg liegt somit schon etwas länger zurück. Damals war ich die erste Mutter in der Mediaplus Gruppe, die in Teilzeit und zeitweise im Homeoffice gearbeitet hat. Die Zeiten haben sich geändert und dieses Arbeits-Lebens-Modell ist nicht mehr so exotisch wie früher.

Dennoch scheinen einige Hürden immer noch vorhanden zu sein. Ganz besonders dann, wenn es mal nicht optimal läuft. Als Working Mum ist man darauf angewiesen, dass die Kolleg:innen einspringen, wenn man als Mutter gefordert ist. Mit gutem Gewissen sich um sein/e Kind/er zu kümmern und trotzdem eine verlässliche Kollegin zu sein, ist bei allen Müttern, die ich kenne, der hohe Anspruch an sich selbst. Dieser lässt sich nicht immer leicht erfüllen und erfordert auf beiden Seiten viel Verständnis und offene Kommunikation.

Einen Job zu haben, der mir Spaß macht, für den ich mich gerne engagiere und für den ich Anerkennung erhalte, ist für mich neben meiner Rolle als Mutter sehr wertvoll und befriedigend.

Diese Doppelrolle habe ich auch während meiner Teilzeit-Tätigkeit nur sehr selten als belastend empfunden. Ich persönlich habe immer viel Unterstützung und Verständnis erhalten. Dieses gute Gefühl möchte ich jetzt gerne allen Working Mums bei Mediascale ebenfalls ermöglichen.

Das Thema Respekt und Rücksichtnahme hört aus meiner Sicht nicht bei den Working Mums auf. Jeder Mitarbeitende hat persönliche Bedürfnisse, die über den Job hinausgehen. Das können Väter sein, die die Gelegenheit bekommen, ihre Elternzeit zu nutzen sowie Mitarbeitende, die kranke Angehörige pflegen wollen oder eine ganz andere persönliche Herausforderung zu meistern haben.

Mir ist es besonders wichtig, dass wir bei der Mediascale Mensch sein dürfen und Verständnis und Fürsorge füreinander entwickeln. Das ist für mich gelebte Diversität.

Wir sind in das dritte Jahr der Pandemie gestartet und damit vermutlich in ein weiteres Jahr, das im Zeichen des Homeoffice steht. Das Arbeiten von zu Hause kann viele Vorteile mit sich bringen. Ist es jedoch dauerhaft Pflicht, wünscht man sich doch wieder ein wenig Normalität zurück und die Freiheit selbst zu entscheiden, wie oft man die Jogginghose hinter sich lässt und den Kolleg:innen persönlich gegenübertritt.

In Sachen Homeoffice sind wir in der Zwischenzeit in jedem Fall Profis geworden. Ob nun gewollt oder nicht, können wir uns alle als geübte „Homeofficeler:innen“ bezeichnen. Wir haben sowohl Höhen als auch Tiefen erlebt. Es folgt ein kleiner Auszug.

Die Höhen und Tiefen eines/r Homeofficeler:in

  1. Oben hui, unten pfui

Eigentlich ganz schön praktisch, zeit- und ressourcensparend, sich jeden Morgen nur über den oberen Teil des Outfits Gedanken machen zu müssen. Wir fragen uns, ob wir uns jemals wieder daran gewöhnen werden, in Jeans und mit festen Schuhen einen ganzen Arbeitstag vor dem Laptop zu sitzen. Denn, der wohl gemütlichste Vorteil im Homeoffice sind ganz klar Jogginghose und Wollsocken.

  1. Probleme mit der Technik

Jeden Morgen wartet man gespannt vor dem hochfahrenden Laptop, ob die Technik heute wohl mitspielt. Nicht, dass es diese Problemchen nicht auch im Büro geben würde. Aber alleine zu Hause fragt man sich des Öfteren, ob es pro Mitarbeiter:in nur 0,75 Remote-Zugriffe aufs Laufwerk gibt und jeden Tag ein anderer darum kämpfen muss. Oder ob die Nachbarn sich heimlich in das WLAN gehackt haben und nun fleißig Videos streamen.

  1. Feind oder Freund

Auch wenn sie uns oft zur Weißglut treibt, ist die Unzuverlässigkeit der Technik manchmal auch unser heimlicher Held. Wer morgens mal den Wecker nicht hört und vor dem ersten Meeting keine Zeit mehr hat, sein Erscheinungsbild in einen gepflegten Zustand zu bringen, bei dem geht wohl leider die Kamera momentan nicht, oder das Internet ist heute etwas schwach. Damit ist die Technik auch ab und an der Retter in der (Zeit-)Not ;-).

  1. Alone but never lonely

Der wohl traurigste Fact am Homeoffice ist, dass man seine Kolleg:innen nur selten zu Gesicht bekommt und somit auch der ein oder andere Plausch auf der Strecke bleibt. Wie gut, dass es dafür aber z. B. Hunde, Katzen, Kinder, Mitbewohner:innen oder Partner:innen gibt. Diese platzen gerne auch mal ins Zimmer oder crashen einen Call. Sie sind im Gegenzug aber auch ab und an für einen Tratsch zu haben oder können vielleicht sogar bei einer Problemlösung helfen. Von so viel Interdisziplinarität kann man im Büro nur träumen.

  1. Currently not available

Im Homeoffice ist man überwiegend inkognito unterwegs. Bei einigen Kolleg:innen hat man sich schon mal gefragt, ob er oder sie vielleicht gerade aus einer Finca in Spanien am Meeting teilnimmt oder zumindest auf dem Liegestuhl des eigenen Balkons. Wenn eine Kollegin oder ein Kollege länger abwesend ist, gibt es fantasievolle, aber auch sehr einleuchtende, nachvollziehbare Möglichkeiten seiner temporären Abwesenheit:

  • Trari Trara, der Paketbote ist da
  • Die Waschmaschine hat gepiepst, die Wäsche ist fertig zum Aufhängen
  • Das Nudelwasser kocht über
  • Die Kaffeepause wird versehentlich länger zelebriert
  • Kleiner Wohnungsputz, bevor der Besuch am Abend kommt
  • Die Pflanzen brauchen mal wieder etwas Zuneigung

 

Jetzt freuen wir uns auf eure Geschichten und Erfahrungen, Fails und Lacher als Homeofficler:innen. Kommentiert gerne andere kreative und/oder plausible Gründe, weshalb der eine oder die andere Homeofficler:in mal wieder länger abwesend ist.

 

Endlich ist es soweit: Google beerdigt sein gescheitertes FLoC-Konzept und beendet damit eine lange Phase des Schweigens und der Unklarheit. Die Idee einer Ansprache in Form von Kohorten – FLoC heißt ausgeschrieben Federated Learning of Cohorts –  wird nach über zwei Jahren nicht weiterentwickelt. Dafür präsentiert Google jetzt Topics als die Lösung aus der Privacy Sandbox für interessenbasiertes Advertising in einer Ära ohne Cookies.

Statt auf Kohorten setzt Google jetzt auf Themen: Topics

Wie soll das genau aussehen? Topics sind die Affinitäten beziehungsweise Interessen des Browsernutzers, die aus seinem Surfverhalten ermittelt werden. Der Browser übergibt aus dem Werbeökosystem maximal drei Interessengebiete – jeweils eines für die Surfhistorie der vergangenen drei Wochen. Diese können genutzt werden, um dem Nutzer Werbung anzuzeigen, die für ihn potentiell interessant ist. Nach drei Wochen werden sie gelöscht. Das alles geschieht auf dem Gerät des Nutzers, ohne dass externe Server genutzt werden, auch Googles nicht. Positiv ist damit, dass das Verfahren transparent ist und bleiben soll. Denn die User können die gespeicherten Interessen einsehen und entfernen.

Inhaltlich ist der Ansatz jedoch noch unzulänglich, da die kontextuelle Information nur aus dem Sitenamen abgeleitet wird. Das wird nicht so bleiben können, wenn die Topics einen Mehrwert für die Kampagnenaussteuerung liefern sollen.  Das Verfahren, durch das sich ein Adserver oder eine DSP einer Website qualifizieren muss, um überhaupt Zugang zu einem bestimmten Topic zu erhalten, benachteiligt alle kleineren Player mit weniger Nutzerkontakt. Wenn ich zum Beispiel Zugang zu der Topic-Information „Auto“ erhalten will, muss ich den Nutzer in den drei Wochen zuvor mindestens einmal auf einer Seite gesehen haben, die selbst dem Topic „Auto“ zugeordnet ist.

Unnötig erscheint mir auch, dass der Browser bei einem Teil der Anfragen wissentlich ein falsches Interesse zurücksendet. Diese fünf Prozent „Noise“ sind bei einem Verfahren, das für den Nutzer so transparent sein soll, unnötig.

In dem Konzept wird an mehreren Stellen betont, dass Google mit Marktpartnern zusammenarbeiten möchte, um brauchbare Taxonomien und Verfahren zu ihrer Befüllung zu definieren.  Es gibt hier ja auch schon bestehende Lösungen wie die IAB Content Taxonomy (https://iabtechlab.com/standards/content-taxonomy/). Das schreit geradezu danach, hier nicht eine Insellösung für Chrome an den Start zu bringen, sondern daraus eine Standardlösung für alle Browser und relevanten Endgeräte unter Teilnahme des gesamten Onlinemarktes zu entwickeln. Technisch ist das grundsätzlich möglich. Doch Google muss nun erst einmal beweisen, dass es ihm mit der Öffnung für andere Marktteilnehmer ernst ist. Es bleibt spannend!