Monatliches Archiv für Juni 2021

Hallo, hier bin ich wieder! ich habe es geschafft, die Kinder sind versorgt und ich kann mich wieder in die Arbeit stürzen.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht und es braucht viel Zeit, Geduld und Nerven, bis man wirklich wieder so richtig im Job angekommen ist. Zwei Mal bin ich nun wieder ins Berufsleben eingestiegen. Es hätte jeweils nicht unterschiedlicher ablaufen können: Der erste Wiedereinstieg mit einem Kind und der zweite mit zwei Kindern inklusive Corona. Aber das Gute ist, es gibt eine Lernkurve. Also, vielleicht kann ich ja meine Erfahrungen teilen und anderen den Wiedereinstieg erleichtern – denkt sie, während der Newsletter der Kita mit Anregungen für die Testung des Umfeldes der Kita-Kinder eintrudelt, die Matschhosen durch die Waschmaschine laufen und sie feststellt, dass die Schlappen für die Turnstunde morgen im Kindergarten immer noch nicht angekommen sind…

Also fangen wir von vorne an:

Vor jedem Wiedereinstieg stellen sich eine Vielzahl an Fragen….

Und weil ich To-Do- und Checklisten liebe, hier meine persönliche Liste, sortiert nach Priorität:

Prio 1: Betreuung für’s Kind

Die Frage aller Fragen: Bekommen wir einen Kita-Platz? Alle Eltern werden es kennen: Den ersehnten Kita-Platz zu bekommen, gleicht einem Marathon. Aber genau mit dieser Frage steht und fällt der Wiedereinstieg in den Job. Wenn das geklappt hat, kann man auch schon mit der Planung beginnen. Wann kann’s losgehen? Wie viele Stunden kann ich wieder arbeiten und wie sieht mein täglicher Zeit- und Aufgabenplan aus?

Mein erstes Learning: Frühzeitig Gedanken machen, wie lange das Kind betreut werden soll.

Es mag ein simpler Tipp sein, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es macht wirklich Sinn, sich vorher einmal Gedanken zu machen. Schnell musste ich z.B. feststellen, dass ein guter Puffer zwischen Arbeitszeit und Kitazeit einiges an Stress erspart. Denn 15 Minuten zwischen Feierabend und Abholen scheint bei 5 Minuten Fußweg zunächst nach genügend Zeit, aber wie oft macht man schon pünktlich Feierabend? Und wo in diesen 15 Minuten bleibt meine Zeit zum Durchatmen? Das Kind ist nämlich ausgeruht und fit, die Mama oder der Papa nach der Arbeitszeit erstmal reif fürs Sofa zum Kopf abschalten. Das bedeutet: Die Buchungszeiten in Kita/Kindergarten lieber großzügig planen, damit man nicht mit Headset zum Abholen rasen oder die Kolleg:innen bitten muss, den Laptop zuzuklappen, weil erst 5 von 5.687 Updates installiert sind.

Auch der Kita-Standort ist ein Thema. Nah am Zuhause oder nah am Arbeitsplatz? Die Nähe zum Schreibtisch ist praktisch, weil man das Bringen und Abholen mit dem Arbeitsweg verbinden kann. Die Nähe am Zuhause ist praktisch, wenn man im Homeoffice oder nicht an jedem Tag der Woche arbeitet. Während es beim ersten Wiedereinstieg super praktisch war, dass Kita und Agentur nah beieinander lagen, wurde genau das zum organisatorischen Hindernislauf beim zweiten Wiedereinstieg während Corona.

Prio 2: Stundenpensum

Jetzt will man sofort loslegen und auch einen ordentlichen Arbeitstag haben – eben richtig was schaffen. Wie früher. Früher gab es aber nur einen Bestimmer über den eigenen Zeitplan, jetzt spielt da mindestens ein weiterer kleiner Mensch mit, der deine Aufmerksamkeit braucht. Und sind wir ehrlich, er spielt auch die erste Geige. Man sollte sich also rechtzeitig Gedanken machen, wie viele Stunden und Arbeitstage sinnvoll umsetzbar sind. Ich habe schnell gelernt, dass es einfacher ist, langsam anzufangen. Schon in der Eingewöhnung ging es los mit Krankheit, Schließtagen und Personalmangel. Deshalb ist es auch völlig in Ordnung, mal einen Schritt zurückzutreten und Stunden zu reduzieren. Eine offene Kommunikation darüber, wie es sich für mich zurück in der Arbeitswelt anfühlt, ist unglaublich wichtig. Hier habe ich mit der Mediascale einen tollen Arbeitgeber gefunden, der viel Flexibilität und Verständnis mitbringt. Sei es eine Reduzierung der Arbeitsstunden oder einfach nur das Verständnis im Team, dass man doch früher den Laptop ausschalten muss, Arbeitstage tauscht oder das Kind im Team-Meeting auf dem Schoß sitzen hat. Gerne denke ich an meinen ersten Wiedereinstieg zurück, da haben wir spontan einen „bring your kid to work half-day“ eingelegt. Wenn die Mama zu einem Termin kommen muss und die Großeltern noch nicht da sind, kann man so etwas mit einem so flexiblen Team auch mal machen. Das eröffnet viele neue Perspektiven für alle Beteiligten.

Prio 3: Nennen wir es mal Rahmenbedingung

Die erste Zeit ist durchaus anstrengend. Es dauert etwas, bis sich die neuen Abläufe in der Familie etablieren. Für jedes Familienmitglied beginnt ein neuer Abschnitt. Der Alltag muss deutlich geplanter ablaufen und es gibt weniger Platz für spontane Änderungen. Das kann bei allen schon mal an den Nerven nagen.

Noch während des ersten Wiedereinstiegs, der Hand in Hand mit der Eingewöhnung des Kindes in die Kita ging, habe ich gelernt, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen. Je mehr Ruhe und Zeit man für die Umstellung der Abläufe hat, desto besser und schneller spielt sich alles ein. Für den zweiten Wiedereinstieg habe ich mir bewusst Zeit gelassen. Zwischen Kita- und Kindergarten-Eingewöhnung und Wiedereinstieg habe ich einen Monat Auszeit genommen. Auch für mich selbst, um alle Baustellen und Projekte Zuhause abzuschließen und um einfach mal durchzuatmen.

Und wenn all diese ersten Hürden geschafft sind, dann macht der Wiedereinstieg einfach nur Spaß. Es ist ein tolles Gefühl, endlich mal wieder an einem Projekt zu sitzen, ohne alle 5 Minuten unterbrochen zu werden. Natürlich ändert sich einiges, und wenn man zurückkommt, muss man sich erstmal wieder in viele neue Tools einarbeiten und neue Abläufe lernen. Ich habe aber auch festgestellt, dass im Kern doch alles wie immer ist. Es ist wie mit dem Fahrradfahren – man verlernt es nicht.

Ah ja und diese Ruhe… noch nie in meinem Leben kam mir ein Büro so ruhig vor. Und man muss sich nicht auf der Toilette verstecken, wenn man was naschen will und es fragt dann auch niemand „Was hast du im Mund?“. Beim Mittagessen fliegt kein Besteck durch die Gegend und es weint auch niemand am Tisch, weil das Wasser ein Grad zu kalt oder zu warm ist.

Aber es gibt nichts Schöneres, wenn beim Abholen jeder stolz von seinem Tag erzählen kann und davon, was er heute gemacht hat. Die einen berichten dann eben von Raketen aus Magnetbausteinen und Hüpfpferden oder vom Bildermalen, die anderen von einem Tag am „Com-put-i-her“ mit bunten Kugeln im Hintergrund.

 

Vor kurzem erreichte uns die freudige Nachricht, dass es die Kollegen der Mediascale Köln in Zusammenarbeit mit der Mediaplus Köln, der PREX, Samsung Ads und dem Kunden Warsteiner auf die Shortlist des deutschen Mediapreises geschafft haben.

Was es damit auf sich hat und wie es nun weitergeht, haben wir unseren Kollegen Lin Christian Neumann gefragt. Lin ist Senior Digital Planner für Warsteiner, deren Etat federführend bei der Mediaplus Köln liegt. Außerdem ist Lin Head of Innovation für den Kölner Mediascale-Standort und damit der passende Ansprechpartner für unsere Fragen rund um die Nominierung des Warsteiner Cases:

Zuallererst: Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung! Kannst du uns verraten, was sich genau hinter dem Warsteiner Case verbirgt?

Lin: Vielen Dank! Lass es mich so erklären: Bier-Werbung im klassischen TV gehört für jeden TV-Seher zum Alltag. Auch die Verlängerung der Kampagne in Online-Bewegtbild zählt zu einer gängigen Vorgehensweise, um die Reichweite zu steigern. Für gewöhnlich nutzt man an dieser Stelle sogenannte Überschneidungswahrscheinlichkeiten, um die inkrementelle Reichweite zu schätzen. Ein Nachweis für den real gemessenen Reichweitengewinn auf demselben Endgerät im Haushalt, dem Smart TV, konnte bisher jedoch noch nicht erbracht werden.

Warum ist genau das von Interesse?

Lin: Besonders bei jungen Zielgruppen, die kein bis wenig lineares TV mehr sehen, also Video-on-Demand-Streamer oder auch Gamer, sinkt in den letzten Jahren die durchschnittliche Sehdauer des linearen TV-Konsums. Sie sind somit noch schwerer durch klassische TV-Kampagnen zu erreichen und stellen deshalb natürlich ein besonderes Wachstumspotential für einen Kunden wie Warsteiner dar.

Das heißt Warsteiner möchte explizit jene Zuschauer erkennen und erreichen, die ihren Spot nicht im TV gesehen hatten?

Lin: Ja, genau! Ziel ist es, effizient und streuverlustfrei die inkrementelle Reichweite der eigenen TV-Kampagne zu steigern. Und das nicht auf einem mobile Device oder dem Desktop, sondern dem großen TV-Screen der Samsung Smart TVs! Aber auch für die Aussteuerung auf mobilen Endgeräten und Desktop haben wir mittlerweile über unsere Programmtic Unit „PREX“ die übergreifende Lösung „TV Content Recognition“ für alle TV-Werbetreibenden parat. So können wir z. B. auch Zuschauer bestimmter Genres und Sender oder anhand ihrer genutzten TV-Geräte inkl. angeschlossenem Konsolentyp gezielt ansprechen. Sehr spannend! Selbstverständlich ist noch zu erwähnen, dass natürlich alle Daten über Opt-In erhoben werden, das heißt deren Verwendung geschieht nur über die ausdrückliche Zustimmung der Zuschauer.

Soweit haben wir das verstanden – aber wie steigert man die inkrementelle Reichweite einer TV-Kampagne? Nicht geschätzt oder hochgerechnet, sondern real nachweisbar. Wie habt ihr das umgesetzt?

Lin: Hier setzt Warsteiner mit dem Targeting auf Nicht-Seher des TV-Spots an. Als europäischer First Mover gemeinsam mit Samsung Ads: Mittels automatischer Bilderkennung analysiert Samsung ob ein TV-Spot gesehen wurde oder nicht und strahlt entsprechend Spots im Smart TV-Content aus. Ergebnis: Eine Steigerung der inkrementellen Reichweite auf den Samsung Smart TVs um 21%.

Wow, das kann man wohl überzeugende Ergebnisse nennen! Neben dem tollen Erfolg der Kampagne habt ihr es jetzt noch auf die Shortlist des deutschen Mediapreises geschafft – was bedeutet das für alle Beteiligten?

Lin: Wir freuen uns als großes Mediaplus-Team sowie mit Warsteiner, Samsung und den weiteren beteiligten Unternehmen riesig über die Nominierung! Sie zeigt, dass die Idee und deren finale Umsetzung offenbar eine wichtige Fragestellung beantwortet. Von der ersten Besprechung der Innovation bis zur finalen Umsetzung des Case-Films war es eine Menge Arbeit. Umso mehr freuen wir uns über Kunden wie Warsteiner, die den Mut haben, mit uns neue Wege zu gehen.

Dann bleibt abschließend nur noch die Frage, wie ihr den deutschen Mediapreis 2021 am 29. Juni verfolgen werdet?

Lin: Auf jeden Fall live vor dem Screen. Ob dann in großer Runde im Konfi oder remote zu Hause müssen wir dann schauen. Aber sicher mit einem leckeren Warsteiner in der Hand!

Mit diesen Worten gratulieren wir den Kölner Kollegen und Kolleginnen der Mediaplus, der Mediascale und der PREX zusammen mit Samsung Ads und natürlich Warsteiner nochmal herzlichst zur Nominierung und drücken die Daumen für den 29. Juni 2021. Zum Abschluss sagen wir noch vielen Dank an Lin Christian Neumann, dass du uns diesen Einblick ermöglicht hat.