Monatliches Archiv für Mai 2021

Vor gut einem Jahr wurde in Deutschland der erste Lockdown angekündigt. Wir alle erinnern uns sicherlich noch an die Unsicherheit, die leeren Regale dank Hamsterkäufen, aber auch an Bananenbrot, Dalgona Coffee und TikTok Trends.

Von heute auf morgen ist die gesamte Mediascale ins Homeoffice gewechselt und teilweise bis heute dort geblieben. Der Alltag im Homeoffice ist für manch einen zur Normalität geworden, andere freuen sich, wenn sie regelmäßig ins Büro kommen können.
Wir haben drei unserer Mitarbeiter:innen Nadine, Caro und Patrick gefragt, wie es ihnen mit der aktuellen Situation geht, welche Vor- und Nachteile sie aus dem Homeoffice ziehen und wie – oder besser gesagt wo – sie sich ihren zukünftigen Arbeitsalltag vorstellen.

Wie geht es dir heute ca. 1 Jahr nach dem Beginn des ersten Lockdowns?

Nadine Schollmeier: Dank der vielen Spaziergänge bin ich fitter geworden, ich koche wieder viel mehr selbst und bin weiterhin grundsätzlich gut gelaunt. Und gleiches gilt übrigens auch für meine tierische Mitbewohnerin Fay 😊. Ich möchte die Situation nicht verharmlosen, aber für mich hat sich eben auch einiges zum Positiven verändert und darauf versuche ich mich zu konzentrieren.

Caroline Franke: Der Wunsch nach Normalität wird immer größer – statt Zuhause exotische Rezepte auzuprobieren, möchte ich so gerne mal wieder in mein Lieblingsrestaurant gehen. Auch kann ich es kaum abwarten, die Pamela Reif Workouts durch das Fitnessstudio und die Zalando-Bestellungen durch eine ausgiebige Shoppingtour auszutauschen.

Patrick Neumann: Klar macht sich der Corona-Koller auch bei mir bemerkbar, aber ich gebe mir auch nach einem Jahr Lockdown viel Mühe optimistisch zu bleiben.

Nadines Hund
Tierische Mitbewohnerin Fay im Homeoffice

Wie hat die Mediascale dich im Homeoffice unterstützt?

Nadine Schollmeier: Wir hatten glücklicherweise auch vor Corona bereits die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten, was ich auch damals schon gerne hin und wieder in Anspruch genommen habe. Als dann klar war, dass wir nicht mehr von einzelnen Tagen sprechen, sondern doch eher einem Dauerzustand, durften wir unser Office, also Bildschirme etc. mit nach Hause nehmen.

Caroline Franke: Wir halten uns durch virtuelle Kaffee-Calls, Cocktailkurse und Weihnachtsfeiern bei Laune.

Patrick Neumann: Für mich war von vornherein klar, dass ich so wenig Zeit wie möglich im Homeoffice verbringen möchte. Der persönliche Kontakt zu meinen Kolleg:innen ist mir sehr wichtig und daheim fällt mir schnell die Decke auf den Kopf. Daher war ich auch sehr froh darüber, dass wir neben der Option Homeoffice auch weiterhin die Möglichkeit hatten, unter Einhaltung der Hygieneregeln ins Büro zu gehen.

remote Cocktail Abend
Remote Cocktail Abend bei der Mediascale

Welche Vorteile bietet dir das Arbeiten im Homeoffice?

Nadine Schollmeier: Ich wohne eigentlich nur ca. 8 km vom Office entfernt. Pro Tag macht aber alleine die „Reisezeit“ ca. 1,5h aus, die ich auch anders nutzen kann. Ich habe für mich das Gefühl einer verbesserten Work-Life Balance.

Caroline Franke: Das Arbeiten im Homeoffice bietet sicherlich mehr Flexibilität in der Freizeitgestaltung. Mittags mal eine Runde an der Isar in der Sonne joggen ist ein guter Ausgleich und bietet auch die nötige Abwechslung von den eigenen vier Wänden.

Patrick Neumann: Mag sein, dass unter gewissen Umständen oder in bestimmten Lebenssituationen Homeoffice für viele eine willkommene Alternative darstellt – Stichwort Flexibilität. Für mich persönlich überwiegen jedoch eher die Nachteile.

Was nervt dich am Home Office am meisten?

Nadine Schollmeier: Richtig nerven tatsächlich nichts, sofern die Nachbarn nicht gerade umbauen. Viele Änderungen in der Technik oder Kommunikation, die anfänglich etwas anstrengend waren, haben sich ja zum Glück normalisiert. Außerdem sind wir sicherer im Umgang mit sämtlichen Kommunikationsplattformen und ihren Eigenheiten geworden. Ich freu mich über jedes: „Du bist STUMM!“

Caroline Franke: Auch wenn wir virtuelle Teammeetings haben, ist es nicht das Gleiche wie der persönliche Austausch. Ein kurzer Plausch auf dem Gang, ein gemeinsames Feierabendbier oder die Mittagspause mit den Kollegen am Königsplatz – das fehlt mir im Home Office sehr.

Patrick Neumann: Am meisten vermisse ich den persönliche Kontakt zu meinen Kolleg:innen, den ich auch mit 1,5m Abstand und Maske jedem virtuellen Treffen vorziehen würde.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Stellen wir uns vor, die Pandemie ist vorüber – inwiefern hat das letzte Jahr deine Vorstellung von Arbeiten in der Zukunft verändert? Möchtest du auch nach Corona häufiger Home Office machen?

Nadine Schollmeier: Ich finde, dass sich viele der ursprünglichen Befürchtungen, die auch ich selbst hatte, zerschlagen haben. Dass man nicht so effektiv arbeiten kann, sich leichter ablenken lässt etc. Ich werde sicher auch zukünftig eine der Mitarbeiter:innen mit dem höchsten Homeoffice-Anteil sein.

Caroline Franke: Der Arbeitsalltag hat sich auf jeden Fall stark verändert und Corona hat gezeigt, dass Arbeiten auch im Home Office gut funktioniert. Ich werde auch zukünftig sicherlich häufiger im Home Office arbeiten als noch vor der Pandemie. Aktuell freue ich mich aber als Erstes darauf, mit den Lieblingskolleg:innen im Büro zu sitzen und am Ende den anstrengenden Tag im Buffet bei einem Feierabendbier ausklinken zu lassen. 😊

Patrick Neumann: Auf die letzte Frage kann ich aktuell mit einem klaren „Nein“ antworten. Es hängt aber auch vieles vom Umfeld und der Lebenssituation ab, in der man sich befindet. Ich denke Corona hat uns gezeigt, dass vieles auch von zu Hause aus funktioniert, jedoch eben nicht alles.

Wie geht es nun also weiter? Hier gibt es keine „one size fits all“-Antwort. Für den einen haben sich durch das Homeoffice neue Möglichkeiten ergeben, der andere nimmt Abstand und Masken in Kauf, um trotzdem ins Büro zu gehen.

Trotzdem geben sich die Mitarbeiter:innen durch virtuelle Kaffeepausen, Cocktailkurse und EXIT-Rooms Mühe, die gute Stimmung hochzuhalten und den Zusammenhalt auch in diesen besonderen Zeiten beizubehalten.

Kurz vor Weihnachten 2020 ist das Mentoring-Programm PLUS bei Serviceplan mit der Bekanntgabe der Tandem-Partner gestartet. Die MentorInnen und Mentees der Serviceplan-Gruppe haben erfahren, mit wem sie nun neun Monate in eine Mentoring-Beziehung starten. Bei mir und meiner Mentee hat die Chemie von Anfang an gestimmt – MATCH. Das hat mich sehr gefreut und motiviert. Es macht Spaß, meine Mentee in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung mit meinem Wissen, meinen Erfahrungen und meinem Netzwerk zu unterstützen.

Sich jemanden anzuvertrauen, den man vorher überhaupt noch nicht kannte, setzt voraus, dass die Tandem-Partner einander absolut vertrauen können. Hier ist die persönliche Beziehung extrem wichtig. Mentee und MentorIn müssen menschlich zueinander passen. Unsere HR-Kollegen, die das Mentoring-Programm bei Serviceplan organisiert haben und inhaltlich betreuen, haben hier einen hervorragenden Job gemacht!

Offenheit und Respekt als Basis für die Mentoring-Beziehung

Ein ehrlicher Austausch ist für mich nur möglich, wenn man dem Partner mit Offenheit und Respekt begegnet. Vertrauen wird nur möglich, wenn sichergestellt ist, dass alles, was untereinander besprochen wird, unter vier Augen bleibt. Das ist eine Abmachung. Eine gegenseitige Vertraulichkeitsvereinbarung, die zu Beginn des Mentorings einmal offen ausgesprochen oder sogar schriftlich fixiert werden sollte. Dann ist die Basis für das Gelingen der Beziehung gegeben. Im Mentoring-Prozess findet dann ein regelmäßiger Austausch statt, der inhaltlich von den Bedürfnissen der Mentee bestimmt wird.  Hier ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen: für intensive Gespräche, Feedback zu geben und gegenseitig Nähe zuzulassen.

Wie fühlt es sich an, wenn Dir jemand sagt: „Ich glaube an Dich. Das schaffst Du ganz sicher!“ – Richtig: Es beflügelt Dein Selbstvertrauen und motiviert Dich, Deine Ziele zu verfolgen und zu erreichen.

So verstehe ich meine Aufgabe als Mentorin:

Martina Staudinger arbeitet seit über 20 Jahren in der Mediaplus-Gruppe. Als Unit-Direktorin, Group Head und seit drei Jahren als Geschäftsführerin von Mediascale

 

Ich selbst hatte das große Glück im Laufe meiner Karriere zwei Mentoren zur Seite zu  haben, die an mich geglaubt haben. Sie haben mich bei meinen Plänen unterstützt und mich vor allem auch persönlich sehr geprägt. Für diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar.

Seit zwei Jahren engagiere ich mich nun selbst als Mentorin und habe inzwischen großartige Frauen kennengelernt, die ich auf ihrem persönlichen Lebensweg ein Stück begleiten durfte und noch darf.

Wenn man schon die ersten Schritte in Richtung Führungsposition gemacht hat, kommt man vielleicht irgendwann an den Punkt, an dem man sich eine Vertrauensperson an die Seite wünscht, die ehrliches Interesse an einem hat und der man ohne Vorbehalte alle Fragen stellen kann. Spätestens dann ist es an der Zeit, sich einen Mentor oder eine Mentorin zu suchen.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich bewirken? Herauszufinden, wer man selbst ist und was einem wirklich wichtig ist, bedeutet eine große Herausforderung. Es ist anstrengend, sich diesen Fragen zu stellen und darüber nachzudenken, welche Werte einem wichtig sind und was man wirklich will. Um andere Menschen führen zu können, ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass man diese Fragen für sich selbst beantwortet hat. Als Mentorin möchte ich meine Mentees dabei unterstützen, herauszufinden, was sie antreibt und vorwärtsbringt.

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Fähigkeiten? Was kannst Du besser als alle anderen? Aber auch mal unbequeme Fragen zu stellen, sehe ich als meine Aufgabe im Rahmen einer Mentoring-Beziehung. Ich versuche als Mentorin meinen Mentees eine neue Perspektive auf Situationen und Herausforderungen zu geben, die sie bisher noch nicht gesehen haben.

Dabei möchte ich keine klugen Ratschläge geben oder eine detaillierte Anleitung, wie sie am besten vorgehen sollten. Mir ist es wichtig, dass meine Mentee selbst kreativ wird, an Lösungen arbeitet und die Initiative ergreift, um ihre Ziele in Angriff zu nehmen. Meine Aufgabe sehe ich darin, meine Mentee aus der Komfortzone herauszulocken und sich selbst zu reflektieren, um die eigene Wahrnehmung zu schärfen.

Es sind die menschlichen Fähigkeiten wie Kreativität, Empathie und Intuition, die in einer Führungsrolle in Zukunft noch wesentlich stärker an Bedeutung gewinnen werden. Hier kann keine von künstlicher Intelligenz gesteuerte Technologie übernehmen. Um erfolgreich eine Führungsrolle einzunehmen, ist es entscheidend, für feinsinnige Wahrnehmungen sensibel zu sein und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Perspektivwechsel: Das sagt meine Mentee

Wenn meine Mentee mir dann als Feedback gibt: Das Gespräch, der Austausch mit Dir hat mir gutgetan. Jetzt habe ich eine konkrete Vorstellung, wie ich mein Ziel, meine Aufgabe angehe, dann macht mich das sehr glücklich. Wenn ich sehe, wie meine Mentee besprochene Projekte umsetzt und damit erfolgreich ist, bin ich stolz auf sie. Denn letztendlich zählt:

Für das Können gibt es nur einen Beweis: Das Tun“. Marie von Ebner-Eschenbach