Monatliches Archiv für September 2018

Wir befinden uns an einem Punkt, an dem der Wunsch nach neuen Innovationen immer größer wird. Doch das Betreten von neuem Terrain ist auch immer mit Risiken verbunden. In dieser Folge von Bscheid Gsagt beschäftigen wir uns näher mit dem Aspekt von Innovation und Risiko und welche Grundvoraussetzungen da sein müssen, damit Kunden mit ihren Agenturen innovativ in die Kommunikationszukunft gehen können.

Wie war es denn eigentlich so auf der DMEXCO? Unsere Kollegen Manu, Tobi und Matthias resümieren.

Manu:  Hallo liebe Mitstreiter! Munter zurück aus Köln?  Die erste Entscheidung musste ich tatsächlich schon bei Ankunft auf dem Messegelände treffen. Rechts oder links? Einmal falsch abgebogen und man hatte einen friedliebenden Sozialpädagogen am Sakko hängen, der einem in blumigen Worten die Vorzüge agiler Mitarbeiterführung aufzeigen konnte. Also doch rechts. Nach einem kurzen aber heftigen Tête-à-Tête mit meinem Spiegelbild am Stand von SevenOne konnte ich aber dann doch noch fulminant in die Messe starten. Ich hoffe ihr hattet einen geschmeidigeren Messestart?

Tobi: Alles Bombe. Die DIÄHMEXCO war in diesem Jahr ja eine Plattform und keine Messe. Insofern war ich erleichtert, den Eingang zur Plattform an gewohnter Stelle zu finden. Drinnen wirkte dann alles doch entfernt messeähnlich. Die Piktogramme der Beschilderung so ungesund blinkend zu machen wie die Website war wohl zu teuer. Aber immerhin spiegelt sich der gesellschaftliche Fortschritt darin, dass die Plakate von Pornhub auch auf dem Damenklo hingen.

Matthias: Ja richtig #MeToo hat sogar den bislang stets leicht bekleideten Hostessen bei adRom ein Businessoutfit verschafft. Die Messe wird erwachsen. Ich frage mich allerdings, wo der gesellschaftliche Fortschritt bleibt, wenn die 100-dB-Grenze durch offene Publikumsvorträge auf den einzelnen Ständen überschritten wird. Wie die Marktschreier auf dem Hamburger Fischmarkt, nur dass die wenigstens lustig sind. Allein die RMS war hier fortschrittlich genug, Headphones an willige Zuhörer auszuteilen.

Tobi: Ja, wenn man da vorbeiging, das war echter Outstream ohne Ton, wirklich günstiger View-Through-TKP.

Manu: Es soll wohl auch bereits eine anonyme Anzeige bei der Coalition for Better Ads eingegangen sein. Inhalt: Audio ohne Userinteraktion. Dazu möchte ich mich aber nicht weiter auslassen…

Matthias: Man wird ja auf so einer Messe auch immer mit so allerlei Zahlen konfrontiert. Zwei Forecasts sind bei mir hängen geblieben. Ein nicht ganz unbekanntes Network aus Düsseldorf will wissen, dass wir bereits 2021 mehr Spendings in Mobile, als in TV Werbung tätigen werden.
Und die freundliche Suchmaschine von nebenan geht davon aus, dass bereits in zwei Jahren über die Hälfte der Suchanfragen per Sprache getätigt werden. Zwei Megatrends ohne Zweifel, jedoch in der zeitlichen Entwicklung doch sehr ambitioniert gecastet.

Manu: Mobile Spendings? Muss ich mal mit der Crowd in da Cloud besprechen, möglicherweise können wir ein bisschen in Richtung Mobile funden die nächsten Jahre. Ganz nebenbei interessiere ich mich für Cloud Native Projekte on Demand + at Scale – aber wirklich nur ganz nebenbei. Habt ihr dazu schon Insights? Hey Google…

Tobi: Megatrend oder nicht, ich habe den Duftkerzenverkäufer vermisst. Und es gab kaum noch Stände, die nur aus zwei Stühlen und einem enthusiastischen Gründer bestehen. Die müssen sparen und lungern jetzt in der Food Corner herum. Zum Schluss, aber verratet mich nicht: Ich habe im Copyshop mein Flugticket ausgedruckt, war ein wundervoll analoges Gefühl.

Erwartungen, Träume und auch ein zarter Hauch von Kritik.
Wir begleiten drei bucklige Digitalos auf ihrem Weg nach Köln.

 

Tobi: Guten Morgen Digitalfreunde! Vibriert ihr auch schon aus Vorfreude auf die DMEXCO? Wobei wir dieses Jahr der DI-ÄM-EXCO entgegenfiebern sollen und nicht mehr der DI-MEXCO. Angeblich weil die Angelsachsen sonst immer denken, Köln liege in Mexico. Was ja so falsch auch wieder nicht ist. Welche Säue werden wir denn heuer durchs Dorf treiben?

Manu: Säue? Einen ganzen Schweinestall:

Native; Bumper; ATV; CTV; ROI; Walled Garden…PARDON?

Appconomy; VOD; SSP; DSP; DBT; AAP; AMS…WHAT A MESS!

Cloud; Influencer; Crowd Sourcing; UGC; Blockchain…PAIN!

UI; Programmatic; Viewability; SEA; SEO; WIFI…GOOD BYE!

Any questions?

Tobi:  Da kannst du auf der neuen Website der DIÄMEXCO lange suchen. Die wirkt, als stamme das Konzept von einem Grafiker, der im Hauptberuf typografisch anstrengende Programmhefte für ein Stadttheater entwirft und das Internet nicht ausstehen kann. Leicht zugängliche Informationen, logische Navigation, nutzerfreundliche Ladezeiten? Ah nö, wie langweilig, wir machen es mal ganz anders.

Manu: Content, Content, Content – sprach die DIÄMEXCO und verschwand im Plagiat. Da möchte man rufen: „Mehr Messe, weniger Rockstar und ein bisschen Du selbst!“ Aber wer bin ich hier, um zu urteilen? Ich bin ja auch nur Zwilling.

Matthias: Tobi – das hört sich ja fast so an, als ob du das diesjährige Motto der DIÄMEXCO einfach nicht verstanden hast. Take C.A.R.E = Curiosity / Action / Responsibility / Experience – bedeutet übersetzt: Du brauchst keine Struktur, wenn du neugierig genug bist, wild auf der Website rumzuklicken und dich der Verantwortung als unser CTO stellst, auch mal neue Dinge auszuprobieren.

Was sagt Ihr eigentlich zum Kunstprojekt von Albrecht Behmel?
Nehmen wir an der Challenge teil?

Manu:  Also, ich finde gut, dass Kunst endlich zu Kunst findet. Viel zu lange mussten wir Mediaartisten uns mit der spinnennetzumwobenen Ersatzbank der Kunstriege begnügen. Zeit sich zu erheben Media Unita!

Tobi: Klar, sobald ich meinen Instagram-Account aus der Blockchain befreit habe.

Matthias: Bei aller Kritik: Was sind denn die Alternativen? Die South by Southwest in Austin, Texas. Oder die Programmatic I/O in San Francisco? Ich gebe zu, das klingt verlockend.

Manu:  Alternativen?

  • Street Food Festival in Herne
  • Nettelkofener Weinfest
  • Fischerfest in Finsing
  • Travestie Cabaret Show in Wittenberg
  • Jurafest in Lenting
  • Jahrmarkt in Kaltenkirchen
  • Deutzer Kirmes…wobei…nein…Halt!..doch doch…

Für alle Nicht-Köln-Fahrer – wir werden berichten! Für alle Köln Pilger – Auf Wiedersehen in Deutz!

In einem weiteren Teil der Reihe „Ein Blick hinter die Schreibtische der mediascale“ interviewen wir heute Agnes Ley, die über ihren Wiedereinstieg nach der Elternzeit berichtet.

  1. Agnes, was hast du bei der mediascale gemacht, bevor du in Elternzeit gegangen bist?

Ich habe vor meiner Elternzeit bereits zehn Jahre bei der mediascale gearbeitet. Angefangen hatte ich als Trainee und konnte mich im Lauf der Zeit bis zur Unit-Leiterin hocharbeiten. Das hat viel Spaß gemacht, war aber auch zeitweise anstrengend, besonders in heißen Phasen wie der Einarbeitung in einen neu gewonnenen Kunden oder wenn wir die Jahresstrategie für große Kunden erarbeitet haben. Trotzdem habe ich immer viel Freude mit meinen Chefs und Kollegen gehabt.

  1. Und deshalb bist du auch nach der Elternzeit wieder zur mediascale zurückgekommen?

Genau. Wobei ich anfangs nicht sicher war, ob das gut geht. Wir sind Dienstleister für unsere Kunden und der Kunde will einen Ansprechpartner bei der Agentur, den er immer erreichen kann. Gleichzeitig wollte ich jedoch nur in Teilzeit wieder einsteigen. Insofern hatte ich etwas Bedenken, dass die Chefs die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich sage, ich würde dann jetzt gerne wieder 15 Wochenstunden arbeiten.

  1. Und war es so?

Ganz im Gegenteil. Unsere Geschäftsführer haben sich total gefreut und hatten sogar eine Auswahl unterschiedlicher Aufgabenbereiche, die sie mir angeboten haben – das hat mich wirklich erstaunt. Allerdings muss ich sagen, das wäre vor einigen Jahren so noch nicht möglich gewesen. Als wir noch deutlich weniger Mitarbeiter hatten, musste jeder bei den Kampagnen anpacken. Mittlerweile ist die mediascale eine große Agentur geworden und da fallen auch spannende Aufgaben an, die nichts mit unseren Kundenprojekten zu tun haben.

  1. Und was genau machst du jetzt?

Ich bin mittlerweile schon wieder über ein Jahr an Board und da hat sich ein bunter Aufgabenmix ergeben, der mir viel Spaß macht: Recruiting-Maßnahmen, Redaktionsplanung für unseren Blog, Erarbeitung und Durchführung mehrstufiger Akquise-Strategien oder die Stärkung unserer Kollegen in Österreich. Denn für die bin ich der Draht in unsere Abteilungen hier in München, was mir besonders Spaß macht.

  1. Was war das herausforderndste Projekt im letzten Jahr?

Die Konzeption und komplette Umsetzung von einem Video-Dreh, bei dem ich mehrere Videos für Bewerber und Interessenten gemacht habe. Vor der Kamera zu stehen war eine neue Erfahrung und auch, was man alles bedenken muss vor dem großen Drehtag, war recht umfangreich. Aber schlussendlich lief alles gut und ich freue mich jetzt sehr auf die Veröffentlichung der ersten Folge.

  1. Auf was freust du dich morgens am meisten?

Achtung, Klischee: Dass ich eine Abwechslung vom Mama-Alltag habe. Und wenn zufälligerweise auch noch Donnerstag ist, dann auf die Lunch-Yoga Stunde von Julia.

  1. Wer ist dein (berufliches) Vorbild?

Ich habe höchsten Respekt vor allen Müttern, die ihre Elternzeit genutzt haben, sich ein eigenes Business aufzubauen. Manche starten einen Blog, andere produzieren und vertreiben Artikel, die sie selbst gerne während der ersten Monate mit Baby gehabt hätten, wieder andere gründen eine Community für Frauen, etc. etc. Schleierhaft ist mir nur, woher man die Energie und die Zeit neben so einem kleinen Wusel nimmt, aber ganz neidlos: Hut ab!