Monatliches Archiv für Juli 2018

Native Advertising oder zu Deutsch auch Werbung im vertrauten Umfeld, sind Werbeanzeigen, die redaktionell aufbereitet sind. mediascale und die ING-DiBa haben in einer breit aufgesetzten Marktforschungskampagne das Zusammenspiel zwischen klassischer Displaykommunikation und nativen Kampagnenbestandteilen überprüft. Wolfgang Bscheid berichtet uns in der neuen Folge von Bscheid gsagt alles über den Kampagneninhalt, der Methode und die Ergebnisse:

Gut drei Monate sind inzwischen vergangen, seitdem das Startup Jodel den Sprung gewagt hat und seine gleichnamige Social Media Plattform langsam für Advertiser öffnet. Die Reaktionen der Werbekunden darauf waren sehr durchwachsen: Vereinzelt deutliches Interesse oder zaghafte Neugier, aber oft auch Skepsis und Desinteresse. Doch woher kommt die Skepsis? Oft liegt es wohl einfach daran, dass man gar nicht so genau weiß, was Jodel eigentlich ist und wer die User sind. Also, wie funktioniert denn nun Jodel?

 

Was macht Jodel anders?

Zwei Merkmale grenzen Jodel klar von den meisten anderen Social Media Plattformen ab: Anonymität und Lokalität.

Während Beiträge im Social Web gewohnt an Freunde, Follower oder Abonnenten verbreitet werden, stellt der User bei Jodel seinen Beitrag einfach in die Gegend. Entsprechend passend ist auch der Name der Plattform: Wie ein echter Jodler ruft der User seinen Beitrag ins Tal und nur wer nah genug dran ist, kann die Nachricht hören und antworten. Dieses Zusammenspiel aus kompletter Anonymität und Lokalität ist einzigartig in der Social Media Landschaft.

Während die meisten Social Media Plattformen User weltweit miteinander verbinden und das auch als ihre große Stärke sehen, geht Jodel einen komplett anderen Weg. Jodel ist ausschließlich auf lokale Communities ausgelegt. Über GPS ortet die App den User und zeigt ihm nur Posts an, die im Umkreis von bis zu zehn Kilometern erstellt wurden. Einzige Ausnahme ist die „Heimat“ des Nutzers: Hat der User einmal eine Heimat festgelegt, kann er die Posts dieser Location von überall lesen. Entsprechend hat Jodel einen sehr lokalen Schwerpunkt und versucht, den Austausch in lokalen Communities zu ermöglichen. Jodel gibt den Usern die Möglichkeit, Anekdoten, Informationen oder Fragen zu verbreiten, die regional relevant sind.

Im Gegensatz zu Facebook, Instagram und Co. bewegt sich der User in Jodel komplett anonym. Es gibt keine Profile und deshalb auch keine Profilbilder. Außerdem gibt es keine Klarnamen, nicht einmal Spitznamen, über die ein User identifiziert werden könnte. Diese Anonymität stellt für viele User den größten Reiz der Plattform dar. Sie gibt ihnen die Freiheit, zu schreiben was sie wollen, ohne sich ständig fragen zu müssen, was die Freunde, Verwandten oder Kollegen wohl von ihnen denken. Auch die Gefahr, mit peinlichen Relikten aus der Vergangenheit konfrontiert zu werden, reduziert sich dadurch deutlich.

Wie funktioniert die Interaktion auf Jodel?

Grundsätzlich gibt es für User auf Jodel zwei verschiedene Post-Arten: reine Textposts oder Bilder mit Textfeld, wobei die Textposts die deutliche Mehrheit bilden.

Unabhängig davon, ob der User ein Bild oder nur einen Text postet, können andere User mit dem Post interagieren. Sie können den Beitrag wie gewohnt kommentieren, zusätzlich dazu können die User den Post allerdings auch „Up- oder Down-Voten“. Dieses Bewertungssystem wurde zuvor bereits von der Plattform Reddit etabliert: Jedes positive Votum (Up) gibt einen Pluspunkt, jedes negative Votum (Down) einen Minuspunkt, das Saldo ergibt die Bewertung des Posts. So filtert die Community selbstständig die Inhalte der Plattform. Posts die stark negativ bewertet wurden, werden automatisch gelöscht.

Was ist Karma?

Und dann gibt es noch dieses Karma: Jeder User hat ein sogenanntes „Karmakonto“, das im Grunde nur zur Selbstkontrolle der Community beitragen soll. Mit jedem erstellten Post, der von der Community positiv bewertet wird, steigt das Karma des Users, mit jeder schlechten Bewertung sinkt es. Auch die Interaktion mit anderen Posts wirkt sich positiv auf das Karma aus. Da User untereinander das Karma des anderen nicht sehen können, dient der Stand primär dem User selbst, um zu sehen, wieviel Positives er zur Community beigetragen hat.

Jodel Interface. Quelle: Jodel

Werbung auf Jodel

Soviel zur Plattform aus User-Perspektive, aber welche Möglichkeiten gibt es nun, um auf Jodel werblich aktiv zu werden?

Momentan gibt es nur ein einziges Werbeformat, ein statisches Image im Picture-Feed. Der Picture-Feed ist im Grunde eine Sammlung aller Bilder, die im Umkreis des Users gepostet wurden. Die Werbung erscheint dabei beim Umschalten zwischen zwei User-Posts als Unterbrecher, vergleichbar mit den Stories auf Snapchat und Instagram. Damit ist die Auswahl zu Beginn noch sehr begrenzt, für den User wirkt das Format jedoch vertraut und soll möglichen Reaktanzen aufgrund der neueingeführten Werbung entgegenwirken.

Beispielwerbemittel des Advertisers Spotify. Quelle: Jodel

Wen erreicht man auf Jodel?

Bekannt wurde Jodel als „Die Studenten-App“. Ursprünglich von und für Studenten entwickelt, ist dieser Name auch nicht unbegründet. Vor allem auf den Campussen Deutschlands verbreitete sich Jodel rasend schnell. Tatsächlich sind momentan laut Aussage von Jodel über 70 Prozent der User zwischen 18 und 26 Jahre alt und ein Großteil davon Studenten. Die Kernzielgruppe von Jodel ist also jung, gebildet und lokal aktiv.

Was bietet Jodel?

Mit etwas über 600.000 monatlichen aktiven Usern in Deutschland ist die Reichweite momentan noch überschaubar. Dafür verspricht Jodel den Advertisern eine gewisse Exklusivität. Jodel öffnet sich nur langsam der Werbung und wählt dabei einen bedachten Weg. Die User sollen sich nicht mit Werbung überfrachtet fühlen, deshalb bekommt jeder User vorerst nur eine Werbeeinblendung pro Tag zu sehen. Somit können sich die Advertiser sicher sein, dem User exklusiv präsentiert zu werden. Diese Exklusivität lässt sich Jodel allerdings auch bezahlen: Aktuell ist ein Mindestbudget von 10.000 Euro nötig, die TKPs bewegen sich dabei im hohen zweistelligen Bereich.

Was bringt die Zukunft?

Die Vermarktung der Plattform steht noch am Anfang und wird sich mit der Zeit entwickeln und ausweiten. Bereits jetzt ist abzusehen, dass in naher Zukunft zusätzliche Werbemöglichkeiten hinzukommen werden. Auch das Targeting soll granularer werden: Während es zu Beginn nur die Möglichkeit gibt, regional und auf die aktuelle Berufs- oder Bildungsphase der User zu targeten, sollen zeitnah weitere demographische Targetingmöglichkeiten hinzukommen.

Zurzeit kommt die Plattform nicht für alle Advertiser in Frage, sei es wegen der hohen Preisstruktur oder der engen Zielgruppe. Mit der Ausweitung der Vermarktung wird Jodel jedoch auch für andere Advertiser interessant werden. Spannend wird sein, ob Jodel es schafft, sein Angebot für ein breites Feld an Werbekunden zu erweitern und inwieweit zukünftig auch weitere Zielgruppen erschlossen werden können. Nichtsdestotrotz ist Jodel eine spannende Plattform mit viel Potential, deren Entwicklung man im Auge behalten sollte.

Die neue Blog-Reihe ‚mediascale recruiting‘ feiert Premiere! In der ersten Folge gibt uns Agnes Ley, Unit Leiterin bei mediascale, einen kleinen Einblick in den Alltag einer Mediaagentur. Schließlich bedeutet Agentur nicht immer gleich Agentur. Während sich Kreativagenturen z.B. mit dem Erstellen von Werbespots, Anzeigen, usw. beschäftigen, sind Mediaagenturen unter anderem für die Einsatzplanung und Kampagnenabwicklung zuständig! Ihr könnt mit diesen Begriffen (noch) nichts anfangen? Dann erfahrt im folgenden Video mehr über die Arbeit einer Mediaagentur!

Zum Abschluss des Geschäftsjahres 17/18 stand auch diesen Sommer wieder das große CICC OFF Event für die Serviceplan-Gruppe an. Am 29.06. ging es los und die ganze Agenturgruppe fuhr traditionsgemäß für eineinhalb Tage ins fantastische Scalaria Event Resort am Wolfgangsee.

Vormittags erreichten alle den Wolfgangsee in Österreich – aber nicht nur unsere Kollegen der deutschen und europäischen Standorte waren anwesend, auch die Teams aus China und den USA wollten das große Serviceplan-Familienfest nicht verpassen. Für mich war es das erste CICC OFF Event und ich war schwer beeindruckt, wie viele Menschen aus aller Herren Länder zusammenkamen, um gemeinsam das erfolgreiche Geschäftsjahr zu feiern. Bevor die Feier startete, begrüßte uns Florian Haller, Chief Executive Officer der Serviceplan-Gruppe, und präsentierte die Ergebnisse des letzten Geschäftsjahres sowie die Ziele und strategischen Entwicklungen des kommenden Jahres.

CEO Florian Haller begrüßt alle Mitarbeiter der Serviceplan Gruppe.

Es folgten weitere Referenten mit interessanten und vielfältigen Vorträgen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Wir bekamen Einblicke in die innovative Arbeit vom Team des Plan.Net Innovation Studios, welches unsere Kunden dabei unterstützt, Ideen für digitale Produkt- und Servicelösungen zu entwickeln und in Form von Prototypen greifbar macht und lernten unsere Kollegen aus Hong Kong und dem neuen Standort New York kennen. Barbara Evans, Geschäftsführerin der Mediaplus, teilte mit uns ihre Erfahrungen zum Thema Kundenführung und wie wichtig eine gute Kommunikation und Vertrauensbasis für eine erfolgreiche Kunden-Agentur-Beziehung ist. Zum Schluss stellte Alexander Schill, Chief Creative Officer der Serviceplan Gruppe, seine aktuellen Lieblings-Cases vor – unter anderem natürlich auch die neun Cannes Lions Gewinner des 65. Cannes Lions International Festival of Creativity. Kernbotschaft der diesjährigen Vorträge war sicherlich der Erfolgsbote „Kreativität“ – ob im Facility Management, im strategischen Einkauf oder in der Kundenberatung. Kreativität ist ein täglicher und entscheidender Bestandteil unserer Arbeit und hat viele verschiedene Facetten.

Bevor wir uns schließlich zum Abendessen trafen, sind wir alle in unsere Zimmer verschwunden, um uns für die Party vorzubereiten. Das diesjährige Motto hieß „Flower Power“ und verwandelte so manchen Agentur-Hipster in einen Hippie der 70er Jahre. Auch hier waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt und man bekam die alte Schlaghose der Eltern, blumige Accessoires und bunte Batik-Shirts zu Gesicht.

Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer mediascale (rechts), und Dominik Terruhn, Geschäftsführer der Plan.Net Media, in Hippie-Manier. Quelle: privat

Teil des Abendprogramms war außerdem ein Überraschungs-Special Act: der Auftritt des Pianisten Joja Wendt. Auch die Serviceplan-Band hat ordentlich eingeheizt und so wurde bis spät in die Nacht in der Mystic Underworld des Scalaria Hotels gefeiert. Nach einer langen Partynacht konnte man sich am nächsten Morgen bei einem Frühstück am See stärken, um anschließend wieder den Heimweg anzutreten. Voller positiver Eindrücke blicken wir nun dem neuen, kreativen und bunten Geschäftsjahr 18/19 entgegen.

Der Pianist Joja Wendt rockt die Party. Foto: Benno Klandt