Jährliches Archiv für 2011

Es waren einmal zwei sehr erfolgreiche Kommunikationswege im Online Marketing. Auf der einen Seite der Conversion-Muskelprotz E-Mail-Marketing: Sehr erfolgreich, weil er etwas kann, das anderen meist verwehrt bleibt. Er ist in der Lage, Interessenten auf Basis von freiwillig abgegebenen Daten persönliche Angebote zu machen, die diese aus genau diesen Gründen in der Regel interessanter finden als andere Werbung. Und auf der anderen Seite der aufsteigende Star im Online-Olymp ReTargeting: Ebenfalls sehr erfolgreich, weil er Dinge über Interessenten weiß, wovon andere nur träumen können. Er weiß, wann sich Besucher für was auf einer Website wirklich interessiert haben und kann diese Informationen dazu nutzen, ein Angebot noch einmal an anderer Stelle zu unterbreiten oder sogar noch etwas oben drauf zu legen.

Aber: Wäre es nicht märchenhaft, wenn es eine Möglichkeit gäbe, die beiden Erfolgsmodelle auch zusammen einzusetzen?

Ein konkretes Beispiel: Sie informieren Ihre Kunden und Interessenten per E-Mail bereits umfassend über Angebote oder Neuigkeiten aus Ihrem Haus, aber Sie wissen nicht, ob und wann diese Kunden und Interessenten Sie besucht haben, was sie sich angesehen oder in den Warenkorb gelegt haben? Amazon macht es ja täglich vor, wie effizient es sein kann, wenn man in E-Mails Angebote findet, für die man sich vorher im Shop interessiert hat. Und das ist nur eines von vielen sinnvollen Einsatzszenarien…

Bisher war der Branchenprimus eines von ganz wenigen Unternehmen in Deutschland, die dieses Verfahren konzeptionell, technisch und rechtlich beherrschen. Heute setzen wir eine derartig abgestimmte Online-Kommunikation bereits für einige unserer Kunden ein.

Zuerst die konzeptionelle Seite:

Derzeit ist kein sechs- oder siebenstelliges Budget in einer eCRM-Lösung mehr nötig, um beide Kommunikationwege zusammenführen zu können. Alles, was sie wissen müssen, ist: Welche Informationen, die sie über den Shop- oder Websitebesuch eines Interessenten sammeln dürfen, können Sie in welche relevanten Angebote verpacken. Zum Beispiel könnte der wiederholte Besuch einer Unterkategorie dafür sprechen, dem Interessenten in der nächsten E-Mail ein spezielles Angebot passend zu dieser Unterkategorie zu unterbreiten. Oder Sie versenden in der nächsten E-Mail einen Gutschein an einen Warenkorb-Abbrecher.

Dann die technische Seite:

Ihre Agenturpartner müssen in der E-Mail nur eine Fläche schaffen, die technisch wie ein ReTargeting bei einem Display-Werbemittel funktioniert. Das heißt, im Moment der Öffnung bzw. des Bilder-Downloads in der E-Mail wird die Profilinformation auf dem Computer des Interessenten abgefragt. So lassen sich genauso wie bei ReTargeting-Bannern auf Websites auch innerhalb von E-Mails spezielle, individualisierte Angebote einblenden. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies nicht bei allen, aber bei den meisten E-Mail-Clients funktioniert. Der Rest sieht hier eine generische Fall-Back-Variante.

Und schließlich die rechtliche Seite:

Im elektroniscvhen Dialog bedarf es ja für nahezu alle erhobenen Daten immer auch ein rechtskonformes Opt-In-Verfahren. Anders im ReTargeting, wo anonymisierte Profilinformationen nur die Zugehörigkeit zu einer oder mehreren Gruppen (z.B. die der Warenkorbabbrecher) markieren. Hier ist kein Opt-In-Verfahren notwendig.  Das E-Mail-Marketing-System verwendet oder speichert die Profilinformationen zu keinem Zeitpunkt. Daher entsteht überhaupt kein rechtliches Hindernis.

Erste Effizienz-Messungen zeigen das immense Potential, einen so conversion-starken Kanal wie das E-Mail mit relevanten Profilinformationen weiter zu veredeln! Und wir stehen hier erst am Anfang eines spannenden Wegs…

Falls Sie unser Verfahren genauer interessiert, nehmen Sie Kontakt auf!

Die Götterdämmerung hat in Old Europe nun auch einen einstigen Star des Social Webs erreicht. Der Abgang erfolgte nach dem gleichen Muster, mit dem sich US-Konzerne gewöhnlich anfangen zu atomisieren: Hype, Fremdvermarktung, Eigenvermarktung, gefolgt von der Auflösung des deutschen Vertriebsbüros, Aufkauf durch Yahoo oder umgekehrt, Versinken in der Bedeutungslosigkeit.

Gut, letzteres ist prognostiziert, aber unwahrscheinlich ist es nicht. Yahoo scheint sich dabei als Web-Deponie zu etablieren und sollte langsam aber sicher Fördergelder beantragen für so viel Einsatz im Bereich „Umwelt“. Wenn Sie auch noch Lycos aufgenommen hätten, wären sie auch noch als Spezialist für Sondermüll ein Begriff.

Zurück zu myspace! Überraschend kam es ja letzten Endes nicht, und der Abstieg auf Raten war schon seit längerem vorgezeichnet. Es scheint sich also zu bewahrheiten, dass in derlei Verdrängungswettbewerben nur ein Gewinner übrig bleibt. Dies belegen auch der schleichende Bedeutungsverlust der VZ Netzwerke, die Begrenztheit von Lokalisten.de und die Stärke von Facebook.  Wobei letzteres ja nun laut Herrn Douglas Rushkoffs lesenswertem Artikel die Halbwertzeit auch überschritten haben soll. Der gelesene Kaffesatz ist dünn, aber nicht unplausibel. Und im Grunde stellt sich doch jedem die Frage: Wird Facebook ein „Google“, also ein durchsetzungsstarker Champion, der sich am Ende als Platzhirsch behauptet? Oder war es doch nur ein sternschnuppender „AOL“, der nach kurzer Zeit die Leuchtkraft verliert? Die Chancen stehen gut, dass Option eins eintritt, unter anderem auch deshalb, weil  mit myspace ein Konkurrent die Segel streicht.

Für myspace bewahrheitet sich wiederum ein altbekannter Fluch, nämlich dass es nicht immer gut ist, der Erste zu sein, auch wenn sich Herr Schumpeter im Grabe umdrehen würde. Das haben schon altgediente Fußballmannschaften wie Rot-Weiß Essen oder Eintracht Braunschweig erkennen müssen und bestätigt sich nicht zuletzt im Bereich Suchmaschinenmarketing. Bleibt zum Schluss die Frage, ob wir myspace vermissen werden. Eigentlich ist mir das Netzwerk bis zur Recherche für diesen Artikel mehr oder weniger egal gewesen, weshalb ich die Frage mit einem vorsichtigen „nein“ beantwortet hätte. Sicherheit, mit dieser Meinung richtig zu liegen, erlangte ich allerdings, als ich feststellen musste, dass myspace Keywords auf den eigenen Namen bei Google einbucht, obwohl es organisch nicht zu verfehlen ist.

myspace

Wer für so viel Nutzlosigkeit Zeit und Geld investiert, hat es auch nicht anders verdient und minimiert dabei drastisch die Chance, wie Phönix der Asche zu entkommen. Darwinismus kann auch Spaß bereiten.

Gemeinsam mit unserem Partner netzfrequenz aus Augsburg haben wir das Dynamische Bannertool (DBT) für unseren Kunden mirapodo, ein Unternehmen der Otto Gruppe, bereits zum Shoplaunch  im Frühjahr 2010 an den Start gebracht (mehr Infos zur Kampagne hier). Seither werden über das DBT alle Produktwerbemittel der Displaykampagnen profilgesteuert und individualisiert ausgeliefert.  Nun haben wir das System  für mirapodo um den Kanal  Affiliate erweitert und werden in  naher Zukunft  auch das Angebotsmanagement im eMail-Marketing dynamisiert aussteuern. Alle Kanäle greifen dabei auf denselben Systemkern und Produktdatenfeed zurück.

Das Tool stellt dem Affiliate-Publisher ein Webinterface zur Verfügung, in dem er sich selbst mit wenigen Mausklicks die optimalen Werbemittel für seine Umfelder erstellen kann. Als Filterkriterien stehen hierbei alle relevanten Suchoptionen des Shops wie Schuhkategorie, Schuhform, Marke oder Preis zur Verfügung. Diese Kategorien werden ergänzt um Sortimentsfilter wie Topseller und Salesartikel. Die Logik des Dynamischen Werbemitteltools sorgt selbstverständlich dafür, dass die Inhalte der Banner täglich aktualisiert werden. So ist Abwechslung garantiert, und es erscheinen immer nur verfügbare Produkte im Werbemittel.

Wie spielerisch der Publisher die auch in der Gestaltung anspruchsvollen Werbemittel erstellen kann, zeigt unser Demonstrationsfilm:

Herzlich willkommen 2011. Nachdem das olle 2010 mit Eiszeit geendet hat, dürfte es das neue Jahr nicht schwer haben, unsere Herzen zu erwärmen. Der Saisonauftakt wurde direkt spannend, denn Frau Piel ist da, Frau Piel ist WDR und Frau Piel gibt gerne unbedachte Interviews (z.B. in der FR) . Als eine der ersten Amtshandlungen kündigte sie direkt eine Bezahl-App für die Öffentlich-Rechtlichen an. Und da sind wir auch schon mittendrin im Richtungsstreit und der Feststellung, dass Prognosen, welche die Zukunft betreffen, verdammt schwer sind. Denn die erste Frage, die sich stellt, lautet: Können sich Bezahl-Apps überhaupt durchsetzen? Die Absatzzahlen der Tablet-PCs werden sicher weiter nach oben gehen, auch wenn das Tabloid als eigenständiges Medium keine kritische Masse erreichen wird und auch die ersten Tests in Bezug auf Response und Clickrate eher ernüchternd sind. Dem gegenüber stehen erste graue Wolken aus dem imperialistischen Mutterland, wonach der Nachfrage nach Magazin-Apps die Puste auszugehen droht. Wenn dem so sein sollte, wird es auch schwer, einen nachhaltigen Umsatz aus den App-Gebühren zu generieren. Das Dressurreiten toter Pferde hätte es ja sonst auch ins olympische Programm geschafft. Was die Dame vom WDR im Speziellen angeht, so stimme ich darüber hinaus auch eher dem Herrn Niggemeier denn dem VDZ zu, der die Berechtigung kostenpflichtiger Apps aus öffentlicher Hand mit der Begründung in Frage stellt, dass wir die Inhalte ja eh schon GEZahlt haben. Tja, recht hat er irgendwie.

Was die sonstige Entwicklung angeht, halte ich das Fortschreiben der 2010er-Erfolgsgeschichten für das plausibelste Szenario: Größere Digitalstücke aus dem Werbekuchen, mehr Bewegtbild, mehr Mobile und mehr Technisierung und Bidding. Nicht zu vernachlässigen ist in dem ganzen Trubel die blaugesichtige Community aus dem kalifornischen Silikontal. Und ich freue mich schon wieder auf Sätze wie: Wenn Facebook ein Land wäre, dann wäre es das drittgrößte der Welt oder so. Genau so schlaue Sätze wären: „Wenn Biertrinker ein Land wären, dann… Wenn Autofahrer eine Autobahn wären… und wenn Jesus heute geboren werden würde, sähe er aus wie ein Taliban und käme in Deutschland in eine geschlossene Anstalt“. Fest steht aber, dass Gitta Saxx jetzt Anteile gekauft hat und zu einer soliden Gesamtbewertung von 50 Mrd. US-$ kommt, was die 500 Mio. Mitglieder mit 100 $ pro Nutzer versilbert (Achtung: Spekulatives Scheinkapital! Bitte keine feuchten Augen bekommen und die Kohle bei Facebook einfordern – obwohl, warum eigentlich nicht!) sowie Goldmann Sachs ins Dschungel Camp zieht. Experten hätten es genau andersrum vermutet, aber so verrückt ist halt unsere Zeit. Das wird auch dadurch belegt, dass inzwischen zwei Browser gleichzeitig Marktführer sein können. Klicken sie hier, wenn Ihre Sympathie dem IE gilt und hier, wenn der Feuerfuchs sich in Ihr Herz gesurft hat.

Alle weiteren Ereignisse (Vulkane, Erdbeben, Übernahmeschlachten, den Untergang der FDP,  Klimaerwärmung etc.), die da kommen werden,  betrachten wir dann in Echtzeit (Realtime Annotation) bzw. mit  größtmöglicher Aktualität. Es bleibt also spannend, Stillstand ist der Tod und nix bleibt, wie es war.

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