Klartext!

Erst hieß es Real Time Bidding, dann Real Time Adverting, schließlich einigte sich der Markt auf den Begriff Programmatic Advertising. Gemeint war aber immer die plattformgetriebene, automatisierte Abwicklung von Onlinedisplay- oder Videokampagnen auf Computern und mobilen Endgeräten.

Doch Programmatic Advertising hat längst begonnen, über diese fast schon „klassischen“ Bereiche hinauszuwachsen. Die Adserver-Logiken beginnen, auch andere Kanäle zu erobern und erreichen am Ende alle Geräte, die sich über IP-Adressen ansprechen lassen. Das neueste Pferd im Stall der PREX, des programmatischen Trading Desks von Mediaplus und Plan.net Gruppe, ist dabei das Taxi.

Wenn Fahrgäste in München ins Taxi steigen, sehen sie auf dem Rücksitz neben Infotainment auch Bewegtbild-Werbung für M-net, einen gemeinsamen Kunden von mediascale und Mediaplus.

Diese  Premiere im deutschen Markt setzte PREX dabei gemeinsam mit dem Vermarktungspartner TAXIdo.tv  um. Die Displays in den Taxen sind über LTE breitbandig ans Internet angebunden und schalten sich nur ein, wenn ein Fahrgast vor Ihnen Platz genommen hat. Im Taxi, so die aktuelle Studie „Public und Private Screens 2016/2017“, werden überproportional viele Entscheider erreicht. Eine wichtige Zielgruppe – nicht nur für M-net.

Technisch gesehen handelt es sich bei der Ausspielung der Videowerbung um eine Private Auction, bei der  die SSP (Sell Side Plattform) von TAXIdo.tv über die DSP (Demand Side Plattform) von PREX direkt angesprochen wird. Die Austeuerung erfolgt in Echtzeit impressionbasiert, sodass alle aus der Displaywerbung gewohnten Aussteuerungsmechaniken zur Anwendung kommen können. Dazu gehören zum Beispiel Regiotargeting, exakte Frequenzsteuerung pro Display und Taxifahrt sowie Sequencing.

Fehlt der programmatischen Werbung im Taxi dann noch etwas, um als vollwertiger Werbekanal in der Customer Journey mitzuspielen? Technisch ist alles bereit, doch es mangelt noch an einer flächendeckenden Reichweite von mit Displays ausgestatteten Taxen. Hier müssen die Anbieter noch  ihr Hausaufgaben erledigen, um reichweitenstärkere Kampagnen möglich zu machen.

 

2 Kommentare zu “Taxiwerbung goes Programmatic

  1. Agnes verfasst am Dienstag, 27. Juni 2017 - 13:08 Uhr

    Danke für´s Update, Tobi! Informativer Beitrag :-)

  2. Anonymous verfasst am Montag, 18. September 2017 - 13:27 Uhr

    Private Auction oder wohl eher Preferred Deal? Oder schaukelt man sich selbst die Preise hoch.

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Tobias ist Chief Technical Officer bei mediascale. Mit seinem technischen Know-how schreibt er hauptsächlich über die Themen Tracking, Software und das mediascale Profiling-Produkt: NE.R.O. Dabei schafft er den Spagat zwischen der Vermittlung von fundiertem technischem Hintergrundwissen auf der einen Seite und allgemein verständlichen Formulierungen für weniger Versierte andererseits.

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