Tag Archiv für "Zukunft"

Das neue Jahr ist gerade mal zehn Tage jung und doch bereits voller Erwartungen. Die ersten Voraussagen werden traditionell in der Silvesternacht beim Bleiorakeln getroffen. Und was man da in die kleinen Bleiklumpen alles hineininterpretieren kann…

Etwas präziser als den sprichwörtlichen Blick in die Kristallkugel schauen unsere beiden mediascale-Geschäftsführer Julian Simons und Wolfgang Bscheid in die Zukunft des Marketings:

Wolfgang Bscheid

„Die ePrivacy-Verordnung kann dazu führen, dass sich unsere Branche komplett wandelt. Login-Allianzen werden voraussichtlich immer wichtiger, um überhaupt noch an Daten zu kommen. In einer Opt-in-basierten Welt werden nur noch große Player eine Chance haben, Werbekunden weiterhin digitale Kampagnen so auszuspielen, wie sie es gewohnt sind.“

Julian Simons

„Die Integration klassischer Kampagnenbausteine wie DooH, ATV, Radio und Kino in eine programmatische Struktur ist 2018 Thema. Sowohl die technische Einbindung von Vermarktern und Medien in eine zentrale Infrastruktur, als auch die interne Schulung von Planern und Kunden müssen vorangetrieben werden.

 

Welches sind Ihre Trendthemen für 2018? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Wenn Sie noch mehr Meinungen zu den Trends des Jahres erfahren möchten, empfehlen wir den Trendartikel der Absatzwirtschaft – in dem auch die beiden Zitate unserer Geschäftsführer erstmals erschienen sind.

Einen angenehmen und guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen das Team der mediascale!

Es gibt ja Leute, die leben so einfach in den Tag hinein. Ohne den Gedanken was gestern war und was morgen kommt. Klingt eigentlich ziemlich relaxed und positiv. Das kann bei dem einen oder anderen auch funktionieren, doch eine Karriere bzw. Erfolg im Arbeitsleben ist damit theoretisch ausgeschlossen, da ja kein Ziel verfolgt wird. Dann gibt es wiederum Leute, die alles, aber auch alles durchgeplant haben. Wann bin ich mit der Schule fertig, was werde ich an welchen Unis studieren, was wird mein Job sein, wann heirate ich, wann bekomme ich ein Kind, welches Auto werde ich fahren, wo werde ich wohnen, was mache ich im Alter, wovon lebe ich dann. Wenn man den Gedanken weiterspinnt und diese Lebenseinstellungen auf Unternehmen überträgt, sieht es doch so aus, dass die Unternehmen, die sich über die Zukunft genug Gedanken gemacht haben bzw. machen und alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und sich somit früh genug auf morgen vorbereiten, deutlich wahrscheinlicher auch morgen noch bestehen werden. Unternehmen ohne klare Ziele und Innovationstrieb, bleiben auf der Strecke. Nur ist das gar nicht so einfach mit dem Vorbereiten auf morgen.

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In der Studie Global E-Tailing 2025 im Auftrag der deutschen Post, haben sich einige Experten Gedanken über mögliche Zukunftsszenarien gemacht.

Szenario 1:

Große Handelsunternehmen, die über wirklich jeden Kanal, also stationärer Handel und Online Vertrieb, ihre Produkte zu jeder Zeit und auf allen möglichen Geräten anbieten, sind weit verbreitet. Das klingt wie die heutige Situation, aber das stimmt nicht ganz. Noch ist es keinem Unternehmen gelungen Multi Channel im Gleichgewicht zu fahren. Entweder der Fokus liegt auf eCommerce oder Ladengeschäft. Beides in einem gleichmäßigen Verhältnis und das auch noch global aufzuziehen, ist bisher keinem gelungen. Man muss dabei sagen, dass die Studie davon ausgeht, dass eigentlich alles Online stattfindet, aber man im Ladengeschäft, das mittlerweile einfach nur ein Showroom ist, die Produkte ansehen und anfassen kann. Über beide Wege sind die Haupterfolgsfaktoren nur noch Produktpreis und Lieferbedingungen. Je günstiger und schneller, desto mehr. Macht Sinn aus meiner Sicht.

Szenario 2:

Etwas futuristischer ist die zweite Vorstellung der Zukunft. Es gibt eine sehr breite Mittelschicht, die nach Selbstverwirklichung strebt und damit auch sehr individuell einkauft. Der stationäre Handel setzt komplett auf Erlebniskauf, während Online nur noch total vereinfacht auf Masse setzt. Die Menschen nutzen unterschiedlichste Wearables, um Erlebnis und zum Abschluss zu gelangen. Dieses Szenario klingt zwar schön und wird vielleicht in einigen Märkten zu einem gewissen Grad so auch stattfinden, aber ganz ehrlich, eine breite Mittelschicht sehe ich in 10 Jahren noch nicht global.

Szenario 3:

Alle potenziellen Käufer sind mit Wearables wie Datenbrillen, smarte Kontaktlinsen, etc. aber auch intelligenten Häusern und Autos ausgestattet. Es ist eine digitale Gesellschaft entstanden, die eigentlich nur online einkauft. Der Kunde wird von virtuellen Händlern zum Kauf beraten. Dabei werden Angebote nach einzelnen Kundenprofilen abgerufen und in Echtzeit dargestellt. Der User muss nur noch akzeptieren und bekommt seine Ware am selben Tag geliefert. Auch eine futuristischere Darstellung.

Szenario 4:

Rohstoffe werden knapp, Finanzkrisen entstehen. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz sind Hauptentscheidungskriterien für User aber auch für das Bestehen von Unternehmen. Aufgrund der Knappheit werden Produkte eher getauscht als neugekauft oder man repariert bzw. bastelt selbst Lösungen. Hauptaugenmerk liegt also nicht mehr am Verkauf von Produkten sondern eher and der Beschaffung von Ersatzteilen und Reparaturservices. Diese Zukunft gefällt mir nicht so ganz.

Völlig egal welches Szenario tatsächlich stattfindet, eines ist ganz klar. Nur Unternehmen, die sich auf Innovationen einlassen bzw. weiterentwickeln und alle Möglichkeiten für deutlich individuellere Kaufwege und Prozesse vorbereiten, international, stationär und digital sehr gut aufgestellt sind, werden bestehen. Alle anderen werden verschwinden.

 

Real Time-Advertising, Programmatic Buying und Private Marktplätze: Wer bisher schon den Eindruck teilte, dass Online-Marketing ein durchaus komplexes Gebilde ist, wird  auch 2014 nicht enttäuscht. Zur scheinbar wachsenden Komplexität trägt zusätzlich bei, dass immer neue Player mit schwer vermittelbaren Leistungsversprechen entstehen. Vor diesem Hintergrund war die bestens besuchte data driven display advertising conference, kurz d3con, Mitte Februar in Hamburg ein guter Gradmesser dafür, was derzeit in der automatisierten Online-Mediawelt passiert.

Auch mediascale-Geschäftsführer Julian Simons war geladen und musste sich zusammen mit Stefan Beckmann von Infectious Media – moderiert von Ralf Scharnhorst – der Frage stellen: „Wird es in 5 Jahren noch klassiche Mediaagenturen geben?“

Hier ein kleine Kostprobe von Julians Antworten auf die Frage:

„Es werden eher mehr Agenturen als weniger… Im Moment können Agenturen die Kunden noch am besten beraten …Wir wandeln uns immer mehr vom Einkäufer zum Berater… Der Einkauf bleibt für den Werbungtreibenden wichtig, aber die Systeme dafür sind in Teilen Commodity geworden…Die erfolgreiche Media-Agentur wird 2019 ein anderes Leistungsspektrum anbieten als heute.“

Julian Simons Fazit: „Wir sind weit weg davon, ein stupider Mediaplaner zu sein. Wir sind wesentlich näher dran, ein hervorragender Berater für unsere Kunden zu werden.“ Mit seiner Argumentation konnte Julian schließlich auch das anwesende Publikum, allesamt Experten der datengetriebenen Online-Mediawelt, für sich gewinnen: Zwei Drittel waren nach der d3con-Diskussion der Meinung, dass es auch in fünf Jahren weiter Media-Agenturen geben wird. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt!

Wer sich 20 Minuten Zeit nimmt, kann sich selbst ein Bild von Julians Talkrunde machen:

Weitere Videos von der d3con sind vorbildlich im YouTube-Kanal von onlinemarketing.de hinterlegt.

 

Es ist eigentlich egal wo man hinschaut oder über welchen Artikel man in der Zeitung stoplert, die guten Nachrichten sind irgendwie ein bisschen spärlicher geworden als die über Krisen, Weltveränderung oder einen Ausnahmezustand. Die Wirtschaft in Europa befindet auf dem sprichwörtlichen „Rollercoaster“ und man kommt ins Grübeln, ob die Welt zu einem anderen Zeitpunkt nicht doch ein bisschen heiler aussehen würde. Wie wäre es denn mit der Zukunft? Oder mit der Vergangenheit? Damals war doch immer alles besser?! Wir haben heute unsere Experten gefragt:

 

Trotz allem sind sie sich eigentlich fast einig: Im „Here and Now“ ist es eigentlich gar nicht so schlecht (obwohl man momentan noch nicht in zwei Stunden von München nach Sydney fliegen kann…).

Oliver Hülse

Oliver Hülse: „Ich glaube nicht – es war schon schön, unter anderem, die Entwicklung vom Kofferraum füllenden Mobile-Telefon zum iPhone mitzuerleben.“

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „Why not, ich wollte schon immer in zwei Stunden von München nach Sydney fliegen.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Nein. Ich fand den Pioniergeist meiner Jugend schon toll. Autos ohne Gurte, Fahrradfahren ohne Helmpflicht, richtige Skis, die größer waren als ich selbst, der erste Sony Walkman, Musik aus der Hitparade aufnehmen, die ersten Computerspiele (von Game and Watch über Atari und ColecoVision bis hin zum Gaming).“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Ich fühle mich sehr wohl im Hier und Heute, hatte eine glückliche analoge Kindheit und habe noch ein erfülltes digitales Berufsleben. Also das Beste aus beiden Welten. Außerdem war die Musik in den Siebzigern und Achtzigern besser als sie 2022 sein wird.“

Catharina Wilhelm

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „Nein. Ich bin generell froh, halbwegs erwachsen zu sein und nicht mehr aufwachsen zu müssen.“

Doris Eichmeier (Content-Strategin): „Ich bin mit diesem Jahr sehr zufrieden, wer sich für Medien interessiert, dem wird bestimmt nicht langweilig.“

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „Ich kenne meine Welt und mag sie, so wie sie ist, mit ihren Stärken und Schwächen.“

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Nein, ich halte nichts von Zeitreisen. Das Leben wird rückwärts verstanden und vorwärts gelebt.“

Ulrich Schmidt

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Die Chancen sind immer da, wo man ist, nie da, wo man nicht ist. Ich bin zufrieden im Hier und Jetzt.“

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Wir leben in einer der coolsten Zeiten, die es je gab, mit umwälzenden Entwicklungen. Ich wüsste keine bessere Zeit und keinen besseren Ort (Wie auch?).“

 

Torsten Ahlers (CEO, Next Audience): „Beides reizvoll, besser als vor 20 Jahren geboren zu sein.“

In der nächsten Folge lesen Sie: Was machen Sie selbst in zehn Jahren? Und für wen oder was würden Sie dann eine Kampagne schalten?

Haben Sie auch eine Prognose, Meinung oder einen klaren Blick in die Zukunft? Oder wollen Sie bei der nächsten Frage der Woche dabei sein? Dann einfach Kommentar hinterlassen oder eine formlose Mail an presseanfragen@mediascale.de schicken.

Mit so vielen neuen Erfindungen und Entwicklungen heutzutage, versuchen wir immer ein paar Schritte nach vorne zu machen. Was uns 2022 in der Online-Welt erwartet ist eine berechtigte Frage und unsere Experten haben die Zukunft sehr unterschiedlich im Visier. Von Big Brother bis zur emotionalen Intelligenz war heute alles mit dabei.

 

Aber lesen Sie doch selbst. Viel Spaß!

Thomas Port

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Leider nein, eher Big Brother is watching you.  Der gläserne Mensch wird Realität sein.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Das Internet macht unsere Welt transparenter: Das gilt für Produkte und Unternehmen, auch für die Politik. Vertrauen muss man sich in diesem Umfeld hart erarbeiten, und die Glaubwürdigkeit spielt eine große Rolle. Das macht unsere Welt besser. Aber: Lebenserfahrung muss im Privaten und auch im Job noch eine Rolle spielen und darf nicht von Maschinen abgelöst werden. Obwohl wir, und das ist kein Widerspruch, immer mehr unserer Entscheidungen mit Daten aus dem Netz untermauern (Big Data!).“

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Eine??? Die meisten Entwicklungen machen meine Welt schon heute besser. Im Ernst, die Möglichkeit der individuellen, aber kollektiv wahrnehmbaren und multiplikativ verbreitbaren Meinungsäußerung durch Web 2.0, begrenzt die Macht von Publikationsmonopolen und trägt heute schon täglich zur Aufklärung und Demokratisierung bei – siehe Arabischer Frühling.“

Ruth Schöllhammer

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „Alle Online-Entwicklungen, die das Leben der Nutzer vereinfachen und dessen Bequemlichkeit unterstützen, werden erfolgreich sein. Wenn sich dadurch die Welt verbessert – tant mieux.“

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Mehr Information, mehr Bildung, mehr Demokratie für alle.“

 

Torsten Ahlers (CEO, Next Audience): „Mobiles Internet.“

Harald Kratel

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Ja, das Leben ohne Bildschirm und Tastatur! Google Glasses wird kommen! wir werden unsere Texte sprechen können und nicht mehr tippen müssen! Außerdem wird es automatische Übersetzungsprogramme geben!“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): Die Konvergenz aller derzeitigen Geräte (Radio, Telefon, TV, PCs, Tablets) in eine vernünftig handlebare Gerätegruppe.“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „… die Intelligenz des Herzens. Hoffentlich.“

 

In der Nächsten Folge lesen Sie: Wird es in den nächsten zehn Jahren einen Gegentrend zum Digital Native, den „Online-Aussteiger“, geben? Wären Sie dabei?

Wenn das Jahr sich langsam dem Ende neigt, gibt es eigentlich immer zwei instinktive Handlungen. Zuerst reflektiert man, was dieses Jahr positiv gelaufen ist. Anschließend schaut man ins nächste Jahr, um sicher zu gehen, dass man mit dem Rest der Welt auf gleicher Wellenlänge ist (oder im Idealfall schon ein bisschen weiter). Seit der dmexco im September haben wir konkret verfolgt, dass sich drei Trendthemen für den Markt 2013 besonders herauskristallisiert haben:

1. Die Automatisierung der Mediaplanung nimmt stetig zu

2. Klassische Umfeldplanung entwickelt sich zu einer datengestützten Planung

3. Der Werbungtreibende legt künftig den Wert eines Kontaktes fest, nicht der Vermarkter

Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von mediascale, gibt uns einen kleinen Vorgeschmack, was uns in 2013 in der Online-Mediawelt erwartet und welche Themen einen großen Einfluss auf Reichweite, Medienplanung und Werbemittel haben. In den kommenden Folgen von Bscheid gsagt wird jedes dieser Themen nochmal ausführlich diskutiert. Viel Spaß bei der Vorschau.

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

Als gebildeter und multifunktioneller Mensch denkt man ja immer irgendwie man sei unersetzlich, aber sind wir das wirklich? Heutzutage wird alles motorisiert, automatisiert und menschlich reduziert, auch in der Welt der Mediaagenturen. Viele unserer täglichen Prozesse verlaufen über vorprogrammierte Eingaben, durdachte Listen und Kontakte, die unsere Computer schon lange gespeichert haben. Es tut dann aber doch ganz gut zu wissen, dass alle Informationen, die unsere Maschinen bearbeiten und wieder ausspucken, sorgfältig von jemandem zusammengestellt wurden, der nachdenkt, mitdenkt und vorausdenkt. Mit unserer Frage der Woche haben wir unsere Experten verhört, was Sie von unserer Zukunft 2022 halten:

Unsere Experten sind sich ziemlich einig, Man Over Machine. Obwohl viele Prozesse automatisiert werden, scheint der menschliche Aspekt der Mediaagenturen doch auch in Zukunft noch ein wichtiger Treiber in unserer Branche zu sein.


Alexander Erlmeier

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Es wird noch Mediaagenturen geben. Der Markt wird sich aber konsolidieren und stark Technologie getrieben sein. Große Netzwerk-Agenturen werden selbst zum Publisher. Diese aggregieren Inventar, das nicht über Umfeld, sondern Zielgruppen vermarktet wird.“

 

Thomas Port

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Ich glaube nicht an diese totale Mechanisierung. People make Business.“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „Beides – es wird wenige Mediaagenturen geben, die via ihrer Programme alles per Knopfdruck steuern können. Blitzschnell.“

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „Mediascale ist in 10 Jahren Markführer und hat die meisten anderen Mediaagenturen geschluckt.“

 

Guido Wiegand

Guido Wiegand (Managing Director, Studiosus Reisen): „Gerade für kleinere und mittlere Werbetreibenden sind Mediaagenturen auch künftig unverzichtbar. Bei den Big Spendern wäre ich mir da nicht so sicher.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Gute Mediaagenturen wird es immer geben, so wie den FC Bayern. Selbst wenn künftig vieles „nur“ Machine to Machine abgewickelt wird, brauchen wir Mediaagenturen, die uns genau dabei beraten und als Experten zur Seite stehen. Eine persönliche Beratung ist durch keine Maschine zu ersetzen. (Siehe auch: Heute haben SEA-Agenturen eine Berechtigung, obwohl AdWords auch vollautomatisch ist.)“

 

Ruth Schöllhammer

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „In 10 Jahren gibt es auf jeden Fall Agenturen, wie auch immer sie heißen mögen, die kreativ, originell und überraschend die richtigen Botschaften zum richtigen Adressaten bringen.“

Doris Eichmeier (Content-Strategin): „Bestimmt werden die Buchungen vollautomatisch Machine-to-Machine abgewickelt. Aber ob eine Maschine eine gute Mediastrategie erstellen kann? Das wage ich dann doch zu bezweifeln. Menschliche Intuition und die Freude auf Neues, eventuell Riskantes, ist doch das, was Werbung gut macht. Die Mischung aus Mensch und Maschine muss in der Mediaplanung stimmen, deshalb wird es Mediaagenturen weiterhin geben, wenn sie – wie Mediascale – starke Persönlichkeiten als Mitarbeiter und Chefs haben ;-).“

 

Ulrich Schmidt

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Mediaagenturen sind wohl nicht tot zu kriegen, die werden schon einen Weg finden, um Rechnungen für irgendetwas zu stellen, was man billiger und besser selbst erledigen kann ;-).“

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Ich denke, der menschliche Faktor ist bis 2022 immer noch nicht von der Maschine übertroffen.“

Klaus Täubrich (Geschäftsführer, TVzweinull): „Es gibt noch Medienagenturen, deren Arbeitsweise sich voll auf die digitalen Medien fokussiert hat. Diese arbeiten aber sehr Technologie getrieben.“

 

Oliver Hülse

Oliver Hülse (Managing Director DACH, Rocket Fuel): „Mediaagenturen wird es weiterhin geben – die Aufgaben werden sich verändern – die objektive Beratung und Konzeption von Kampagnen wird einen großen Anteil der alltäglichen Arbeit sein.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Sicherlich wird es die geben, und die werden mit den richtigen Tools ganz genau aufzeigen können, wo man zielgerichtet wirbt.“

 

 

Arndt Groth

Arndt Groth (CEO, PubliGroupe AG): „Mediaagenturen sind Geschichte, damit Wolfgang und Julian sich endgültig ausschließlich ihren Hobbies widmen können. Aber im Ernst: Die Standard-Platzierungen werden tatsächlich automatisiert durch Real Time Advertising abgewickelt. Das macht in zehn Jahren schätzungsweise 3/4 des Volumens aus. Die komplexen Integrationen und aufwändigen Platzierungen auch bei Homepagebuchungen, Take-Overs, Sponsor Ships etc. werden weiter durch Mediaagenturen betreut. Es bleibt ja auch die Frage, ob die Endkunden am Ende wirklich die Abwicklung der Real Time Advertising Kampagnen selbst betreuen wollen oder durch ihre Agenturen abwickeln lassen.“

 

P.S.: Dieser Beitrag wurde übrigens per Hand getippt…

Viel Freude haben Besitzer von Facebook-Aktien mit dem Papier bisher nicht gehabt. Seit dem Start im Mai hatte sich der Kurs bis September fast halbiert. Dann kündigte Facebook den Start seiner Handelsplattform Facebook Exchange an. Danach zeigt nicht nur der Daumen sondern auch die Kursentwicklung erstmals wieder nach oben. Aber ist dieser Trend von Dauer? Oder ist Facebook gar massiv unterbewertet?

Im ersten Teil der mediascale-Expertenumfrage hatten wir unsere Marktpartner nach der Zukunft der Onlinewerbung gefragt. Im zweiten Teil haben wir sie um eine Einschätzung für die beiden großen Player, Google und Facebook, gebeten:

Zugegeben, die Frage hat ein bißchen was von Glaskugellesen, bedenkt man, dass zehn Jahre in der digitalen Welt einem halben Jahrhundert früherer Zeitrechnung entsprechen. Facebook ist gerade mal acht Jahre alt. Wer hätte 2002 darauf getippt, dass heute ein weltumspannendes Netzwerk mit fast einer Milliarde Nutzern existiert? Und Google, das unseren Alltag massiv prägt, ging genau in diesem Monat vor 14 Jahren erstmals online.

Umso mehr überrascht hat uns die weitgehend einhellige Tendenz der Antworten:

Das Gros der Experten war sich einig, dass Google seine dominante Position bis 2022 zumindest hält – oder sogar noch ausbaut. Die exakt gegenläufige Entwicklung wird Facebook prognositziert. Nur Harald Kratel (Madaus, Licht + Vernier) und Peter Christmann (Snack-TV) glauben an eine bessere bzw. gleichbleibend gute Zukunft für Facebook. Eric Hofmann, Alexander Erlmeier, Catharina Wilhelm, Doris Eichmeier, Ruth Schöllhammer, Thomas Hohenacker, Thomas Port und Ulrich Schmidt sind der Meinung, das Netzwerk wird an Marktposition und Einfluss verlieren. In spätestens zehn Jahren wissen wir, ob wir für diese Prognose den Daumen heben oder senken.

Wie die Experten unsere eigene Zukunft, nämlich die der Mediaagenturen bewerten, erzählen wir Ihnen in der kommenden Woche.

 

Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen es: Vor zehn Jahren wurde mediascale gegründet. Hätte man uns damals gesagt, was wir heute so anstellen, wir hätten es in vielen Fällen wahrscheinlich nicht geglaubt. Aus genau diesem Grund haben wir uns anlässlich unseres Jubiläums erdreistet, mit uns verbundene Menschen, ihres Zeichens Experten für die digitale Wirtschaft und Vermarktung, mal nach ihren Prognosen für das Jahr 2022 zu fragen. Die Ergebnisse gibt es ab heute sukzessive in den kommenden Wochen.

Zum Start beginnen wir mit einer Frage der Woche, die keineswegs nur semantischen Charakter hat:

Unsere Experten sind sich nicht ganz einig, wobei eine leichte Tendenz erkennbar ist. So schwankt die Prognose für den Werbemarktanteil gerade mal zwischen Null und 100 Prozent. Aber lesen Sie selbst:

Guido Wiegand

Guido Wiegand (Managing Director, Studiosus Reisen): „Hoffentlich, sonst müssten wir den arbeitslosen Herrn Bscheid auch noch durchfüttern. Der größere Anteil der Werbung wird auf Online entfallen.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Den Begriff Onlinewerbung liest man 2022 in den Geschichtsbüchern. Ich denke, es wird eher Digitalwerbung oder so heißen. Der Anteil des Digitalen am Werbemarkt steigt auf 40 Prozent.“

Alexander Erlmeier

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Klassische Onlinewerbung wird eine Gattung der On-Screen Werbung sein. Sämtliche On-Sreen Werbeformen zeichnen sich durch die Auslieferung über AdServer und unmittelbar messbaren Response aus. Nachdem zum einen der Big Screen im Wohnzimmer (Smart TV) und damit die klassische TV Werbung digital und hart messbar wird und zum anderen der klassische PC-Screen von mobilen Screens weitgehend in das Arbeitsumfeld verdrängt wird, wird die klassische Onlinewerbung in westlichen Industriestaaten in den kommenden fünf Jahren um nur 15 Prozent pro Jahr steigen und danach stagnieren.“

Ruth Schöllhammer

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „Der Begriff ,Online‘ verschwindet. Wir rufen an, suchen etwas, kaufen ein, fragen nach – ohne uns darüber Gedanken zu machen, ob online/offline oder mit welchem Gerät. Deshalb zerfällt die Kategorie ,Online-Werbung‘ komplett.“

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „Das Verhältnis von Fernsehwerbung zu Onlinewerbung wird in zehn Jahren genau umgekehrt sein. Nachdem wir immer und überall ,Online‘ sein werden, werden wir zu ,Onlinewerbung‘ nur noch ,Werbung‘ sagen. Allerdings wird es viel subtilere und intelligentere Werbeformen geben, und der alte 30-Sekünder wird praktisch ausgestorben sein.“

Carsten Schürg

Carsten Schürg (Bereichsleiter Marketing, Sport Scheck): „Alles wird online sein. Und der Anteil am Werbemarkt liegt bei 100 Prozent.“

Doris Eichmeier (Content-Strategin): „Eigentlich werden die unterschiedlichen Werbearten ja nach Medien kategorisiert: TV-Werbung ist das, was auf dem Fernsehschirm läuft. Radiowerbung dröhnt aus dem Radio. Zeitungsanzeigen gibt’s nur in der Zeitung. Folgt man dieser Logik, müsste Online-Werbung anders heißen – etwa Computerwerbung oder

Catharina Wilhelm

Handywerbung. Aber Online-Werbung heißt derzeit (noch) Online-Werbung – das ist ungefähr so, als würde man bei TV- und Radio-Spots von „Satelliten-Werbung“ sprechen, nur weil sie darüber funktionieren. Und macht meiner Meinung nach dementsprechenden Sinn: gar keinen. Der Online-Zugriff wird für alle digitalen Medien so selbstverständlich wie der Strom per Steckdose – ob TV, Radio, Handy, Touchscreens an Bahnhöfen etc. Deshalb wird der Begriff „Online“ bald so nötig sein wie, Zimmer mit fließend heißem Wasser‘ – man sollte nicht mehr davon reden.“

Thomas Port

Catharina Wilhelm: „Naja gut – gönnen wir Online noch fünf Prozent. Für die Oldies.“

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Es wird nur noch digitale Werbung heißen. Und der Anteil am Werbemarkt liegt bei 30 Prozent.“‘

 

 

Ulrich Schmidt

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Den gibt es noch und wird es glücklicherweise auch weiter geben. Da unsere Branche an semantischer Verkomplizierung leidet, ist dies auch sehr erfreulich. In 2022 wird der Anteil bei über 40 Prozent liegen, wenn man Hybrid-TV dazu rechnet, eher bei 65 Prozent.“

 

 

Harald Kratel

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Ich denke nein. Wahrscheinlich eher ,direct-response‘.“

Klaus Täubrich (Geschäftsführer, TVzweinull): „Ja, aber das ist Digitalwerbung auf allen Arten von vernetzten digitalen Devices. Der Anteil am Werbemarkt liegt bei über 50 Prozent, da das klassische lineare Fernsehen deutlich auf dem Rückzug ist.“

 

Oliver Hülse

Oliver Hülse (Managing Director DACH, Rocket Fuel): „Die Gattungen TV und Online werden unter dem Begriff „Digital Content and Audience Distribution“ neu zusammengefasst werden. Sollten die Gattungen nicht zusammengelegt werden – eher wahrscheinlich – liegt der Onlineanteil bei 35 Prozent.“

 

 

Torsten Ahlers

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Auf alle Fälle. Fraglich ist eher, ob es noch genügend Bäume für Printwerbung gibt. Ein erheblicher Anteil des Werbemarktes entfällt auf online: Wird es darüber hinaus noch andere Werbung geben?“

Torsten Ahlers (CEO, Next Audience): „Na klar. Die eigentlich Frage ist: Wird es noch Printanzeigen geben? Der Anteil von Online liegt bei 70 Prozent plus.“

Arndt Groth

Arndt Groth (CEO, PubliGroupe AG):Nein. Wir werden dann nur noch über Digital Advertising sprechen. Das schließt dann Online, Mobile, Digital TV, Digital OOH und andere Werbeformen mit ein. Diese gemeinsame Kategorie wird in zehn Jahren deutlich über 50 Prozent Marktanteil haben.“

Peter Christmann (Gründer und Geschäftsführer, SnackTV Media): „Online als Distributionsweg für jede Form von Inhalten (Text, Bild, Bewegtbild), sei es stationär oder mobil, könnte in zehn Jahren bis zur Hälfte der Werbung auf sich vereinen.“

 

Haben Sie auch eine Prognose? Oder wollen Sie bei der nächsten Frage der Woche dabei sein? Dann einfach Kommentar hinterlassen oder eine formlose Mail an presseanfragen@mediascale.de schicken.

Mein iPhone weiß, dass mein Kühlschrank leer ist und stellt mir dementsprechend eine Einkaufsliste zusammen. Und weil ich nur Bioprodukte kaufe und regelmäßig den Crosstrainer nutze, bietet mir meine Krankenkasse unaufgefordert günstigere Konditionen an. Connected Living nennt sich diese Vision und ist eine Industrie-Initiative führender deutscher Heimelektronikhersteller. Unterschiedliche Geräte im Haushalt sollen auf einer neutralen Plattform zu einem Netzwerk verschiedener Services zusammengeschlossen werden.

mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid erklärt in der heutigen Folge von „Bscheid gsagt“, was diese Entwicklung für die Kommunikationsbranche bedeutet und warum es sich lohnt, mal bei mediascale vorbeizuschauen.

Alle bisherigen Folgen gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

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