Tag Archiv für "Werbung"

In kaum einem anderen Industriezweig ist der Innovationsdruck so hoch wie in der Werbeindustrie. Spätestens seit der Digitalisierung und der damit verbundenen Entstehung zahlreicher neuartiger Devices und Technologien ist klar: Wer schläft, verpasst den Anschluss und wird Opfer disruptiver Innovationen agiler Unternehmen und Startups. Und so treibt die Angst, auf einen der vielversprechenden Züge zu spät aufzuspringen und den Anschluss zu verpassen, die Branche um. Ob man diese Trends nun als Buzzwords bezeichnet, die durch die einschlägige Fachliteratur geistern, oder – zugegebenermaßen etwas derber – als die Sau, die durchs potemkinsche Dorf getrieben wird, ist schlussendlich egal: Während einige Hypes durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, verschwinden andere Themen sang- und klanglos von der großen Marketingbühne. Ob ein Thema nun ersteres oder letzteres Schicksal ereilt hat, stellt man aber meistens nur im Nachhinein mit gehörigem zeitlichen Abstand fest. Und so möchte ich mich in diesem Beitrag einem Trend widmen, der zumindest in der Werbebranche schon wieder fast von der Bildfläche verschwunden ist. Mit einer kleinen Portion Romantik analysiere ich heute die Werbemöglichkeiten auf der Smartwatch.

In Deutschland gibt es etwa zwei Millionen Personen, die eine Smartwatch im Haushalt haben. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC liegt der Marktanteil von Apple bei etwa 40 Prozent. Diese Einschätzung deckt sich weitestgehend mit den Zahlen des BVDW, der Samsung mit etwa 30 Prozent als zweitstärksten Player hinter dem Branchenprimus einordnet.

Die größten Herausforderungen für Werbetreibenden liegen in der speziellen Nutzungssituation der Smartwatches: Laut AdWeek ist das durchschnittliche Aufmerksamkeitsfenster auf dem Smartphone etwa 30 Sekunden. Bei Smartwatches ist der Anteil derer, die sich länger als eine halbe Minute mit dem Gerät beschäftigen, nur bei etwa 25 Prozent. Es bleibt also nur wenig Zeit, werbliche Botschaften zu platzieren. Gleichzeitig ist das Display mit etwa 40mm schlichtweg zu klein für tradierte Werbeformen, die in einer 1:1 Adaption auf Briefmarkengröße reduziert werden müssten. Das erfordert eine komplett andere kreative Herangehensweise und verschärft die Herausforderungen, vor denen die Branche schon beim Aufkommen der Smartphones und der Überarbeitung tradierter Display-Werbeformen stand.

Beim Start der Apple Watch 2015 war die Anzahl der Apps noch überschaubar. Große Player wie Facebook verzichteten anfangs gar auf eine App, anders als noch beim Start des AppStores für das iPhone. Dies hat sich relativ schnell geändert und es gibt heute eine stattliche Anzahl von Apps für die Apple Watch oder die Samsung Gear. Allerdings werden nur wenige Apps extra für Smartwatches entworfen. Für den Kunden ING-DiBa konnte die mediascale schon kurz nach dem Start der Apple Watch in Zusammenarbeit mit PubNative die eigens für die Smartwatch produzierte Version der Kontostands-App bewerben.

Bilder: ING-DiBa, mediascale, PubNative

 

Der Großteil der Apps verweist jedoch lediglich auf die entsprechende Smartphone-App und dient nur als Trigger. Das ist genau der Punkt, an dem auch aktuelle Werbeformen kranken. In der Regel laden Werbeformen auf den Smartwatches nur zum Weiterlesen auf dem Smartphone ein – ein echter Mehrwert ist nicht vorhanden. Wieso sollte man für eine solche Form von Verweis auf das Smartphone mehr Geld in die Hand nehmen als man es bei konventionellen Traffic-Kampagnen über Bild-Textkombinationen oder die standardisierten MMA-Formate machen würde?

Die wirklichen Chancen von Werbung auf den Smartwatches liegen wohl woanders. Ein Ansatz ist die gezielte Nutzung der GPS-Sensorik der Geräte, wie sie beispielsweise seit der Apple Watch 2 implementiert ist. Bei der Nutzerschaft der Smartwatches zeigt sich dies vor allem in der Beliebtheit von Apps für sportliche Aktivitäten. Laut BVDW nutzen knapp 70 Prozent der User ihre Smartwatch beim Sport und in der Freizeit, denn hier entsteht ein richtiger Mehrwert gegenüber den Einsatzmöglichkeiten des Smartphones. Die GPS-Sensoren machen den Einsatz von location-based Targeting auf der Smartwatch möglich. Das, was Anbieter wie adsquare schon auf dem Smartphone umgesetzt haben, lässt sich also prinzipiell auf die Smartwatch übertragen.

So ist es beispielsweise möglich, Smartwatch-Trägern beim Betreten eines Cafés einen individualisierten Coupon anzuzeigen. Die Akzeptanz der Nutzerschaft für solche Angebote ist grundsätzlich hoch: Etwa 43 Prozent geben an, dass sie sich für Informationen über Produkte und Sonderangebote beim Betreten ihres Lieblingsladens interessieren. Der Grat, auf dem man dabei zwischen wirklichen Verbrauchermehrwert und Rezipientenreaktanz wandelt, ist jedoch sehr schmal. Immerhin werden bei rund 40 Prozent der Apps aufgrund irrelevanter Informationen die Push-Benachrichtigungen ausgestellt.

Darüber hinaus bietet das „Internet der Dinge“ ein interessantes Spielfeld für Smartwatches. Schließlich kann die Smartwatch als intelligentes Steuerungselement zahlreicher Applikationen im „Smart Home“ dienen. Ob man nun damit die Raumtemperatur regelt, die Kaffeemaschine steuert, die Tür zusperrt oder das Licht ausmacht – ein werblicher Kontext mit großer Relevanz für den Verbraucher ließe sich in den meisten Beispielen finden. Zuletzt ist die Nutzung von Musik-Streaming-Funktionen und Applikationen im Bereich Mobile Payment ein interessantes Feld für Advertiser.

Es ist also vielleicht doch nicht ganz so schlimm um die Apple Watch bestellt, wie eingangs beschrieben. Ein Mehrwert für den Verbraucher kann sich entwickeln und es ist vielleicht nur noch eine Frage der Zeit, bis die Smartwatch auch in der Breite den Durchbruch schafft. Immerhin geht der Marktforscher IDC von einem weltweiten Absatz von 55 Millionen Stück im Jahr 2020 aus. 2016 sind es noch etwa 20 Millionen.

Absatz von Smartwatches

 

Im Moment stagniert die Verbreitung der Smartwatches allerdings. In Q3 2016 sind die Verkaufszahlen vor dem Start der neuen Apple Watch sogar zurückgegangen und die Dynamik im Werbemarkt hinsichtlich der Smartwatches hält sich stark in Grenzen. In 2017 wird sich daran mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit auch nichts ändern. Denn trotz aller Möglichkeiten, Features und Funktionen, die die Smartwatches für ihre Nutzer und damit auch für die Werbetreibenden bereithalten: Für etwa 80 Prozent der Befragten ist die Smartwatch immer noch hauptsächlich das, was man auch vor der digitalen Revolution zur Orientierung im Tagesverlauf am Handgelenk getragen hat: Eine Uhr. Nicht mehr – und nicht weniger.

 

f1

Wirklich? Können jetzt alle Bilder für Anzeigen so (oder noch besser…) aussehen und vieeeeeel Text enthalten?

Die Antwort lautet: Nein!

Wie jetzt…Warum denn nicht?

Fangen wir einfach noch mal von vorne an:

Seit Jahren predigt Facebook die 20% Text-Regelung in Anzeigenbildern: Man möge doch bitte auf eine aussagekräftige Bildsprache setzen und die User nicht mit zu viel Text stören.

Ja richtig gehört.

User sind es gewohnt in ihrem News Feed Bilder von Freunden und Bekannten zu sehen, die ihnen wichtig sind. Da kann Text im Bild vom Wesentlichen ablenken – oder die User gleich zum Weiterscrollen animieren.

Dabei muss unterschieden werden zwischen Text, der Teil eines realen Produktfotos ist (z.B. Foto einer Red Bull Dose mit Logoabbildung) und Text, der nachträglich auf das Image gesetzt wurde.

Letzteres fiel unter die 20% Text-Regelung und wurde auch von Facebook mit dem Stopp einer Anzeige bestraft. Manch einer hatte Glück und ist durchgerutscht, doch in den meisten Fällen wurden Anzeigen mit einem zu hohen Textanteil noch vor Start oder kurz danach angehalten und mit einem Warnhinweis markiert.f2

(Quelle Bild: http://allfacebook.de/fbmarketing/facebook-liefert-weitere-klarheit-zur-20-regel-text-im-bild-ist-ok-text-auf-bild-nicht)

Was aber ist jetzt anders?

Seit dem 08. Juni wurde diese Regelung nun von Facebook aufgehoben.

Der Jubel war groß – die Ernüchterung folgte schnell.

Denn von einer Beseitigung dieser Vorschrift kann nicht ganz die Rede sein.

Tatsächlich ist es so, dass Facebook sich nicht mehr auf die 20% Regelung stützt, sie aber auch nicht ganz abgeschafft hat.

Wenn nun Bilder Text enthalten, können sie zwar hochgeladen und auch von Facebook freigegeben werden, dennoch wird der Werbetreibende gleich nach der Erstellung seiner Anzeige sehen, ob diese gute Chancen auf eine vernünftige Auslieferung hat oder nicht. Die Unterscheidung zwischen reinen Produktabbildungen und Text, der auf das Bild draufgesetzt wurde, gilt auch nach wie vor.

Das Ganze sieht dann so aus:

msc Bild 1

Fällt das Bild unter „OK“, so steht einer reichweitenstarken Auslieferung zu günstigen Bidding-Preisen nichts im Wege.

Wehe aber man erreicht schon das Text-Niveau „Niedrig“ bis „Hoch“! Dann kann es gut sein, dass die Anzeige kaum bis gar nicht ausgeliefert wird und zum Teil auch mit höheren Kosten abgestraft wird.

Um das zu vermeiden, sind Werbetreibende und solche, die es auf Facebook noch werden wollen, dazu angehalten, den Textanteil auf Bildern auch in Zukunft möglichst gering zu halten.

Schließlich sollen unsere Facebook Anzeigen weiterhin ebenso reichweitenstark und kostengünstig an die Zielgruppe gelangen – ohne Nutzer dadurch zu stören oder zum Weiterscrollen zu animieren :-)

Mein Bild wäre jedenfalls nicht weit gekommen, sogar die Bildmaße waren zu groß :-(f4

Im ersten Teil unserer Serie „Big Data – Small Money?“ ging es bereits um die Frage, ob der Einsatz von Big Data wirklich immer rentabel ist. Denn erst die richtige Analyse der gesammelten Datenmenge macht Data an sich zu einem wertvollen Gut.

Im zweiten Teil widmet sich mediascale Geschäftsführer Wolfgang Bscheid den verschiedenen Faktoren, die für den erfolgreichen Einsatz von Big Data relevant sind. Dabei geht es aber nicht nur um die Frage, welche Erlöse Amazon & Co, mithilfe ihrer eigenen Daten erzielen können, sondern vor allem auch um die einzelnen Kriterien, die darüber entscheiden, ob Big Data für die eigene Rentabilität nun Sinn oder Unsinn ist.

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

 

 

 

In einem Kommentar hat Jürgen Scharrer, Chefreporter des Fachmediums HORIZONT,   kürzlich „Das Schweigen der Werber“ bemängelt, wenn es um die Folgen von Big Data für Kreative und die Gesellschaft geht. mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid hat mit einer Replik geantwortet, die auch auf horizont.net veröffentlicht wurde:

Welches Bild schwebt uns vom Menschen in unserer auch digitalen Gesellschaft vor? Das Bild des mündigen Bürgers, der selbst für sein Tun verantwortlich ist – auch im Netz? Und der nicht so naiv ist, zu glauben, dass er grundlegende Services dort umsonst bekommt? Oder das Bild des vom Staat zu beschützenden Individuums, das durch das Netz und die Vielzahl seiner undurchschaubaren Angebote hoffnungslos überfordert wird und das man vor dem Web in Schutz nehmen muss? Oder, wie Jürgen Scharrer formuliert: Wieviel Tracking darf sein, um individualisierte Werbeansprache zu realisieren?

Denn eben genau dort, wo die Daten in großem Maße erhoben werden, passiert dies auf einem legalen Fundament. Genau aus diesem Grund macht eine echauffierte Diskussion um Daten und den selbstbestimmten Umgang an dieser Stelle wenig Sinn. Wer durch eine Bestätigung seine Freigabe dafür erteilt, dass andere seine Daten sammeln, verwerten und vermarkten dürfen, hat rechtlich eine eindeutige Entscheidung getroffen. Danach zu philosophieren, ob das Verhalten der Konzerne nun verbraucherfreundlich ist oder nicht, kühlt zwar den eigenen Unmut, kommt aber wesentlich zu spät. Und hat vor allem auch keine rechtlichen Auswirkungen. Sind wir wirklich so naiv, dass wir glauben, kostenlose Services im Alltag ganz selbstverständlich nutzen zu können, ohne dass die Unternehmen das Wissen, das sie auf diese Art und Weise über uns anhäufen, für ihre auch finanziellen Zwecke nutzen? Ein Navi für das Auto war früher teuer, Google Maps gibt es heute zwar umsonst, aber natürlich auch nicht geschenkt. Das Recht auf Anonymität im Netz hat jeder Bürger. Er muss es nur selbst ausüben, denn keine staatliche Behörde wird sie ihm ohne sein eigenes Zutun garantieren können….

Hier lesen Sie den vollständigen Artikel auf horizont.net

 

Noch vor gar nicht langer Zeit haben wir von der Öffnung Instagrams für den deutschen Werbemarkt berichtet. Seit Anfang des Jahres war es Unternehmen möglich, Bild- oder Videoanzeigen direkt über Instagram zu schalten. Doch diese erste Phase war noch von einigen Einschränkungen geprägt. So betrug die Laufzeit der Anzeigen sechs Wochen und das Mindestbuchungsbudget stolze 50.000€. Auch durfte immer nur ein Unternehmen pro Branche eine Kampagne schalten. (mehr …)

Wenn man „Social Media“ heutzutage hört, denkt man sofort an Facebook, nicht wahr?! Doch die Welt des Social Media ist so viel größer.

Aber was ist „Social Media“ überhaupt?

Social Media ist eine Großzahl digitaler Medien, Anwendungen und Technologien im Web. Es grenzt sich klar von traditionellen Massenmedien, wie z.B. Print, Funk und Fernsehen, ab. Das Besondere: Der User kann selber aktiv an der Gestaltung und Verbreitung von Nachrichten und Inhalten teilnehmen. Er hat die Möglichkeit, Fotos Videos aber auch Erfahrungsberichte oder Meinungen zu publizieren.

Im Web 1.0, den Anfängen des Internets, ging es lediglich darum, dem User möglichst viele Informationen möglichst schnell zur Verfügung zu stellen. Das Internet wurde in dieser Zeit wie eine Art Einbahnstraße genutzt. Doch Mitte der 1990er Jahre kam der Umbruch zum Web 2.0, in dem es auch um einen interaktiven Austausch der User und somit plötzlich um Dialoge und nicht mehr um Monologe ging.

Innerhalb weniger Jahre tauchen immer mehr Social Media Kanäle auf. Angefangen vom Messenger ICQ über Blogs bis hin zu Social Networks und Sharing-Plattformen wie z.B. Twitter und Snapchat.

Im Jahr 2014 nutzten ca. 68% aller Internetnutzer auch soziale Medien. Dabei wird nicht ausschließlich ein Social Media Kanal genutzt. Immer mehr User nutzen zwei oder mehr Kanäle.

Die größten Social Media Kanäle in Deutschland stellen Facebook mit ca. 28 Millionen, Instagram mit 4,2 Millionen und YouTube mit knapp 4 Millionen Usern in Deutschland dar. Die verschiedenen Kanäle haben sich inzwischen so weit entwickelt, dass sie Stars, Unternehmer und Meinungsbildner, sogenannte Influencer, hervorbringen.

Aufgrund der höheren Markttransparenz durch das Internet und dem bestehenden Käufermarkt war die Entwicklung hin zum Web 2.0  für Unternehmen sehr wichtig. So kann sich deren Kommunikation an den jeweiligen User oder die Zielgruppe individuell anpassen und es wird mit dem Konsumenten direkt kommuniziert bzw. interagiert. Dies führt zu einer authentischen Wahrnehmung der Kommunikation und im Idealfall zu einer höheren Credibility der Marken.

Social Media wird heute ganz selbstverständlich zu Marketingzwecken und zur Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Dabei steht eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung: Von einer Facebookseite des Unternehmens oder eines einzelnen Produktes, bis hin zu einem „Channel“ der Unternehmen auf YouTube ist mittlerweile alles möglich.  Auf immer mehr Social Media Kanälen lässt sich Marketing betreiben – neu hinzugekommen sind z.B. Instagram und Snapchat.

Die Nutzung von Social Media zu Werbezwecken ist günstiger, spitze Zielgruppen können leichter erreicht und es kann schneller auf aktuelle Ereignisse reagiert werden als bei anderen Massenmedien wie TV und Print. Diese Faktoren machen Social Media zu einem attraktiven und beliebten Element des Online Marketings.

Ein gutes Beispiel hierfür stellt die Autovermietung Sixt dar: Über ihren Facebook-Account reagiert das Unternehmen blitzschnell auf tagesaktuelle Nachrichten, wie hier auf den Rücktritt des Sängers Andreas Kümmert vom Eurovision Song Contest 2015.

Quelle: facebook.com/sixt.autovermietung
Quelle: facebook.com/sixt.autovermietung

Um der Parallelnutzung der User mehrerer Social Media Kanäle gerecht zu werden, verfolgt Sixt über den eigenen Twitter Kanal eine ähnliche Strategie. Über Tweets werden Angebote passend auf aktuelle Nachrichten verbreitet. Dabei werden die unterschiedlichen Kanäle über ähnliche Sprache und Bilder optimal miteinander verknüpft.

Nicht vergessen sollte man aber, dass sich die User neben Informationen auch einen Unterhaltungswert im Social Web erwarten. Nur ein Twitter, Facebook oder Instagram Account zu haben, verspricht keine erfolgreiche Präsenz in den sozialen Medien. Postet ein Unternehmen nur unregelmäßig, wird dem User schnell langweilig. Wenn Posts nur mit langen Abständen erfolgen und keine Form von Insides oder Witz enthalten, dann ebenfalls. Die Anforderungen, die User an eine Marke stellen, sind unter Umständen sehr hoch. Entsprechend der Aufwand in der Umsetzung auf Seiten eines Unternehmens.

Neben den Ansprüchen der User bringt der Einsatz von Social Media auch Nachteile mit sich, insbesondere die Kontrollierbarkeit der Reaktionen auf Inhalte. Diesem Nachteil kann ein Vorteil überwiegen: User können selbst entschieden, ob Sie sich mit gebotenen Inhalten intensiver auseinander setzen. Zu Reaktanzen kommt es damit weitaus weniger und die Werbewirkung steigt.

Keine Frage: das neue Social Media, als Dialog Marketing verstanden, sollte für jedes Unternehmen eine wichtige Rolle in ihrer Kommunikation spielen. Vor der Entscheidung einen Social Media Kanal zur Kommunikation einzusetzen, sollte jedoch immer eine kritische Prüfung stehen: Kann dem User durch den Auftritt ein Mehrwert geschaffen werden? Sind die Kapazitäten im Unternehmen für eine konstante Pflege ausreichend?

Kann man solch wichtige Fragen mit „ja“ beantworten, steht einem erfolgreichen Dialog mit (potentiellen) Kunden nichts im Weg.

 

Wenn die Schweden eines können, dann sind das global funktionierende Brands, die mitunter schon mal ganze Märkte revolutionieren. Eine Welt ohne IKEA, ABBA oder H&M – kaum mehr vorstellbar. Fast schon im gleichen Atemzug kann bald wohl auch Spotify genannt werden. Der Online Musikstreaming-Dienst mit einem der größten Angebote an Songtiteln weltweit ist bereits in mehr als 50 Ländern verbreitet. Das heißt über 20 Millionen verfügbare Titel, die global von über 75 Millionen Nutzern gestreamt werden – Tendenz steigend. Etwa 20 Millionen dieser Nutzer verwenden die kostenpflichtige Premium Version. Für etwa zehn Euro pro Monat erhält der Nutzer u.a. nicht nur die Möglichkeit Playlisten offline zu speichern und wiederzugeben, sondern nutzt den Dienst auch werbefrei. Die anderen 73 Prozent – und damit die große Mehrheit – werden im Tausch für das kostenlose Streaming Angebot mit Werbung bespielt. Hierzulande sind das etwa 4,5 Millionen Nutzer, was einer wöchentlichen Reichweite von 8,8 Prozent der deutschen Internetnutzer entspricht.

Doch der Musikstreaming-Markt boomt und alle möchten ein Stück vom Kuchen abhaben. Ende Juni startete Apple seinen eigenen Streaming-Dienst Apple Music, der französische Konkurrent Deezer hat erst im Frühjahr den Service Simfy übernommen, nachdem er bereits letztes Jahr Ampya aufkaufte. Noch hat Spotify im Hinblick auf die Marktführerschaft die Nase vorne. Um diese Position zu halten, arbeitet der schwedische Dienst verstärkt an seiner Vermarktung und legte nun eine erste Reichweitenanalyse vor.

Musikprogramm und zwischendrin Werbung – das ist doch nichts anderes als altbekannte Radiowerbung, oder? Falsch gedacht! Die kürzlich von Spotify und TNS Research veröffentlichte Studie zeigt eben einige Unterschiede zwischen den beiden Medien auf. Allein das Durchschnittsalter der Spotify Nutzer liegt in Deutschland mit 33,5 Jahren deutlich unter dem des Radiohörers mit 41,9. Außerdem wird Spotify eher in den Abendstunden genutzt, während dem UKW-Radio dem Morgen gehört. Die beiden Medien sind damit zu einem gewissen Grad komplementär und nach Spotifys Studie können Funkkampagnen durch eine Ergänzung mit dem Streaming Dienst sogar an Reichweite gewinnen.

Spotify Studie
Quelle: Spotify

 

Im Unterschied zum linearen Hörfunk und auch den jeweiligen Webradio Angeboten, bietet der Streaming Dienst aber auch weitaus mehr Interaktionsmöglichkeiten. Nutzer erstellen ihre eigenen Playlisten, folgen Künstlern oder Freunden, entdecken neue, auf Empfehlungen basierende Musik und teilen ihre Aktivitäten in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter.  Nach dem Einschalten der Musik passiert auf der Plattform selbst somit noch sehr viel mehr als beim klassischen Radiokonsum. Das wiederum ermöglicht ganz andere Werbemöglichkeiten abseits von Audiospots, die die Plattform auch für digitale Kampagnen interessant machen. Ob Videospots, Display Banner, Begrüßungsbildschirme, Sponsorings von Playlists oder ganze Brand Microsites – Marken und Produkte können auf diese Weise individuell in einem hoch emotionalem Umfeld platziert werden. Das und natürlich der große Vorteil aller digital basierten Werbemaßnehmen – die direkte Messbarkeit aller nachgelagerten Nutzeraktivitäten – machen Spotify zu einem Hybrid-Werbeplatz, der die Vorteile der beiden Medien Funk und Digital geschickt vereint.

Doch welchen Mehrwert haben Marken von einer Platzierung bei Spotify, die über reine Funkspots hinausgeht? Was bringt visuelle Werbung auf einem primär audiogetriebenen Werbeumfeld?

Spotify liefert (natürlich) selbst die passenden Erfolgsgeschichten von Kunden wie Adidas Originals, Ford, Sony Pictures und vielen anderen. Ob gesteigerte Markenbekanntheit, erhöhter Traffic in anderen Marketingkanälen oder Umsatzzuwächse – es gibt scheinbar für jedes Kunden-Ziel den passenden Ansatz.

Sony Pictures zum Beispiel nutzte Video-Werbung, um Kinobegeisterte auf den Science-Fiction-Film „Chappie“ aufmerksam zu machen.

Sony
Quelle: Spotify

 

BMW erstellte wiederum eigene Playlists für kultige USA Road Trips, um den Bekanntheitsgrad eines neuen Modells zu steigern

BMW
Quelle: Spotify

 

Und selbstverständlich weiß auch Spotify um eines seiner größten Assets, wenn es um das Thema Monetarisierung der 55 Millionen Spotify Free Nutzer geht – reale Nutzerdaten, die eine passgenaue Zielgruppenansprachen ermöglichen. Die Zeiten, in denen Werbetreibende ihre Marketingbudgets nach dem Prinzip Gießkanne ausgegeben haben, sind längst vorbei. Im Fokus steht heute mehr denn je der einzelne Konsument mit seinen Bedürfnissen und individuellen Verhaltensmustern. Wohl dem, der Nutzer nicht mehr nur nach Geschlecht und Alter oder verwendeten Betriebssystem zuordnen kann. Nein, interessant wird es doch erst, wenn man aus dem Verhalten der Nutzer tiefergehende Schlüsse ziehen kann. In welcher Stimmung befindet er sich, welcher Aktivität geht er gerade in diesem Moment nach, mit welcher Botschaft kann ich ihn am besten erreichen?

Spotify sammelt und verwertet entsprechend nicht nur Nutzerdaten zu Standardmerkmalen wie Alter, Geschlecht, Standort oder verwendetem Betriebssystem, sondern natürlich auch dem Musikkonsum an sich. Welche Genres werden gehört, welche Playlists passen zu bestimmten Aktivitäten oder Stimmungen wie Party, Fitness, Entspannen usw. und was lässt sich daraus über den Nutzer und seine jeweilige Empfänglichkeit für Werbung bestimmter Marken oder Produkte ableiten?

Laut Vermarktungskonzept des Streaming Dienstes natürlich einiges: Für jede Situation den richtigen Sound – äh Werbeplatz.

 

Ein weißes Gespenst macht gerade seine Runde durch die globalen Medien. Sogar auf dem Times Square in New York hat es sich festgesetzt. Auf dem typischen gelben Hintergrund, der ihm so gut steht. Wisst Ihr wo das Gespenst hingehört?

Für diejenigen, die es noch nicht kennen: Das Gespenst ist das Logo des Instant Messaging Dienstes Snapchat. In den USA kann die Frage nach der Bedeutung des Logos wahrscheinlich leichter beantwortet werden als in Deutschland, denn 50% der User stammen aus Nordamerika.

Weltweit betrachtet zählt Snapchat schon zu den großen Social Media Plattformen wie Facebook, YouTube und Instagram. Bereits im August 2014 hatte Snapchat weltweit täglich 100 Millionen aktive Nutzer. Davon sind ca. 70% unter 25 Jahre alt. Insider schätzen jedoch, dass es mittlerweile circa 200 Millionen aktive Nutzer sind. Diese Erfolgsgeschichte begann 2011 mit der Gründung durch Evan Spiegel und Robert Murphy.

 

Quelle
Quelle: Snapchat business deck

 

Wie funktioniert Snapchat und was macht es so erfolgreich?

Die ursprüngliche Funktion ist das Verschicken von Bildern. Diese können mit dem Smartphone oder dem Tablet aufgenommen, beschriftet, bemalt, und wahlweise auch gespeichert werden. Anschließend wird das Bild an beliebig viele Freunde geschickt. Hierbei gibt es einige zentrale Unterschiede zu Whatsapp, welche zu dem großen Erfolg von Snapchat beigetragen haben.

Die Bilder und Videos werden bei dem Empfänger nur für eine bestimmte Zeit  (1- 10 Sekunden) nach dem Öffnen dargestellt. Anschließend werden die Bilder automatisch gelöscht. Falls die Freunde einen Screenshot von dem Bild machen, bekommt der Versender eine Benachrichtigung. Ein weiterer Unterschied ist, dass die aufgenommenen Bilder und Videos zu einer sogenannten „Story“ zusammengefügt und für Follower hochgeladen werden können. Die Stories sind dann für 24 Stunden einsehbar. Nach Ablauf der 24 Stunden werden diese genauso wie die einzelnen Bilder automatisch gelöscht. Werden die Stories innerhalb der 24 Stunden vom User angesehen, werden sie anschließend automatisch gelöscht. In den USA geht der Trend immer mehr zur Nutzung der Stories.

Die beiden Unternehmensgründer haben die USPs der anderen Social Media Plattformen übernommen, innovativ weiter entwickelt und so ihre eigene USP geschaffen.

Der neuste Clou der Firma ist Snapcash. Dabei kann über den Chat Geld mit einem anderen User ausgetauscht werden. Einfach die Kreditkartennummer hinterlegen, schon kann Geld transferiert werden. Leider ist diese Funktion bisher nur in den USA zugänglich.

Quelle: Snapchat business deck
Quelle: Snapchat business deck

 

Wie sieht nun die werbliche Nutzung von Snapchat aus?

Im Herbst 2014 führte Snapchat zunächst nur in den USA sogenannte Brand-Story Anzeigen ein. Diese waren im Newsfeed der App zu sehen. Die Nutzer konnten selbst entscheiden, ob sie die Anzeigenclips ansehen wollten oder nicht. Wie die ungesehenen Stories und Bilder der Freunde verschwinden auch werbliche Inhalte nach 24 Stunden oder nachdem sie angesehen wurden. Im April 2015 wurde diese Anzeigenform aber bereits wieder eingestellt. Angeblich for­derte Snap­chat für diese Form der Werbung 750.000 US-Dollar pro Tag. „Wir arbeiten kontinuierlich an den Feineinstellungen, um unserer Community das bestmögliche Nutzererlebnis zu bieten.“ kommentierte das Unternehmen den Schritt. Im Januar 2015 wurde das „Discover“-Programm eingeführt. Werbekunden können dort innerhalb einer Kategorie, die mit Geschichten und Videos von Publishern bestückt ist, Werbung platzieren.

Snapchat selbst gibt den Werbenden Tipps, wie sie einen maximalen Nutzen aus ihrer Platzierung ziehen können. In erster Linie sollen die Unternehmen mit der neuen Form des Storytellings experimentieren und den User oder Follower auf einer individuellen und persönlichen Ebene ansprechen. Auch so genannte „Cele­brity Take Overs“ (ein Star übernimmt einen Account für ein paar Stun­den), Promo Codes und Tea­ser sollen sehr gut funktionieren und geeignet für Snapchat sein. Ein Pro­blem ist jedoch die schlechte Sicht­bar­keit der Accounts. Nut­zer müs­sen den genauen Account­na­men ein­ge­ben, um Freunde zu adden. Sie müssen zunächst über eine andere Plattform oder ein anderes Medium den Namen erfahren und können dann den Blogger, ihren Star oder ein Unternehmen adden. Ein weiteres Problem war die redundante Daten­aus­wer­tung. Es wurden keine soziodemographischen Indikatoren wie Alter und Geschlecht angezeigt. Zuletzt reduzierte Snapchat seine Forderungen etwas: 1000 Views sol­len jetzt nicht mehr 100 US-Dollar, son­dern nur noch 20 US-Dol­lar kosten.

Snapchat erfährt eine immer größere Beliebtheit bei deutschen Usern, insbesondere bei YouTubern und Bloggern. Neben Instagram, Twitter und Tumblr wird Snapchat mit Sicherheit schnell an Reichweite gewinnen. Doch neben der Reichweite wird insbesondere das Überwinden der aufgeführten Defizite ein entscheidender Faktor sein, um Snapchat für eine werbliche Nutzung auch in Deutschland interessant zu machen. Es bleibt also spannend, was wir noch hören werden, von dem weißen Gespenst auf gelben Hintergrund.

Vor etwas mehr als drei Jahren übernahm Facebook für eine Milliarde Dollar den Fotodienst Instagram. Es war die bis zu diesem Zeitpunkt größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Facebook. Und es hat sich gezeigt, dass Mark Zuckerberg mit dieser Investition den richtigen Riecher bewiesen hat: Vor drei Jahren brachte es Instagram gerade mal auf 30 Millionen Nutzer. Heute kommt das Unternehmen auf 300 Millionen aktive monatliche Nutzer weltweit und hat damit nun auch Twitter überholt, die laut neuesten Zahlen bei 288 Millionen Nutzern weltweit liegen. Auch in Deutschland ist die Zahl der Nutzer stark angestiegen:

Quelle: onlinemarketingrockstars.de
Quelle: onlinemarketingrockstars.de

Doch wie sieht es nun mit Werbung auf Instagram aus? Lange Zeit war bezahlte Werbung auf Instagram ein Fremdwort für die Nutzer. Unternehmen hatten lediglich die Möglichkeit, ein eigenes Profil anzulegen und durch Posts mit entsprechenden Hashtags „Werbung“ für sich zu machen.

Doch 2014 war es dann soweit: Instagram öffnete seine Tore für den Werbemarkt. Den ersten großen Werbedeal landete das Unternehmen vor gut einem Jahr in den USA. Nach einer Testphase mit Pilotpartnern ist die reguläre Werbevermarktung nun auch in den Deutschland gestartet. Die ersten Unternehmen, die in Deutschland Werbung auf Instagram platzieren, sind unter anderem Zalando, Samsung und Porsche.

Doch wie sehen die Werbemöglichkeiten auf Instagram nun genau aus? Und wie tief muss ein Unternehmen dafür in die Tasche greifen?

Instagram hat genaue Vorstellungen von den Anzeigen, die im Rahmen einer Kampagne in der App platziert werden dürfen: „Instagram ist eine Plattform, auf der sich die User inspirieren lassen wollen. Das sollten auch die Werbekampagnen widerspiegeln.“ Die Motive selbst dürfen also nicht zu werblich aussehen und müssen qualitativ hochwertig sein. Die Bilder in den Anzeigen dürfen außerdem keine Texte enthalten.

Hier ein paar Beispiele von den deutschen Launchpartnern Samsung und Zalando:

Insta2
Quelle: horizon.de

 

Die sogenannten Sponsored Photos oder Videos sind deutlich durch ein sogenanntes „Sponsored Label“ gekennzeichnet:

Quelle: socialfresh.com
Quelle: socialfresh.com

Außerdem hat der User die Möglichkeit, die Werbung über ein Icon auszublenden. Eine Verlinkung ist nur über eine URL, die im Beschreibungstext steht, möglich. Insgesamt müssen für eine Kampagne mindestens 10 Creatives angeliefert werden, die von Instagram auf Tauglichkeit geprüft werden. Die Facebook-Tochter behält sich vor, Werbemittel abzulehnen, die nicht „instagram-like“ aussehen und zu werblich sind.

Instagram bietet zum Start der Vermarktung folgende Targetingcluster an:

  • Young Adults 14-29
  • Young Men or Woman 14-29
  • Adults 20-35
  • Men or Women 20-35

Die Kampagnenlaufzeit für Instagram beträgt exakt sechs Wochen. Aktuell ist pro Branche nur ein Brand Ad vorgesehen. D.h. das z.B. mit Zalando als Launchpartner für die nächsten sechs Wochen kein anderes Modeunternehmen auf Instagram werben kann.

Und was kostet es nun, wenn man zum noch kleinen Kreis der Werbekunden von Instagram gehören will? Je nachdem welches Targetingcluster man auswählt, liegen das Einstiegsbudget bei 50.000€ -bis 80.0000€. (Quelle: Instagram) Mit diesen Preisen macht Instagram deutlich, in welcher Rolle es sich selbst sieht: Eine exclusive Bühne für den Markenaufbau.

 

Die Apple Watch ist da! Aber hält die Smartwatch auch, was sie verspricht? mediascale Geschäftsführer Wolfgang Bscheid zeigt sich optimistisch, vor allem weil sie Entwicklern den Weg in die Welt der Wearables ebnet. Autotüren und Hotelzimmer lassen sich mit der Uhr öffnen. Verschiedenste Apps wurden bereits angekündigt. Doch welche Chance birgt das neue Gadget ganz konkret für Marken und welches Potenzial für Markenkommunikation trägt es in sich?

 

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

1 2