Tag Archiv für "Viewport"

Wie viele User haben meine Banner gesehen? Diese simpel klingende Frage stellt sich wohl jeder Werbekunde nach Abschluss seiner Kampagne. So einfach die Frage klingt, so komplexer die Realität, sobald man in die dahinter liegende Welt von Messgrößen und Performance Indikatoren eintaucht. Die traditionelle Metrik zur Mengenmessung und Abrechnung von Displaykampagnen, die Ad Impression, sagt nichts darüber aus, ob ein Werbemittel, das in den Browser ausgeliefert wurde, auch die Chance hatte, von einem menschlichen Auge wahrgenommen zu werden. Neben der Auslieferung des Werbemittels sollte also auch die Sichtbarkeitschance gemessen werden, eine Viewable Ad Impression.

Die Viewable Ad Impression existiert als einvernehmlich vereinbarte Messgröße im Markt heute noch nicht. Grund dafür ist, dass sich Werbekunden, Vermarkter und Agenturen noch nicht auf eine abschließende Definition der Schwellenwerte der dahinterliegenden Messparameter geeinigt haben.

Um welche Parameter geht es hier?

Da ist zunächst die sichtbare Fläche. Diese hängt davon ab, welcher Flächenanteil des Werbemittels innerhalb des Viewports dargestellt wird. Als Viewport bezeichnet man das dabei aktive Browserfenster eines Users, in dem er gerade liest, chattet oder ein lustiges Video anschaut. Diskutiert werden als Schwellenwerte für den Flächenanteil Werte von einem Pixel bis hin zu hundert Prozent, also allen Pixeln. In erstem Fall würde ein Werbemittel als sichtbar gezählt werden, sobald sich ein einziges Pixel innerhalb des aktiven Browserfensters befindet. Im zweiten Fall müsste sich die komplette Fläche des Banners innerhalb des Viewports befinden. Bei Messungen in der Praxis arbeitet man heute meist mit Werten zwischen 50 Prozent und 66 Prozent Flächenanteil als Schwellenwert für die sichtbare Fläche.

Die sichtbare Fläche kann  sich natürlich verändern, während ein User eine Internetseite nutzt. Scrollt er, während er einen Artikel liest, so kann ein Werbemittel, dessen Fläche zunächst im nicht sichtbaren Bereich der Seite lag, sichtbar werden und umgekehrt. Man bezeichnet den nicht sichtbaren Bereich auch als below the fold, den sichtbaren als above the fold. Die Grenze zwischen beiden, den horizontalen unteren Rand des aktiven Fensters, nennt man  – große Überraschung – den  fold.

Kenngrößen Ad Visibility

Der zweite Messparameter für die Viewable Ad Impression, ist die Viewtime oder Sichtbarkeitsdauer. Damit bezeichnet man die Länge der Zeit, in der ein Werbemittel mit dem notwendigen Flächenanteil im Viewport dargestellt wird. Die aktuellen Messsysteme werten einen Banner in der Regel als sichtbar, wenn er eine Viewtime von mindestens einer Sekunde aufweist. Natürlich ist auch die Viewtime dynamisch. Scrollt ein User ein Werbemittel aus dem sichtbaren Bereich der Seite, wird die Viewtime unterbrochen, beweget er es wieder zurück above the the fold, muss die Messung wieder aufgenommen werden.

Hat man sich bei einer Messung auf die Definition der Sichtbarkeit geeinigt, so lässt sich auch die Sichtbarkeitsquote (View Ratio) bestimmen. Damit bezeichnet man den Anteil der Viewable Ad Impressions an der Gesamtmenge der Ad Impressions. Eine Sichtbarkeitsrate von 75 Prozent bedeutet zum Beispiel, dass das Messsystem drei Viertel der ausgelieferten Ad Impressions als sichtbar gewertet hat.