Tag Archiv für "Targeting"

Wie wahrscheinlich unschwer zu erkennen ist, haben wir uns in diesem Jahr ausführlich mit psychografischem Targeting befasst. Durch diese Form des Targetings, die auf den Motiven menschlichen Handelns beruht, lässt sich Werbung wesentlich passgenauer auf den einzelnen Nutzer zuschneiden, als das bisher mit demografischen Nutzerdaten möglich war. Gemeinsam mit mehreren Agenturen aus der Serviceplan Gruppe haben wir bereits erste Kampagnen erfolgreich umgesetzt.

Hier noch einmal alle Highlights im Überblick:

  • Wie funktioniert das Ganze eigentlich? In drei „Bscheid gsagt“-Folgen hat Wolfgang Bscheid genau erklärt, welche Rollen die unterschiedlichen Akteure in einer Agentur dabei haben.

Folge 1: Psychgrafisches Targeting in der Theorie

Folge 2: Psychografisches Targeting im Agenturalltag

Folge 3: Psychografisches Targeting in der Kreation

  • Keine Zeit, um Videos zu gucken? Auf Digitalwiki gibt es eine ausführliche Begriffserklärung.
  • Wer sich für die wissenschaftliche Seite der Psychografie interessiert, dem sei das Interview mit Dr. Joost van Treeck von der Hochschule Fresenius ans Herz gelegt, der unsere Kampagne unterstützt hat.
  • Die W&V berichtete in der Print-Ausgabe vom 21.07.2017 ausführlich über unseren Case und die Funktionsweise dieser neuen Art des Targetings. Einen kurzen Einblick gibt es auch online.

Genauere Infos und Auskünfte rund um das psychografische Targeting geben wir jederzeit gerne!

BurdaForward stellt ab sofort sein digitales Portfolio als Reichweitenpartner für das „Native Campaign Cockpit (NCC)“ von mediascale zur Verfügung. Das Tool bietet eine vermarkter- und publisherübergreifende Lösung und gewährleistet, dass Native Adertising-Kampagnen sowohl in qualitativ hochwertigen und reichweitenstarken Umfeldern ausgespielt als auch mit Targetingoptionen verknüpft werden können.

München, den 30. Januar 2017 — Native Advertising erreicht in Deutschland eine neue Qualitätsstufe: Nach IP Deutschland und G+J e|MS stellt nun auch BurdaForward ab sofort sein digitales Portfolio als Reichweitenpartner für das „Native Campaign Cockpit (NCC)“ von mediascale zur Verfügung. Die Burda-Tochter ermöglicht dem NCC damit für Kundeninhalte automatisierten Zugriff auf seine Angebote, zu denen unter anderem Webseiten wie Focus Online, Chip, Huffington Post, Netmoms, Finanzen100 oder The Weather Channel gehören. Die Freigabe der auf den Online- und Mobile-Plattformen veröffentlichten Inhalte bleibt dabei weiterhin in den Händen von BurdaForward.

Das von mediascale gemeinsam mit Partnern entwickelte Native Campaign Cockpit ermöglicht es Werbetreibenden, Native Advertising-Kampagnen vermarkterübergreifend auszusteuern und so schnell und reichweitenstark wie Display-Kampagnen zu realisieren. Außerdem können über NE.R.O, das agentureigene Targetingsystem, Native Advertising-Inhalte mit Targetingdaten verknüpft werden.

Im Gegensatz zum Native Teasering, den kurzen Bild-Text-Formaten, die bannerähnlich Artikel anreißen und auf externe Plattformen verlinken, ist beim Native Campaigning sowohl der Teaser als auch der zentrale Inhalt (Content Hub) des Werbetreibenden direkt im redaktionellen Umfeld auf der Seite der Medienmarke platziert. „Wir freuen uns besonders, mit Burda einen weiteren Partner mit redaktionellen Premiuminhalten gefunden zu haben, der unseren qualitativen Ansatz von hochwertigem Native Advertising nicht nur unterstützt, sondern ihn mit uns gemeinsam weiter entwickeln wird“, sagt mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid.

Dr. Tanja zu Waldeck, Geschäftsführerin des Advertising-Bereichs bei BurdaForward, erklärt: „Es gibt viele Unternehmen und Agenturen, die bereits sehr gute eigene Inhalte produzieren. Diesen Partnern möchten wir zukünftig einen schnelleren Zugriff auf unsere Portale geben. Auf diesem Weg in Richtung einer neuartigen Self-Publishing-Möglichkeit für unsere Partner ist die Zusammenarbeit mit dem Native Campaign Cockpit ein wichtiger Schritt.“

Das Native Campaign Cockpit von mediascale beinhaltet die browserbasierte Verwaltung aller Kampagneninhalte (Bilder, Texte und Überschriften in verschiedenen Längen und Variationen), die zentrale Aussteuerung und ein aggregiertes Reporting aller Leistungswerte sowie die Möglichkeit, laufende Kampagnen über A/B-Tests zu optimieren. Auch die für Native Advertising wichtigen Freigabeprozesse können sowohl vom Publisher (Redaktion und Vermarktung) als auch vom Advertiser (Agentur oder Werbungtreibender) online bzw. auch mobile erledigt werden. Mit NCC können sowohl die Teaserflächen ausgespielt werden, die den zentralen Native Advertising-Beitrag promoten, als auch die Artikel selbst. So können die Beiträge modular zusammengesetzt werden, um beispielsweise für Boulevardumfelder, aber auch für das unterschiedliche Niveau von Online-Qualitätsmedien angepasst zu sein. Dabei ist das System in der Lage, sowohl konventionelle als auch programmatische Buchungen abzuwickeln. Das Tool von mediascale kann die Formatierungsvorschriften unterschiedlicher Webseiten erkennen sowie Grafik und Layout den jeweiligen Vorgaben gemäß anpassen.

Es gibt viele Faktoren, die eine Online Kampagne zu einer erfolgreichen Online Kampagne machen können. Angefangen bei der Definition der passenden Zielgruppe, über die Selektion der relevanten Umfelder und Einkaufsmodelle bis hin zur konkreten Formatselektion.

Essentiell für eine erfolgreiche Online Kampagne sind jedoch nicht nur diese offensichtlichen Aspekte, sondern insbesondere auch der Inhalt der präsentierten Werbebotschaft.

Häufig zeigen Werbetreibende allen Nutzern ein und dieselbe Botschaft – unabhängig davon, welche Interessen und Bedürfnisse der einzelne Nutzer vielleicht hat. Dies mag für einige wenige Produkte passend sein – für die Mehrzahl jedoch nicht.

Bspw. wird ein 23-jähriger Student aller Wahrscheinlichkeit nach eine komplett andere Urlaubsreise buchen, als eine Mutter von drei Kindern und sich entsprechend auch von anderen Angeboten angesprochen fühlen.

Genauso wird der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens bei der Auswahl seines Mietwagens auf andere Angebote reagieren, als das Pärchen, das eine Urlaubsreise plant. Und dass sich eine modeinteressierte, junge Frau für gänzlich andere Schuhe interessieren dürfte als ihr Onkel versteht sich von selbst (zumindest in den allerhäufigsten Fällen :).

Die Werbebotschaft auf den jeweiligen Nutzer anzupassen, kann also absolut entscheidend für den Erfolg einer Kampagne sein.

Aus diesem Grund unterstützen wir eine Vielzahl unserer Kunden bereits mit einem Dynamic Banner Tool (DBT), welches wir bereits 2010 gemeinsam mit netzfrequenz entwickelt haben und das seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wird.

 

Das DBT bietet dabei drei große Vorteile gegenüber Standard Werbebannern:

 

  1. Aktualität: Über Anbindung an den Datenfeed des Kunden werden regelmäßig die aktuellsten Verfügbarkeiten und Preise aus dem Produktsortiment importiert (ausgebuchte Flüge sind für den Nutzer ebensowenig interessant wie vergriffene Schuhe). So wird nicht nur sichergestellt, dass der Nutzer ausschließlich verfügbare Produkte angezeigt bekommt, sondern auch zu den momentan gültigen Preisen oder Konditionen. Gerade bei Produkten, die bei Verknappung Preisänderungen unterworfen sind, ist das hilfreich, um die Nutzer nicht zu verärgern, wenn sie angebotene Produkte oder Preise im Shop nicht mehr vorfinden können.

 

  1. Dynamisierung: Der Grund, warum man die Werbebotschaft auf den konkreten Nutzer anpassen sollte, wurde eingangs schon erläutert. Aber was heißt das genau und wie funktioniert das? Grundlage hierfür sind im Großen und Ganzen einerseits der Adserver und andereseits unser agentureigenes Targetingsystem NE. R.O. Über den Adserver können einfache Logiken wie bspw. regionale (Hamburger Nutzer erhalten anderen Flugangebote als Münchner) oder betriebssystembedingte Ausprägungen (MacOS Nutzer erhalten andere Software Angebote als Windows Nutzer) gefiltert werden. Für alles, was darüber hinaus geht, setzen wir auf die Daten aus unserem NE.R.O. Tool. Hier fließt eine Vielzahl an externen Daten wie Surfverhalten, AGOF Affinitätsindizes, das GfK Consumer Panel uvm. rein, sodass am Ende detaillierte Zielgruppenbeschreibungen gebildet werden können. Diesen wiederum können dann über das DBT Regeln zugewiesen werden, die die Kommunikationsinhalte im Banner definieren. Die einzelnen Zielgruppenausprägungen erhalten so unterschiedliche zu ihnen passende Motive. Das gleiche Spiel funktioniert natürlich auch entsprechend im Retargeting. Hat der Nutzer sich konkrete Produkte bereits in den Warenkorb gelegt oder angesehen ohne zu kaufen, können diese Produkte im Werbemittel noch mal aufgegriffen werden.

 

  1. Testing: Nicht nur die Befüllung der Banner ist im DBT variabel, auch der Banner selber kann verändert werden. Man kann sich das DBT ähnlich wie einen Baukasten vorstellen. Eingangs werden für jedes gewünschte Format sogenannte Container erstellt, quasi das Bannergerüst. Darin sind gewisse Merkmale definiert, wie bspw. die Position von Produktbildern, die Anzahl an verfügbaren Textzeichen, die Platzierung des CTA usw. Viele dieser Bestandteile im Container können nun quasi per Klick über die GUI abgeändert werden, so dass neue Motivlinien entstehen.

Den Text auf dem Button von „Jetzt kaufen“ zu „Hier vergleichen“ ändern? Ist in 2 Minuten geschehen. Ein alternatives Intromotiv hochladen? Geht sogar noch schneller.

Relativ simpel können so mit wenigen Mausklicks einfache A/B Testings aufgesetzt und verwaltet werden, aber auch tiefgreifendere Variationen bspw. an den Animationen sind hier natürlich möglich.

Die Optionen für Kunden sind durch das DBT entsprechend vielfältig, so dass wir an einer anderen Stelle nochmal ausführlicher auf die bereits angerissenen Themen A/B Testmöglichkeiten und auch Erfahrungen eingehen werden.

Nur so viel bleibt an dieser Stelle zusagen: Never change a running system ist hier definitiv die falsche Prämisse. Beim Online Advertising gilt doch viel eher der ewige Kreislauf des Testens und Optimierens – und mit dem DBT ist das hinsichtlich Gestaltung, Inhalten und Logiken der Werbemittelaussteuerung flexibel und unkompliziert umsetzbar.

Im Jahr 2006 wurde Twitter ursprünglich von Jack Dorsey als interner Nachrichtendienst für seine kleine Firma programmiert und ins Leben gerufen. Heute ist der Dienst eine frei verfügbare, digitale Echtzeitanwendung für Mikroblogging und kann inzwischen weltweit 500 Millionen Nutzer vorweisen. Im Mittelpunkt stehen kurze, knackige Textbeiträge im Telegrammstil, die sogenannten “Tweets“, mit einer Länge von maximal 140 Zeichen.

 

User tweeten, followen, retweeten – privat und öffentlich. Hashtags machen dabei beliebige Begriffe zu Schlagwörtern und bündeln diese zu bestimmten Themen.

Auch Celebrities, Journalisten, Politiker und vor allem Unternehmen nutzen den interaktiven Meinungsaustausch und viralen Verbreitungseffekt und verzeichnen mittlerweile große Followerzahlen – Tendenz steigend!

 

Das größte soziale Netzwerk ist und bleibt zweifellos Facebook, aber auch Twitter erfreut sich in Deutschland einer wachsenden Popularität und Faszination.

Daher war es nur eine Frage der Zeit bis jedermann dort Werbung schalten kann: Seit zwei Monaten stehen die sogenannten Twitter Ads auch den kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland zur Verfügung.

Fortan können diese gezielt Kunden ansprechen und fleißig Follower und Websiteklicks generieren. Grund genug die Welt der Tweets und Hashtags einmal zu beleuchten und einen kleinen Einblick in Werbe- und Targetingmöglichkeiten zu geben.

 

#RichtigeBotschaft #RichtigeZielgruppe #RichtigerZeitpunkt

 

  1. Werbemöglichkeiten

 

Für die Wahl des richtigen Werbeformats ist zunächst die Definition des Kampagnen-Werbeziels entscheidend. Hierbei spielen die folgenden Werbeziele eine vornehmliche Rolle:

Twitter 1
Quelle: mediascale

 

Ähnlich wie bei Facebook gilt es durch Websiteklicks den Traffic auf der eigenen Website zu steigern, die Interaktion mit den Beiträgen/Tweets anzuregen oder Follower zu generieren, wobei Letzteres bei Twitter das wohl bedeutendste Ziel darstellt.

 

Unter Berücksichtigung des Werbeziels werden bei Twitter grundsätzlich drei Anzeigenformate unterschieden:

Quelle: mediascale
Quelle: mediascale

Promoted Accounts:

Diese Ads werden in den Suchergebnissen und auf der persönlichen Twitter-Startseite unter der Rubrik “Wem folgen?“ ausgespielt und bewerben den eigenen Account mit einer kleinen Textanzeige, um mehr Follower zu gewinnen und die Zielgruppe bzw. Community zu erweitern.

 Promoted Tweets:

Die Promoted Tweets sind in der Timeline der Twitter-Nutzer sichtbar und können sowohl aktuellen Followern als auch potenziellen Followern angezeigt werden. Hierbei gilt es die Interaktionen (Retweets, Favorisieren, Antworten) zu steigern und die Reichweite zu erhöhen.

 Promoted Trends:

Diese erscheinen auf der Nutzerstartseite unter der Rubrik “Trends“ und generieren dort ein Trendthema, das die User auf einen Account oder Tweet aufmerksam macht.

 

  1. Targetingoptionen

 

Für eine möglichst genaue Zielgruppenerreichung gibt es auch bei Twitter verschiedene Targetingmöglichkeiten.

Grundsätzlich besteht die Option auf Standorte, das Geschlecht, die Sprache und/oder das Mobilgerät zu targeten. Des Weiteren können die Nutzer anhand von Interessen, Benutzernamen oder Schlagwörtern gezielt angesprochen werden.

Interessant ist auch die Option, die Anzeigen direkt an Follower einzelner Twitter-Accounts oder Lookalikes, also beispielsweise an Follower der Konkurrenten, ausrichten zu können.

Zu guter Letzt gibt Twitter mit den maßgeschneiderten Zielgruppen ein Äquivalent zu den Facebook Custom Audiences, für die man datenschutzrechtlich generierte E-Mail-Adressen hochladen kann.

Twitter 3
Quelle: mediascale

 

Im Großen und Ganzen bieten Twitter Ads in Deutschland Chancen und Möglichkeiten zur gezielten Kundenansprache, zur Vergrößerung der Reichweite und zur Steigerung der Interaktion. Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich noch nicht so viele Nutzer aufweist, so ist Twitter am Ende eben doch ein Ort an dem es viele Meinungsführer und Influencer gibt.

8.50 Uhr. Die Kaffeebar ist komplett überbucht und das im September. Content mir das keiner früher sagen? Ich frag mal höflich nach vorne: „Common Media noch voran oder soll ich später nochmal kommen?“

Ich erbidde mir dann doch noch einen völlig überteuerten Cappuccino mit Targetingaufschlag – laktosefrei.

Kurz nach Kampagnenstart. Ein Admanager kommt zu mir ins Büro.

TAG!“ „Brauchst Du Support?“

Ja Himmel Herrgott, denk ich mir so – was störer der mich jetzt wo ich mir grad meine Auswertung so zu rectangle.

„Nein, alles LapTop und jetzt zieh app!“

„Ach“, stopp ich ihn nochmal, „Was machst Du im Urlaub?“

Tracking“, haut er mir zurück.

Wenige Momente später zitiert mich ein Mediaplaner zu einem Superbanner und fragt, ob ich hier zu einem Click rate.

„Du, da reicht Dir doch auch eine Impression davon“, würg ich hervor und schleich mich.

Ganz schön nativ der junge Mann, poppt es up.

Heut geht’s aber zu wie auf der bild.de.

Mittag. Der Springer Axel fragt: „Was gibt’s?“

„Voice Ad“, geb ich wahrheitsgemäß zurück, „Mal das Portfolio studieren“.

Nachm Mittag. Wichtiges Meeting. Ich öffne die Konfitüre.

Alle da – das schmeckt mir.

A real time und a Bid später treffe ich einen Audience Broker auf dem Gang.

„Schöne Hose.“

DSPink.“

„Hmm. SSPannt aber!“

Das Smartphone scheppert. So mobile war ich schon lange nicht mehr. Das Auto läuft wieder.

Der Facility Manager bringt ein Bild. Das muss er jetzt noch unbedingt an meine Wall papern. „Jetzt noch? Dann aber schnell bevor sich mein Hintergrund einfärbt“, entfährt es mir.

Auf dem Heimweg – jede Menge Traffic.

Media möchte ich aber nicht tauschen“, sagt meine Frau.

Die Abwicklung von Onlinedisplaykampagnen erfolgte über lange Zeit ausschließlich  nach Prozessen, die ursprünglich aus der Welt der Print- und TV-Werbung stammten. Natürlich wurden dabei die Werbemittel über die Adserversysteme von Vermarktern und Agenturen/Kunden im Webbrowser elektronisch ausgeliefert und nicht ausgedruckt, aber diese Systeme arbeiteten nicht wirklich integriert, ganz zu schweigen von den mit den Kampagnen  verbundenen Anfrage-, Buchungs- und Abrechnungs- prozessen.  In den letzten Jahren hat durch die zunehmende Verbreitung von elektronischen Marktplatzsystemen hier eine sehr rapide Prozessveränderung begonnen, die dazu führt, dass Kampagnen zunehmend über diese Plattformen abgewickelt werde. Im Grundsatz unterscheidet man dabei zwischen Technologien für die Nachfrageseite also die Werbekunden und ihre Agenturen (DSPs – Demand Side Plattformen) und für die anbietende Partei, die Onlinevermarkter (SSPs – Sell Side Plattformen). Der Handelsprozess zwischen den Systemen beider Seiten findet dabei automatisiert statt, entweder zu vorab vereinten Preisen oder in Form einer Auktion.  

 RTB-Standardisierung_Quelle_mediascale

Für die Durchführung von Targetingkampagen ergeben sich durch diese automatisierten Handelsprozesse deutlich erweiterte Möglichkeiten. Eine zentrale Voraussetzung für eine programmatische Kampagnenabwicklung ist nämlich, dass beide Seiten die Userinformationen ihrer Systeme miteinander abgleichen, ein Prozess, der etwas unscharf auch als Cookie Synching bezeichnet wird. Dieser gemeinsame Pool an pseudonymen Identifikatoren macht es für eine Targetingkampagne  auf der Demand Side  sehr einfach, die in eine Zielgruppe passenden User auf der Sell Side zu selektieren und mit einem passenden Werbemittel anzusprechen, ohne dass ein Streuerverlust an nicht passende Empfänger auftreten muss. Auch können zusätzliche Daten zur Anreicherung von Targetingzielgruppen über Data Management Plattformen (DMPs) in standardisierten Verfahren in die programmatische Welt injiziert werden. Über die Plattformen können auch die Systeme von Messdienstleistern für die Bannersichtbarkeit oder Umfeldkontrolle (Brand Safety) von Kampagnen einfach integriert werden.

Real Time Advertising bedeutet für die Einsatzmöglichkeiten zielgruppenbasierter Onlinewerbung keinen kompletten Paradigmenwechsel, obwohl dies des Öfteren so dargestellt wird. Denn konzeptionell neuartige Targetingformen entstehen nicht, nur weil eine Kampagne jetzt plattformgestützt abgewickelt werden kann und nicht mehr nur konventionell über eine Kombination der Adserver von Vermarkter und Agentur. Die Marktplätze machen es aber viel leichter Targetingkampagnen technisch transparent abzuwickeln und in ihrer Reichweite zu skalieren, was vor allem bei spitzen Zielgruppen eine große Rolle spielen kann.

Nicht verschwiegen werden kann allerdings, dass die programmatische Welt die Umsetzung zielgruppenbasierter Onlinewerbung neben auch vor erhebliche neue Herausforderungen stellt. Zum einen wollen die neuen Marktpartner, die Demand- und Sell Side-Plattformen bereitstellen, ihre Dienstleistung natürlich bezahlt sehen, was aufgrund der Kostensteigerung eine erhebliche Effizienzminderung der Kampagne zur Folge haben kann. Zum anderen erleichtert die strukturelle Offenheit der Plattformen den Marktzugang für unseriöse Marktteilnehmer und zweifelhaftes Inventar. Dies erfordert bei allen ernsthaften Marktpartnern einen deutlich erhöhten Aufwand zur Qualitätskontrolle der Umfelder und zur Abwehr von Betrugsversuchen. Darüber hinaus stellt die Auswahl an Reichweiten und Formaten, die auf programmatischen Weg erreicht werden können, kein komplettes Abbild des Gesamtmarktes dar. Weder jetzt, noch in überschaubarer Zukunft.  Die Abwicklung von Targertingkampagnen über Plattformen stellt also nicht zwangsläufig und in jedem Einzelfall die beste Alternative dar.

Der 9. April – es sollte der Tag der großen Veränderungen bei Facebook werden. Wochen, ja Monate zuvor schon waren die Neuerungen des Social-Media-Riesen angepriesen worden, ohne jedoch die genauen Details zu verraten. Die einzigen Hinweise, die Facebook bis zuletzt preisgab, betrafen die Änderungen im Bereich der Kampagnen- und Anzeigenstruktur und auch die Anzeigenform „Sponsored Story“, die es ab dem 09. April fortan nicht mehr geben sollte.

Mit Spannung wurde also der Facebook’sche Neuanfang am 9. April erwartet. Und dann war es soweit, der Tag der Wahrheit. Und? Nichts geschah. Nichts? Nun gut, ganz so ist es nun auch nicht gewesen. Im Verlauf nun ein kurzes Update.

Sponsored Story –> Page Like Ad

Die Anzeigenform „Sponsored Story“ ist, wie bereits in meinem letzten Blogbeitrag berichtet, seit dem 09. April nicht mehr verfügbar. An dessen Stelle treten nun Page Like Ads, die auch mit neuer Form und Bildgröße überraschen. Automatisch ziehen sich diese Anzeigenformen nicht mehr nur das Profilbild der jeweiligen Unternehmensseite, wie es bei den Sponsored Stories der Fall war, sondern auch das Titelbild der zu bewerbenden Seite, das dementsprechend in der Anzeige selbst größer und auffälliger in Erscheinung tritt. Sollte man das Bild selbst auswählen wollen, liegt die neue, empfohlene Bildgröße für diese Anzeigenform im News Feed bei einer Pixelgröße von 600×225.

Review

Hinzukommen nun auch die veränderten Targetingmöglichkeiten, die neben individuellen Bild- und Text-Einstellungen frei wählbar sind. Erste Schritte, die wir mit dieser Anzeigenform für unsere Kunden gegangen sind, haben gezeigt: Die Page Like Ads können sich hinsichtlich der Performance-Werte sehen lassen, die neue Anzeigengröße und Aufmachung spielt dabei sicherlich eine Rolle.

Page Post Ads

Eine weitere Änderung, die Facebook bei den Einstellungsmöglichkeiten der Anzeigenformate vorgenommen hat, betrifft die Page Post Ads. Wie es bislang ohne Mucken und Murren möglich war Page Post Anzeigen so einzustellen, dass immer das aktuellste Posting der Unternehmensseite gefiltert und damit über die Page Post Ad den Usern ausgesteuert wurde, ist nicht mehr möglich. Die Bewerbungsform „Most Recent Post“ wurde von Facebook abgestellt, um sicher zu gehen, dass Werbetreibende und Kunden bei Facebook ihre besten Page Post Anzeigen an die jeweils richtige Zielgruppe aussteuern. Durch die stetige Aktualisierung der Anzeigen könnte die Gefahr bestehen, dass auch irrelevante Posts die eingestellte Zielgruppe erreichen.

Die neue Kampagnen- und Anzeigenstruktur

Eine weitere Veränderung, die sukzessive bereits vor dem 09. April Einzug gehalten hatte, ist die neue Anzeigen- und Kampagnenstruktur bei Facebook. Bislang waren Kampagnen in zwei Ebenen aufgebaut: in eine Kampagnenebene und eine Anzeigenebene. Nun ist zwischen den beiden bestehenden Ebenen eine neue hinzugekommen, der sogenannte Werbeanzeigensatz. Dieser ermöglicht es, die verschiedenen Anzeigen innerhalb einer Kampagne hinsichtlich Laufzeit und Budget zu verwalten:

Struktur

Eine Kampagne kann nun ab sofort mehrere Werbeanzeigensätze enthalten und jeder einzelne Satz kann mit einem eigenen Budget und Laufzeitplan ausgestattet werden. Bei den Kampagnen und Werbeanzeigen selbst hat es bislang aber keine weiteren Änderungen gegeben, lediglich die Aufmachung des Selbstbuchungstools wurde von Facebook etwas angepasst.

Zum Abschluss folgt noch ein kurzer Blick in die Glaskugel, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Facebook plant voraussichtlich noch in diesem Jahr, den Anzeigen in der rechten Spalte des Newsfeed mehr Platz einzuräumen, will damit aber gleichzeitig die Anzahl der Anzeigen selbst verringern. Durch die Anpassung der Anzeigen in der rechten Randspalte an die Newsfeed-Anzeigen in der Mitte soll es dann künftig auch in den Bildgrößen keine Unterschiede mehr geben. Die von Facebook angekündigten Änderungen, die Anzeigenformate selbst auf eine sinnvolle Anzahl an Werbemöglichkeiten zu reduzieren, ist bis heute jedoch ausgeblieben. Man darf also weiterhin gespannt sein, was in den nächsten Tagen und Wochen noch passieren wird.

In einem können Sie sich aber sicher sein: We keep you posted!

Im vorerst letzten Teil dieser Serie möchte ich auf die Möglichkeit der Integration von externen Daten in NE.R.O., unserem hauseigenen Targetingtool eingehen. Neben der regelmäßigen Zusammenführung der AGOF Affinitätsindizes und unserer NE.R.O. Merkmale, können weitere Datenlieferanten wie beispielsweise das GfK Consumer Panel herangezogen werden. Die NE.R.O. Profildatenbank kann dadurch mit zusätzlichen individuellen Kundensegmenten angereichert werden.

Das GfK Consumer Panel erfasst die Käufer oder Verwender von Marken und Produkten.  Alle Panelisten, die auch ein NE.R.O. Profil besitzen, können für eine weitere Analyse und zur Zielgruppenermittlung herangezogen werden. Dabei erfolgt die Datenverarbeitung stets auf rein pseudonymisierten Datensätzen und erfüllt zu jeder Zeit alle aktuellen Datenschutzbestimmungen.

Die NE.R.O. Profile der Panelisten werden in der Analyse einer neutralen Stichprobe gegenübergestellt, um Merkmale zu identifizieren, die für eine spätere Zielgruppenbeschreibung besonders trennscharf sind. So ist es uns möglich über das NE.R.O. Targetingtool die Käufer- oder Verwenderzielgruppen abzubilden.

Integrationsprozess GfK Consumer Panel (schematisch)

GFK_Consumerpanel_NERO

Wird beispielsweise in der Klassik der Planungsansatz der Käufer oder Verwender angewendet, kann über dieses Verfahren jetzt auch im Online auf die gleiche Zielgruppe geplant werden. Die Leistungswerte der einzelnen Kanäle können so deutlich einfacher zusammengeführt und ausgewiesen werden.

Die Betrachtung der NE.R.O. Profile einer bestimmten Nutzergruppe dient aber nicht nur der Abbildung bzw. der Übertragung von Zielgruppen, sondern kann ebenfalls zur Analyse bestehender oder auch noch nicht genau definierter Zielgruppen herangezogen werden.  Über NE.R.O. Analytics kann beispielsweise eine so genannte Cross-Site Analyse durchgeführt werden. Diese Analyse kann dabei helfen die aktuelle klassische Online-Mediaplanung zielgerichtet um weitere sinnvolle Umfelder zu erweitern, oder die bestehende Planung zu verifizieren.  Dabei werden gezielt die User betrachtet, die Kontakt mit der jeweiligen Kundenkampagne hatten. Die Analyse kann sowohl auf Basis des generierten View-Kontakts als auch auf der Reaktion des Users, also den Klick auf das Banner erfolgen.

 

Datenverarbeitung Cross-Site Analyse (schematisch)

Crosssite_nero

Darüber hinaus kann das Analyse-Tool dazu benutzt werden die aktuellen Sitenutzer einer Kundenwebsite genauer zu spezifizieren. Auch hier sind Unterscheidungen nach Kontaktpunkten möglich, was zu einer sehr genauen Abgrenzung selbst innerhalb der Websitepopulation führen kann. So ist es beispielsweise möglich User nach Kaufentscheidungsphase zu unterscheiden.

Ich hoffe der Ausflug ins NE.R.O.versum war für Sie spannend und aufschlussreich. Vielleicht konnte ich bei Ihnen auch die Neugierde auf die Produktwelt und Anwendungsmöglichkeiten wecken. Bei Fragen zu den Produkten, den Analysen oder sonstigem rund ums Thema „Targeting“ stehe ich Ihnen natürlich sehr gerne zur Verfügung.

Auch wenn wir mit 2012 in unseren Köpfen schon längst abgeschlossen haben, sind nun unsere Zahlen vom vorigen Jahr endlich offiziell und geben uns einen wirklich guten Grund zur Freude: Wir haben auch im letzten Jahr unseren Wachstumskurs fortgesetzt und sind sehr zufrieden mit unseren Fortschritten in der Online-Werbung.

Verantwortlich für die positive Geschäftsentwicklung sind vor allem unsere modernen und kundenindividuellen Targeting-Lösungen. So wurden 2012 bereits rund 50 Prozent der etwa 1.000 Kampagnen, die von uns geplant wurden, mit Targeting-Elementen ausgeliefert. Mit unserem agentureigenen Targeting System NE.R.O. (“Netto-Reichweite-Online”), werden aktuell mehr als 150 profilbasierte Targeting-Kampagnen parallel ausgesteuert – der Großteil davon mit einer dynamischen Kreation des Online-Werbemittels, das sich automatisch dem jeweiligen User-Profil anpasst. Nicht nur NE.R.O. sorgte für eine positive Bilanz, sondern auch unsere Neukunden, wie Betten-Rid, myToys oder SunnyCars. So verbuchten wir im vergangenen Jahr ein Gross Income von 6,7 Millionen Euro – ein Plus von 20 Prozent gegenüber 2011 (5,6 Mio. Euro). Das Billingvolumen stieg im gleichen Zeitraum um 18 Prozent (2011: 22 Prozent) von 72 auf 85 Mio. Euro.

Was uns auch besonders freut ist, dass NE.R.O. mit dem Datenschutz-Siegel „Trusted Privacy“ ausgezeichnet worden ist. Das renommierte Gütesiegel der Firma ePrivacyseal, einem international anerkannten Anbieter für Online-Datenschutzlösungen, erhalten nur Produkte, die strenge datenschutzrechtliche Anforderungen „vorbildlich erfüllen“. Die Zertifizierung für mediascale erfolgte gemäß des besonders strengen deutschen Datenschutzrechts.

In diesem Sinne: auf ein spannendes und erfolgreiches 2013.

Hochwasser am Rio Grande! Oh nein, werden Sie sich jetzt an Rhein, Elbe, Spree oder Main sagen, das beeinträchtigt einen ja wirklich. Und dann noch diese furchtbare Hitze im australischen Outback und diese schmerzhaft eisige Kälte am Südpol, die nicht nur das Blut in den Adern sondern sogar die Luft gefrieren lässt, wie anno dazumal im Kartoffelkrieg.

Fühlen Sie sich betroffen? Ich vermute nicht. Und mir geht es genauso. Warum also diese Reihung von Belanglosigkeiten? Weil es zum einen zeigt, dass ohne richtiges Targeting eine Botschaft sinnlos verhallt.  Die antarktische Kälte mag für einen Pinguin von gesteigertem Interesse sein, aber nicht für Sie oder einen Wüstenfuchs. Zum anderen haben Sie mich ja auch gar nicht nach den Informationen gefragt und damit wird es nochmals schwieriger sich Gehör zu verschaffen. Genauso verhält es sich mit (Online-)Werbung. Sie kommt ungebeten zu einem nach Hause (oder wird zum Reisebegleiter in mobilen Gefilden), setzt sich an den Tisch und nimmt sich ein  Stück Kuchen meiner kostbaren Aufmerksamkeit. Wenn ich die Gästeliste aber schon nicht bestimmen kann, will ich wenigstens hoffen, dass die Gesprächsthemen ansprechend sind und mir nicht nur alte Kalauer und Geschichten vom Ponyhof des Schwippschwagers meines übernächsten Nachbarn serviert werden. Exakt darin besteht die Herausforderung moderner Onlinekommunikation und dieser begegnen wir im Idealfall mit vier Maßnahmen:

1. Das richtige Targeting!

2. Ein zutreffendes Umfeld! (ja auch daran kommen wir nicht vorbei und lassen Sie sich bitte nichts anderes erzählen!!!)

3. Das richtige Format!

4. Kreativität und die Fähigkeit, Themen inhaltlich so zu vermitteln, dass sie für den Konsument relevant werden!

Im Kern geht es bei der 4Q-Inititative, die indirekt u.a. auch aus unserem Hause kommt, um nichts anderes. Es handelt sich also durchaus um ehrbare Ziele, die selbstredend nichts mit Altruismus zu tun haben, sondern mit der Intention, das Medium Online zu stärken und zwar sowohl beim Kunden (Werbetreibenden) als auch beim Konsumenten.

Habe ich bis hier was von RTB erzählt? Nein, weil es mit dem bisherigen Inhalt nur mittelbar was zu tun hat. RTB ist in diesem Prozess ja lediglich eine Spielweise, die mit der taktischen Aufstellung einer Fußballmannschaft vergleichbar ist. Ich kann 4-2-3-1 spielen oder auch 4-1-4-1. Beides kann zum Erfolg führen, wenn das System zur Mannschaft passt. RTB ist somit kein ungebetener Besuch, sondern halt nur eine weitere Variante mit der bis dato nicht gespielt wurde. Dass der neue Gast manchmal schlechte Manieren hat und damit nicht nur die Gesellschaft, sondern eben auch die oben formulierten Maßnahmen auf eine Belastungsprobe stellt, ist unbestritten. Mein Kollege hat dies in dieser Woche ja bereits blumig umschrieben. Aber gute Gene helfen nichts, wenn die Erziehung und das Umfeld verdorben sind und dies beschreibt sehr treffend das Kernproblem. Ebendies wissen auch die Anbieter im RTB-Markt und fühlen sich deswegen vermutlich angegriffen. Mobilmachung und Kriegseintritt funktionieren natürlich nur mit einer gut geölten Propaganda und einer Presse, die bereitwillig einsteigt. Bad News are good news! Aber hier kommt die wirklich schlechte Nachricht für den vermeintlich Angegriffenen: Es gibt gar keine Kampfhandlung, keine Kriegserklärung oder kleinere Scharmützel. Somit erübrigen sich auch die don-quichotischen Sprachformeln. Nicht erübrigen wird sich indes die Kernforderung, die Qualitätssicherung ernsthaft und glaubhaft voranzutreiben, denn hier wäre der fehlgeleitete Elan deutlich angebrachter.

Und bevor ich gefragt werde: Es gibt auch keinen Angriff auf Mobile, Big Data, Customer Journey Tracking, Performance Marketing, HTML5, Tablets…

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