Tag Archiv für "Snapchat"

Im letzten Artikel über Snapchat haben wir bereits einige Werbeformen auf der jungen Plattform vorgestellt. Da das noch lange nicht alles ist, was Snapchat zu bieten hat, legen wir natürlich noch einmal nach.

Sponsored Lenses

Ähnlich zum Sponsored Geofilter, den wir im letzten Artikel beschrieben haben, kann der Werbetreibende auch hier einen Filter einsetzen. Allerdings deutlich aufregender, da sich der Filter auf ein Video bezieht! Gesponserte Linsen eröffnen völlig neue Wege, die Marke spielerisch bekannt zu machen und mit einem lustigen Filter auch in Erinnerung der Nutzer zu bleiben. Sinn hinter Sponsored Lenses ist es, dass Nutzer ein Video drehen und durch bestimmte Bewegungen den Markenfilter nutzen. Snapchatter spielen also mit der interaktiven Anzeige. Call of Duty hat zum Start einer Special Edition die Sponsored Lenses besonders aufmerksamkeitsstark umgesetzt:

 

World Lenses

Die Uhr steht niemals still – erst recht nicht bei einer jungen und hippen Plattform wie Snapchat. Daher wurde vor zwei Wochen eine neue Werbemöglichkeit auf Snapchat vorgestellt: die sogenannten World Lenses.

Die World Lenses ist eine Augmented-Reality-Funktion, was bedeutet, dass Bilder aus der Umwelt mit dreidimensionalen Gegenständen erweitert werden können. So kann beispielsweise ein Bild der Umwelt mit einer Sonne oder einer Regenwolke erweitert werden. Die World Lenses unterscheiden sich von den Sponsored Lenses insofern, dass diese sich hauptsächlich auf die Hauptkamera des Nutzers beziehen sollen, also Bilder und Videos der Umwelt mit 3D Gegenständen erweitert werden können. Die Sponsored Lenses hingegen beziehen sich mehr auf die Frontkamera das Nutzers, sodass Videos aus der Selfie-Perspektive mit coolen Filtern aufgewertet werden können. Als Launchkampagne der World Lenses startet Warner Bros. mit der Vermarktung ihres neuen Films „Everything Everything“.

Aktuell ist Werbung bei Snapchat nur für Kunden mit einem hohen Budget möglich. Allerdings will Snapchat seinen Werbetreibenden noch weiter entgegenkommen und im Juni einen sogenannten Business Manager launchen. Werbetreibende haben hier die Möglichkeit, ihre Ads selbst einzustellen, zu managen und zu optimieren. Zudem sollen Reportings sowie Kampagnen-KPIs im Business Manager abrufbar sein. Es bleibt abzuwarten, ob mit dem Business Manager die Kosten sinken und bald Werbung auf Snapchat auch für Unternehmen mit kleineren Budgets möglich ist.

Wir sind gespannt, was sich Snapchat noch alles einfallen lässt, um die App nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Werbetreibende noch spannender und relevanter zu machen!

In diesem Sinne… 3…2…1…! Jetzt drücken, um den Snap zu wiederholen!

5…4…3…2…1… und schon ist das Bild verschwunden. Es gibt noch einen Joker. Du kannst Dir das Ganze noch einmal ansehen, danach ist es dann aber wirklich weg. Und wer so schlau ist und denkt, mit einem Screenshot hat er das Bild gesichert – Todsünde! Zumindest ein ungeschriebenes Gesetz unter den Usern der App. Screenshots werden nicht gemacht, und wenn doch, wird der Absender direkt darüber informiert.

Bei wem es immer noch nicht klick gemacht hat, dem helfe ich gerne auf die Sprünge – es geht um Snapchat! Eine App, die seit 2011 sämtliche Smartphones und das Leben ihrer Besitzer revolutioniert. Die Idee dahinter: Snapchat ermöglicht es seinen Nutzern, Fotos, die für maximal 10 Sekunden sichtbar sind, an Freunde zu versenden. Um das Ganze noch interessanter zu machen, stellt Snapchat seinen Nutzern jeden Tag neue lustige Filter zur Verfügung, mit denen die Fotos kreativ aufgehübscht werden können. Zudem ist es möglich, kurze Videos zu verschicken, die nach einmaligem Ansehen ebenfalls wieder verschwinden. Simpel, aber erfolgreich: Snapchat verzeichnete im Dezember 2016 stolze 158 Millionen Nutzer und setzte dem Erfolg im März 2017 mit dem Börsengang die Krone auf.

Ein solcher Hype um eine App bleibt Werbetreibenden natürlich nicht verborgen, sodass der Schrei nach Werbemöglichkeiten und Productplacement auf Snapchat immer größer wurde – erfolgreich. Bis letztes Jahr war eine Buchung von Snapchat in Deutschland nur in Kombination mit UK möglich. Vor kurzem hat Snapchat final die Tore für Werbetreibende in Deutschland geöffnet, sodass es ab sofort möglich ist, allein Snapchat Deutschland zu belegen und zu buchen. Grund genug für uns, die Marketing Optionen in der App vorzustellen.

Sponsored Geofilters

Da sich bei Snapchat alles rund um Bilder und Filter dreht, ist eine der beliebten Werbemöglichkeiten der Sponsored Geofilter. Damit besteht die Möglichkeit, ein Bild mit einem Filter seiner Marke zu branden. Der Filter kann mit diversen Targetingkriterien gebucht werden, sodass beispielsweise mit Geotargeting und Datumangabe die Neueröffnung eines Stores beworben werden kann. Das Selfie wird gemacht, an sämtliche Freunde geschickt und schon verbreitet sich die spielerische Werbung wie ein Lauffeuer.

Snapchat Werbefilter von Starbucks und Michael Kors

 

Snap Ads

Da Fotos und Videos, die nur für wenige Sekunden sichtbar sind, auf Dauer langweilig werden, hat sich Snapchat im Laufe der Zeit etwas Neues einfallen lassen und sogenannte „Stories“ eingeführt. Diese sind dann für ganze 24h sichtbar. Angezeigt werden dem Nutzer die Stories in einem extra Newsfeed in der App. Der Snapchat Nutzer hat hier eine Übersicht aller Stories seiner Freunde und die Möglichkeit, diese innerhalb von 24 Stunden so oft er möchte anzusehen. Der User sieht sich dementsprechend mehrere Stories hintereinander an. Und natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, geschickt Werbung zu platzieren. Vorstellen kann man sich das wie ein MidRoll: Man sieht sich nach und nach die Stories seiner Freunde an und zwischendurch kommt ein Werbevideo. Optimal ist es natürlich, wenn das Video so gut gemacht ist und so gut in den Content passt, dass dem Snapchat Nutzer gar nicht auffällt, dass es sich dabei um eine Werbeanzeige handelt. Das Video sollte daher kein klassisches Werbevideo sein, sondern im Snapchat Style, also kurz, selfmade und mit Filtern gestaltet werden. Für den Werbetreibenden besteht neben einem klassischen Video auch die Möglichkeit, eine Canvas Ad aus Fotos, Videos und Artikeln zu bauen. Diese kann der Nutzer dann durch Swipes nach unten nacheinander angezeigt bekommen. Zudem können Videos zum direkten Download einer App auffordern oder nach extern verlinken. Definitiv eine spannende Platzierungsmöglichkeit für eine Marke!

Bei Snapchat gilt: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Auffällige Filter bringen den Usern Spaß und überzeugen sie, den Content mit Freunden zu teilen. So bietet Snapchat eine spannende neue Werbeplattform, bei der Werbetreibende die Möglichkeit haben, die Marke spielerisch und gekonnt vor allem bei jüngeren Zielgruppen zu platzieren. Und da das noch lange nicht alles war, was bei Snapchat möglich ist, könnt Ihr Euch bereits auf Teil 2 freuen.

Ein weißes Gespenst macht gerade seine Runde durch die globalen Medien. Sogar auf dem Times Square in New York hat es sich festgesetzt. Auf dem typischen gelben Hintergrund, der ihm so gut steht. Wisst Ihr wo das Gespenst hingehört?

Für diejenigen, die es noch nicht kennen: Das Gespenst ist das Logo des Instant Messaging Dienstes Snapchat. In den USA kann die Frage nach der Bedeutung des Logos wahrscheinlich leichter beantwortet werden als in Deutschland, denn 50% der User stammen aus Nordamerika.

Weltweit betrachtet zählt Snapchat schon zu den großen Social Media Plattformen wie Facebook, YouTube und Instagram. Bereits im August 2014 hatte Snapchat weltweit täglich 100 Millionen aktive Nutzer. Davon sind ca. 70% unter 25 Jahre alt. Insider schätzen jedoch, dass es mittlerweile circa 200 Millionen aktive Nutzer sind. Diese Erfolgsgeschichte begann 2011 mit der Gründung durch Evan Spiegel und Robert Murphy.

 

Quelle
Quelle: Snapchat business deck

 

Wie funktioniert Snapchat und was macht es so erfolgreich?

Die ursprüngliche Funktion ist das Verschicken von Bildern. Diese können mit dem Smartphone oder dem Tablet aufgenommen, beschriftet, bemalt, und wahlweise auch gespeichert werden. Anschließend wird das Bild an beliebig viele Freunde geschickt. Hierbei gibt es einige zentrale Unterschiede zu Whatsapp, welche zu dem großen Erfolg von Snapchat beigetragen haben.

Die Bilder und Videos werden bei dem Empfänger nur für eine bestimmte Zeit  (1- 10 Sekunden) nach dem Öffnen dargestellt. Anschließend werden die Bilder automatisch gelöscht. Falls die Freunde einen Screenshot von dem Bild machen, bekommt der Versender eine Benachrichtigung. Ein weiterer Unterschied ist, dass die aufgenommenen Bilder und Videos zu einer sogenannten „Story“ zusammengefügt und für Follower hochgeladen werden können. Die Stories sind dann für 24 Stunden einsehbar. Nach Ablauf der 24 Stunden werden diese genauso wie die einzelnen Bilder automatisch gelöscht. Werden die Stories innerhalb der 24 Stunden vom User angesehen, werden sie anschließend automatisch gelöscht. In den USA geht der Trend immer mehr zur Nutzung der Stories.

Die beiden Unternehmensgründer haben die USPs der anderen Social Media Plattformen übernommen, innovativ weiter entwickelt und so ihre eigene USP geschaffen.

Der neuste Clou der Firma ist Snapcash. Dabei kann über den Chat Geld mit einem anderen User ausgetauscht werden. Einfach die Kreditkartennummer hinterlegen, schon kann Geld transferiert werden. Leider ist diese Funktion bisher nur in den USA zugänglich.

Quelle: Snapchat business deck
Quelle: Snapchat business deck

 

Wie sieht nun die werbliche Nutzung von Snapchat aus?

Im Herbst 2014 führte Snapchat zunächst nur in den USA sogenannte Brand-Story Anzeigen ein. Diese waren im Newsfeed der App zu sehen. Die Nutzer konnten selbst entscheiden, ob sie die Anzeigenclips ansehen wollten oder nicht. Wie die ungesehenen Stories und Bilder der Freunde verschwinden auch werbliche Inhalte nach 24 Stunden oder nachdem sie angesehen wurden. Im April 2015 wurde diese Anzeigenform aber bereits wieder eingestellt. Angeblich for­derte Snap­chat für diese Form der Werbung 750.000 US-Dollar pro Tag. „Wir arbeiten kontinuierlich an den Feineinstellungen, um unserer Community das bestmögliche Nutzererlebnis zu bieten.“ kommentierte das Unternehmen den Schritt. Im Januar 2015 wurde das „Discover“-Programm eingeführt. Werbekunden können dort innerhalb einer Kategorie, die mit Geschichten und Videos von Publishern bestückt ist, Werbung platzieren.

Snapchat selbst gibt den Werbenden Tipps, wie sie einen maximalen Nutzen aus ihrer Platzierung ziehen können. In erster Linie sollen die Unternehmen mit der neuen Form des Storytellings experimentieren und den User oder Follower auf einer individuellen und persönlichen Ebene ansprechen. Auch so genannte „Cele­brity Take Overs“ (ein Star übernimmt einen Account für ein paar Stun­den), Promo Codes und Tea­ser sollen sehr gut funktionieren und geeignet für Snapchat sein. Ein Pro­blem ist jedoch die schlechte Sicht­bar­keit der Accounts. Nut­zer müs­sen den genauen Account­na­men ein­ge­ben, um Freunde zu adden. Sie müssen zunächst über eine andere Plattform oder ein anderes Medium den Namen erfahren und können dann den Blogger, ihren Star oder ein Unternehmen adden. Ein weiteres Problem war die redundante Daten­aus­wer­tung. Es wurden keine soziodemographischen Indikatoren wie Alter und Geschlecht angezeigt. Zuletzt reduzierte Snapchat seine Forderungen etwas: 1000 Views sol­len jetzt nicht mehr 100 US-Dollar, son­dern nur noch 20 US-Dol­lar kosten.

Snapchat erfährt eine immer größere Beliebtheit bei deutschen Usern, insbesondere bei YouTubern und Bloggern. Neben Instagram, Twitter und Tumblr wird Snapchat mit Sicherheit schnell an Reichweite gewinnen. Doch neben der Reichweite wird insbesondere das Überwinden der aufgeführten Defizite ein entscheidender Faktor sein, um Snapchat für eine werbliche Nutzung auch in Deutschland interessant zu machen. Es bleibt also spannend, was wir noch hören werden, von dem weißen Gespenst auf gelben Hintergrund.

Ein neues Jahr beginnt für uns zuverlässig mit zwei Ereignissen: Kein Schnee in München, sondern schlammgrüne Wiesen. Und die Fachpresse beginnt mit den ersten Mutmaßungen bezüglich der Topthemen in der Online-Welt des jungen Jahres. 2014?? Programmatic Premium natürlich, Mobile, wie immer – und dann vielleicht noch was ganz Frisches, wie zum Beispiel Snapchat ?

Wie wir alle wissen, wird nicht jeder Hype zum großen Erfolg werden und so mancher startet als Tiger, um dann doch als Bettvorleger zu enden. Es ist manchmal ganz hilfreich, sich diese verblassten Helden ins Gedächtnis zu rufen, wenn die Begeisterung für neue Themen mal wieder beginnt ins Hysterische überzukippen.

In einer stillen Stunde haben wir deshalb unsere persönliche Hitliste der Produkte erstellt, bei denen die Fallhöhe zwischen Aufregung und langfristiger Bedeutung besonders groß war.

Hier sind unser Medaillenkandidaten:

Second Life
Wolfram Alpha, aka „Google Killer“
Die IPTV-Spotbox
Siemens Xelibri
Flipbooks als Bannerformat

Sollten Sie andere verblasste Helden als Favoriten im Sinn haben, so freuen wir uns über Ihre Ideen. Nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion, wirklich würdige Vorschläge belohnen wir mit einer Tüte unser sensationellen Fruchtsaftgummibärchen.