Tag Archiv für "Online-Kampagne"

Heute möchten wir Ihnen gerne eine neue Serie in unserem Blog vorstellen. Und zwar die Speaker’s Corner! Hier steht allerdings niemand auf einer Leiter im Park und ruft dem Publikum lauthals seine Meinung entgegen. Trotzdem sind diese Stimmen für uns sehr wichtig, denn sie kommen von ehemaligen Arbeitskollegen der mediascale. Wir wollen wissen, wie sehr sie das Agenturleben vermissen, wo sie jetzt sind und was sie für spannende Geschichten aus dem neuen Arbeitsalltag für uns haben. Als Auftakt gibt es keine bessere Person als Thomas Münzer, ehemaliges Gründungsmitglied der mediascale.

Also bitte – Vorhang auf!

Thomas Münzer
Thomas Münzer

Thomas, du warst Gründungsmitglied der mediascale – wie ist deine Karriere nach Deiner Zeit bei mediascale weitergegangen?

Nach fünf Jahren mediascale dachte ich, es wäre mal an der Zeit meinen beruflichen Horizont zu erweitern und die heimelige Nestwärme der Serviceplan Gruppe zu verlassen. Ich kannte bis dato ja noch nichts anderes, da ich direkt nach dem Studium bei der Plan.Net media als Praktikant anfing. Die gute alte Zeit, als .gif- Fullsizebanner noch State of the Art waren und Kunden noch 40 Euro TKP auf Lieschen-Müllers-lustige-Häkelseite zahlten ohne gleich ins klinische Koma zu fallen.

Meine nächste Station war die Stelle als Head of Publisher Service bei TradeDoubler, einem internationalen Affiliate Netzwerk. Dort war ich für die Betreuung der Publisher verantwortlich. Obwohl ich für meine Verhältnisse mit 2,5 Jahren dort nicht all zulange blieb, bekam ich dort einen beeindruckenden Einblick in Welt des Performance Marketings und die faszinierende Kreativität von CPO Publishern und -Netzwerke, um Sales oder Leads für die Werbekunden zu generieren.

Mit dem Rüstzeug von zwei Jahren Plan.Net, fünf Jahre mediascale Mediaeinkauf und 2,5 Jahre TradeDoubler bot sich mir die Gelegenheit, mich mit einer eigenen Firma selbständig zu machen.

Und was machst Du aktuell? Was genau ist Dein Aufgabenfeld?

Ich bin seit 2009 Managing Partner (das klingt einfach cooler als teilhabender Geschäftsführer) bei Con4 Media. Unsere Schwerpunkte sind die Schaltung, Tracking und Optimierung von Online Kampagnen auf vordefinierte KPI Vorgaben auf allen erdenklichen Online Kanälen. Um die hierfür nötige Nettoreichweite zu erreichen greifen wir auf einen Pool von Demand Side Plattformen und ein Netz an eigenen Webseiten zu. Ich verantworte bei Con4 Media den Mediaeinkauf und die Buchhaltung und ab und zu erkläre ich unseren Kunden und Neukunden die große und spannende Online Welt.

Was sind für Dich die Kriterien für eine erfolgreiche und verkaufsorientierte Online-Kampagne?

Um eine Online-Kampagne erfolgreich zu schalten sind eine Reihe von Kriterien nötig, die am besten vor Kampagnenstart mit allen beteiligten Parteien abgeklärt sein sollten.

Advertiser: ein breites Set an Werbemittel, um die ideale Kundenansprache zu finden, eine salesorientierte Landingpage, einen einfachen Kaufprozess und natürlich ein spannendes Produkt, das Kunden interessiert.

Agentur: ein funktionsfähiges Tracking, schnelle und kurze Prozesse, wenn es während des Flights zu Komplikationen kommen sollte, eine ehrliche und offene Kommunikation zu den Publishern, die die Werbung platzieren. Möglichkeit, den Publisher mittels Piggyback Sales mittracken zu lassen. Ständige Qualitätskontrolle des Traffics.

Netzwerk/Publisher: Auswahl an themenrelevanten Platzierungen, Einsatz aller Werbemittel, Sorge um Qualität des Traffics. Ständige Optimierung der Kampagne innerhalb des Netzwerks mittels eignem Tracking.

Aber solch eine Kampagne existiert wahrscheinlich nur in einer idealen Welt, wo es ewigen Weltfrieden und jeden Tag Sonnenschein gibt. Aber irgendetwas muss ja immer sein, sonst wäre unser Business doch langweilig, oder nicht?

Was liegt Deinem Unternehmen zum Thema Performance am meisten am Herzen?

Die Zufriedenheit unserer Kunden. Also, bekommt er valide Sales in gewünschter Menge zum gewünschten Preis.

Und: es gibt noch immer und zu viele (ich nenne sie gerne euphemisch) „Marktbegleiter“, die mit Tricksereien und mittels fragwürdigen Trafficquellen einen schnellen Euro machen und somit ein ganzes Marktsegment unter Generalverdacht stellt. Als betroffenes Unternehmen bleibt uns nur immer wieder aufs Neue unsere Kunden aufzuklären und durch Transparenz und unsere tägliche Arbeit neu zu beweisen, dass nicht jeder Performance Dienstleister automatisch den Gencode eines Trickbetrügers in sich trägt.

Was war für Dich die größte Umstellung von Agentur zu Unternehmens- / Vermarkterseite zu wechseln?

Ganz ehrlich? Der pünktliche Feierabend um 18 Uhr und die augenfreundlicheren Zahlen auf der Gehaltsabrechnung. Aber keine Sorge, ich habe mich schnell daran gewöhnt. :)

Was vermisst Du aus dem Agenturleben?

Eigentlich die vielen guten Leute, den Wissenspool, den sie haben und  die vielen unterschiedlichen Kunden aus den unterschiedlichsten Themengebieten. Außerdem ist man irgendwie immer am Puls der Zeit. Langweilig ist es mir nie geworden. Heute muss ich mir die Infos aus dem Markt mittels Newsletter, Abendveranstaltungen und vielen Businesslunches holen. Letzteres hat bereits bleibende Spuren um meine Hüfte hinterlassen.

Was ist rückwirkend betrachtet das Wichtigste, das Du bei mediascale gelernt hast?

Bei mediascale habe ich das ganze Rüstzeug meiner späteren Vita gelernt. Wie mit Vermarktern umgehen und wann ihnen auf die Finger klopfen wenn’s sein muss. Rechnungswesen, AdServing und Tracking für Fortgeschrittene und sich von Praktikanten mit Starallüren nicht nervös machen lassen.

Außerdem habe ich nie wieder so eine talentierte Salesgranate wie Wolfgang Bscheid kennen gelernt und ich bereue es, mir nicht mehr von ihm abgeschaut zu haben. Ich hätte echt vom Besten lernen können. Also Wolfgang, solltest Du jemals keine Lust mehr auf mediascale haben, rufe mich einfach an. Den Job als Sub-Managing Partner halte ich Dir frei.

Was schätzt Du am meisten an Deinem neuen Arbeitsplatz? Was macht Dir am meisten Spaß im Büro?

Am meisten schätze ich die Dusche, die wir hier haben. Verglichen zu meiner zu Hause ist das ein Wellnesstempel und ich kann morgens ins Büro joggen und dann frisch geduscht mein Tagwerk angehen.

Am meisten Spaß macht mir meine übergroße Lego-Yoda Uhr, die rechts neben meinem Telefon steht. Wenn man Yoda auf den Kopf drückt, leuchtet die Uhrzeit auf. Meine Frau hat ihn mir geschenkt, nachdem sie meinte, Bonsaibäumchen, die sonst mein Schreibtisch zierten, brauche sie ja keine mehr zu kaufen, die gingen bei mir eh alle ein. Ich drücke Yoda mehrmals täglich auf seine Glatze, damit er mir Glück bringe. Und ich habe das Gefühl, es wirkt, die Macht ist seither mit mir und der Laden läuft. Es soll ja Menschen geben, die noch immer einem adipösen Buddha den Bauch streicheln, in der Hoffnung, es habe eine positive Wirkung für was auch immer. Als bekennender Onliner bin ich da mal wieder meiner Zeit voraus.

Wenn Du – für egal wen – eine (Social) Kampagne schalten könntest, wen würdest Du wählen und wie sieht die Kampagne aus?

Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt eine entsprechende Organisation gibt, für die ich dieses Produkt bewerben könnte, aber es wäre bestimmt eine Anti-Internet NGO. Ich habe mir schon ein paar Mal gedacht oder gewünscht, warum gibt es keine „back to offline“ Buttons. Meine Idee wäre, man klickt, sagen wir mal auf einen Bigsizebanner, auf dem steht „Deine Zeit ist abgelaufen“ oder so ähnlich. Anstatt einfach auf die nächste Seite weiter zu linken, scheint der Banner die komplette Website inkl. Browserrahmen wie einen Schleier, der in eine Truhe gezogen wird, aufzusaugen (Apple Jünger kennen dieses Phänomen als Jeannie-Effekt). Und hinter dem Webseiten Schleier erscheint dann eine traumhafte Landschaft mit Bergen oder Meer, dazu etwas Vogelgezwitscher oder Meeresrauschen und ein ganz normaler Mensch läuft in die Bildschirmmitte und erklärt, dass der User schon lange genug vor dem Monitor gesessen hat und die echte Welt nicht das Internet ist, sondern vor der eigenen Haustüre liegt und viel spannender ist als virtuelle Leben.  Auf so etwas kommt man, wenn man wie ich zu viel und zu lange in den Monitor glotzt.

Was Du uns schon immer mal sagen wolltest:

KEEP CALM AND MIND BAD COOKIES

Dirk Ebbighausen
Dirk Ebbighausen

 

Heute gibt es endlich mal wieder ein Kundeninterview. Passend zum herrlichen Wetter, geht es heute um das Reiseportal der Thomas Cook AG. Dirk Ebbighausen, Head of Regional Marketing, eCommerce Central Europe der Thomas Cook AG erzählt uns im Gespräch wie eine erfolgreiche verkaufsorientierte Online-Kampagne aussehen sollte und dass man manchmal für ein Fussballspiel eine ganz schön weite Reise antreten muss.

 

1. Herr Ebbighausen, Verraten Sie uns das Geheimrezept, wie eine erfolgreiche verkaufsorientierte Online-Kampagne aussehen muss?

Wenn ich das hätte, würde ich es meistbietend verkaufen… ;)

Spaß beiseite – ich denke, dass es wichtig ist, sich im Vorfeld einer Kampagne genau zu überlegen, was man eigentlich erreichen will. Geht es uns beispielsweise darum, Volumen zu generieren um jeden Preis oder wollen wir möglichst effizient qualifizierten Traffic auf zielgruppenspezifischen Portalen einkaufen? Darauf aufbauend erstellen wir einen passenden Mediaplan. Bei der Planung setzen wir auf einen Mix aus bewährten Platzierungen und das Testen von neuen Formaten, was sowohl die Seitenauswahl als auch die Werbemittel angeht. Im Kampagnenverlauf überprüfen wir das Erreichen der vorher definierten Ziele und optimieren kontinuierlich darauf hin.

2. Was ist das typische Verhalten eines Users online, der sich eine Reise kaufen möchte, da eine Reise meistens kein Spontankauf ist?

Viele User besuchen eine Reihe von Reiseportalen, der Entscheidungsprozess kann sich über mehrere Wochen hinweg ziehen. Kundenbewertungen und sonstige reiserelevante Inhalte spielen eine große Rolle bei der Entscheidungsfindung.

3. Wie sehen sinnvolle Targeting-Kriterien für ein Reiseportal aus?

Das hängt davon ab, in welcher Phase des Reiseplanungsprozesses Sie den Kunden ansprechen. Ganz am Anfang beispielsweise, wenn ein Nutzer erstmals an Urlaub denkt, hat er vielleicht noch gar kein konkretes Urlaubsziel im Kopf. Hier kann man eher über die Inspirationsschiene kommen. Wenn bereits ein bestimmtes Urlaubsziel feststeht, sind spezifische Angebote zu diesem Ziel für den Nutzer relevant.

4. Welche Werbeformen sprechen Ihre Kunden aus Erfahrung am besten an?

Bei der Bannerwerbung sind es Formate mit konkreten Preisangeboten. Auch generische Formate, die mit Abschlägen werben, funktionieren gut. Großformatige Banner erzielen natürlich immer die besten Werte.

5. Thomas Cook war der Erfinder der Pauschalreise und stellte das Konzept erstmals in 1841 vor. Welcher Aspekt der Pauschalreisen hat sich über die Jahre am meisten verändert?

Was die Pauschalreisen an sich angeht, sind wir nun wieder ein Stück weit da, wo Thomas Cook damals angefangen hat –  nämlich Reisen anzubieten, die wirklich den Bedürfnissen und Vorstellungen der Kunden entsprechen. Hier spielt das Netz eine große Rolle, denn dank Google und Co. ist heute sehr transparent, welche Reiseprodukte Kunden online suchen und buchen.

Von „vorpaketierten Reisen“, die zusätzlich zum Vertrieb in Reisebüros ins Netz gestellt wurden, gab es in den vergangenen Jahren eine Entwicklung hin zu dynamischen Paketen, wo quasi in Echtzeit Flüge und Hotels zu Pauschalreisen zusammengesetzt werden.

Deutsche Kunden agieren zwar oft noch nach dem „research online, purchase offline“ Prinzip, aber durch die Informations- und Anbieterfülle und die damit verbundene Transparenz im Netz, sinkt die Hemmschwelle auch hochpreisige Produkte online zu buchen.

6. Sich von anderen Reiseanbietern abzuheben ist so schwer, weil ….

…fast alle relevanten Wettbewerber eine Bestpreisgarantie und eine große Auswahl an Reiseveranstaltern anbieten, und alle in irgendeiner Weise zertifiziert sind; sei es durch TÜV-Siegel oder dergleichen, so dass es USPs wie Preis, Vielfalt und Qualität/Sicherheit eigentlich nicht gibt. Wir sehen eine Möglichkeit, uns vom Wettbewerb abzugrenzen, darin, eine Seite anzubieten, die relevante Inhalte offeriert und die in der Benutzung Spaß macht.

7. Welche Online-Marketing-Kampagne ist Ihnen in letzter Zeit besonders aufgefallen? Warum?

Zugegebenermaßen bin ich selbst, glaube ich, inzwischen resistent gegen Onlinewerbung, jedenfalls fällt mir spontan keine ein. Außer natürlich unsere thomascook.de -Kampagne im Januar diesen Jahres, als wir da zum Beispiel die bild.de Homepage für einen Tag zugepflastert haben, das sah schon schick aus.

8. Xing, Facebook oder etwas anderes? In welchen Sozialen Netzwerken fühlen Sie sich persönlich zu Hause?

Ich habe Profile auf Xing, LinkedIn und Facebook, bin dort jedoch eher selten und zumeist reaktiv unterwegs und schaue, was es Neues in meinen Netzwerken gibt.

9. Nutzen Sie auch online Reiseportale um Ihren Urlaub zu buchen oder basteln Sie sich Ihre Reise lieber selbst zusammen?

Ich bin persönlich nicht der klassische Pauschalreisende, nutze aber das Netz intensiv auf der Suche nach schönen Reisezielen und Tipps vor Ort.

10. Sie reisen sehr gerne, was ist eines Ihrer Lieblingsziele in der Ferne und was machen Sie dort am liebsten?

Das ist eine ganz schwierige Frage, weil tagesformabhängig. Wenn man mich das an einem trüben Novembertag fragt, wünsche ich mich wahrscheinlich an einen Strand auf irgendeiner Insel in Südostasien…

Ein Reiseziel, das immer geht, ist New York, denn Stadt und Umgebung haben immer was zu bieten, egal zu welcher Jahreszeit und worauf man gerade Lust hat.

11. Als Fußballfan, Hand aufs Herz, was war Ihre weiteste Reise um ein Spiel live zu sehen (auch wenn es nicht Köln war ;)?

Das war zur WM 2006, ich lebte damals in New York und bin mit Freunden, die bereits Eintrittskarten zum Spiel USA-Italien hatten, nach Deutschland geflogen, in der Hoffnung vor Ort auch noch an eine Karte zu kommen. Das hat dann leider nicht geklappt, stattdessen habe ich das Spiel live in einem rappelvollen italienischen Restaurant verfolgt – als einziger im USA-Trikot, auch das war ein denkwürdiges Erlebnis.

Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen einer online Kampagne und einer mobilen Kampagne?

Das kommt ganz auf den Auftraggeber, den Inhalt und die Aussteuerung an. Die wirkliche Frage ist: Wie sieht das Endgerät aus, für das die Kampagne bestimmt ist. Denn eine normale online Kampagne kann auch mobil abgerufen werden. Kann ich aber auf meinem kleinen Display auf dem Handy die Informationen dann überhaupt noch lesen? Jetzt müsste die Webseite nur wissen, ob ich am Computer sitze oder den Inhalt per Smartphone abrufe. Verwirrt? Frage und Antwort…

mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid erklärt in der heutigen Folge von “Bscheid gsagt” welche Art von Kampagne sich optimal für eine mobile Aussteuerung eignet und was man genau bei der Planung einer Kampagne für mobile Endgeräte beachten muss.

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

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