Tag Archiv für "Köln"

Die Digital Mediaplaner, Veronika Baier und Helena Klein, durften zwei Wochen im Rahmen ihres Traineeships bei der Kölner Agentur Mediaplus Geo Intelligence reinschnuppern. Hier hatten sie die Möglichkeit, über ihr normales Tätigkeitsfeld hinaus die klassischen Medien und einen jungen Standort kennenzulernen. Nach ihrer Rückkehr haben wir die beiden zu ihren Erfahrungen befragt.

Vroni, wie kam es zu dem Austausch bei der Mediaplus in Köln?

Vroni: Im Rahmen des Traineeships bei der mediascale ist es üblich, einen Austausch mit einer anderen Agentur der Serviceplan Gruppe durchzuführen. In der Regel bietet sich ein Austausch mit der Mediaplus, unserer Agentur für klassische Mediaplanung in München, das Pendant zur digitalen Mediaplanung, an. In unserem Fall durften wir allerdings eine kleine Reise zur Mediaplus in Köln antreten, da wir gemeinsame Kunden betreuen und im Rahmen einer integrierten Mediaplanung die Arbeitsweise der jeweils anderen Agentur kennenlernen wollten.

Helena, welche Mediengattung hat dich am meisten beeindruckt?

Helena: Es gibt zwei Mediengattungen, die ich sehr eindrucksvoll fand. Zum einen die TV-Planung: Der größte Unterschied zur Online-Planung ist, dass es hier nur eine sehr begrenzte Anzahl an Sendernn gibt, die planungsrelevant sind. In der Online-Welt gibt es unzählige Websites, die für Kunden gebucht werden können und darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Zielgruppen genauer anzusprechen. Im TV-Geschäft hat man mit den unterschiedlichen Sendern zwar eine grobe Zielgruppeneinteilung, allerdings kann die Kontakthäufigkeit mit den Zuschauern nicht gesteuert werden. Deswegen finde ich den Beruf des Digital Mediaplaner aufregend: Einerseits erfordert er analytisches Denken, andererseits  ist das Medium messbarer als die meisten klassischen Medien. Zum anderen finde ich die Out of Home-Planung sehr interessant. Während unseres Austausches wurde ein neues Regio-Planungstool vorgestellt, mit dem man – auf sehr kleiner Ebene – unterschiedliche Medienplanungen visuell darstellen kann. Das war sehr informativ, weil beispielsweise für Händlerstandorte die Planung für regionale Print- oder Radio-Kampagnen ins Detail geplant werden kann.

Und dich, Vroni?

Vroni: Am meisten haben mich die Mediengattungen „Out of Home“ und „Ambient Media“ fasziniert. Beeindruckt hat mich hier vor allem die Vielfältigkeit und die unerschöpflichen Möglichkeiten: vom gebrandeten Flugzeug bis hin zur als Graffiti gesprayten Werbung auf einer Gebäudewand in der Innenstadt. Den größten Unterschied im daily business sehe ich in der Kampagnen-Auswertung, da es in der digitalen Mediaplanung deutlich bessere Möglichkeiten zur Auswertung einer Kampagne gibt, als in der klassischen Mediaplanung.

Woran müsst ihr denken, wenn ihr an die Zeit in Köln zurückblickt?

Vroni: Wenn ich auf die Zeit in Köln zurückblicke, muss ich immer daran denken, wie offen und freundlich wir bei der Mediaplus Köln aufgenommen wurden und wie spannend die Vorträge über die verschiedenen Mediengattungen waren. Ich denke aber auch an die Kölner Kioskkultur, an menschengefüllte Straßen – auch im Winter – und an die langen Öffnungszeiten der Läden zurück.

Helena: Genau, an die herzlichen und supernetten Kollegen, die wir kennenlernen durften. Wir wurden sehr gut integriert und haben uns ab dem ersten Tag wohl gefühlt.

Vroni, was war dein Highlight in Köln?

Vroni: Die Besichtigung des Kölner Doms. Die gigantische Größe des 157 Meter hohen Bauwerks habe ich erst begriffen, als ich direkt davor stand und zu den beiden Turmspitzen hochschaute. Auch der mühsame Aufstieg der 533 Stufen in die luftige Höhe hat mir die unglaublichen Dimensionen nochmal verdeutlicht. Für den wunderschönen Ausblick auf die Stadt, den Rhein und die Hohenzollernbrücke lohnt sich die Anstrengung aber alle mal. Zudem war das Glück an diesem Tag auf unserer Seite und hat uns einen wolkenlosen Himmel und strahlenden Sonnenschein beschert.

Helena, gibt es kulturelle Unterschiede?

Helena: Die Leute in Köln sind sehr offen und man wird oft auf der Straße angequatscht – das führt zu interessanten Gesprächen. Ansonsten waren wir Ende Januar beziehungsweise Anfang Februar in Köln und haben den Karneval, „die fünfte Jahreszeit“ wie es hier so schön heißt, knapp verpasst. Was aber nicht heißen soll, dass wir keine Kostüme gesehen haben! Denn die Karnevalszeit beginnt hier bereits am 11.11. und viele treffen sich zu den Karnevalssitzungen weitaus früher. Es macht auf jeden Fall Lust auf mehr und ist ein Ansporn, Köln direkt zur Karnevalszeit zu besuchen. Was die Arbeit anbelangt, ist der größte Unterschied das Großraumbüro. In München hat jedes Team sein eigenes Büro. Die offene Arbeitsweise eines Großraumbüros hat mir sehr gefallen, denn man kommt auch mit Kollegen ins Gespräch, mit denen man sonst nicht persönlich zusammenarbeitet.

Vroni, wie hast du das erlebt?

Vroni: Ein paar kulturelle Unterschiede sind mir schon aufgefallen. Es ist ja bekannt, dass Karneval in Köln deutlich stärker gefeiert wird als bei uns in München. Dies konnten wir richtig spüren, vor allem, weil uns in den Straßen und U-Bahnen nicht selten eine Horde verkleideter Karnevalisten über den Weg liefen. Auch die Kölner Kollegen zogen nach der Arbeit ihre Kostüme an und gingen auf die ein oder andere Karnevalsfeier. Außerdem wurde nach Feierabend gemeinsam an den Kostümen gebastelt. Ein weiterer Unterschied ist die bereits erwähnte Kölner Kioskkultur. An wirklich jeder Ecke in Köln ist ein Kiosk zu finden. Diese haben oft bis zwei Uhr nachts und teilweise auch am Sonntag geöffnet. Wie praktisch!

Vielen Dank euch beiden für das Interview und welcome back in München!

Tobi: Hallo Jungs, auch wieder zurück aus der infernalischen Hitze der Rollkofferhölle von Jakarta-Deutz? Angenehm kühl und leise ist es hier im zivilisierten München. Wie habt ihr die Messe überstanden? Könnt Ihr Euch überhaupt noch an irgendetwas erinnern?

Matthias: Nicht wirklich, denn hier gilt wie immer: Wer sich noch erinnern kann, war nicht dabei. Man kreuze eine überfüllte Sauna mit einer überfüllten Disco und einer überfüllten Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump und heraus kommt: dmexco 2016. Wo war eigentlich der Saunameister mit dem Zirben-Aufguss?

Manu: Ich hatte zum Glück mein Einstecktuch dabei, so konnte ich mir bei kniffligen Fragen die Stirn wischen. Win-win: Auf Zeit gespielt und der Körperhygiene gefrönt. Hatte mich dann schon auf die Sevenone Strandparty gefreut, war aber leider nur die übliche Standparty. Nachts an der Hotelbar gabs dann noch schweißtreibende Wissens-Transfer-Gespräche – spannend für den, der Transfers mag.de

Tobi: Meine drei Wahrheiten von der Messe:

  1. Wer etwas auf sich hält, trägt einen blauen Anzug. Meiner war schwarz, damit geht man maximal noch als alternder Kreativer durch.
  2. Das neue signature dish im Brauhaus ist Kartoffelpuffer mit Tatar, eine kaum mehr zu steigernde kulinarische Perversion.

160921-dmexco-recap-bild-13. Die Studentenschaft hatte heuer Anwesenheitspflicht an der Uni, es war luftiger in den Sessionräumen. Deshalb konnte ich mir dieses Hyperloop-Dings auch tatsächlich anhören. Ich bin da jetzt Experte, also wenn ihr Fragen habt…

Manu:

  1. Ich war blau, zumindest gekleidet, wie die Dame von Stylefruits sicherlich bestätigen kann. Zumindest eines davon.
  2. Ich hab mich stilecht bei Subway versorgt. Outcome: schmeckt wie in München.
  3. Der eine Teil der Studentenschaft mit Sicherheit, der andere hat uns an den Ständen mit Erfrischungen versorgt. Fazit: 15 Stände, kein Red Bull.

Tobi: Eine Frage noch: Kennt Ihr irgendjemanden, der in Halle 9 war?

Matthias: Um ehrlich zu sein war ich in Halle 9, allerdings nur auf dem Weg in die Kongress Hall. Um dort anzukommen, musste man sich todesmutig an diversen fliegenden Drohnen und selbststeuernden Robotern vorbeischlängeln, um festzustellen, wer sich nicht eine halbe Stunde vor dem Vortrag dort eingefunden hat, hatte in der Regel keine Chance auf Sichtkontakt mit dem Referenten seiner Wahl. Habt ihr auch Erfahrungen mit Robotern und Drohnen gemacht?

Manu: Halle 9 kenn ich nur flüchtig, man grüßt sich halt im Vorübergehen. Beziehungsweise eigentlich wollte ich nur die Drohnen verscheuchen, Halle 9 hat das als Gruß verstanden und freudig zurückgewinkt. So sind sie halt die kleinen Hallen…

Tobi: Und zum Schluß: Hochgestimmt waren Menschen und Maschinen.

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Manu: #gruppenbildmitsmartphone #seeyounexttime 意味

Manu: Tatatataaaaa, es ist wieder soweit. Digitale Heerscharen pilgern nach Köln, um sich den neuesten Trends zu unterwerfen und in Andachtspose gen Silicon Valley zu beten.

Die brisanteste Frage vorab: Wie sieht eigentlich Eure Abendplanung aus? Bei all den automatisierten Einladungsprozessen muss man schon genau monitoren und verifizieren, wo man sich nachts den Header bidded. Cologne Club. VIP Opening. BVDW Start Up Forum. Hurra. OVK und OMR – OMG – die Welt liegt uns zu Füßen.

Matthias: Gute Frage, eines weiß ich bereits sicher: Nach acht Stunden intensiver Diskussion über die Welteroberung der Maschinen und ob nun Big Data, Small Data oder Smart Data die Zukunft der Advertising Industry bestimmt, wird mir ganz gewiss danach sein, mich mit oder ohne Daten für eine kurze Auszeit wegzusperren. In Köln macht man dies am besten in einem Brauhaus. Beim Köbes bestelle ich mir bereits beim Reinkommen ein Kölsch und einen halven Hahn zur Vorspeise. Gratis und ungefragt wird dieser schonungslos ehrlich kundtun, was der Kölner an sich von süddeutschen Marketing-Business-Kaspern hält. Zum Beispiel „Do bes zu schad för de Jeisterbahn.“ Ein großartiges Kontrastprogramm und wunderbarer Start in den Abend wie ich finde. @Tobi, bleibst Du bei deiner üblichen Tatarbestellung?

Tobi: Rotes Fleisch war gestern, dass solltest Du am besten wissen, Mätti. Ich werde das noch einmal in aller Ruhe scopen, aber Essen hat so einen altmodisch analogen Touch. Nach einem Tag voller disruptiver Gespräche in schlechtem Englisch genügen mir vielleicht ein Kännchen Verveine-Tee und ein Pfirsichgrappa zum Glücklichsein. Ob der Köbes das liefern kann?

Manu: Thema Garderobe: Setzt Ihr auf Altbewährtes und bedient euch probaten Ad-ons oder ordert ihr doch noch realtime im Outernet mit Zustellung direkt in die Debate Hall? Ich für meinen Teil streife mir meinen Bigdata Pullover über, kombiniere ihn mit einem SSPannenden (zu kleinen) Sakko und mach einen auf PREX.

Tobi: Ich überlege, ganz in Weiß zu kommen. Rosamunde Pilcher goes Programmatic. Dazu vielleicht ein paar wippende Antennen auf dem Kopf, um für Verunsicherung bei den Start-Ups zu sorgen.

Matthias: Nachdem mittlerweile der Großteil der Besucher Anzug trägt, wäre doch Casual wieder eine smarte Alternative. Vielleicht Jeans, Sneakers, Sakko und darunter ein Motto-Shirt? Beipsilesweise „I’m only here for the free WiFi“ oder „I did it for the likes“, „When I was your Age the internet went SKAAWEEREEDOODEEE“ oder ganz pragmatisch „Das Internet ist für uns alle Neuland (Angela Merkel)”

Manu: Was mache ich hier eigentlich und wo bin ich? Bevor ich jetzt aber ins Digital-Philosophische abgleite, öffne ich lieber die dmexco Applikation und versuche meinen Standort auszuloten, ohne über das Burger-Menu zu stolpern. Vielleicht gibt es dieses Jahr eine kleine Überraschung für den Zeitvertreib während langatmiger Termine. „The dmexco Game“: Die Welt da draußen ist schnelllebig, gebräunt und gut frisiert. Behaupte Dich am Springerstand gegen das elitäre Auditorium. Aber Vorsicht: Digital Natives lauern in dunkeln Ecken und wollen Dir an dein Smartphone.

So. Da bin ich wieder. Was haltet Ihr von der App? Seid ihr schon Heavy User?

Matthias: Mein Smartphone wurde wohl bereits gekapert. Anders kann ich mir nicht erklären, warum das Handy trotz intensiver Analyse und Veränderungen der Einstellungen den Akku nicht länger als drei Stunden am Leben hält. So bleibt mir nur eines übrig: hoffen dass das iPhone 7 bald auf den Markt kommt und auf die dmexco gehe ich mit einem Ausdruck des Floorplans auf DINA2. Von wegen Mobile first – Print lebt!

Tobi: Ich habe in der App zumindest schon mal die Experience Hall gefunden und mir das Programm durchgelesen. Auf der Messe wirst Du da nicht reinkommen, weil die versammelte Studentenschaft Nordrhein-Westfalens wieder alle Gänge verstopft. Aber mir genügt auch ein Dreizeiler, um zum Thema Hyperloop Augmented Windows entspannt small zu talken. Und die Headshots der Speaker sind immer anregend.

Manu: Tobi, Matthias, seid ihr schon los? Wo steht der Bus?????

 

Frings: Mensch ihr 2, seht a richtig abgekämpft aus. Habt ihr etwa zu viel Native Advertising ins Gin-Tonic-Glas gekippt oder habt ihr beim Realtime gebiddeten Havanna Club zu viele Schnäppchen gemacht???

Erdem: Ich bin so abgekämpft, weil mir schon wieder jemand gepitchte Longtails ins Crowd Funding geklickt hat. Außerdem waren die Cookies schon wieder so weich.

Wegmann: Jungs ich bin raus, zu Messezeiten werde ich  in Köln jetzt nämlich als Taxifahrer, das sind mal wirklich improved low hanging fruits, die es nur aufzusammeln gilt. Gegen kleine Gebühr bekommt ihr jetzt schon meine Handynummer, ich stehe dann mit meiner schwarzen E-Klasse hinter der ToFo-Currywurst, ihr braucht nur über den Zaun zu federn. Was war für Euch der schönste Messetrend? Ich fand die Stände mit den Schneeballsystemen am aufregendsten, schwanke aber noch zwischen dem Nahrungsergänzungsmittel, das ich auf mich branden kann und den Duftkerzen mit Blechringüberraschung drin. Der Stand  mit den Kerzen war ja am Donnerstagmittag schon verwaist, ein Bombenerfolg, wegen Reichtum geschlossen.

Frings: Na ich träume jetzt davon, als natives Kaninchen auf Sizilien wieder geboren zu werden. Bis dato heißt die Devise klotzen statt kleckern. Unter 100k gibt es keine sinnvollen Tests mehr, dafür gibt es den Wirkungsnachweis geschenkt und oben drauf noch die Damen vom Adrom-Stand mit den Playback Hosen. Schade fand ich, dass ich keinen NASA-Forscher getroffen habe. Die bauen ja angeblich die geilsten RTA-Tools und das ganz ohne Strom. Den bekommt man neuerdings aus den Powerpacks, die von gewieften Vermarktern schon vorgeladen waren. Gab es bei euch irgendwelche spannenden Giveaways?

Erdem: Ja, ich habe im gegenseitigen Alignment, sozusagen als Win-Win-Lösung vom BVDW einen Fluxkompensator, Marke Eigenbau bekommen. Nun fehlt natürlich, die passende Zeitmaschine zu der die disruptive Innovation leider noch aussteht. Ich klopf einfach mal beim Team vom Google-X an und frage, ob sie neben der NSA API noch schnell eine time-machine-ad-format entwickeln könnten, damit ich direkt per Empowerment auf True View Ads mit dem Fluxkompensator in die entsprechende Exit Strategy komme. Wart ihr denn in irgendwelchen Vorträgen?

Wegmann: Dafür sind wir doch viel zu important business-busy, in den Vorträgen dürfen doch nur Studenten mit ihren Tüten sitzen! Für Kaffee hatte ich natürlich Zeit genug, in Halle 7 soll es gerüchteweise ganz tollen Kaffee aus Österreich gegeben haben, Schärf heißt die Marke, soweit ich hörte. Dem nachzugehen wird das meine Challenge für nächstes Jahr.

Frings: Ach nächstes Jahr gehe ich vielleicht gar nicht mehr hin. Das habe ich mir diesmal ganz fest vorgenommen. Ein Hotelzimmer habe ich sicherheitshalber aber trotzdem gebucht und gleich die Option bis 2025 zu verlängern. Und Tobi: Kannst du mir auch schon mal deine Taxinummer sagen. Ich würde dich für die 2 Tage gerne fest mieten und die freien Zeiten dann wiederum über eine eigens dafür konzipierte App traden. Bis dahin, macht’s gut.

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Ja nun steht sie mal wieder vor der Tür: die Dmexco. Was klingt wie eine bis in die 80er bekannte Tankstelle, steht in Wirklichkeit für „digital marketing exposition & conference“. Hätten Sie es gewusst? Ich auch nicht, wenn ich nicht nachgeguckt hätte. Im Grunde ist es ja auch kein schlechtes Zeichen, wenn der Name ein wenig nebulös daherkommt und somit auch gleich den Geist der Messe wiedergibt. Dabei ist das Motto eine sehr schöne Glaskugel für einen vorausschauenden Beitrag: „Turning Visions into Reality“. Das hiermit verbundene Anliegen ist durchaus ehrenwert: „Weniger labern, mehr machen“ könnte man frei übersetzen, wobei ich jedoch fürchte, dass in einem solchen Rahmen die Tiefgründigkeit per se schlechte Karten hat. Und ganz ehrlich, meine Visionen oder auch die meines geschätzten Vorgesetzten Wolfgang Bscheid wollen Sie nicht ernsthaft alle verwirklicht sehen. Dennoch habe ich eine Vorahnung wie es laufen wird, denn klassischerweise sieht der Besuch der Messe (Motto hin oder her) wie folgt aus:

Den vollständigen Artikel finden Sie hier auf LEAD Digital.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Michael Habedank

Heute gibt es mal wieder ein Kundeninterview in unserem Blog: Michael Habedank, Commercial Manager bei Highlight Communications, spricht über Filme, Facebook und Afrika.

1. Herr Habedank, Highlight Communications produziert und vermarktet unter anderem Spielfilme auf DVD. In welchem Verhältnis stehen normalerweise ungefähr die Kinoeinnahmen zu den DVD-Einnahmen?

Da gibt es keine feste Regel, da dies sehr stark vom Genre abhängt. Gerade die für DVD und Blu-ray typischen „Heavy User“-Filme, wie z.B. „Resident Evil“, werden an der Kinokasse selten zum absoluten Blockbuster, aber performen im Home Entertainment hervorragend. Hier kann in einer Life-Time Betrachtung im Home Entertainment das Dreifache an Umsatz erzielt werden wie in der Kinovermarktung. Die Genres Family und Drama performen tendenziell im Kino besser als auf DVD und Blue-ray. Da kann es sein, dass Home Entertainment nur 50 Prozent des Kinoumsatzes erwirtschaftet. Logischerweise erzielen wir über DVD und Blue-ray aber die höheren Deckungsbeiträge, da die Kinokollegen einen wesentlich höheren Kostenapparat haben.

2. Xing, Twitter, Facebook oder Google+? Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Online Reputation aus, und wie viel Zeit nehmen Sie sich für die Pflege?

Ich bin bei Xing und Facebook angemeldet, nutze Xing aber eigentlich so gut wie überhaupt nicht. Bei Facebook bin ich durchaus ab und zu online anzutreffen.

3. Ihr Facebook-Profil ist auch für Nicht-Freunde nahezu uneingeschränkt sichtbar. Wie lautet Ihre persönliche Philosophie im Umgang mit sozialen Netzwerken?

Bei meinem Facebook-Profil gibt es auch keine großartigen Geheimnisse zu entdecken :-). Ich denke jeder sollte genau überlegen, was er in sozialen Netzwerken von sich preisgibt, das kann ganz schön nach hinten losgehen. Aber ich habe über Facebook auch wieder Kontakt zu Freunden z.B. aus den USA aufgenommen, von denen ich seit über 20 Jahren nichts gehört habe. Das finde ich klasse.

4. Highlight Communications betreibt keinen Online-Shop. Sie können also den Erfolg Ihrer Online-Kampagnen nicht über die Anzahl abgeschlossener Sales messen. Welche Parameter messen Sie stattdessen? Und welche – zurzeit noch technisch unmögliche – Größe würden Sie künftig gerne tracken wollen?

Wir betreiben kein B2C-Geschäft, das ist richtig. Daher fällt natürlich auch die interessanteste Messgröße durch den Rost. Wir messen außer der Clickrate das Interesse des Website–Besuchers an der Website/dem Film. Dies beginnt mit der Abbruchquote und geht bis zur Ermittlung: Hat sich der User den Trailer angesehen? Hat er sich die DVD-Facts angesehen? Einer der wichtigsten Parameter ist für uns daher der Cost per Trailer (View).

Natürlich würde ich gerne wissen, wie viel Prozent der AdImpressions und wie viel Prozent der Clicker sich den Film gekauft haben. Nun kann sich der geneigte Leser fragen: „Warum verlinkt der Mensch nicht zu Amazon oder ähnlichen Sites?“ Dies entspricht nicht unserer Firmenphilosophie, wir integrieren prinzipiell keine Handelspartner. Auf diese Weise ersparen wir uns Diskussionen wie „Warum der und nicht wir?“ mit unseren Handelspartnern. Ich möchte hier auch keine Vorteile der E-Commerce Händler gegenüber dem stationären Handel schaffen. Für uns ist jeder Handelspartner gleichberechtigt.

5. Was war 2011 der erfolgreichste deutsche Spielfilm auf DVD? Und welcher hat Ihnen persönlich am besten gefallen?

Der erfolgreichste deutsche Film war „Kokowääh“, und mein persönliches Blu-ray Highlight war „True Grit“, zwar nicht aus deutschen Landen, aber genial!

6. Laut Facebook spielen Sie gerne – sei es online oder offline. Was reizt Sie am Spielen? Und, Hand aufs Herz: Können Sie gut verlieren?

Ich spiele online hauptsächlich Browser Games wie z.B. „Siedler – online“. Dies spiele ich mit Freunden, die in anderen Städten wohnen, über Skype. Und genau das macht für mich den Reiz aus. Zur zweiten Frage: Mittlerweile eigentlich schon, als Kind sind aber schon mal die „Mensch ärgere dich nicht“-Püppchen auf Luftreise gegangen.

7. Sie waren letztes Jahr drei Wochen im Afrikaurlaub. Ihre drei Highlights aus dieser Zeit?

Der ganze Urlaub war eigentlich ein Highlight, wir sind zu zweit durch Namibia, Zimbabwe und Botswana gefahren. Wenn ich drei nennen soll: Die Victoriafälle, das Okanwango-Delta und das Übernachten in Dachzelten mitten im Busch – wissend, das dort allerlei wildes Getier rumläuft.

8. Sie kommen aus Köln. Was an Ihnen ist typisch Kölsch und was gar nicht?

Ich bin ein sehr offener Mensch, dies ist sicherlich typisch für Kölner. Untypisch ist, dass ich mit Ausnahme von „Päffgen Kölsch“ nicht sehr gerne Kölsch trinke. Asche über mein Haupt, aber da ziehe ich ein schönes Pils vor.

Es ist soweit! Die dmexco öffnet diese Woche ihre Pforten und ich bin dazu auserkoren, ein paar wärmende Worte zum einzig nennenswerten Branchentreff des Jahres zu formulieren. Okay, um ehrlich zu sein, war mein Arm der erste der hochging als die Frage aufkam: Wer macht es?! Nebenbei musste ich noch zwei reflexschnelle Kollegen aus dem Weg räumen, aber es hat geklappt.

Was erwartet uns also? Zum einen sicherlich ein Konferenzprogramm, welches in Qualität und Quantität alles bisher Dagewesene übertreffen soll. Die Vielzahl der hochkarätigen Talkgäste und nicht zuletzt die hohe Zahl internationaler Gäste sind vielversprechend. Die Realität muss dann aber dennoch zeigen, ob sich hier neue Perspektiven eröffnen oder ob es eine Litanei bekannter Interessen und Gräben wird wie: Kunde will Agentur mehr in der Pflicht sehen, Agentur will seine eigene Interessen gegen den Vermarkter etablieren und Vermarkter will Datenhoheit und mehr Geld. Zu guter Letzt kommt dann Herr Welte und sagt, dass Online sowieso kein Medium ist in dem er werben würde, selbst wenn er das Geld dafür geschenkt bekommt. Diese Gefahr lauert bei jeder Diskussion, aber wir wollen hoffen, dass es nicht nur so ausgehen wird.

Dann wäre da noch die Messe selber, von der keine größeren Überraschungen zu erwarten sind. Die Stimmung sollte allseits gut sein und  bevor man sich versehen hat, stehen Verabredungen für 55 Bier auf der Party am Abend – was selbst mir als erfahrenen Kölschtrinker leberistische Höchstleistungen abverlangt. Währenddessen gerät der selbst gesteckte Zeitplan bereits ab Mittag aus den Fugen, weil der Pizzaofen bei Stand XY Identitätsprobleme hat, einem aber doch nun einmal Pizza versprochen wurde und aus Höflichkeit auch noch wartet, bis sich der Gaumen dank zu hastigem Essen in einen Traum aus Feuer und Flamme verwandelt. Schnell noch ein paar unvorhergesehene Überraschungen eingeschoben und schon ist es 17h, die Hände sind wund geschüttelt und die Versuchung ist groß, das resultierende leichte Zittern mit einem der 55 versprochenen Gerstensaftkaltschorlen zu kompensieren, um nebenbei auch nicht die ganze Masse am Abend bewältigen zu müssen.

Und dann kommt sie! Die Party! Die Quoten für diejenigen, die auf einen gelungenen Partyabend wetten, sind in der Regel extrem gut. Bei oddset werden solch mutige Tipps mit einer Quote von 1:12 honoriert (zum Vergleich: Ein Auswärtssieg von Köln in München liegt bei 1:10). Nun kann ich zumindest noch anführen, dass die neue Location nicht mehr so grätzig daherkommt, wie die alte Schredderbude. Aus diversen Jugenderfahrungen kann ich berichten, dass man aus der Halle etwas machen kann. Die Betonung liegt dabei auf „kann“. Ich werde mich hüten, Versprechen abzugeben, die ich nachher bereue (die Quoten sind ja bekannt). Wer übrigens das Abendessen woanders einnimmt, sich dabei der magischen 55 weiter annähert und dann frohgelaunt um 23.15h die Party betritt, empfindet den Partyabend deutlich weniger desaströs.

Der Morgen danach wird maßgeblich davon bestimmt, inwieweit man den gesellschaftlichen Verpflichtungen am Vorabend nachgekommen ist. Dabei ist allerdings eine zunehmende (und von manchem bedauerte) Professionalisierung zu beobachten. Gehörte es auf meiner ersten OMD (2003) noch zum guten Ton, den nächsten Tag mit Schräglage zu begrüßen, so ist es heutzutage eher so, dass die meisten dem Schönheitsideal des gepellten Ei’s nacheifern und partout auch am 2. Messetag in der Früh noch gut aussehen wollen. Unverbesserlich aber nachvollziehbar. Im weiteren Verlauf gestaltet sich Tag 2 auch nicht anders als Tag 1, außer dass der Gaumen bereits verbrannt und somit abgehärtet ist.

Der letzte Schritt aus der Messehölle ist der Rückflug, der gerne überbucht ist, zu spät fliegt, verpasst wird oder einfach mal ausfällt. Wohl dem, der im Flieger sitzt, sich zur Sicherheit schon mal an den Sitz gekettet hat und die Worte „Ready for Take Off“ vernimmt. Denn dann ist es geschafft, das Portemonnaie voller neuer Visitenkarten alter Gesichter und ein redseliger Kommentator wird sich genau an dieser Stelle daran machen, eine Review zu schreiben. Et kütt, wie et kütt und et hätt noch immer joht jejange!